Die Bedeutung des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie


Bachelorarbeit, 2008

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. Forschungsstand und Quellenlage

3. Das Funktionsprinzip des Ostrakismos

4. Die Einführung des Ostrakismos und deren problematische Datierung

5. Das Ende des Ostrakismos

5. Die Rolle und Intention des Ostrakismos

6. Beispiele bekannter Ostrakismosopfer

7. Antiker Ostrakismos und modernes Misstrauensvotum

8. Fazit und Ausblick

9. Literatur

1. EINLEITUNG

Ein jeder, der sich einmal näher mit der athenischen Demokratie auseinandergesetzt hat, wird sich wahrscheinlich über das Scherbengericht, den Ostrakismos, gewundert haben. Diese Einrichtung der Verfassung des fünften Jahrhunderts mutet uns in der Moderne Lebenden recht merkwürdig an, denn ein vergleichbarer Vorgang ist uns gänzlich fremd. Auch wenn der Ostrakismos in der Weltgeschichte eher eine Nischen- position einnimmt, erscheint er mir dennoch auf Grund seiner Befremdlichkeit und Beispiellosigkeit als interessant genug, ihn im Rahmen einer Bachelorarbeit genauer zu betrachten.

Wer in einem Universallexikon nach dem antiken Scherbengericht sucht, der fin- det in der Regel einen nur wenige Zeilen umfassenden Artikel. Der wie folgt lauten kann:

„Ostrakismos, im alten Athen das auf Kleisthenes zurückgeführte Scherbenge- richt; eine Volksabstimmung, bei der jeder Teilnehmer den Namen eines zu Ver- bannenden auf eine Scherbe (Ostrakon) schreiben musste.“ 1

Hier werden in knappster Form die Einführung und Durchführung des Ostrakismos beschrieben. Widerspruchsfrei erfährt der Leser nur das Nötigste über das Scherben- gericht. Beschäftigt man sich jedoch intensiver damit, wird schnell deutlich, dass der Ostrakismos in der Fachdiskussion längst kein einmütiges, sondern ein viel bestrittenes Thema ist. Viele Fragen werden aufgeworfen, die es in dieser Arbeit zu beantworten oder wenigstens zu betrachten gilt. Eine der interessantesten Überlegungen ist dabei jedoch, welche Bedeutung dem Scherbengericht innerhalb der Demokratie Athens zu- kommt. Doch um diese Problemstellung in ihrer Gesamtheit erfassen zu können, sind einige Vorbetrachtungen notwendig. Darum erachte ich es für sinnvoll, zunächst den Stand der Forschung festzuhalten und darzulegen, welche Quellen den Historikern zur Verfügung stehen und wie sie bewertet werden. Danach möchte ich das Verfahren selbst vorstellen, das zu jeder Zeit der Bezugspunkt der Arbeit sein soll. Weiterhin ist keineswegs eindeutig, unter welchen Umständen und von wem der Ostrakismos eingeführt wurde. Dieses und die umstrittene Datierung der Einführung des Scherben- gerichts werden deshalb im vierten Abschnitt betrachtet. Darüber hinaus soll auch auf das Ende des Ostrakismos eingegangen werden. Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, sich dem zentralen Anliegen dieser Arbeit zuzuwenden, nämlich der Rolle des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie und der Frage nach seinem Zweck. Um dieses nach den theoretischen Überlegungen beispielhaft zu verdeutlichen, sol- len drei prominente Opfer des Scherbengerichtes vorgestellt werden. Anschließend möchte ich noch einen Griff in die Moderne wagen und der These Werner Dahlheims nachgehen, inwieweit zwischen dem Ostrakismos und dem konstruktiven Misstrau- ensvotum eine Verbindung zu sehen ist, um danach abschließend die gewonnenen Ergebnisse in einem Fazit zusammenzufassen und einen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen zu geben.

