Affiliate Marketing

Alternative Vertriebswege nutzen


Essay, 2010
4 Seiten

Leseprobe

Affiliate Marketing- Direktvertrieb im Internet

Was ist Affiliate Marketing?

Affiliate Marketing ist eine Vertriebsform via Internet wo jeder, wenn er Interesse hat, mit seinen eigenen Internetseiten als Vermittler Geld verdienen kann.

Der Begriff „Affiliate Marketing“ kommt, wie alle Bezeichnungen für Leistungen im Internet, aus dem englischen Sprachraum und bedeutet so viel wie „verbinden, sich anschließen etc.“. Die Idee des Affiliate Marketing ist Nachfrager und Anbieter (Merchant) über einen beliebigen Vermittler (Affiliate) auf Provisionsbasis via Internet zu verbinden. Man kann auch sagen, Affiliate Marketing ist eine Form der Online-Direktwerbung über einen Vermittler.

Im Normalfall erfolgt die Verbindung von Anbieter und Nachfrager über die Website(s) des Vermittlers. Zunehmend setzen Vermittler aber auch ihre e-Mails und Blogs (Online-Tagebücher) zur Werbung für den Anbieter ein.

Wie funktioniert Affiliate Marketing?

Die Anbieter stellen den Vermittlern Texte, Banner, Katalog-, Prospekt- und Produktabbildungen etc. zur Verfügung, die diese in ihre Website integrieren. Wenn ein „Besucher“ auf der Website des Vermittlers einen Text, ein Banner oder ein anderes Informationsangebot des Anbieters anklickt, weil ihn das Angebot interessiert, wird er sofort mit den Angebotsseiten des Anbieters verbunden. Gleichzeitig wird diese Verbindung von einer neutralen Firma registriert. Diese Firma zieht auch die Provision vom Anbieter ein und überweist diese an den Vermittler.

Je nach Vertrag muss dann der Anbieter dem Vermittler je Verbindung oder je Informations anfrage oder je Bestellung eine vorher vereinbarte Provision zahlen, siehe Absatz Konditionsmodelle. Da die Konditionen für diese Leistung sehr unterschiedlich sind, müssen die unterschiedlichen Konditionsmodelle vorher genau geprüft und verglichen werden, damit man keine bösen Überraschungen erlebt.

Wer sind die Vermittler?

Vermittler kann jeder werden, der Inhaber einer eigenen Website ist. Wer als Gelegenheitsvermittler tätig ist, benötigt kein Gewerbe. Er muss nur die vereinnahmten Provisionen in seiner Steuerklärung abgeben.

Die Vermittler gliedern sich in zwei Gruppen:

1. Professionelle Vermittler, die viele Anbieter mit ihren Angeboten auf ihren Seiten vorstellen. Sie „vermarkten/verbreiten“ die Angebote der Anbieter auf eigenen bzw. speziellen Internetseiten, die sie in den verschiedensten Suchmaschinen schalten
2. Vermittler, die sich durch die Aufnahme eines oder mehrerer Anbieter gelegentlich eine Provision verdienen wollen.

Die wichtigsten Konditionsmodelle

1. Bezahlung per Click

Bei diesem Modell zahlt der Anbieter für jeden Click auf sein Angebot. Eine Vergütungsform, die im Normalfall für einen Handwerkerbetrieb nicht in Frage kommt, weil nur die Menge und nicht die Qualität bezahlt wird.

2. Bezahlung pro Kontaktaufnahme

Eine Bezahlung an den Vermittler erfolgt erst, wenn der Interessent den Anbieter direkt kontaktiert, z. B. Prospektmaterial anfordert. Dieses Modell wird dann eingesetzt, wenn es sich um beratungsintensive Produkte oder Leistungen handelt, die nicht ohne Beratung verkauft werden können.

3. Bezahlung pro Verkauf

Das Modell „Bezahlung pro Verkauf“ ist die Standardform. Die Provision wird fällig, wenn der Kunde innerhalb von 30 bis 90 Tagen bestellt bzw. kauft.

Darüber hinaus gibt es weitere Konditionsmodelle, die jedoch für das Handwerk kaum oder gar nicht in Frage kommen. Da es auch Mischformen der Modelle 1 bis 3 gibt, sollten –wie bereits erwähnt- die Konditionen vorher sehr sorgfältig geprüft werden, damit man vor Überraschungen sicher ist. Für Handwerksbetriebe muss das Ziel aller Konditionsvereinbarungen immer sein, möglichst qualitativ hochwertige Anfragen zu erhalten. Wenn die Qualität der Anfragen nicht das entscheidende Kriterium ist, kann es passieren, dass der administrative Aufwand für die Bearbeitung der vielen Anfragen, die nicht zu einem Auftrag führen, zu Lasten anderer Arbeiten geht.

