Aufgabe der Politik ist es, den gesellschaftlichen Reichtum in der Gesellschaft gerecht zu verteilen. Dafür ist eine umfassende Dokumentation über die Reichtumsverteilung in Österreich eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Besonders dann, wenn der Sozialstaat als unfinanzierbar dargestellt wird (vgl. Mayrhuber, S.5, Obfrau des BEIGEWUM vom 16.10.2001)
Das österreichische Medianeinkommen lag im Zeitraum 1995 bis 1997 über dem EU-Durchschnitt, zugleich verlagerten sich Anteile von den Gruppen mit den höchsten Einkommen zu den Gruppen mit mittlerem und höherem Einkommen. Die Einkommensungleichheiten sind in Österreich geringer als in anderen EU-Ländern. (Europäische Sozialstatistik, 2002, S.143)
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. WER IST ARM UND WODURCH ENTSTEHT REICHTUM?
3. REICHTUM UND ARMUT IN ÖSTERREICH
a. Lorenz-Kurve
b. Netto-Haushaltseinkommen - Ergebnisse der Konsumerhebung 1999/2000 (Quelle: Statistik Austria – Einkommen, 5.2.2004)
i. Verteilung der Bundesländer:
ii. Verteilung nach Haushaltsgröße
iii. Verteilung nach Berufstätigkeit
iv. Verteilung nach Schulbildung
c. Die reichsten Österreicher
d. Armut in Österreich
4. LEBENSEINKOMMEN
5. VOM KAPITALISMUS IN ZEITEN DER GLOBALISIERUNG
6. NEOLIBERALE GLOBALISIERUNG UND REICHTUM: DIE FAKTEN AN BEISPIELEN IN EUROPA, AMERIKA UND AFRIKA
a. Reiche werden immer reicher
b. Reiche in der EU
c. Rekord an Milliardären in Moskau
d. Die großen Taschen des Präsidenten von Kasachstan
e. Über die Dollardämmerung am Rio de la Plata – Argentinien
f. Reichtum als Verhängnis in Algerien
g. US-Subventionen ruinieren Exporte
h. Globalisierung – Schadet sie den Armen?
i. Die Rolle der Börsen
7. RÉSUMÉ ZUM REICHTUM
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Spannungsfeld zwischen Reichtum und Armut im Kontext der Globalisierung. Das primäre Ziel ist es, die Mechanismen der Reichtumsproduktion und -verteilung zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich diese Prozesse auf die soziale Ungleichheit in Österreich sowie global in Europa, Amerika und Afrika auswirken.
- Definition und statistische Erfassung von Armut und Reichtum
- Die Rolle von Kapitalismus und Globalisierung bei der Vermögenskonzentration
- Analyse der Einkommensverteilung am Beispiel Österreichs
- Fallstudien zu globalen Reichtumsphänomenen (Oligarchen, Krisenregionen)
- Der Einfluss von Technologie und Finanzmärkten auf die soziale Kluft
Auszug aus dem Buch
c. Rekord an Milliardären in Moskau
Ein neues Phänomen des Reichtums ist Russlands Hauptstadt Moskau, die mehr Milliardäre hat als jede andere Stadt der Welt. Mit 33 Superreichen verweist sie sogar New York auf Platz 2. Insgesamt besitzen diese rund 110 Mrd. Dollar, was beinahe einem Viertel des russischen BIP entspricht. Die reichsten Amerikaner kommen auf fast das Sechsfache, ihr Vermögen von 651 Milliarden Dollar macht aber nur sechs Prozent des BIP aus. Landesweit sieht der Vergleich ganz anders aus, hier kommen auf ganz Russland 36 Milliardäre, in den Vereinigten Staaten jedoch 277 Dollarmilliardäre. Erstaunlich ist dabei die Geschwindigkeit der Geldvermehrung. 1997 lag Boris Beresowskij, der inzwischen in London im Exil lebt, mit drei Milliarden Dollar an der Spitze, außer ihm gab es noch 3 weitere Milliardäre. Waren es lt. russischem Forbes-Magazin Ende Februar noch 25 Russen so hat sich deren Zahl um 40% bzw um rund 30 Mrd. Dollar vermehrt.
Zu jenen, die ihren Wohlstand auf atemberaubende Weise vermehrt haben, gehört auch eine Frau – Jelena Baturina. Vor einem Jahrzehnt war sie nur eine ambitionierte Geschäftsfrau unter vielen. Seit sie mit Moskaus Bürgermeister Jurij Luschkow verheiratet ist, konnte die 41jährige ein Imperium aus Bau-, Zement- und Ölfirmen aufbauen – oft mit städtischen Aufträgen. Mittlerweile ist sie die reichste Frau Russlands mit einem Vermögen von 1,1 Milliarden Dollar.
