Die Welt verändert sich immer schneller und mit ihr die weltweiten Märkte. Fortschreitende Internationalisierung, eine große Zahl neuer Mitbewerber, gesättigte Märkte, hohe Kundenansprüche, Kaufzurück-haltung, der Verlust von Differenzierungsmerkmalen, verkürzte Produktlebenszyklen, schnelle Trendwechsel und hohe gesetzliche Auflagen sind nur einige der aktuellen Problemfelder. Der Klima-wandel, knapper und teurer werdende Rohstoffe, die demografische Entwicklung und Turbulenzen wie die Immobilien-, Finanz-, Wirtschafts-, EU-Krise sorgen für Unsicherheiten und Umbrüche. Ein Ende der krisenhaften, instabilen Zeit ist nicht abzusehen. Die Frage ist wann und was als Nächstes folgt.
Die vielfältigen und sich ständig verändernden Problemstellungen, mit hoher Komplexität und Dynamik, fordern von den Unternehmen eine hohe Bereitschaft und Fähigkeit effektiv zu agieren. Altbewährte Erfolgsrezepte greifen dabei immer häufiger aufgrund der veränderten neuen Gesamtsituation nicht mehr.
In einem hoch entwickelten Wirtschaftsraum wie Deutschland machen KMU (kleine- und mittlere- Unternehmen) mit 99,7% den mit Abstand größten Anteil aller Unternehmen aus. Ca. 3,62 Millionen KMU (vgl. Großunternehmen nur ca. 0,1 Mio.) sind mit bis 499 Mitarbeitern und mit einem Jahresumsatz von bis zu 50 Millionen Euro zu klassifizieren, in allen Branchen verteilt zu finden und als äußerst heterogene Gruppe zu bezeichnen.
KMU unterscheiden sich auch in qualitativen Punkten von Großunternehmen. Höhere Flexibilität, direktere Nähe zu den Märkten, ausgeprägtes Unternehmertum, schnelle, kürzere Entscheidungswege, flachere Hierarchien, weniger Bürokratie und Entscheider sind positive Eigenschaften, die es zu nutzen gilt. Hinzu kommt das Bestreben nach Bestandserhaltung statt nach kurzfristigen Gewinnen und Mitarbeiter, die als motivierter gelten, sich mehr mit dem Unternehmen identifizieren und über ein breiteres Wissen verfügen.
Zu den KMU typischen Schwächen zählen ein Mangel an Ressourcen, Überlastung der Entscheider, eine einseitig operative Ausrichtung, geringer Planungsgrad und Planungskompetenz, mangelnde Veränderungsbereitschaft und Wandlungsfähigkeit, vergangenheits-basierendes Denken sowie Engpässe in der Informations- und Kapitalbeschaffung.
Als eines der Hauptprobleme von KMU hat sich dabei die im Vergleich zu Großunternehmen kaum angewendete langfristige Planung herausgestellt, wenn vorhanden dann erfolgt diese unregelmäßig, oberflächlich, und auf niedrigem Niveau. Die Gründe...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Marktsituation und Entwicklung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen / Definitionen und Abgrenzungen
2.1 KMU
2.1.1 Quantitative Bestimmung
2.1.2 Qualitative Merkmale
2.1.3 Differenzierungsmerkmale zu Großunternehmen
2.2 Definition revolutionäre Entwicklungsansätze
2.3 Hoch entwickelte Wirtschaftsräume
2.4 Strategie
2.4.1 Veränderung des Strategiebegriffs
2.5 Innovation
2.5.1 Definition
2.5.2 Nutzen
2.5.3 Differenzierung von Innovationen
2.5.4 Revolutionäre / inkrementelle Innovationen
2.5.5 Ursprung von Innovationen
2.5.6 Disruptive Innovationen
2.5.7 Beurteilung des Kundennutzens
2.5.8 Kernkompetenzen
2.5.9 Erfolg von Innovationen
2.5.10 Innovationsmanagement und Innovationsstrategie
3 Stärken / Schwächen, Herausforderungen / Problemfelder für KMU
3.1 Interne Faktoren
3.1.1 Stärken
3.1.2 Schwächen
3.1.3 Fazit
3.2 Externe Faktoren und Bedingungen
3.2.1 Allgemeine Situation
3.2.2 Innovationen in Deutschland
3.2.3 Finanzierung und Eigenkapitalzugang
3.2.4 Globalisierung und Internationalisierung
3.2.4.1 Deregulierung und Harmonisierung
3.2.4.2 Wettbewerbsnachteile und Kostensituation
3.2.4.3 Internet
3.2.4.4 Herausforderung der Internationalisierung
3.3 Kernpunkt der Herausforderungen und Problemfelder
