Mit Schwanz bis zu 3,20 Meter lang, maximal 1,50 Meter hoch und schätzungsweise mehr als 300 Kilogramm schwer war der Europäische Höhlenlöwe (Panthera leo spelaea). Dank dieser beeindruckenden Maße kann man diese Raubkatze aus dem Eiszeitalter vor etwa 300.000 bis 10.000 Jahren zweifellos als „König der Tiere“ bezeichnen.Der Europäische Höhlenlöwe gilt neben dem Mammut (Mammuthus primigenius) und dem Höhlenbär (Ursus spelaeus) als eines der bekanntesten Tiere
des Eiszeitalters. Er steht im Mittelpunkt des 144-seitigen Taschenbuches „Der Höhlenlöwe“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Dabei handelt es sich um einen Auszug aus dem 332 Seiten umfassenden Werk „Höhlenlöwen“, in dem auch der Mosbacher Löwe (Panthera leo fossilis), aus dem der Europäische Höhlenlöwe hervorging, sowie der Amerikanische Höhlenlöwe (Panthera leo atrox) und der Ostsibirische Höhlenlöwe (Panthera leo vereshchagini) vorgestellt werden.
Aus der Feder von Ernst Probst stammen unter anderem die Taschenbücher „Deutschland im Eiszeitalter“, „Der Mosbacher Löwe. Die riesige Raubkatze aus Wiesbaden“, „Der Höhlenbär“, „Säbelzahnkatzen. Von Machairodus bis zu Smilodon“ und „Säbelzahntiger am Ur-Rhein. Machairodus und Paramachairodus“.
Inhaltsverzeichnis
Der Europäische Höhlenlöwe Panthera leo spelaea
Höhlenlöwen in der Kunst der Eiszeit
Löwenfunde in Deutschland
Löwenfunde in Österreich
Löwenfunde in der Schweiz
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der umfassenden paläontologischen Bestandsaufnahme des Europäischen Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea), der während des Eiszeitalters in Europa verbreitet war. Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Einordnung des Höhlenlöwen zu klären, seine Verbreitung anhand fossiler Funde in verschiedenen europäischen Regionen zu dokumentieren und seine Bedeutung in der eiszeitlichen Kunstwelt zu beleuchten.
- Wissenschaftliche Klassifikation und Rassekreis des Höhlenlöwen
- Regionale Fundstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
- Paläontologische Deutung eiszeitlicher Kunstwerke und Mischwesen
- Rekonstruktion der Lebensweise und Umweltbedingungen
- Evolutionäre Beziehungen zu heutigen Löwenarten
Auszug aus dem Buch
Der Europäische Höhlenlöwe Panthera leo spelaea
Die Löwen aus dem Eiszeitalter vor etwa 300.000 Jahren bis zu dessen Ende vor etwa 10.700 Jahren werden in Europa als Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) bezeichnet. Sie sind aus den riesigen Mosbacher Löwen (Panthera leo fossilis) hervorgegangen,die nach etwa 600.000 Jahre alten Funden aus dem ehemaligen Dorf Mosbach bei Wiesbaden benannt sind. Diese Mosbacher Löwen gelten mit einer Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern als die größten Löwen Europas..
Der Arzt und Naturforscher Georg August Goldfuß (1782–1848) hat 1810, als er noch in Erlangen arbeitete, den Höhlenlöwen anhand eines Schädelfundes aus der Zoolithenhöhle im Wiesenttal von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fränkischen Schweiz erstmals wissenschaftlich beschrieben. Goldfuß war ein besonders tüchtiger Gelehrter: Ihm ist die Entdeckung von etwa 200 Fossilien aus verschiedenen Fundstellen und Zeitaltern geglückt, die er wissenschaftlich untersuchte und publizierte.
Zusammenfassung der Kapitel
Der Europäische Höhlenlöwe Panthera leo spelaea: Dieses Kapitel erläutert die evolutionäre Herkunft und die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Höhlenlöwen sowie aktuelle Erkenntnisse zur biologischen Einordnung als Unterart von Panthera leo.
Höhlenlöwen in der Kunst der Eiszeit: Hier werden archäologische Funde wie Höhlenmalereien und Schnitzereien (z. B. der Löwenmensch) analysiert, um die Bedeutung dieser Tiere in der Gedankenwelt eiszeitlicher Jäger zu verstehen.
Löwenfunde in Deutschland: Ein detaillierter Überblick über die zahlreichen fossilen Überreste von Mosbacher Löwen und Höhlenlöwen an verschiedenen Fundorten in deutschen Bundesländern.
Löwenfunde in Österreich: Dokumentation der Fossilienfunde in österreichischen Höhlen, die wichtige Erkenntnisse zum eiszeitlichen Klima und zur Tierwelt liefern.
Löwenfunde in der Schweiz: Zusammenstellung der Belege für Höhlenlöwen in verschiedenen Schweizer Kantonen und deren paläontologische Bedeutung.
Schlüsselwörter
Höhlenlöwe, Panthera leo spelaea, Eiszeitalter, Mosbacher Löwe, Paläontologie, Fossilien, Höhlenmalerei, Aurignacien, Löwenmensch, Zoolithenhöhle, Pleistozän, Megafauna, Raubkatzen, Eiszeitforschung, Knochenfunde.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema des Buches?
Das Buch bietet einen detaillierten Überblick über den Europäischen Höhlenlöwen, seine biologische Einordnung und die wissenschaftliche Bedeutung seiner fossilen Funde in Mitteleuropa.
Welche Tierarten werden neben dem Höhlenlöwen behandelt?
Das Werk behandelt auch verwandte Arten wie den Mosbacher Löwen, den Amerikanischen Höhlenlöwen und den Ostsibirischen Höhlenlöwen sowie Begleitfauna wie Mammute, Höhlenbären und Höhlenhyänen.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Der Autor geht der Frage nach, wie der Höhlenlöwe in die Systematik der Großkatzen einzuordnen ist und welche Rückschlüsse die Fossilfunde auf seine Lebensweise und Verbreitung zulassen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Der Autor stützt sich auf eine umfassende Analyse paläontologischer Literatur, DNA-Analysen, Radiocarbon-Datierungen und archäologische Grabungsberichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Beschreibung des Tieres sowie einen umfangreichen katalogartigen Teil über Fundorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Welche Keywords charakterisieren dieses Werk am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Paläontologie, Eiszeitalter, Panthera leo spelaea, Fossilien und archäologische Funde charakterisiert.
Welche Bedeutung kommt der "Zoolithenhöhle" zu?
Die Zoolithenhöhle in der Fränkischen Schweiz ist der Fundort, an dem Georg August Goldfuß 1810 den Höhlenlöwen erstmals wissenschaftlich beschrieb, was sie zu einer zentralen Referenzstelle macht.
Warum wird der "Löwenmensch" in der Arbeit thematisiert?
Der Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel wird als herausragendes Beispiel für die künstlerische Verarbeitung und mythische Bedeutung des Höhlenlöwen in der frühen Kunst des Aurignacien dargestellt.
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- Ernst Probst (Autor), 2010, Der Höhlenlöwe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162416