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Die athenische Demokratie in Wissenschaft und Schule

Título: Die athenische Demokratie in Wissenschaft und Schule

Tesis de Máster , 2010 , 42 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Thomas von Pluto-Prondzinski (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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„Athens was a direct democracy, a mode of state organization that
seems not to exist in the modern world.“

In den westlichen Industrienländern gilt die Demokratie gemeinhin nicht nur als die erstrebenswerte Herrschaftsform, sondern auch als eine zentrale Grund¬haltung in der Gesellschaft, eine demokratische Mentalität. Diese reicht soweit, dass auch Beziehungen zu anderen Nationen anhand der An- oder Abwesenheit von Demokratie ausgerichtet werden. Die Wurzeln unserer Demokratie, die in identitätsstiftenderweise eine kulturelle Verbindung zwischen den modernen westlichen Demokratien herstellen und ein Faktor unseres gemeinsamen Kulturraums bilden, liegen dabei im antiken Athen. Ein Blick auf die antike athenische Ausprägung der Demokratie ist schon deshalb lohnenswert, weil sie als Vorlage für unsere Zeit dient, aber dennoch in ihrer Einzigartigkeit fundamental unterschiedlich funktionierte, wie das Eingangszitat verdeutlicht. Auf Grund dieser Einzigartigkeit trägt ein moderner Begriff von Demokratie bei der Betrachtung der antiken Form nicht weit, sodass von einer zeitgenössischen Vorstellung ausgegangen werden muss.

Das Ziel der Arbeit besteht im Aufzeigen der charakteristischen Eigenheiten der athenischen Demokratie und ihres Beginns. Ferner soll der Blick von der Fachwissenschaft zur Geschichtsdidaktik gerichtet werden, um zu untersuchen, welche Schwerpunkte aus der Wissenschaft in die Schule übertragen werden. Deshalb gliedert sich die Arbeit in zwei Teile, wobei im ersten Teil die Diskussion um den Beginn der athenischen Demokratie aufgegriffen wird und weiterführend die einzelnen Institutionen eingehend betrachtet werden, um daraus den Charakter der Demokratie abzuleiten. Im zweiten Teil soll die didaktische Perspektive über eine Analyse von Schulbüchern aus der Primarstufe und der Oberstufe gelingen, die eine Möglichkeit bietet, zu ermitteln, welches Bild der athenischen Demokratie in der Schule gezeichnet wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Teil I: Die athenische Demokratie in der Wissenschaft

2. Beginn der athenischen Demokratie

3. Politische Organisationsformen im mittleren 5. Jh. v. Chr.

3.1 Die Volksversammlung

3.2 Die Geschworenengerichte

3.3 Der Rat

3.4 Die Beamten

4. Der Charakter der athenischen Demokratie

Teil II: Die athenische Demokratie in der Schule

5. Die athenische Demokratie im Berliner Rahmenlehrplan

6. Der Untersuchungsgegenstand

6.1 Das Schulbuch als Medium im Geschichtsunterricht

6.2 Untersuchungskriterien

7. Darstellung und Charakter der athenischen Demokratie in Geschichtsschulbüchern

7.1 Grundschule

Oberstufe

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der wissenschaftlichen Erkenntnislage zur antiken athenischen Demokratie und deren didaktischer Aufbereitung in modernen Geschichtsschulbüchern für die Grundschule und Oberstufe. Dabei wird analysiert, inwieweit aktuelle Forschungsergebnisse in das schulische Bild der Demokratie einfließen und wo methodische Differenzen bestehen.

  • Historische Genese und institutionelle Struktur der athenischen Demokratie
  • Die Rolle der Volksversammlung, des Rates und der Geschworenengerichte
  • Methodische Anforderungen an die Vermittlung historischer Komplexität
  • Vergleich zwischen fachwissenschaftlicher Forschung und schulischer Darstellung
  • Kritische Analyse von Schulbuchmedien hinsichtlich ihrer Multiperspektivität

Auszug aus dem Buch

3.1 DIE VOLKSVERSAMMLUNG

Die Volksversammlung war das zentrale Gremium der athenischen Demokratie im 5. Jahrhundert v. Chr. Alle maßgeblichen Kompetenzen lagen bei ihr und damit unmittelbar beim Demos, denn es handelte sich nicht um ein repräsentatives Parlament, wie wir es etwa unserer Zeit kennen. Doch das Vorhandensein einer Volksversammlung allein reicht nicht für eine demokratische Ordnung aus, auch in Sparta sammelte sich beispielsweise das Volk in der Apella und dabei kann Sparta keineswegs als demokratisch gelten. Viel entscheidender ist die Stellung der Volksversammlung innerhalb des Gefüges aus weiteren Gremien, und ob in ihr tatsächlich der Souverän zusammentritt.