2. FORSCHUNGSSTAND UND QUELLENLAGE

Der Umgang mit einem historischen Gegenstand in der Forschung hängt stets unmit- telbar mit denen zur Verfügung stehenden Quellen zusammen. So unterlag auch die Bewertung des Ostrakismos in der Zeit seiner wissenschaftlichen Betrachtung einem Wandel, einhergehend mit dem Auffinden neuer Quellen.

Uns liegen heute zwei Arten von Quellen, den Ostrakismos betreffend, vor: Zum einen sind es schriftliche Zeugnisse und zum anderen archäologische Belege in Form von Tonscherben. Auf der Seite der schriftlichen Quellen ist besonders Aristoteles von Bedeutung. Der Ostrakismos findet sich in seinen Werken in der Athenaion Politeia (Arist. AP 22,1-8; 43,5) und seinen Ausführungen über Politik (Arist. Pol. 1284 a3-b25; 1302 b15-25) wieder. Er schildert die Einführung und das Verfahren des Ostrakismos und betrachtet seine Funktion theoretisch. Außerdem weiß er auch von ähnlichen Institutionen wie den Ostrakismos in anderen Poleis, die uns heute aber nicht mehr bekannt sind. Weiterhin wird das Scherbengericht bei Plutarch erwähnt. Er äußert sich zum Ablauf des Ostrakismos in der Biografie des Aristeides (Plut. Arist. 7), da dieser ein prominentes Verbannungsopfer war, und zur letzten Anwendung des Scherben- gerichts in den Biografien des Alkibiades (Plut. Alk. 13) und Nikias (Plut. Nik. 11). Zu bedenken gilt bei der Einschätzung über die Glaubwürdigkeit der Quellen, dass beide Autoren keine Zeitzeugen dessen waren, worüber sie uns berichten. Plutarch schrieb ungefähr 500 Jahre nach dem Bestehen des Ostrakismos und auch Aristoteles hatte beinahe 100 Jahre Abstand zum letzten Ostrakismos 416/15 v. Chr. Doch neben Aristoteles und Plutarch sind noch zwei fragmentarisch erhaltene Schriften zu berück- sichtigen. Es handelt sich dabei um Fragmente des Lokalhistorikers Philochoros und des Atthidographen Androtion. Die Ausführungen Androtions sind einzig in den Auf- zeichnungen des Grammatikers der römischen Kaiserzeit Harpokration überliefert.2 Androtion wird von den Forschern vor allem für die Datierung der Einführung des Os- trakismos zu Rate gezogen, da er von Aristoteles abweicht. Doch dazu soll im vierten Teil eine ausführlichere Betrachtung folgen. Philochoros hilft uns, wie auch Plutarch und Aristoteles, den Ablauf einer Ostrakophorie nachzuvollziehen. Eine weitere Quel- le ist eine spätbyzantinische Sammelhandschrift (Vatic. Graec. 1144 F.222 Nr. 213), die vor allem bei der Suche nach dem Begründer des Scherbengerichts und der institu- tionellen Verortung bedeutsam wird.3 Zwar findet der Ostrakismos auch noch in ande- ren Quellen Erwähnung, doch wird den beschriebenen Zeugnissen in der Forschung am meisten Beachtung geschenkt.

