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Die Figur Moosbrugger in Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften"

Título: Die Figur Moosbrugger in Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften"

Trabajo de Seminario , 2010 , 23 Páginas , Calificación: 1.3

Autor:in: Claudia Spiridon (Autor)

Didáctica de la asignatura Alemán - Literatura, Obras
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Robert Musils Modernität besteht weniger in der Oberfläche seines Romans, als in der Tiefstruktur seines Werkes. Wie er die literarischen Figuren konstruiert, oder wie er seine Konzeption vom Funktionieren der Geschichte umsetzt, zeigt die Komplexität
seiner dargestellten Welt. In seinem umfangreichen Werk, Der Mann ohne Eigenschaften, führt Robert Musil eine sehr kontroverse Figur ein- Moosbrugger, der Prostituiertenmörder. Das Moosbruggerproblem steht „unter dem dreifachen Gesichtspunkt der Zurechnungsfähigkeit, des Alleinseins der Individualität und der Schwierigkeit der
Querschnitte.“ Ziel meiner Arbeit ist, diese Figur einer textnahen Analyse zu unterziehen und damit verschiedene Sichtpunkte, die in der Sekundärliteratur vertreten sind, in den Vordergrund zu bringen- Fred Lönker und Robert Krause bestimmen die Zentralpositionen, mit denen ich mich auseinandersetzen werde. Indem ich das Verhältnis von Sprache, Ordnung und Gewalt darstelle, möchte ich Wirklichkeitsauflösung, Identitätsverlust und Gewalt als Phänomene präsentiert, die Ordnung und Sinn rekonstruieren. An einer textnahen Untersuchung des Kapitels Heimweg, möchte ich anschließen, dass der einheitliche Zustand zwischen Innen und Außenwelt, den Ulrich begehrt, nur im Falle der Geisteskrankheit erreicht werden kann. Geisteskrankheit soll demzufolge nicht einem pathologischen Verhalten entsprechen, sondern soll als Versuch, der modernen Sinnkrise zu entkommen, wahrgenommen werden Zunächst möchte ich Moosbruggers Aufkommen kurz skizzieren und erst danach auf die Ordnungsproblematik eingehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellung der Figur

2.1.Die Debatte über die Zurechnungsfähigkeit des Mörders

2.1.1 Symptome der Geisteskrankheit: Stimmen und Halluzinationen

3.Das Stiften der Ordnung

3.1 Das Verhältnis von Sprache und Gewalt

3.2 Innen und Außenwelt

3.3 Der Mord

3.3.1 Körpererfahrung und Identitätsverlust

4. Ulrichs Verständnis für den Mord

5. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur des Moosbrugger in Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" unter Berücksichtigung von Sprach- und Ordnungsproblematiken. Ziel ist es, mittels einer textnahen Analyse aufzuzeigen, wie Moosbrugger durch Gewalt versucht, der modernen Sinnkrise zu entkommen und seine eigene Wirklichkeit zu konstituieren, wobei auch die Analogie zur Hauptfigur Ulrich beleuchtet wird.

  • Die kontroverse Figur des Moosbrugger im Kontext der Zurechnungsfähigkeit
  • Die Verknüpfung von Sprache, Ordnung und physischer Gewalt
  • Das Phänomen des Identitätsverlusts und die Auflösung von Innen- und Außenwelt
  • Die theoretische Auseinandersetzung mit Musils Begriffen des ratioiden und nicht-ratioiden Erkennens
  • Der Vergleich zwischen Moosbruggers Wahnzuständen und Ulrichs Identitätssuche

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Mord

Moosbrugger wird in der Nähe von Frauen sehr unruhig. Weil er die Frauen immer nur sehen und nicht auch berühren konnte, „schlägt sein natürliches Begehren ins Unnatürliche um.“ Für ihn bestimmt die Frau eine Bedrohung, weil sie „eine Betrügerin (ist), die den Mann heimlich auslacht, während sie ihn schwächt und ihm ihr Theater vormacht, wenn sie nicht noch viel Schlimmeres ihm in ihrer Gewissenlosigkeit antut!“

Moosbruggers erster Versuch einer Frau Avancen zu machen, hat in seiner Jugend drastische Folgen gehabt- er wurde von seinem Meister geschlagen. Von da an, glaubt Moosbrugger, dass hinter jeder Frau ein Mann steht: „„Frauen sind Frauen und Männer; weil die ihnen nachrennen.“ Da er davon ausgeht, dass ihn die Frauen verletzen würden, versucht er sie zu meiden. Wie auch in der Mordnacht der Fall gewesen ist, hat sich Moosbrugger bemüht, dem Mädchen aus dem Weg zu gehen:

„(er) wies sie ab und beschleunigte seinen Gang; aber sie bettelte, daß er sie mit nach Haus nehmen möge. Moosbrugger ging; gradaus, um die Ecke, schließlich hilflos hin und her; er machte große Schritte, und sie lief neben ihm.“

Da es ihm nicht gelungen ist, das Mädchen abzuweisen, wurde er in die Enge getrieben. Er fühlt sich bedroht und sieht als letzter Ausweg, sich durch Gewalt zu behaupten: „Er zog sie hinter sich drein, das war es.“ Moosbrugger ist seiner Handlung nicht bewusst. Er ermordet, weil er sich in Gefahr fühlt, daher wird seine Tat zur „Zwangshandlung.“ Hätte Moosbrugger erkannt, dass er selbst ist, der sich verfolgt sieht und aggressiv wird, dann hätte er sich nicht gewaltig eingesetzt. Seine Besinnung wird aber durch Gewalt ersetzt:

„Da erkannte er, daß er niemals von ihr loskommen werde, weil er es selbst war, der sie hinter sich herzog. Ein weinerlicher Ekel füllte seinen Hals aus. Er ging, und das, halb hinter ihm, war wiederum er.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Figur Moosbrugger ein und definiert das Ziel der Arbeit, diese durch eine textnahe Analyse im Kontext von Sprache, Ordnung und Gewalt zu untersuchen.