In der Volksversammlung kam die gesamte Bürgerschaft Attikas zusammen. Hierunter verstand man alle männlichen Bewohner, die mindestens achtzehn Jahre alt waren, unabhängig von ihrer Zensusklasse. Sie mussten über das Bürgerrecht verfügen und dafür in einer Bürgerliste eines Demos eingetragen sein. Vor der Bürgerrechtsreform des Perikles 451/50 v. Chr. genügte es, wenn der Vater Athener war, nach der Reform musste auch die Mutter Athenerin sein, damit das Recht zur politischen Teilhabe auf den Sohn überging. Von allen Bürgern besuchte aber nur ein geringer Teil die Sitzungen der Volksversammlung. Es ist davon auszugehen, dass eine Anzahl von etwa 6.000 Bürgern der insgesamt circa 40.000 Bürger als repräsentativ für die Bürgerschaft gelten konnte. Dabei nahmen die Bürger Athens, der unmittelbaren Umgebung und des Piräus häufiger an den Versammlungen teil als Bürger aus weiter entfernten Regionen Attikas, die ihre Arbeit nicht ruhen lassen konnten, bzw. den langen Weg nicht auf sich nehmen vermochten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Relevanz der athenischen Demokratie als kulturelles Erbe und der Schwierigkeiten einer präzisen Begriffsdefinition aufgrund der Quellenlage.

2. Beginn der athenischen Demokratie: Untersuchung der historischen Entstehungsbedingungen und der Rolle von Reformern wie Solon, Kleisthenes und Perikles.

3. Politische Organisationsformen im mittleren 5. Jh. v. Chr.: Detaillierte Analyse der zentralen Institutionen der athenischen Polis, insbesondere der Volksversammlung, der Gerichte, des Rates und der Ämter.

4. Der Charakter der athenischen Demokratie: Zusammenfassende Betrachtung der Funktionsmechanismen, die eine Machtkonzentration verhinderten und die Teilhabe des Demos sicherten.

5. Die athenische Demokratie im Berliner Rahmenlehrplan: Analyse der curricularen Vorgaben und der didaktischen Platzierung des Themas in verschiedenen Jahrgangsstufen.

6. Der Untersuchungsgegenstand: Reflexion über die Rolle von Schulbüchern als Leitmedien und Festlegung der Kriterien für die nachfolgende Analyse.

7. Darstellung und Charakter der athenischen Demokratie in Geschichtsschulbüchern: Konkrete Untersuchung ausgewählter Schulwerke für Grundschule und Oberstufe auf ihre fachliche Korrektheit und methodische Umsetzung.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Diskrepanz zwischen fachwissenschaftlichem Anspruch und schulischer didaktischer Reduktion.

Schlüsselwörter

Athenische Demokratie, Demos, Volksversammlung, Rat der 500, Geschworenengerichte, Ostrakismos, Geschichtsunterricht, Schulbuchanalyse, Multiperspektivität, Isonomie, Politische Partizipation, Didaktik, Quellenlage, Perikles, Kleisthenes

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der athenischen Demokratie des 5. Jahrhunderts v. Chr. und untersucht, wie dieses komplexe politische System wissenschaftlich eingeordnet und in modernen Geschichtsschulbüchern vermittelt wird.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Entstehung der athenischen Demokratie, ihre institutionellen Säulen (Volksversammlung, Gerichte, Rat, Beamte) sowie die didaktische Analyse der schulischen Vermittlung dieses Stoffes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Fachwissenschaft die athenische Demokratie beschreibt und ob moderne Lehrwerke diese Erkenntnisse korrekt und angemessen für Schülerinnen und Schüler aufbereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird ein quellenkritischer Ansatz verfolgt, kombiniert mit einer medienanalytischen Untersuchung von Geschichtsschulbüchern unter Anwendung geschichtsdidaktischer Kriterien wie Multiperspektivität.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Im Hauptteil werden sowohl die wissenschaftlichen Grundlagen der athenischen Institutionen als auch die praktische Umsetzung im Unterricht anhand von Lehrplänen und Schulbuchbeispielen für die Grund- und Oberstufe analysiert.

Was sind die prägenden Schlüsselwörter?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Demokratie, Demos, Volksversammlung, Isonomie, Ostrakismos, Schulbuchanalyse und Multiperspektivität.

Wie bewertet der Autor die didaktische Reduktion in Schulbüchern?

Der Autor stellt fest, dass die notwendige didaktische Reduktion oft dazu führt, dass die Komplexität und Kontroversität des Themas zugunsten einer (teils irreführenden) Eindeutigkeit verloren gehen.

Welche Rolle spielt die "Multiperspektivität" bei der Schulbuchanalyse?

Multiperspektivität ist ein zentrales Kriterium, da sie es ermöglicht, die Einseitigkeit von Schulbuchdarstellungen aufzudecken und zu hinterfragen, inwieweit unterschiedliche historische Standpunkte abgebildet werden.

Wird die athenische Demokratie als Vorbild für die Moderne kritisch betrachtet?

Ja, der Autor hinterfragt den Vergleich zwischen der antiken Polis und modernen Demokratien und kritisiert, dass Schulbücher oft ein zu harmonisierendes Bild zeichnen, ohne die Exklusivität des athenischen Bürgerrechts (Ausschluss von Frauen, Sklaven, Metöken) ausreichend zu thematisieren.

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Detalles

Título
Die athenische Demokratie in Wissenschaft und Schule
Universidad
Free University of Berlin
Calificación
1,0
Autor
Thomas von Pluto-Prondzinski (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
42
No. de catálogo
V162657
ISBN (Ebook)
9783640770663
ISBN (Libro)
9783640771103
Idioma
Alemán
Etiqueta
Athen Demokratie attische athenische Ostrakismos Geschichtsunterricht 5.Jahrhundert Perikles Kleisthenes Phylen Rat der 500 Ekklesia Multiperspektivität Schulbuchanalyse; Schulbuch Geschichtsdidaktik Didaktik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas von Pluto-Prondzinski (Autor), 2010, Die athenische Demokratie in Wissenschaft und Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162657
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