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Die Herrschaft des Selbst in Adornos/Horkheimers "Dialektik der Aufklärung"

Von der machtvollen Identität

Título: Die Herrschaft des Selbst in Adornos/Horkheimers "Dialektik der Aufklärung"

Tesis de Máster , 2024 , 75 Páginas , Calificación: 1,6

Autor:in: Franz Beigelbeck (Autor)

Filosofía - Otras
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Diese Masterarbeit taucht tief in Adornos und Horkheimers "Dialektik der Aufklärung" ein, um die Herrschaft des Selbst in einer von Identitätsdenken geprägten Welt zu untersuchen. Sie beleuchtet, wie das Streben nach Beherrschung, Ordnung und Einheit zur "Wut aufs Nicht-Identische" führen kann.

Die Arbeit analysiert, wie aufklärerisches Denken, das einst zur Befreiung des Menschen gedacht war, sich in sein Gegenteil verkehren kann, indem es Prinzipien der Selbsterhaltung und Naturbeherrschung verselbstständigt. Im Fokus steht die Frage, wie das Selbst, ursprünglich durch identifizierendes Denken herrschend, durch die moderne Gesellschaft beherrscht und somit leidend wird.

Die Untersuchung erstreckt sich von den Ursprüngen des Identitätsprinzips in der griechischen Philosophie bis hin zu seiner Manifestation in der heutigen Gesellschaft und Kulturindustrie. Dabei wird herausgearbeitet, wie das Identitätsprinzip die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, sowie zwischen Individuum und Gesellschaft bestimmt.

Neben der Analyse der Problematik sucht die Arbeit auch nach Wegen der Überwindung. Unter Bezugnahme auf Rousseaus Denken und Guzzonis Begriff der Nicht-Identität wird eine mögliche Selbstbesinnung und ein neues Verhältnis zum Anderen skizziert. Ziel ist es, eine Perspektive aufzuzeigen, in der Kommunikation, Interaktion und Sinnhaftigkeit im Leben der Menschen wieder Einzug halten können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Kapitel I: Dialektik der Aufklärung
    • 1 Aufklärendes Denken
      • 1.1 Die Aufklärung und ihre Vernünftigkeit
      • 1.2 Die Kritik der Kritik
      • 1.3 Wieso sich das Selbst überdenken muss
  • Kapitel II: Das Selbst
    • 2 Menschliche Selbsterhaltung
    • 2.1 Das Selbst und seine Identität
      • 2.1.1 Das Selbst wird zum Subjekt
      • 2.1.2 Odysseus
    • 2.2 Identitätsprinzip: Hinleitung
      • 2.2.1 Identitätsprinzip: Identitätsdenken
      • 2.2.2 Identitätsprinzip: Die Gesellschaft und das Subjekt
      • 2.2.3 Identitätsprinzip: Die Gesellschaft und ihre Objekte
    • 2.3 Kritik am Identitätsdenken
  • Kapitel III: Herrschaft
    • 3 Herrschaftsprinzip: Einleitung
    • 3.1 Herrschaft des Selbst
      • 3.1.1 Herrschaft und Technologie
      • 3.1.2 Herrschaft über das Subjekt
      • 3.1.3 Herrschaft der subjektgewordenen Gesellschaft
    • 3.2 Warum das Subjekt unter der Herrschaft leidet
    • 3.3 Herrschaft und Kulturindustrie
    • 3.4 Zusammenführung
  • Kapitel IV: Überwindung
    • 4 Überwindung und Selbstbesinnung
    • 4.1 Zu Rousseaus Denken und Meditation
    • 4.2 Zur Nicht-Identität oder das Andere
    • 4.3 Abschluss
  • Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit analysiert die „Herrschaft des Selbst“ in Adornos und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“, wobei sie die These der „machtvollen Identität“ beleuchtet. Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie das identifizierende Denken und das Prinzip der Selbsterhaltung zur Selbstzerstörung der Aufklärung führen und das Subjekt in der modernen Gesellschaft zu einem leidenden Objekt machen.

  • Kritische Analyse des identifizierenden Denkens und seiner Rolle bei der Entstehung von Herrschaft.
  • Untersuchung der menschlichen Selbsterhaltung und deren Korrelation mit dem Identitätsprinzip.
  • Erörterung der Auswirkungen von Technologie und Kulturindustrie auf das Subjekt und die Gesellschaft.
  • Entwicklung von Überwindungsmöglichkeiten des entfremdeten Identitätsdenkens durch das Konzept der Nicht-Identität.
  • Beleuchtung des Verhältnisses von Mensch, Natur und Gesellschaft in der kritischen Theorie.
  • Auseinandersetzung mit der Dialektik der Aufklärung als Strukturtheorie zur Erkennbarmachung wiederkehrender gesellschaftlicher Muster.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Identitätsprinzip: Identitätsdenken