Wie erfolgt die Bezahlung?

Voraussetzung für eine Bezahlung ist je nach Vertrag entweder jeder Klick oder jede konkrete Anfrage oder jede Bestellung. Die Provision beträgt, je nach Umsatzvolumen im Normalfall 2 – 6% vom Nettoumsatz. Inzwischen ist der Wettbewerb bei der Gewinnung von Vermittlern so groß, dass die Konditionen ausufern. Es gibt bereits Anbieter, die bis zu 25% Provision zahlen, Kundenschutz garantieren und Provisionen für Nachfolgeaufträge gewähren.

Die Bezahlung erfolgt bei Verträgen mit Bezahlung pro Verkauf, wenn der Interessent innerhalb einer bestimmten Zeitspanne kauft. Normal ist ein Zeitraum von 30 bis 90 Tagen. Aber auch hier gibt es bereits Unternehmen, die einen Zeitraum von einem Jahr anbieten.

Wie werden Online-Vermittler gewonnen?

Viele große Unternehmen, wie zum Beispiel Telekom oder Neckermann, suchen auf ihren eigenen Internetseiten Vermittler und bieten dazu fertige „Startpakete“ in unterschiedlicher Form an. Inzwischen gibt es aber auch Firmen, die sich auf dieses Teilgebiet spezialisiert haben und sowohl Anbieter als auch Vermittler zusammenführen. Sie verfügen über das entsprechende Wissen und die technischen Möglichkeiten, um einen einwandfreien Ablauf zu garantieren.

Die wichtigsten Präsentations/-Angebotsformen

Die Form der Präsentation ist sehr unterschiedlich.

- Große Internetportale, wie z. B. www.gmx.de oder www.web.de haben permanent Angebote der verschiedensten Anbieter auf ihren Seiten. Zusätzlich schicken sie in wöchentlichen Abständen Newsletters mit immer neuen attraktiven Angeboten.

Ferner werden im Auftrag der Anbieter Gewinnspiele angeboten, die den User veranlassen sollen, via Gewinnspiel mit dem Anbieter Kontakt aufzunehmen. Fast immer ist diese Kontaktaufnahme mit einer Einverständniserklärung eines Newsletter-Abo verbunden.

- Portale wie zum Beispiel www.My-Hammer.de etc., die professionell vermitteln, haben sich oft auf einen bestimmten Bereich bzw. Dienstleistungssektor spezialisiert. Der Nachfrager weiß, dass er bei diesem Vermittler ein nationales Handwerkerangebot findet, das ihm die Möglichkeit bietet, einen regionalen Anbieter zu finden.
- Gelegentliche Anbieter sind in ihrer Angebotsform meistens wesentlich zurückhaltender und subtiler. Dort steht zum Beispiel unter einer Seite: “Die rechtliche Beratung für den Internetauftritt erfolgte durch Rechtsanwalt Mustermann.“ Oder

„Unser Internetauftritt wurde von der Agentur Beispiel gestaltet.“

Andere Formen sind individueller. Es gibt, die ihre Freunde und Bekannten per e-Mail anschreiben und bestimmte Produkte oder Dienstleistungen, wie z. B. Versicherungen, empfehlen.

Die Nachteile des bestehenden Affiliate Marketings für Handwerker

Grundsätzlich ist Zusammenführen von Nachfragern und Anbietern unter Portalen wie z. B. „www.My Hammer.de“, „www.handwerker.de“, „.www.suche-handwerk.de“ etc. eine gute Idee. Der Nachteil dieses Vermittlungssystems muss jedoch als handwerkerfeindlich bezeichnet werden. Die Praxis zeigt, dass dieses System zu einem ruinösen Preiswettbewerb führt, weil die Nachfragenden animiert werden, bei möglichst vielen Anbietern nachzufragen, um das günstigste Angebot zu finden. Die extremste Ausprägung dieses Systems ist, wenn Handwerker ausgeschriebene Arbeiten in einer Top-Down-Versteigerung zum billigsten Preis ersteigern, siehe www.My-Hammer.de.

Das System macht den Preis zum entscheidenden Kriterium. Da den Betrieben nur sehr begrenzt Möglichkeiten der Selbstdarstellung und der Demonstration ihrer Besondern Leistungen gegeben wird, sind die bestehenden Affiliate-Angebote über derartige Online-Vermittler im Prinzip nicht zu empfehlen.