Eine grundlegende Betrachtung des Ostrakismos begann vor allem im italienischen Humanismus im 16. Jahrhundert. Schon damals sah man im athenischen Scherben- gericht ein Mittel zur Verhinderung innerstaatlicher Machtkämpfe. In den beiden fol- genden Jahrhunderten bis zur Publikation der Athenaion Politeia wurde der Schutz der jungen demokratischen Verfassung als Intention des Ostrakismos in Erwägung gezogen, ebenso wie seine negative Entwicklung, die zu seiner Abschaffung führte. Auch die Frage nach der Mindestanzahl der Abstimmenden rückte in den Fokus der Betrachtungen. Die Ausgrabung zahlreicher Ostraka war eine Bereicherung für die da- malige Ostrakismosforschung. Die Entdeckung der Athenaion Politeia brachte Klarheit in die Reihenfolge der Verbannungsopfer und Diskussion um die Urheberschaft des Verfahrens, die Kleisthenes nun in das Zentrum rückte. Zuvor wurde in Kleisthenes nicht der Urheber des Scherbengerichts gesehen, was zu großer Kritik an denen dem Aristoteles folgenden Historikern führte, da diesem, so die auch bis in die heutige Zeit noch formulierte Äußerung, ein unverhältnismäßig guter Leumund zugesprochen werde. Der nächste große Schritt in der Forschung kam mit dem Fund tausender Ton- scherben in den 1960er Jahren und dem Auffinden der vatikanischen Handschrift aus spätbyzantinischer Zeit, die von einem Übergang des Scherbengerichts von der Boule zur Ekklesia berichtet und Kleisthenes als Initiator des Gesetzes erwähnt.4 Mit diesen Quellenfunden bekam die Forschung neuen Schwung, der bis heute anhält.5 Dabei findet der Ostrakismos nicht nur in der Fachwissenschaft Interessierte, sondern bleibt auch in der populärwissenschaftlichen Literatur nicht unerwähnt.6

Es bleibt also festzuhalten, dass die in der Forschungsgeschichte aufgeworfenen Fragen nach dem Zweck des Ostrakismos und nach der Anzahl der notwendigerweise Abstimmenden sowie seiner Begründung trotz oder auf Grund des Quellenzuwachses in den Jahrhunderten der Forschung weiterhin nicht an Aktualität verloren haben. Ei- nig sind sich die Historiker hingegen, dass 487 v. Chr. der erste bezeugte Ostrakismos stattfand und dass das Verfahren mit der Verbannung des Hyperbolos sein Ende fand. Wenige Zweifel gibt es ebenso an der Art und Weise der Durchführung des Ostrakis- mos, wenn man von der Anzahl Abstimmenden absieht.

3. DAS FUNKTIONSPRINZIP DES OSTRAKISMOS

Im Folgenden soll die Funktionsweise des Ratsostrakismos und des Ostrakismos der Volksversammlung dargelegt werden. Dabei sind vor allem Aristoteles und Plutarch als Quellen heranzuziehen, die den Ablauf des Scherbengerichts in der Athenaion Politeia und den Biografien bekannter Römer und Griechen schildern.

