Die vorliegende Arbeit soll sich mit einigen Mythen des amerikanischen Westens befassen und konzentriert sich nur auf ausgewählte Beispiele. Deswegen kann in dieser Abhandlung nicht der Anspruch auf Vollständigkeit geltend gemacht werden, weil es den Rahmen der Arbeit deutlich sprengen würde. Besonders soll sich mit dem so genannten „Wilden Westen“ und den Mythen der nordamerikanischen Indianer befasst werden, obwohl auch hier schon zu sagen ist, dass gerade diese beiden Themenbereiche allein mehrere Bücher füllen könnten und deswegen auch hier nur exemplarisch durchgenommen werden können.
Schon in der griechischen Antike bildeten die Mythen Homers, mit dem hierarchisch gegliederten Götterstaat, die Grundlage der Glaubensvorstellung im antiken Griechenland . Diese Mythenbildung zeigt schon deutlich, dass die vorhandenen Akteure weit über dem normalen Bürger stehen und auch weitreichendere Fähigkeiten haben. Auch in den modernen Western sind die Cowboys sehr eigenwillig dargestellt.
Mythen sind aber mehr als nur bunt ausgeschmückte Erzählungen, bei denen man den Wahrheitsgehalt bezweifeln kann. Mythen, Legenden und Sagen wurden schon in der Geschichte und werden noch in der Gegenwart genutzt, sei es, um die eigenen Truppen in der Schlacht moralisch mit den Mythen zu unterstützen oder zum Beispiel, um der Gesellschaft einen romantischen Eindruck des „Wilden Westen“ zu vermitteln. Gerade die Filmindustrie profitiert noch heute von der Mythenbildung des „wilden“ amerikanischen Westens.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Wilde Westen
2.1. Das romantische Bild der Cowboys
2.2. Die „frontier“-Mythologie
2.3. Buffalo Bill und Sitting Bull
3. Mythen der amerikanischen Ureinwohner
3.1. Der Koyote in den indianischen Mythen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse verschiedener Mythenbildungen rund um den amerikanischen Westen und die nordamerikanischen Ureinwohner, um deren Entstehung, kulturelle Bedeutung und die Vermittlung von Idealbildern zu untersuchen.
- Definition und Funktion von Mythen und Legenden
- Entwicklung des „Wilden Westens“ als kultureller Mythos
- Rolle von Heldenfiguren wie Buffalo Bill und Sitting Bull
- Die „frontier“-Mythologie und ihre Auswirkungen auf das Gesellschaftsbild
- Der Koyote als zentrale mythologische Figur in den Erzählungen der Ureinwohner
Auszug aus dem Buch
2.1. Das romantische Bild der Cowboys
Die klassische Vorstellung eines amerikanischen Cowboys finden wir in der Gegenwart in vielen Bereichen des Lebens. Ob es der Marlboro-Mann ist, welcher einsam durch die Weiten des amerikanischen Westens reitet, oder die Medien, welche uns in der Werbung oder in Film und Fernsehen die Cowboys näher bringen wollen.
Das Bild des auf seinem Pferd, mitten in der schönsten Landschaft Amerikas, in den Sonnenuntergang reitenden Mann, soll seinem Betrachter vor allem das Gefühl von Freiheit vermitteln. Das Bild der Wildnis in der sich der Cowboy bewegt soll dabei sowohl die Gefahr darstellen, in die sich der Cowboy begeben könnte, als auch die Schönheit der Landschaft und der Natur unterstreichen. Dadurch wird dem Betrachter eine Welt weit außerhalb der Großstadt gezeigt, die durchaus auch abseits von Autolärm, Handys und Computer seinen gewissen Reiz hat. Dies ist das typische Bild des amerikanischen Westens, weitab von der Geschichte der Besiedelung oder allgemein von historischen Fakten. Gerade in der heutigen Zeit wirken diese Bilder und Vorstellungen jedoch äußerst wirksam auf die Menschen. Denn in all dem Stress der Gegenwart kommt dem romantischen Bild eines einsamen Mannes mitten in der Wildnis, in völliger Ruhe und weit entfernt von jeglicher Zivilisation, sehr viel Bedeutung hinzu. Besonders der Einklang mit der Natur und die Abgeschiedenheit von jeglicher Technik und Kommunikation, stellt in der hektischen gegenwärtigen Situation ein Wunschtraum vieler Menschen dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff „Mythos“ anhand wissenschaftlicher Definitionen und führt in die Thematik der Mythen des amerikanischen Westens und der Ureinwohner ein.