Diese Oligarchen - so genannt, wegen ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht - haben den Grundstein ihres Reichtums bei den „wilden“ Privatisierungen in den 1990er-Jahren gelegt, wobei zwei Drittel von ihnen in den Bereichen Öl, Gas und Metall beschäftigt sind. Der reichste Mann Russland´s ist der ehemalige Chef des Ölunternehmens Jukos – Michail Chodorkowski (manchmal auch Chodorkowskij geschrieben), der seit Oktober 2003 wegen Steuerhinterziehung – vermutlich aber auch aus politischen Motiven – inhaftiert ist. Er besitzt ein geschätztes Vermögen von 12,86 Mrd. €.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage der Arbeit und Definition zentraler Begrifflichkeiten rund um das Thema Reichtum.
2. WER IST ARM UND WODURCH ENTSTEHT REICHTUM?: Untersuchung der wissenschaftlichen Definitionen von Armut und historischer sowie technologisch bedingter Ursachen für die Entstehung von Reichtum.
3. REICHTUM UND ARMUT IN ÖSTERREICH: Detaillierte statistische Analyse der Einkommens- und Vermögensverteilung innerhalb Österreichs sowie der spezifischen Gefährdungslagen.
4. LEBENSEINKOMMEN: Theoretische Auseinandersetzung mit ökonomischen Hypothesen über das Einkommen von Individuen über die gesamte Lebensspanne hinweg.
5. VOM KAPITALISMUS IN ZEITEN DER GLOBALISIERUNG: Analyse des Kapitalismus als treibende Kraft der Globalisierung und die daraus resultierende Marktliberalisierung.
6. NEOLIBERALE GLOBALISIERUNG UND REICHTUM: DIE FAKTEN AN BEISPIELEN IN EUROPA, AMERIKA UND AFRIKA: Darstellung der weltweiten Konzentration von Reichtum anhand konkreter regionaler Fallbeispiele und deren Auswirkungen auf die soziale Stabilität.
7. RÉSUMÉ ZUM REICHTUM: Zusammenfassende Betrachtung der politischen und gesellschaftlichen Implikationen der Reichtumsverteilung und Diskussion des Leistungsbegriffs.
Schlüsselwörter
Reichtum, Armut, Globalisierung, Kapitalismus, Einkommensverteilung, Vermögenskonzentration, Soziale Ungleichheit, Neoliberalismus, Oligarchen, Äquivalenzeinkommen, Sozialstaat, Wirtschaftsleistung, Finanzmärkte, Lebenszyklushypothese, Wohlstandsindikator.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Dynamik von Armut und Reichtum unter den Bedingungen der Globalisierung und der neoliberalen Wirtschaftsordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die statistische Messbarkeit von Reichtum, die Auswirkungen globaler Finanzströme auf die soziale Ungleichheit und die Entstehung neuer Reichtumsformen durch Technologie und politische Umbrüche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die oft intransparenten Strukturen der Reichtumsbildung aufzudecken und den direkten Zusammenhang zwischen den Privilegierten und den sozial Benachteiligten kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Methode verwendet, die auf der Auswertung aktueller Studien, Medienberichte, Statistiken und ökonomischer Theorien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst Analysen zur Einkommensverteilung in Österreich, eine theoretische Einführung in Lebenseinkommensmodelle sowie eine weltweite Untersuchung von Reichtumsphänomenen anhand von Fallbeispielen aus verschiedenen Kontinenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Reichtum, Armut, Kapitalismus, Globalisierung, soziale Gerechtigkeit, Vermögenskonzentration und Leistungsbegriff.
Wie wird in Österreich das Äquivalenzeinkommen berechnet?
Es wird das Gesamteinkommen eines Haushalts durch ein gewichtetes Pro-Kopf-Modell geteilt, wobei die erste Person den Faktor 1,0 erhält und weitere Mitglieder (Erwachsene und Kinder) mit geringeren Faktoren gewichtet werden.
Warum ist es laut Autorin schwierig, den Reichtum in Österreich zu erfassen?
Die Schwierigkeit liegt in der mangelnden Datengrundlage, da Vermögen häufig in Stiftungen oder durch andere Strategien vor der öffentlichen Erfassung bzw. Besteuerung verborgen wird.
Welche Rolle spielen die "Oligarchen" im Text?
Sie dienen als prominente Beispiele für eine explosionsartige, oft auf dubiosen Privatisierungsprozessen basierende Reichtumsbildung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.
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- Andrea Leidinger (Author), 2004, Verteilung von Reichtum im Prozess der Globalisierung. Ein Triumph der Ungleichheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162823