In der sechsten Prytanie stimmten die Ratsmitglieder des Rates der Fünfhundert darüber ab, ob es zu einem einmal jährlich stattfindenden Ostrakismosentscheid kom- men soll (Arist. AP 43,5). Fand sich eine Mehrheit dafür, so wurde der eigentliche Ostrakismos in der achten Prytanie, etwa im März, ausgerichtet. Hierbei mussten sich wenigstens zweihundert Ratsmitglieder für die Durchführung des Scherbengerichts entscheiden. Allerdings ist ein Ratsostrakismos nie durchgeführt worden, da das Quo- rum von zweihundert befürwortenden Stimmen ausgesprochen hoch war und auch die politischen Umstände einen Ostrakismos anscheinend nicht notwendig machten, ebenso denkbar wäre sicherlich auch, dass uns schlicht kein derartiges Ereignis über- liefert ist.7 Wenn man davon ausgeht, dass der Ostrakismos von Kleisthenes unmittel- bar nach dem Sturz der Tyrannis der Peisistratiden um 510 v. Chr. eingeführt wurde, so wäre das Quorum von zweihundert Befürwortern ein Hinweis auf den von Solon eingeführten Rat der Vierhundert. Da dieser aber historisch nur schwer zu fassen ist, kann diese These nur im Spekulativen verbleiben. Verlegt man die Einführung in den Zeitraum der kleisthenischen Reformen, also um 508/07 v. Chr., stellt ein Quorum von zweihundert Stimmen auch im Rat der Fünfhundert, der deutlich besser zu verifizieren ist, eine immense Hürde dar.8 Auf Grund dieses Umstandes gibt Charlotte Schubert nicht unbegründet zu bedenken, dass der Rat womöglich deshalb keinen Ostrakismos abhalten ließ, weil er noch immer unter dem Einfluss der jahrelangen Tyrannis stand und sich der Demos noch nicht weit genug emanzipieren konnte. Ein Demokratiesie- rungsschub sollte erst mit dem Einfall der Perser in den griechischen Raum folgen.9 Später allerdings ging der Entscheid unter bislang nicht weiter bekannten Umständen auf den Demos und somit institutionell auf die Ekklesia über. Dies fällt mit dem ersten bezeugten Ostrakismos 487 v. Chr. zusammen. Dieser Punkt wird in Abschnitt vier erneut aufzugreifen sein, wenn es um die Datierung der Einführung des Scherbenge- richts geht, denn von nicht unerheblicher Bedeutung ist die institutionelle Verortung des Ostrakismos bei der Diskussion um die Einführung und erstmalige Durchführung. Da der Ratsostrakismos, wie bereits erwähnt, nicht zu einer uns bezeugten Anwen- dung kam, wenden wir uns nun dem Ablauf des Ostrakismos des Demos ab 487 v. Chr. zu: In der Zeit zwischen Veranlassung und Durchführung des vom Demos be- stimmten Scherbengerichts bot sich den Bürgern die Möglichkeit zur Diskussion, wer verbannt werden sollte. Eine feststehende Kandidatenliste gab es jedoch nicht. Am Tag der Abstimmung betraten die Bürger nach den zehn Phylen geordnet die Agora, und gaben ihre mit dem Namen des zu Verbannenden beschriftete Tonscherbe (Ostrakon) ab. Dieser Vorgang wurde von den Archonten und den Ratsmitgliedern überwacht.10 Die Agora war dabei mit Zäunen abgegrenzt (Plut. Arist. 7), damit keine Mehrfach- stimmabgaben und nicht zur Wahl zugelassene Bewohner, wie die Metöken, das Er- gebnis verfälschen konnten. Hier eröffnet sich, neben der Zweck- und Datierungsfra- ge, eines der umstrittensten Felder in der Betrachtung des Ostrakismos. Innerhalb der Forschung besteht eine rege Diskussion um das Quorum der Abstimmenden. Hierbei haben sich zwei etwa gleich starke Lager herausgebildet: Die einen Fachgelehrten ver- treten die Ansicht, dass mindestens 6000 Stimmen auf einen Bürger entfallen mussten, damit dieser in die Verbannung zu gehen hatte. Dazu wird auf den nur fragmentarisch überlieferten Text des Historikers Philochoros hingewiesen, dass „the man with the most votes and no fewer than 6000 was obliged […] to withdraw from the city for ten years“11. Allerdings rechtfertigen selbst die zahlreichen Scherbenfunde die Position nicht vollends, allenfalls wird sie in den Bereich des Möglichen gerückt.12 Die an- deren Forscher, denen auch ich mich anschließen möchte, befürworten ein Quorum von 6000 Stimmberechtigten. Das heißt, dass wenigstens 6000 athenische Bürger an der Abstimmung teilnehmen mussten, damit der Ostrakismos überhaupt zulässig war. Hierbei wird Plutarch in der Darstellung des Aristeides als Quelle bemüht. Plutarch schreibt im Zuge des Ostrakismos des Aristeides, „wenn die Abstimmenden weniger als sechstausend waren, dann war das Verfahren ungültig“ (Plut. Arist. 7). Hierfür spricht auch, dass üblicherweise der Besuch der Ekklesia von 6000 Bürgern als repräsentativ für die Gesamtheit der Bürger der Polis empfunden wurde.13 Auch Schubert, die zwar ähnlich wie andere Historiker mit Philochoros argumentiert, bezeichnet diese Besu- cherzahl in der Volksversammlung als repräsentativ für die gesamte Bürgerschaft. Sie sagt weiterhin, dass somit das gesamte Volk der Verbannung zustimmen musste.14 In dieser Konsequenz muss sich nun die Frage stellen, warum lediglich der Verbannung eines Einzelnen das gesamte Volk zuzustimmen habe, wenn für mindestens ebenso bedeutsame Beschlüsse, wie Entscheidungen über Krieg und Frieden, eine einfache Mehrheit ausreichte. Dieses überaus hohe Beteiligungsmaß erscheint unlogisch, da für keine andere Abstimmung ein solch hohes Quorum zu finden ist.