2. Vorstellung der Figur: In diesem Kapitel wird Moosbrugger als ambivalente Gestalt eingeführt, deren äußere Erscheinung in krassem Gegensatz zu ihren Taten steht, was die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit aufwirft.

2.1.Die Debatte über die Zurechnungsfähigkeit des Mörders: Dieses Kapitel thematisiert die juristische und psychiatrische Auseinandersetzung mit Moosbrugger, wobei Moosbruggers eigene Ablehnung der psychiatrischen Diagnose im Zentrum steht.

2.1.1 Symptome der Geisteskrankheit: Stimmen und Halluzinationen: Hier werden Moosbruggers Wahnzustände als Sinn stiftende Phänomene interpretiert, die er als Teil seiner eigenen Realitätslogik aufwertet.

3.Das Stiften der Ordnung: Dieses Kapitel erläutert, wie Ordnung als subjektiver Begriff fungiert und wie das Versagen der Sprache zu einer Verwandlung der Selbst- und Weltwahrnehmung bei Moosbrugger führt.

3.1 Das Verhältnis von Sprache und Gewalt: Hier wird untersucht, wie Moosbrugger versucht, seine sprachliche Unfähigkeit und die daraus resultierende Desorientierung durch Gewalt zu kompensieren.

3.2 Innen und Außenwelt: Das Kapitel befasst sich mit der Auflösung der Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt bei Moosbrugger und der damit verbundenen Verschmelzung der Identität.

3.3 Der Mord: Der Mord wird hier als extremer Akt interpretiert, in dem sich Moosbruggers Welt auflöst und er versucht, äußere Wirklichkeit in seinen Innenraum zu integrieren.

3.3.1 Körpererfahrung und Identitätsverlust: In diesem Abschnitt wird die körperliche Dimension des Identitätsverlusts während des Mordes und die damit einhergehende Dissoziation beleuchtet.

4. Ulrichs Verständnis für den Mord: Dieses Kapitel stellt die Analogie zwischen Moosbrugger und der Hauptfigur Ulrich her, um zu zeigen, dass beide unter dem Verlust von Ordnung und Sinn leiden.

5. Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und argumentiert, dass Moosbruggers Geisteskrankheit als Versuch der Sinnproduktion verstanden werden sollte, der durch den medizinischen Diskurs unterdrückt wird.

Schlüsselwörter

Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Moosbrugger, Zurechnungsfähigkeit, Ordnung, Sprache, Gewalt, Identitätsverlust, Wahnsinn, Moderne Sinnkrise, Innen- und Außenwelt, Ulrich, Körpererfahrung, Psychopathologie, Anthropologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Figur des Moosbrugger in Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" und untersucht deren Funktion im Hinblick auf Fragen von Ordnung, Sprache und Identität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Problematik der Zurechnungsfähigkeit, die Beziehung zwischen Sprachdefiziten und Gewalt sowie das Auflösen der Trennung von Innen- und Außenwelt im Kontext des Wahnsinns.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, Moosbruggers Handlungen nicht bloß pathologisch zu erfassen, sondern als Versuch zu verstehen, der modernen Sinnkrise durch die Rekonstruktion einer subjektiven Ordnung zu entkommen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine textnahe Analyse durchgeführt, die sich kritisch mit der existierenden Sekundärliteratur (insb. Fred Lönker und Robert Krause) auseinandersetzt.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Figur, die Analyse ihres Sprachverhältnisses, die Untersuchung der Innen- und Außenwelt-Problematik und die Deutung der Mordtat als Sinn stiftender Akt.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Typische Begriffe sind "Wirklichkeitsauflösung", "Identitätsverlust", "Gewalt als Sprache", "Modernität" und "Sinnkrise".

Inwiefern wird die Hauptfigur Ulrich mit Moosbrugger in Beziehung gesetzt?

Ulrich dient als Analogie; beide Figuren leiden unter dem Gefühl der Ortlosigkeit und der Unfähigkeit, in der konventionellen erzählerischen Ordnung der Welt ihren Platz zu finden.

Warum wird der Mord durch Moosbrugger in der Arbeit nicht nur als krimineller Akt gesehen?

Die Arbeit interpretiert den Mord als ein Ereignis, durch das Moosbrugger versucht, seine durch das semantische Chaos zerstörte Weltordnung wiederherzustellen und zu einer Einheit zu gelangen.

Welche Rolle spielt die Sprache im Verständnis von Moosbruggers Tat?

Die Sprache wird als ordnungsstiftendes Instrument gesehen. Da Moosbrugger die Sprache nicht effektiv zur Kommunikation nutzen kann, fungiert die physische Gewalt für ihn als Ersatzmedium, um die Welt zu "bändigen".

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Figur Moosbrugger in Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften"
Universidad
University of Freiburg  (Neure Deutsche Literatur Kultur und Medien)
Curso
Literatur Korper Sinn
Calificación
1.3
Autor
Claudia Spiridon (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
23
No. de catálogo
V162748
ISBN (Ebook)
9783640764907
ISBN (Libro)
9783640765171
Idioma
Alemán
Etiqueta
Figur Moosbrugger Robert Musils Mann Eigenschaften
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Claudia Spiridon (Autor), 2010, Die Figur Moosbrugger in Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162748
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