Mythos und Wissenschaft benötigen eine Trennung von Menschen und Natur (vgl. DA 21). Dies ist nötig, um ihr Gemeinsames die Identität des Selbst - herzustellen. Mit den aufklärerischen Naturwissenschaften hat sich das herrschaftliche Verhältnis seit der Odyssee weiter zum Menschen verschoben. Identität als Prinzip wird von der Aufklärung nicht abgelöst, sondern vollendet (IN 72). Trennung ist mit Identifizierung verbunden, beide bedingen sich gegenseitig. Wo genau in der Geschichte diese Trennung zum ersten Mal sich vollzogen hat, kann nicht festgestellt werden. Vor der Subjektwerdung des Selbst gab es keine Trennung in Subjekt-Objekt. Es kam im Laufe des menschlichen In-der-Welt-Seins dazu, dass die „Beziehung zwischen rationaler Bedeutung und zufälligem Bedeutungsträger" zur Einzigen wurde (DA 17). Das Subjekt, das sich durch seine Herrschaft über die Welt konstituiert, bedient sich seiner Fähigkeit zur Einordnung und Abstraktion, um das sich ihm Auftuende zu identifizieren. Diese Identifikation kann nur geschehen, wenn sich dadurch ein Vorteil, ein Mehrwert an Wissen ergibt. Der Verstand ist die Möglichkeit, diesen Schritt zu gehen (vgl. DA 36). Erst durch ihn kann das Subjekt sich bilden, mächtig werden und sich so vom Objekt distanzieren. Alles wird dabei in die Subjektivität, die Selbst-Bezogenheit, geholt und somit objektiviert (vgl. DA 96f.). Es ist dem Subjekt gar nicht möglich, das Andere, das Nicht-Identische, nicht als Objekt wahrzunehmen.

Das monologische Denken, das sich seit Parmenides angekündigt hat, impliziert den Menschen schon immer als ein monologisches Wesen, das prinzipiell zu der einen und allgemeinen Wahrheit fähig ist. Jeder Einzelne ist Repräsentant eines einzigen Logos, in dem er identisch ist mit anderen Denkenden. Logos bezeichnet den kalkulierenden und einordnenden Verstand des Menschen, seine Fähigkeit zu abstrahieren. Daher ist für die Ontologie der Mensch als Einer angesetzt, eben als allgemeine Subjektivität. Dieser monologische Ansatz klammert das Nicht-Identische per se aus. Solches Denken geht des Weiteren davon aus, dass das Verhältnis von Subjekt zu Seiendem das des Verstands - des logos - ist. Daraus folgt, dass sich das reine Denken, wenn es das Eine und das Wahre erfassen will, unabhängig von der Person des Einzelnen her wissen muss. Es ist das Denken schlechthin und niemals mein Denken oder dein Denken (vgl. IN 303). Identität herstellen zu wollen heißt, sich und den jeweils anderen gleich zu machen. Zunächst scheint dies paradox: Das Andere ist ein Objekt, weil es anders ist und außerhalb des Subjekts liegt. Räumlich und zeitlich ist das auch so, aber im Moment der Identifikation als Objekt mit bestimmten Eigenschaften wird es gleichgemacht. Gleichgemacht wird es hinsichtlich seines Nutzens für das Subjekt.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Das Vorwort führt in die Kernbegriffe der „Dialektik der Aufklärung“ ein und skizziert die Hauptthese, dass das traditionelle Streben nach Beherrschung und Systematik zur Selbstzerstörung der okzidentalen Zivilisation führt.

Kapitel I: Dialektik der Aufklärung: Dieses Kapitel untersucht das „aufklärende Denken“ als Ursprung von Identität und Herrschaft, analysiert die Rolle der Vernunft in der Aufklärung und kritisiert deren vermeintliche Neutralität.

Kapitel II: Das Selbst: Hier wird die menschliche Selbsterhaltung als grundlegendes Handlungsmotiv beleuchtet und der Zusammenhang zwischen Selbst, Identität und der Transformation des Selbst zum Subjekt, auch am Beispiel Odysseus, herausgearbeitet. Zudem wird eine Kritik am Identitätsdenken formuliert.

Kapitel III: Herrschaft: Das Kapitel thematisiert das Herrschaftsprinzip, das aus der Selbsterhaltung des Selbst resultiert, und analysiert die Herrschaft des Selbst über sich selbst, andere Menschen sowie die Rolle von Technologie und Kulturindustrie bei der Perpetuierung dieser Herrschaft. Es zeigt auf, warum das Subjekt unter dieser Herrschaft leidet und wie die Kulturindustrie zur Selbstentfremdung beiträgt.

