Elisabeth Charlotte, Prinzessin von der Pfalz, genannt Liselotte von der Pfalz (*27.Mai 1652 in Heidelberg; + 8.Dezember 1722 in Saint Cloud bei Paris), war Herzogin von Orléans sowie Schwägerin König Ludwig XIV. von Frankreich. Ihr offizieller Titel lautete fortan "Madame".
Historische und literarische Bedeutung erlangte sie insbesondere durch ihren umfangreichen Briefwechsel. Die Schätzung geht dahin, dass Liselotte etwa 60.000 Briefe in ihrem Leben verfasst hat, davon 2/3 in deutscher und 1/3 in französischer Sprache.Rund 5000 Briefe sind heute noch erhalten. Die Mehrzahl davon entstand in den 51 Jahren Madames am französischen Hof.
Inhaltsverzeichnis
Liselotte von der Pfalz und der Hof von Versailles
„Madame sein ist ein ellendes Handwerck“
Szene 1
Szene 2
Szene 3
Szene 4
Szene 5
Szene 6
Szene 7
Szene 8
Szene 9
Szene 10
Szene 11
Szene 12
Szene 13
Szene 14
Szene 15
Szene 16
Szene 17
Szene 18
Szene 19
Szene 20
Szene 21
Szene 22
Szene 23
Szene 24
Szene 25
Szene 26
Szene 27
Szene 28
Szene 29
Szene 30
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Szene 32
Szene 33
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Szene 39
Szene 40
Szene 41
Szene 42
Szene 43
Szene 44
Szene 45
Szene 46
Szene 47
Szene 48
Szene 49
Szene 50
Szene 51
Szene 52
Szene 53
Szene 54
Szene 55
Szene 56
Szene 57
Szene 58
Szene 59
Szene 60
Szene 61
Szene 62
Zielsetzung & Themen
Dieses Werk zeichnet das Leben von Elisabeth-Charlotte, Herzogin von Orléans (Liselotte von der Pfalz), in einer biografischen Szenenabfolge nach und thematisiert ihre Rolle als pfälzische Prinzessin am französischen Hof von Versailles sowie ihren langjährigen Briefwechsel, der ihre persönliche Sicht auf historische Ereignisse und ihr Leben am Hof widerspiegelt.
- Die Kindheit und Erziehung am Heidelberger Hof
- Die politische Eheverbindung zwischen der Pfalz und Frankreich
- Das Leben am Hof von Versailles unter Ludwig XIV.
- Persönliche Auseinandersetzungen und die Rolle des Briefschreibens
- Historische Konflikte, wie der Pfälzische Erbfolgekrieg
Auszug aus dem Buch
Szene 13
Monsieur begibt sich, wie immer, mit einem Rosenkranz (mit vielen Medaillen behängt) ins Bett, den er anbetet, ehe er einschläft. Nach Beendigung seines Gebets wundert sich Madame, die neben ihm liegt, über deutlich hörbares, plötzliches Gerassel. Monsieur führt den Rosenkranz unter der Decke herum. Madame spricht Monsieur mit folgenden Worten darauf an: „Dieu me le pardonne, mais je soupconne que Vous faites promener vos réliques et vos images de la Vierge dans un Pays qui lui est inconnù [Gott möge mir verzeihen, aber ich glaube, Ihr führt Eure Reliquien und Marienbildchen in einem Land spazieren, das ihnen unbekannt ist].“ Monsieur antwortet: „Taisés Vous, dormés, Vous ne savez ce que Vous dites [Schweigt und schlaft; Ihr wisst nicht, was Ihr da redet]“. Monsieur fügt lachend hinzu: „Vous, qui avez été Huguenotte, Vous ne savez pas le pouvoir des réliques et des images de la sainte Vierge. Elles garantissent de tout mal les parties qu’on en frotte [Ihr als ehemalige Hugenottin wisst nichts von der Macht der Reliquien und Marienbilder. Sie bewahren die Körperteile, über die man damit reibt, vor allem Übel].“ Madame entgegnet: „Je Vous demande Pardon Monsieur mais Vous ne me parsuaderez point, que c’est honorer la Vierge, que de promener son image sur le parties déstinées á òter la virginité [Verzeiht mir, Monsieur, aber Ihr könnt mir nicht weismachen, dass man die Jungfrau dadurch ehrt, dass man mit ihrem Bild über die Körperteile streicht, die dazu bestimmt sind, die Jungfräulichkeit zu rauben].“ Monsieur, immer noch lachend, sagt zu Madame: „Je Vous pries ne le dites à personne [Ich bitte Euch, erzählt niemandem etwas davon].“
Zusammenfassung der Kapitel
Szene 1-5: Diese Kapitel behandeln die frühen Jahre der Prinzessin Elisabeth-Charlotte von ihrer Hochzeit mit dem Kurfürsten Friedrich V. über ihre Kindheit in Heidelberg bis hin zur ersten großen Reise nach Hannover.
Szene 6-9: Hier werden prägende Begegnungen im Haag, ein traumatisches Feuerunglück während einer Reise und die Rückkehr der nun elfjährigen Liselotte nach Heidelberg geschildert, inklusive ihrer engen Bindung an ihre Gewohnheiten.
Szene 10-17: Diese Abschnitte widmen sich der Vermählung mit Monsieur (Philippe von Orléans), dem Leben am französischen Hof, ihrer Beziehung zum König Ludwig XIV. sowie Monsieurs militärischen Erfolgen und nächtlichen Ritualen.
Szene 18-23: Das Leben am Hof von Saint-Cloud und Versailles wird detailliert dargestellt, ebenso wie der Tod ihres Vaters, Kurfürst Karl Ludwig, und die zunehmende Isolation durch Hofintrigen.
Szene 24-33: Hier stehen politische Spannungen, die Bemühungen um ein gutes Wort beim König für Vermandois und die Verabschiedung des Dauphins in den Krieg im Fokus.
Szene 34-46: Diese Szenen beleuchten den Pfälzischen Erbfolgekrieg, die Zerstörung Heidelbergs, die Heirat ihres Sohnes und das fortschreitende Alter sowie gesundheitliche Probleme von ihr und ihrem Gatten.
Szene 47-57: Es folgen die Schilderungen von Briefverbrennungen, die Reaktionen auf den Tod von geliebten Tieren, der Spanische Erbfolgekrieg, der Tod Ludwigs XIV. und ihr Umzug in das Palais Royal.
Szene 58-62: Den Abschluss bilden der kollektive Wahn durch das System Law, ihre letzte Reise zur Krönung Ludwigs XV. sowie ihre letzten Tage und ihr Tod im Jahr 1722.
Schlüsselwörter
Liselotte von der Pfalz, Versailles, Ludwig XIV., Monsieur, Briefwechsel, Hofleben, Heidelberg, Pfälzischer Erbfolgekrieg, Saint-Cloud, Bourbonen, Korrespondenz, Geschichte Frankreichs, 17. Jahrhundert, Adel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert das Leben von Liselotte von der Pfalz in einer chronologischen Abfolge von Schlüsselszenen, die ihre Entwicklung und Erfahrungen am französischen Hof beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die höfische Etikette, die politische Bedeutung von Allianzen, der Alltag als Herzogin von Orléans und das Spannungsfeld zwischen pfälzischer Herkunft und französischer Wahlheimat.
Was ist das primäre Ziel der Darstellung?
Das Ziel ist es, ein authentisches, durch Primärquellen gestütztes Bild der historischen Persönlichkeit Liselottes und ihrer Umgebung zu vermitteln.
Welche Methode wird in dieser Darstellung verwendet?
Es wird eine biografisch-szenische Methode gewählt, bei der historische Ereignisse durch Augenzeugenberichte und persönliche Briefe der Protagonistin lebendig rekonstruiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst den gesamten Lebensweg von der Kindheit über die Vermählung und den langjährigen Aufenthalt in Frankreich bis hin zu Liselottes Tod 1722.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Das Werk ist geprägt durch Begriffe wie Versailles, Korrespondenz, Dynastie, Hofintrigen und das Schicksal der pfälzischen Heimat.
Wie reagierte Liselotte auf die Zerstörung ihrer Heimat Heidelberg?
Sie reagierte mit tiefem Schmerz und Verzweiflung, versuchte beim König und bei Ministern zu intervenieren, war jedoch politisch machtlos gegen die Zerstörungsbefehle.
Welche Bedeutung hat der Briefwechsel für das Verständnis von Liselottes Charakter?
Ihre Briefe sind das wichtigste Zeugnis für ihre Gefühle, ihre Distanz zum französischen Hof und ihre philosophische Sicht auf die Beschwernisse ihres Standes.
Wie wird das Verhältnis zu ihrem Ehemann Monsieur in dem Buch dargestellt?
Die Darstellung zeigt ein ambivalentes Verhältnis, das von höfischer Distanz, gegensätzlichen Lebensstilen, aber auch von Momenten der familiären Anerkennung geprägt war.
Wie endet die Darstellung des Lebens von Liselotte von der Pfalz?
Sie endet mit einer Schilderung ihrer letzten Tage im Dezember 1722, ihrer gefassten Haltung gegenüber dem Tod und einem jesuitischen Nachruf auf ihre besondere Persönlichkeit.
- Arbeit zitieren
- Wolf Birkenbihl (Autor:in), 2010, Lieselotte von der Pfalz und der Hof von Versailles - "Madame sein ist ein ellendes Handwerck", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162821