3.3.1 Strategische Planung als wichtigster Faktor
3.3.2 Ansatz und Wirkung
3.3.3 Eignung strategischer Planung für KMU
4 Revolutionäre Entwicklungsansätze
4.1 Grundlagen
4.1.1 Unternehmensleitung und Mitarbeiter
4.1.2 Vorauswahlkriterien
4.2 Innovationen
4.2.1 KMU Voraussetzungen
4.2.2 Innovationsstudie
4.2.3 Radikale (revolutionäre / diskontinuierliche) Innovationen
4.2.4 Fazit
4.3 Interaktive Wertschöpfung
4.3.1 Definition
4.3.2 Voraussetzung Interaktive Wertschöpfung
4.3.3 Analyse Interaktive Wertschöpfung
4.3.4 Mass Customization
4.3.5 Nutzen von Mass Customization
4.3.6 Grenzen von Mass Customization
4.3.7 Open Innovation
4.3.8 Vorteile von Open Innovation
4.3.9 Grundvoraussetzungen für Open Innovation
4.3.10 Werkzeuge der Open Innovation
4.3.11 Vorteile für den Kunden
4.3.12 Grenzen und Risiken für die Kunden, das Unternehmen
4.3.13 Fazit Interaktive Wertschöpfung
4.3.14 Interaktive Wertschöpfung für KMU
4.4 Hidden Champions
4.4.1 Definition
4.4.2 Voraussetzung
4.5 Long Tail
4.5.1 Grundlagen
4.5.2 Verbreitung
4.5.3 Grenzen von Long Tail
4.5.4 Long Tail in der KMU Anwendung
4.6 Virales Marketing
4.6.1 Ausgangssituation
4.6.2 Fragestellung
4.6.3 Was ist Virales Marketing
4.6.4 Virales Marketing für KMU
4.7 Blauer Ozean / Roter Ozean
4.7.1 Begriffsbestimmung
4.7.2 Chnacen und Risiken
4.7.3 Nutzeninnovation
4.7.4 Erfassung des Ist Zustands
4.7.5 Vier-Aktionen-Format
4.7.6 Neuer Nutzen
4.7.7 Beurteilung des strategischen Preises
4.7.8 Erschwernisse der Nachahmung
4.7.9 Zeitpunkt der Erneuerung
4.7.10 Differenzierungsmerkmale
4.7.11 Kritikpunkte
4.7.12 Eignung für KMU
4.8 Crowdsourcing
4.8.1 Grundlagen
4.8.2 Wirkung und Anwendbarkeit
4.8.3 Motivation und Teilnahme
4.8.4 Abgrenzung
4.8.5 Crowdsourcing für KMU
4.9 Fazit revolutionäre Ansätze
5 Fazit / Lösungsansätze
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Anwendung von „revolutionären Entwicklungsansätzen“ kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in hoch entwickelten Wirtschaftsräumen wie Deutschland dabei helfen kann, ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit und ihren wirtschaftlichen Erfolg in einem zunehmend komplexen und dynamischen Marktumfeld zu sichern.
- Analyse der aktuellen Herausforderungen und Stärken/Schwächen von KMU
- Die Notwendigkeit strategischer Planung als Basis für revolutionäre Ansätze
- Untersuchung verschiedener Innovationsmodelle (Open Innovation, Mass Customization, etc.)
- Potenziale und Grenzen von Strategien wie Blue Ocean oder Crowdsourcing für den Mittelstand
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Definition
Interaktive Wertschöpfung definiert sich aus der Art und Weise sowie dem Grad der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kunden. Dabei handelt es sich bei der Mitarbeit des Kunden um eine freiwillige Leistung. Das Angebot des Unternehmens zur Mitarbeit erfolgt öffentlich und ohne direkte Ansprache.121
Eine Zusammenarbeit kann in den Bereichen Produkte, Dienstleistungen, Wissen, Erwerb und Marketingaktivitäten erfolgen.122
Die Leistung des Kunden wird in den Unternehmensprozess integriert und der Kunde wird Bestandteil der Wertschöpfungskette.123
Unter allen Beteiligten findet ein hoher Informationsaustausch statt. Beide Parteien partizipieren durch das hinzugewonnene Wissen.124
Der Prozess zwischen Kunde und Unternehmen ist dabei stark kooperativ ausgelegt und keiner der Parteien dominiert. In einem herkömmlichen Wertschöpfungsprozess wird der Kunde hingegen nicht beteiligt, sondern die Informationsgewinnung des Unternehmens erfolgt durch klassische Marktforschung.125
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende Komplexität und Dynamik der globalen Märkte sowie die speziellen Herausforderungen für deutsche KMU, um deren Handlungsbedarf und die Forschungsfrage der Arbeit zu begründen.