2. Der Wilde Westen: Hier werden die historische Besiedlung des amerikanischen Westens sowie die Entstehung romantischer Mythen und Ideale, wie sie in den Medien und der Literatur verbreitet wurden, analysiert.
2.1. Das romantische Bild der Cowboys: Das Kapitel untersucht die kulturelle Stilisierung des Cowboys als einsame Heldenfigur und deren Bedeutung als Gegenentwurf zur modernen, technisierten Gesellschaft.
2.2. Die „frontier“-Mythologie: Es wird die Bedeutung der „Frontier“ als kulturelle Grenze und nationaler Gründungsmythos erläutert, der historische Fakten auf eine emotionale Ebene hebt.
2.3. Buffalo Bill und Sitting Bull: Dieses Kapitel vergleicht die Biografien und die unterschiedliche mediale Inszenierung dieser beiden historischen Persönlichkeiten des Wilden Westens.
3. Mythen der amerikanischen Ureinwohner: Hier steht die Weltsicht der amerikanischen Ureinwohner im Fokus, die ihre Geschichte und den Ursprung des Lebens durch Mythen ausdrücken.
3.1. Der Koyote in den indianischen Mythen: Diese Sektion befasst sich speziell mit der Figur des Koyoten als trickreiche und schöpferische Gestalt in den Legenden der Ureinwohner.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert erneut über den Stellenwert von Mythen als literarisches Kulturgut, das trotz historischer Ungenauigkeiten zur Identitätsbildung beiträgt.
Schlüsselwörter
Mythos, Wilder Westen, Cowboy, frontier-Mythologie, Ureinwohner, Sitting Bull, Buffalo Bill, Koyote, Identität, Gründungsmythos, Legende, Trickser, Wild West Show, Amerika, Kulturgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Mythenbildung rund um den amerikanischen Westen und die Kultur der nordamerikanischen Ureinwohner sowie deren Bedeutung für das kulturelle Selbstverständnis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Besiedlung Amerikas, die Konstruktion von Heldenbildern, die „frontier“-Mythologie und die mythologischen Erzählungen der Ureinwohner.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Einblick in die Entstehung und Aufrechterhaltung der Mythen des amerikanischen Westens zu geben und zu zeigen, wie diese Mythen das Bild von Geschichte und Identität beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der historische Zusammenhänge und mythologische Überlieferungen anhand von Fachliteratur untersucht und interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Besiedlung, die Rolle von Buffalo Bill und Sitting Bull, die Bedeutung der „frontier“-Mythologie und die spezifische mythologische Rolle des Koyoten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mythos, Wilder Westen, frontier-Mythologie, Ureinwohner, Cowboy und Identität.
Inwiefern unterscheidet sich die Rolle des Koyoten von europäischen Trickser-Figuren?
Im Gegensatz zu europäischen Figuren wie Till Eulenspiegel, die oft menschlich auftreten, erscheint der Koyote in den Mythen der Ureinwohner meist als Tier oder als Mensch in Tiergestalt.
Welche Bedeutung hatte die Wild West Show für die Mythenbildung?
Die Shows von Buffalo Bill trugen maßgeblich zur kommerziellen Kommerzialisierung und globalen Verbreitung eines romantisierten, oft erfundenen Bildes des amerikanischen Westens bei.
- Quote paper
- Robert Schneider (Author), 2010, Mythen des westlichen Nordamerika und ihr historischer Hintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162820