2 Varianten

1. Quotatis

Eine Form, die wesentlich „handwerkerfreundlicher“ ist, ist das System von www.Quotatis.de. Bei diesem Vermittler wird der anfragende Auftraggeber von Quotatis an zwei oder mehr mögliche Anbieter (Handwerker) weiter vermittelt. Die einzelnen Anbieter kennen nicht die Preise ihrer Wettbewerber, es findet also keine „öffentliche“ Top-Down-Versteigerung statt. Wenn seitens eines Anbieters mit offensichtlichen Dumpingpreisen gearbeitet wird, wird dieser eliminiert und nicht an den Auftraganbieter weitergeleitet. Die einzelnen Anbieter haben bei der Abgabe ihres Angebots auch die Möglichkeit, sich und ihre Kompetenzen ausführlich darzustellen.

Damit die Vermittlungen nicht ausufern, kann seitens des Betriebes das Einzugsgebiet genau definiert werden. Damit werden Anfragen aus weiter entfernten Gebieten vermieden.

Auch das Vergütungssystem ist völlig anders aufgebaut. Es wird keine Provision nach Umsatz gezahlt, sondern es werden Anfragen/Vermittlungen gezahlt. Für Holz- und Schreinerarbeiten beträgt der Grundbetrag 14,00€, allerdings müssen 2 Vermittlungen je Woche abgenommen werden, gleich 28,00 €.

2. Google AdWords

Bei Google AdWords muss der Anbieter jeden Klick auf seine Anzeige bezahlen. Die Selektionsmöglichkeiten Region/Stadt und Keyword ermöglichen es aber, die Qualität der Anfrage zu beeinflussen. Für die Selbstdarstellung können Texte, Bilder und sogar Videos geschaltet werden. Außerdem verpflichtet sich Google, die Anzeigen nur dort zu schalten, wo ein konkreter thematischer Bezug gegeben ist.

Neu an diesem Angebot ist auch, dass der Anbieter dennoch die

Möglichkeit hat, die Kosten konkret zu planen. Er kann vorgeben, dass er pro Tag z. B. nur für 3,00 € Klicks (Anfragen) haben will. Die Kosten je Klick richten sich je nach Größe der Anzeige bzw. des Werbemittels, das eingesetzt wird. Je nach Erfolg oder Misserfolg kann der Anbieter seine Konditionen täglich ändern.

Die Vorteile dieses Angebotes sind:

- Der Anbieter kann sich individuell präsentieren
- Es findet kein direkter Preisvergleich statt
- Die Qualität der Anfragen kann durch die keywords gut gesteuert werden
- Je nach Ergebnis können Einsatz und Kosten täglich angepasst werden.
- Für die Gestaltung der eigenen Werbemittel bietet Google gute Hilfen.

Die Möglichkeiten des Affiliate Marketing für Handwerker und Dienstleister

Das Internet hat sich in einem ungeahnten Ausmaß in den vergangenen Jahren durchgesetzt. Die Idee, gewerbliche und gelegentliche Vermittler zur größeren Verbreitung des eigenen Angebots einzusetzen, ist daher grundsätzlich gut und richtig, denn immer mehr Nachfrager informieren via Internet und suchen bzw. beauftragen Handwerker und Dienstleister Online. Auf Grund dieser Entwicklung sollte überlegt werden, wie man dieses System für sich nutzen kann, denn je größer der Bekanntheitsgrad, desto größer ist die Nachfrage.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema gibt es z. B. auf den Internetseiten www.omgde.com oder www.komdat.com oder www.quisma.de oder www.telekomaffiliates oder www.neckermann.de partnerwelt oder

www.googleadwwords.de

Hans-Jürgen Borchardt

November 2010

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Affiliate Marketing
Untertitel
Alternative Vertriebswege nutzen
Autor
Jahr
2010
Seiten
4
Katalognummer
V162382
ISBN (eBook)
9783640760992
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ohne Sekundärliteratur. Affiliate Marketing ist eine Vertriebsform, die ursprünglich vom Versandhandel entwickelt wurde. Kunden werden zu Empfehlern, die bei Erfolg honoriert werden. Da das Prinzip ebennso einfach wie erfolgreich ist, setzt es sich mehr und mehr auch in anderen Branchen durch.
Schlagworte
Internet-Vertrieb, Alternative Vertriebsformen, Direktvertrieb, Direktverkauf, Neue Vertriebspartner, Empfehler, Empfehlungsverkauf, Internetverkäufer
Arbeit zitieren
Hans-Jürgen Borchardt (Autor), 2010, Affiliate Marketing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162382

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Affiliate Marketing


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden