Innerhalb dieses Essays wird auf das Gedankenexperiment von Peter Unger eingegangen, in dem das eigene Kind ohne Einwilligung vollkommen in seiner geistigen und körperlichen Beschaffenheit geklont wird und aufgrund dieser Auslangslage eine Entscheidung getroffen werden muss, in der man sich entweder für das Leben des eigenen Kindes oder seines perfekten Klones entscheiden muss. Beide Handlungen sind verbunden mit Belohnug oder Bestrafung des Entscheiungsträgers.
Innerhalb des Essays werden auf die Vor- und Nachteile beider Optonen eingegangen, sowie auf eine mögliche dritte Entscheidung, um anschließend herauszuarbeiten, welcher Weg der moralischere bzw. bessere wäre.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Ausgangslage des Gedankenexperiments
3. Die ethische Abwägung der Mutter
4. Die Frage nach der richtigen Entscheidung
5. Persönliche Stellungnahme
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert das philosophische Gedankenexperiment des „Tochterklons“ von Peter Unger, um die ethische Problematik des Klonens von Menschen und die moralische Bewertung konkurrierender Lebensrechte zu untersuchen. Dabei steht die Entscheidung einer Mutter im Zentrum, die zwischen dem Leben ihrer leiblichen Tochter und dem ihres exakten Klons wählen muss.
- Philosophische Untersuchung des Menschenklonens.
- Ethische Abwägung zwischen dem Original und dem Duplikat.
- Bedeutung von gelebter Biografie und emotionaler Bindung.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem instrumentellen Wert von Leben.
- Moralische Reflexion über Grenzfragen der Bioethik.
Auszug aus dem Buch
Die Tochter wuchs als Embryo im Leib der Mutter heran
Die Tochter wuchs als Embryo im Leib der Mutter heran, wurde auf die Welt gebracht und hat all die Jahre, die sie auf dieser Welt ist, mit ihrer Familie erlebt. Das Kind hat Erinnerungen von tatsächlichen Erlebnissen. Es erinnert sich an Feiertage mit der Familie und Geschenke, an Verletzungen, die es sich beim Spielen zugezogen hat oder an die Schuleinführung. Das Kind erinnert sich deshalb, weil es all diese Ereignisse erlebt hat. Da der Klon ein exaktes Abbild des Originals ist, besitzt er all jene Erinnerungen, die das Kind auch hat und jene Erfahrungen, die das Kind gemacht hat. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass der Klon sich zwar an ein ganzes Leben erinnern kann, es aber nicht sein Leben ist. Der Tochterklon wuchs nicht im Leib der Mutter auf, wurde nicht geboren, wurde nicht erzogen und wurde nicht gepflegt, wenn er krank war. Die geklonte Tochter existiert erst seit ihrer Erschaffung in der Maschine und ist nur eine Kopie des Originals und nicht das Original selbst.
Die ‚echte‘ Tochter lebt viele Jahre, während der Klon vielleicht Stunden, Tage oder Wochen lebt. Hat die Tochter deshalb, im Gegensatz zum Klon, mehr Recht auf das Leben? Ist ein Leben, das nur wenige Zeit existiert, weniger wert, als ein Leben, das Jahre oder Jahrzehnte andauerte?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Debatte um das Klonen von Säugetieren und Menschen ein und stellt das Gedankenexperiment von Peter Unger vor.
2. Die Ausgangslage des Gedankenexperiments: In diesem Kapitel wird das Szenario des Tochterklons detailliert beschrieben, einschließlich der Zwangslage der Mutter und der äußeren Bedingungen wie der Belohnung oder Bestrafung.
3. Die ethische Abwägung der Mutter: Es wird analysiert, wie die Mutter die beiden Optionen bewertet, wobei insbesondere die Rolle von Erinnerungen und die Verbundenheit zwischen Mutter und Kind reflektiert werden.
4. Die Frage nach der richtigen Entscheidung: Hier wird untersucht, ob ein „richtiger“ Weg existiert und warum die emotionale Bindung und die gemeinsame Geschichte das Original auszeichnen.
5. Persönliche Stellungnahme: Die Autorin legt ihre eigene moralische Position dar, in der sie dem leiblichen Kind den Vorzug gibt und die Belohnungsanreize als irrelevant für die ethische Wahl einstuft.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die moralische Ablehnung des Klonens zusammen und blickt kritisch auf eine Zukunft, in der geklonte Menschen existieren könnten.
Schlüsselwörter
Gedankenexperiment, Tochterklon, Bioethik, Menschenklonen, Peter Unger, Identität, Lebensrecht, Moralische Entscheidung, Mutterinstinkt, Duplikat, Leibliches Kind, Ethische Abwägung, Biotechnologie, Philosophie, Würde des Menschen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem ethischen Gedankenexperiment, bei dem eine Mutter zwischen dem Leben ihrer Tochter und dem Leben eines exakten, künstlich erschaffenen Klons wählen muss.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Bioethik, die moralische Bewertung von Klonvorgängen, die Definition von Personsein und der Wert von gelebter Biografie gegenüber reinem biologischem Material.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die moralischen Argumente für eine Entscheidung in einer extremen Konfliktsituation abzuwägen und philosophisch zu begründen, welches Leben einen höheren Anspruch auf Erhalt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der philosophischen Reflexion und ethischen Argumentationsanalyse anhand eines spezifischen Gedankenexperiments.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen Aspekte der Entscheidung beleuchtet: der Unterschied zwischen geborener Tochter und Klon, die Bedeutung von Erinnerungen sowie die moralische Irrelevanz von Belohnungen oder Strafen in der Entscheidungssituation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Gedankenexperiment, Klonethik, Lebensrecht und Identitätsbegriff charakterisiert.
Warum spielt die Bestrafung durch Elektroschocks laut der Autorin keine tragende Rolle?
Die Autorin argumentiert, dass körperliche Schmerzen vergänglich sind, während die moralische Schuld an der Entscheidung über Leben und Tod eines Menschen eine lebenslange, schwerwiegendere Last darstellt.
Gibt es laut der Autorin eine dritte Lösungsmöglichkeit?
Die Autorin diskutiert die Möglichkeit, beide Kinder zu behalten, verwirft diese jedoch als gesellschaftlich nicht tragfähig und als außerhalb der Spielregeln des Gedankenexperiments liegend.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen der leiblichen Tochter und dem Klon?
Der entscheidende Unterschied liegt für die Autorin in der über Jahre gewachsenen emotionalen Verbindung, den gemeinsamen Erlebnissen und der „unsichtbaren Verbindung“, die durch die natürliche Geburt entsteht.
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- Susanne Hahn (Author), 2009, Gedankenexperiment Tochterklon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162655