Kapitel IV: Überwindung: Dieses Kapitel sucht nach Wegen zur Überwindung des identifizierenden Denkens und der Herrschaft, indem es das Konzept der Nicht-Identität einführt und Rousseaus Erfahrungen als Beispiel für eine bewusste Selbstbesinnung und das Zulassen des Anderen heranzieht.

Schlüsselwörter

Dialektik der Aufklärung, Adorno, Horkheimer, Selbst, Identität, Herrschaft, Selbsterhaltung, Nicht-Identität, Kulturindustrie, Rationalität, Subjekt, Objekt, Aufklärung, Entfremdung, Verdinglichung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Masterarbeit befasst sich mit der Analyse der „Herrschaft des Selbst“ in Adornos und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“, um aufzuzeigen, wie das identifizierende Denken und das Prinzip der Selbsterhaltung zur Selbstzerstörung der Aufklärung und zur Verdinglichung des Subjekts in der modernen Gesellschaft führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Kritik des identifizierenden Denkens, die Analyse der menschlichen Selbsterhaltung, das Herrschaftsprinzip, die Rolle der Kulturindustrie und die Möglichkeiten der Überwindung durch das Konzept der Nicht-Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Aktualität der „Dialektik der Aufklärung“ zu zeigen, indem die Mechanismen der gesellschaftlichen Rationalisierung und des Identitätsprinzips aufgedeckt werden, die zur Unterdrückung des Individuums und zum Verlust seiner Autonomie führen, und alternative Denkweisen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt eine philosophische Untersuchung und Gesellschaftskritik, die auf einer umfassenden Analyse der Schriften Adornos und Horkheimers, insbesondere der „Dialektik der Aufklärung“, sowie relevanter Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung und Entwicklung des Selbst im Kontext der Selbsterhaltung, die Herausbildung des Identitätsprinzips und die daraus resultierende Herrschaft über die Natur und den Menschen, einschließlich der Rolle von Technologie und Kulturindustrie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Dialektik der Aufklärung, Adorno, Horkheimer, Selbst, Identität, Herrschaft, Selbsterhaltung, Nicht-Identität, Kulturindustrie, Rationalität, Subjekt, Objekt, Aufklärung, Entfremdung und Verdinglichung charakterisieren die Arbeit.

Wie wird die Figur des Odysseus im Kontext der Selbsterhaltung interpretiert?

Odysseus wird als Urbild des bürgerlichen Individuums und als Herrscher dargestellt, dessen List und Kälte gegenüber der Natur und seinen Mitmenschen die zweckrationale Selbsterhaltung und damit die Verfestigung seiner Macht demonstrieren.

Welche Rolle spielt Jean-Jacques Rousseau in Bezug auf die Überwindung des Identitätsprinzips?

Rousseaus Erfahrungen, insbesondere aus seinen „Revêries d'un promeneur solitaire“, dienen als Beispiel für einen Zustand der Nicht-Identität und Selbstbesinnung, der außerhalb des zweckrationalen Denkens liegt und eine mögliche Überwindung des entfremdenden Identitätsprinzips aufzeigt.

Wie wird die Kulturindustrie in Adornos und Horkheimers kritischer Theorie verstanden?

Die Kulturindustrie wird als Herrschaftsinstrument verstanden, das durch Standardisierung und Konsum die Menschen in ihren Gefühlen und Gedanken formt, sie betäubt und die Selbstentfremdung perpetuiert, indem sie scheinbare Freiheit und Erfüllung suggeriert, die tatsächlich auf Umsatz und Anpassung abzielen.

Warum ist die „Nicht-Identität“ für Adorno und Horkheimer so wichtig?

Die Nicht-Identität ist entscheidend, weil sie die Möglichkeit eröffnet, das Fremde als solches anzuerkennen und nicht zu beherrschen. Sie ermöglicht eine freie Kommunikation und Interaktion zwischen Subjekt und Objekt sowie eine bewusste Selbstbesinnung, die über das identifizierende und herrschaftliche Denken hinausgeht.

Final del extracto de 75 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Herrschaft des Selbst in Adornos/Horkheimers "Dialektik der Aufklärung"
Subtítulo
Von der machtvollen Identität
Universidad
University of Freiburg
Calificación
1,6
Autor
Franz Beigelbeck (Autor)
Año de publicación
2024
Páginas
75
No. de catálogo
V1625214
ISBN (PDF)
9783389158883
ISBN (Libro)
9783389158890
Idioma
Alemán
Etiqueta
Adorno Horkheimer Dialektik Subjekt Objekt Identifizierung Odysseus Aufklärung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Franz Beigelbeck (Autor), 2024, Die Herrschaft des Selbst in Adornos/Horkheimers "Dialektik der Aufklärung", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1625214
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Extracto de  75  Páginas
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