Georg Christoph Lichtenberg - Biografie und Brieftheorie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Biografischesüber Georg Christoph Lichtenberg
2.1. Kindheit und Jugend
2.2. Studium in Göttingen
2.3. Englandreisen
2.4. Leben, Arbeiten und Werk in Göttingen
2.5. Lebensabend

3. Die Textsorte “Brief”
3.1. Der Brief als sprachliches Handlungsmuster
3.2. Direkte und indirekte Kommunikationsform
3.2.1. Direkte Kommunikationsform
3.2.2. Indirekte Kommunikationsform am Beispiel des Briefes
3.3. Der Brief im Allgemeinen, der Privatbrief im Speziellen

4. Ein lichtenbergsches Gedankenexperiment zum Thema Brief
4.1. Zeitliche Einordnung
4.2. Inhaltlich / Thematisch

5. Resümee

6. Anhang

7. Quellen

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Georg Christoph Lichtenberg - Diskussion ausgewählter Briefe im Kontext von Leben und Werk”, betreut und geleitet durch Uni-Prof. Drxxx, habe ich mich innerhalb dieser vorliegenden Ausarbeitung näher mit dem im Seminartitel erwähnten Aspekt des Briefes befasst.

Die folgenden Seiten gliedern sich dabei wie folgt:über eine biografische Annäherung an Lichtenberg, möchte ich zu dem Brief an sich und dem Privatbrief im Speziellen kommen, um schließlich Lichtenbergs „Brieftheorie“ anhand eines von ihm verfassten Metatextesüber Merkmale eines Briefes darzulegen. Mit einem abschließenden Resümee endet diese Ausarbeitung.

2. Biografischesüber Georg Christoph Lichtenberg

2.1. Kindheit und Jugend

Der spätere Physiker, Philosoph und Literat Lichtenberg, am 1. Juli 1742 in Oberramstadt bei Darmstadt geboren1, war sowohl zu Lebzeiten als auch weit nach seinem Tod bis heute einer der bedeutendsten Denker der deutschen Aufklärung des 18. Jahrhunderts.

Als mit Abstand jüngstes Kind des Pfarrers Johann Conrad Lichtenberg, ein vielseitig begabter und aktiver Mann, als Architekt, Bauherr, Komponist und Dichter tätig, und seiner Frau Henriette Catharina, wuchs er aufgrund des großen Altersunterschieds „ohne geschwisterliche Spielgefährten auf”2. Seine Kindheit war durch die Familiengesinnung naturwissenschaftlichen Anregungen und astronomischen Inhalten, besonders von Seiten des Vaters, beeinflusst und gefördert worden.

Bevor Lichtenberg mit samt seiner Familie 1745 nach Darmstadtübersiedelte, wurde er von seinem Vater und einem Hauslehrer unterrichtet. In Darmstadt besuchte er somit zum ersten Mal eine Regelschule.

Durch eine Rachitis, „eine Erkrankung des wachsenden Knochens mit gestörter Mineralisation der Knochen und Desorganisation der Wachstumsfugen bei Kindern”3, kam es bei Lichtenberg zu einer „starken Seitenausbiegung der Brustwirbelsäule”4 und der dadurch bedingten Kleinwüchsigkeit „durch Rumpfverkürzung und damit zu einer relativenüberlänge der Gliedmaßen”5, die ihn Zeit seines Lebens begleiteten, psychisch beschäftigten und einschränkten und gesundheitlich sensibilisierten.

1751 starb sein Vater und die Familie musste mit einem beschränkten Einkommen auskommen, welches lediglich für das Studium der älteren Brüder genügte. Damit Lichtenberg nach dem Abschluss des Darmstädter Pädagogiums, 1761, ein universitäres Studium auf sich nehmen konnte, schrieb seine Mutter „ein Gesuch an den Landgrafen Ludwig VIII von Hessen >>mit Bitte um Unterstützung für das Studium ihres jüngsten Sohnes<<“6. In der Interimszeit beschäftigte sich Lichtenberg autodidaktisch mit Problemen der Mathematik, der allgemeinen Naturwissenschaft, der Astronomie, des wissenschaftlichen Denkens und schrieb seine ersten Gedichte.

2.2. Studium in Göttingen

Seine Studienjahre in der damals modernsten und liberalsten Universitätsstadt Göttingen, von 1763 bis 1767, waren von Einflüssen auf wissenschaftlicher aber auch auf privat-freundschaftlicher Ebene stark geprägt. Er besuchte neben den obligatorischen Vorlesungen in Mathematik und Physik, Seminare der Historik, der Astronomie, der Philosophie und der Theologie.