2 Theoretische Grundlagen / Definitionen und Abgrenzungen: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie KMU, revolutionäre Entwicklungsansätze, Wirtschaftsräume, Strategie und Innovation und grenzt diese wissenschaftlich ein.
3 Stärken / Schwächen, Herausforderungen / Problemfelder für KMU: Hier werden die internen und externen Faktoren analysiert, die KMU in ihrem Marktumfeld beeinflussen, wobei der Mangel an strategischer Planung als kritischer Erfolgsfaktor herausgestellt wird.
4 Revolutionäre Entwicklungsansätze: Dieses Hauptkapitel analysiert ausgewählte diskontinuierliche Ansätze wie Innovationen, Interaktive Wertschöpfung, Hidden Champions, Long Tail, Virales Marketing, Blue Ocean Strategie und Crowdsourcing auf ihre Anwendbarkeit in KMU.
5 Fazit / Lösungsansätze: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung für KMU zusammen und betont, dass revolutionäre Ansätze zwar kein Allheilmittel, aber essenziell für nachhaltige Differenzierung sind.
Schlüsselwörter
KMU, Strategische Planung, Revolutionäre Entwicklungsansätze, Innovation, Wettbewerbsvorteil, Interaktive Wertschöpfung, Open Innovation, Mass Customization, Hidden Champions, Long Tail, Virales Marketing, Blue Ocean Strategie, Crowdsourcing, Unternehmertum, Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Masterthesis befasst sich mit der Untersuchung, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) durch die Anwendung revolutionärer Entwicklungsansätze ihre Wettbewerbsfähigkeit in hoch entwickelten Märkten langfristig sichern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt Themen wie strategische Planung, Innovationsmanagement, interaktive Wertschöpfung, Nischenstrategien sowie moderne Ansätze wie Crowdsourcing und virales Marketing.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwieweit die Anwendung von revolutionären Entwicklungsansätzen dazu beitragen kann, den Erfolg von KMU in einem hoch entwickelten Wirtschaftsraum wie Deutschland dauerhaft zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der vorhandenen Fachliteratur, empirischen Untersuchungen zu Innovationen sowie der strategischen Einordnung von Unternehmensansätzen in das Marktumfeld der KMU.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Stärken und Schwächen von KMU analysiert. Darauf aufbauend werden spezifische revolutionäre Ansätze (z.B. Blue Ocean Strategie, Open Innovation) detailliert auf ihre Eignung für KMU geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie KMU, Strategische Planung, Innovation, Wettbewerbsvorteil, Interaktive Wertschöpfung, Blue Ocean Strategie und Differenzierung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich diese Arbeit von Standardwerken?
Die Arbeit ist besonders, da sie wissenschaftliche Managementtheorien, die meist für Großunternehmen entwickelt wurden, explizit auf die heterogene Gruppe der KMU herunterbricht und deren spezifische Voraussetzungen berücksichtigt.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass strategische Planung die Grundvoraussetzung für jeden revolutionären Ansatz ist und dass KMU ohne eine solche Planung ihre Chancen in einem globalisierten Markt verlieren werden.
Ist jeder Ansatz für jedes KMU geeignet?
Nein, der Autor betont, dass jeder Ansatz unternehmensspezifisch zu prüfen ist. Es gibt keine Patentlösung, da Faktoren wie Branche, Unternehmensgröße und Unternehmenskultur die Erfolgsaussichten stark beeinflussen.
- Citar trabajo
- Udo Dortmund (Autor), 2010, Die Anwendung "revolutionärer" Entwicklungsansätze auf KMU in hoch entwickelten Wirtschaftsräumen Deutschlands. Möglichkeiten und Grenzen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162582