Derjenige, auf den die meisten Stimmen entfielen, musste Athen für zehn Jahre ver- lassen und durfte eine vorgeschriebene Bannmeile nicht überqueren. Es war vorgese- hen, nur einen Kandidaten innerhalb eines Jahres zu verbannen. Zur Vorbereitung sei- ner längeren Abwesenheit hatte der Gewählte zehn Tage Zeit. Zu den Besonderheiten des Ostrakismos gehört ferner, dass der Verbannte ohne Ehrverlust und mit allen Bür- gerrechten nach seiner Verbannung zurückkehren durfte; „the victim was not charged with any crime“15, was das Scherbengericht von der gerichtlichen Verbannungsstrafe unterschied.16 Auch hatte der Ostrakierte seine Besitztümer und deren Erträge nicht abzuführen.17 Sollte es dem Ostrakierten in den Sinn kommen, vor Ablauf der zehn- jährigen Frist zurückzukehren, hatte er mit einer Strafe zu rechnen, die sich zwischen Entzug aller Bürgerrechte und der Todesstrafe bewegen konnte. Insgesamt lassen sich sichere Beweise für neun erfolgreiche Abstimmungen finden, für sechs weitere gibt es Hinweise.18

An dieser Stelle möchte ich die Stimmscherben selbst nicht unerwähnt lassen. Im- merhin sind diese mit rund 11.000 Artefakten das beste und am zahlreichsten erhal- tene archäologische Zeugnis des Scherbengerichts.19 Sie wurden meist in Hortfunden auf der Akropolis, der Agora sowie im antiken Töpferviertel Athens (Kerameikos) in der Mitte des 19. Jahrhunderts und die größten Funde mit bis zu 8.500 Scherben in den 1960er Jahren entdeckt, was darauf schließen lässt, dass sie nach der erfolgten Abstim- mung gesammelt und entsorgt wurden. Dabei fanden sich diverse Formen und Grö- ßen der Ostraka. Die Abmaße reichen von Münzgröße bis zur Größe von Taschentü- chern. Die Bruchstücke stammen von Krügen, Geschirr und ähnlichen Gefäßen. Aber auch die runden Standfüße von Tassen sowie deren Henkel dienten als Stimmscherbe. Häufig ähneln sich die Handschriften der Beschriftungen, sodass davon auszugehen ist, dass nicht alle Bürger des Schreibens mächtig waren und ihnen jemand bei der Beschriftung half. Ebenso denkbar ist jedoch auch, dass die Anhänger eines Lagers bereits Stimmscherben vorbereitet hatten, um so Einfluss auf die Unentschlossenen zu nehmen. Auf die Scherben wurden die Namen der Kandidaten eingeritzt und oft zusätzlich noch der Vater- oder Demenname zur leichteren Zuordnung vermerkt. Es finden sich weiterhin auch Meinungsäußerungen auf den Ostraka wieder. Die Be- schaffenheit und Beschriftung der Scherben lässt Vermutungen über die Herkunft des Abstimmenden, seine soziale Stellung und den Bildungsstand zu. Dabei sind die Qua- lität des Tons, die Orthografie und die Bezeichnung des Kandidaten für die Forscher von Interesse.20

[...]


1 Bertelsmann Universallexikon. Hrsg. v. Lexikon-Institut Bertelsmann. Gütersloh 1990, S. 660.

2 Vgl. Donald Kagan: The Origin and Purposes of Ostracism. In: Hesperia 30 (1961), S. 394.

3 Vgl. Gustav Adolf Lehmann: Der Ostrakismosentscheid in Athen. Von Kleisthenes zur Ära des Themistokles. In: ZPE 41 (1981), S. 85f.