Bereits zu Beginn seiner Studienzeit hielt er Bemerkungen und Beobachtungenüber ausgewählte Gegenstände oder Ereignisse schriftlich in einem Heft fest, dem sogenannten „Sudelbuch”7. Die chronologielosen Gedankenbücher beinhalteten Ideen und Anregungen für Schriften, Skizzen für nie geschriebene Romane, private Eindrücke und stillschweigende Einstellungen Lichtenbergs. Diese Angewohnheit, nicht für dieöffentlichkeit bestimmt und erst nach seinem Tod entdeckt, behielt er bis zu seinem Lebensende bei.

Ein Jahr nach der Aufnahme des Studiums in Göttingen starb seine Mutter, „an die ich nie ohne Thränen gedencke“8. Damit brach für ihn die finanzielle Unterstützung weg und er war auf kleine Nebenerwerbe angewiesen.

2.3. Englandreisen

Nach sechs Jahren Studienzeit in Göttingen wurde Lichtenberg der Vorschlag unterbreitet, in sein hessisches Heimatland zurückzukehren, um als Professor für Mathematik an der Landesuniversität Gießen zu arbeiten.9 Dieses Angebot schlug er jedoch aus, da er die Möglichkeit in Aussicht gestellt bekam, den Sohn eines englischen Admirals zu unterrichten und somit nach England zu kommen. Lichtenberg bekam 2-jährigen Urlaub und wurde zum „zweiten Professor der Mathematik und zumöffentlichen Lehrer der englischen Sprache an der Universität Gießen”10 ernannt.

1770 kehrte er mit seinem Schüler zurück nach Göttingen. Von seinen Verpflichtungen gegenüber der Universität Gießen wurde er 1771 entbunden. Sein Leben und Handeln war nun eng an die Universität Göttingen geknüpft. Er beschäftigte sich mit Mathematik, Mechanik und Astronomie.

Die zweite Englandreise, 1774, trat er ohne eine bestimmte Aufgabe an. Er kam als anerkannter junger Gelehrter nach London und strebte danach „alles Sehens- und Wissenswerte kennenzulernen“11. „Die reichen Eindrücke, die er auf dieser Reise empfing, sind >>kaum für einen Brief<<“12. Lichtenberg suchte die Gespräche, machte Himmelsbeobachtungen mit den bedeutendsten Englischen Naturwissenschaftlern und knüpfte somit wichtige Kontakte.

Seine privatesten und intimsten Gedanken vertraute er in Briefen seinem Freund aus der Heimat an, dem Verleger Johann Christian Dieterich, den er bereits vor seiner ersten Englandreise kennenlernte.

Über seine zweite Englandreise schreibt Lichtenberg selbst: „Dieses eine Jahr war eine Vorbereitung des tieferen Studiums der politischen gesellschaftlichen Wirklichkeit und der Aufnahme des progressiven Gedankenguts der Wissenschaft, der Philosophie und der Kunst“13. Aus dieser Reise und den damit verbundenen Eindrücken und Erfahrungen schöpfte Lichtenberg in den folgenden Jahren immer wieder.

2.4. Leben, Arbeiten und Werk in Göttingen

Zurück in Göttingen, 1775, widmete er sich wissenschaftlich vordergründlich der Experimentalphysik und der Elektrizität. Er entdeckte elektrische Figuren, „Lichtenbergsche Figuren“ genannt, „die bei Entladungen von Hochspannungen auf der Oberfläche eines isolierenden Gegenstandes entstehen können“14. Im selben Jahr lernte er, mit 35 Jahren, die 11-jährige Maria Dorothea Stechard, Tochter eines Leinewebers15, kennen und nahm sie in seinen Haushalt auf. Dieses Verhältnis wollte er, außer vor seinen Freunden, verheimlichen.

[...]


1 vgl. Goetz, 1984, S.8

2 vgl. Goetz, 1984, S.10

3 vgl. http://www.gesundheit-medizin.ch/Rachitis.html?Rachitis

4 vgl. Gravenkamp, 1992, S.387

5 vgl. Gravenkamp, 1992, S.387

6 vgl. Goetz, 1984, S.16

7 vgl. Goetz, 1984, S.26

8 vgl. Heuser, 1992, S.204

9 vgl. Goetz, 1984, S.29

10 vgl. Goetz, 1984, S.29

11 vgl. Goetz, 1984, S.34

12 vgl. Goetz, 1984, S.37

13 vgl. Goetz, 1984, S.41/42

14 vgl. http://www.literaturatlas.de/~lc12/staubfig.html

15 vgl. Mautner, 1968, S.166/167

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Georg Christoph Lichtenberg - Biografie und Brieftheorie
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Georg Christoph Lichtenberg - Diskussion ausgewählter Briefe im Kontext von Leben und Werk
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V162813
ISBN (eBook)
9783640803996
ISBN (Buch)
9783640803903
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lichtenberg, Brieftheorie
Arbeit zitieren
Yvonne Preuth (Autor:in), 2009, Georg Christoph Lichtenberg - Biografie und Brieftheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162813

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