4 Vgl. Lehmann (1981), 85f.

5 Vgl. Peter Siewert: Ostrakismos-Testimonien. Die Zeugnisse antiker Autoren, der In- schriften und Ostraka über das athenische Scherbengericht aus vorhellenistischer Zeit (487-322 v. Chr.). Stuttgart 2002, S. 26-32.

6 Vgl. Karen Andersen: Namen, in Ton geritzt. In: Spiegel Special Geschichte 2 (2008), S. 76.

7 Vgl. Lehmann (1981), S. 91.

8 Vgl. Martin Dreher: Verbannung ohne Vergehen. Der Ostrakismos (das Scherbengericht). In: Große Prozesse im antiken Athen. Hrsg. v. Leonard Burckhardt, Jürgen von Ungern- Sternberg. München 2000, S. 67. sowie Develin, Robert: Cleisthenes and Ostracism: Precedents and Intentions. In: Antichthon 11 (1977), S. 11-18.

9 Vgl. Charlotte Schubert: Die Macht des Volkes und die Ohnmacht des Denkens. Studien

zum Verhältnis von Mentalität und Wissenschaft im 5. Jahrhundert v. Chr. Stuttgart 1993, S. 21.

10 Vgl. Stefan Brenne: Ostrakismos und Prominenz in Athen. Wien 2001, S. 22f.

11 Mabel L. Lang: Ostraka. The Athenian Agora XXV. New Jersey 1990, S. 1.

12 Vgl. Dreher (2000), S. 69.

13 Vgl. Jochen Bleicken: Die athenische Demokratie. 4. Aufl. Wien/München u. a. 1995, S. 191.

14 Vgl. Schubert (1993), S. 21.

15 Jennifer T. Roberts: Accountability in Athenian Government. Madison 1982, S. 142f.

16 Vgl. Dreher (2000), S. 76.

17 Vgl. Roberts (1982), S. 142f. Sowie Sara Forsdyke: Exile, Ostracism, and Democracy. The Politics of Expulsion in Ancient Greece. Princton/Oxford 1967, 146f.

18 Vgl. Dreher (2000), S. 73.

19 Zu den Ostraka liefern ausführliche Informationen: Siewert (2002). sowie Lang (1990). und Brenne (2000). Eine kurze Einführung zum Ostrakismos und ein Einblick in die Arbeit um die Kerameikos-Ausgrabungen gibt Stefan Brenne auch im Internet auf der Institutsseite für Klassische Archäologie der Universitär Gießen unter: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb04/institute/altertum/klassarch/forschung/ein- zelforschungen/die-ostraka-der-kerameikosgrabung-in-athen (abgerufen Juni 2008)

20 Vgl. Dreher (2000), S. 69-71. sowie Brenne (2001), S 28f.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
28
Katalognummer
V162718
ISBN (eBook)
9783640768585
ISBN (Buch)
9783640769032
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Ostrakismos, Demokratie, Athen, Griechenland, Attika, 5. Jahrundert, Kleisthenes, Perikles, Thukydides, Antike, Scherbengericht, athenische, Thema Attische Demokratie, Konstruktives Misstrauensvotum, origin of democracy, ancient greece, ostracism
Arbeit zitieren
Thomas von Pluto-Prondzinski (Autor), 2008, Die Bedeutung des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162718

Kommentare

  • Olivia Sievers am 3.12.2010

    Hallo, ich spiele mit dem Gedanken eine Hausarbeit hier zum ersten Mal zu veröffentlichen. Mir ist gerade bei Ihnen aufgefallen, dass Sie persönliche Daten wie Matrikelnummer, Mobil usw. auf dem Deckblatt Ihrer Arbeit belassen haben. Wie wird das denn von den meisten hier gehandhabt? Ich habe diese Daten bei mir gelöscht, auch den Namen vom Prüfer und Betreuer meiner Arbeit.. Danke für eine Antwort im Voraus! Olivia Sievers

  • Hallo, vielen Dank für den Hinweis. Das hätte nicht passieren sollen. Ich werde mich nun an die Redaktion wenden, um die Daten löschen zu lassen.

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