Sucht- und Drogenhilfe im World Wide Web

Beratung und Prävention online


Hausarbeit, 2009
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung des Arbeitsfeldes
2.1 Aufgabenfelder der Sucht- und Drogenhilfe

3. Präsenz der Sucht- und Drogenhilfe im Internet
3.1 Suchtprävention am Beispiel von www.drugcom.de
3.2 Onlineberatung
3.2.1 Kommunikationstheoretischer Hintergrund der Onlineberatung
3.2.2 Formen der Onlineberatung

4. Herkömmliche face-to-face Beratung vs. Onlineberatung
4.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.2 Vorteile der Onlineberatung
4.3 Kritik an Onlineberatung

5. Schlussbemerkung

Abbildungen

1. Einleitung

Stichworte wie Chatroom, Forum, e-learning, e-book belegen wie intensiv das Internet unseren Alltag verändert. Das Leben spielt sich mehr und mehr in der virtuellen Welt ab. Insbesondere unsere Kommunikationsstrukturen wandeln sich im World Wide Web.

Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Soziale Arbeit und somit auch auf die Sucht- und Drogenhilfe. Orientierung an der Lebenswirklichkeit ihrer Klienten war für dieses Arbeitsfeld immer ein wichtiger Grundsatz. Wenn sich deren Lebenswirklichkeit zunehmend ins Internet verlagert, muss die Arbeit der Sucht- und Drogenhilfe folgen und auch dort präsent sein.

In der folgenden Arbeit geht es genau um diese Präsenz, also um Angebote der Sucht- und Drogenhilfe im Internet und deren Umsetzung.

Im 2. Kapitel ist mir daran gelegen einen groben Überblick über das Arbeitsfeld der Sucht- und Drogenhilfe sowie dessen Aufgaben, die untergliedert sind in die Felder der Prävention, der ambulanten Hilfen, der stationären Hilfen und der Substitution, zu schaffen.

In welcher Art und Weise die Sucht- und Drogenhilfe nun im Internet präsent ist werde ich im 3. Kapitel erläutern. Dabei konzentriere ich mich auf die Suchtprävention und auf die ambulante Hilfe der Beratung. Es soll zunächst ein Überblick über den kommunikationstheoretischen Hintergrund der herkömmlichen sowie der Onlineberatung gegeben werden, bevor ich dann auf die drei speziellen Formen: Chat-, eMail- und Forenberatung eingehe.

Im 4. Kapitel erfolgt ein Vergleich zwischen herkömmlicher Beratung und Onlineberatung. Ich stelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede fest und wäge Vor- und Nachteile der Onlineberatung ab.

2. Beschreibung des Arbeitsfeldes

In diesem Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit wird unterschieden zwischen der Hilfe für Menschen, die Probleme im Umgang mit Alkohol und Medikamenten haben (=Suchthilfe bzw. Suchtkrankenhilfe) und der Hilfe für Menschen, die Probleme im Umgang mit illegalisierten Drogen haben (=Drogenhilfe). Dazu kommt noch die Arbeit mit von nicht stoffgebundenen Süchten Betroffenen, wie beispielsweise Spielsüchtige oder Menschen mit Essstörungen. Die Sucht- und Drogenhilfe ist zwar ein spezialisiertes Arbeitsfeld aber dennoch mit präventiven, beratenden, begleitenden, unterstützenden, betreuenden, therapeutischen, kriseninterventorischen und nachsorgenden Aufgaben methodisch vielseitig. Bedeutende Aufgaben sind die Förderung bzw. Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen sowie die Öffentlichkeits- und politische Arbeit. (vgl. Loviscach 2004:385)

Ein Charakteristikum des Arbeitsfeldes ist die multiprofessionelle Zusammenarbeit. Die potenzielle Klientel der Sucht- und Drogenhilfe ist umfangreich, wie die neusten Zahlen der Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS) zeigen. Sie schätzt die Zahl der süchtigen Konsumenten von Alkohol auf 1,3 Millionen und der missbräuchlichen Alkoholkonsumenten auf 2 Millionen. Außerdem gibt es 2,4 Millionen Cannabis-Konsumenten sowie 645.000 Konsumenten anderer illegaler Drogen in der Bundesrepublik. Die Zahl der süchtigen Tabakkonsumenten beträgt schätzungsweise 3.8 Millionen. Hinzu kommen noch 1,5 Millionen Medikamentenabhängige und die Anzahlen von nicht stoffgebundenen Süchten Betroffener, die bei Essstörungen auf 3,5 Millionen und beim pathologischen Spielen auf 220.000 geschätzt werden. (vgl. DHS)

2.1 Aufgabenfelder der Sucht- und Drogenhilfe

Prävention:

Prävention ist der Versuch eine gesundheitliche Schädigung durch gezielte Aktivitäten zu verhindern, weniger wahrscheinlich zu machen oder zu verzögern.

Präventionsmaßnahmen sind in der Drogen- und Suchthilfe also erforderlich, um die negativen Auswirkungen eines Drogenkonsums zu verhindern, zu beschränken oder rückgängig zu machen und zwar…

- für die Betroffenen selbst, z.B. bei durch die Sucht ausgelösten Erkrankungen
- für das soziale Umfeld , z.B. bei "Co-Abhängigkeit" innerhalb der Familie
- für Betriebe , z.B. wenn Kosten für den Arbeitgeber durch Arbeitsausfall entstehen
- für den Sozialstaat , z.B. durch Belastungen der Versicherungsträger

Je nach Zielgruppe und Zeitpunkt der Maßnahme werden unterschiedliche Präventionsformen unterschieden:

- Unter Primärprävention versteht man alle Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, den gefährdenden Konsum von Drogen zu vermeiden.
- Sekundärprävention bedeutet die Arbeit mit gefährdeten oder bereits abhängigen Drogenkonsumenten.
- Tertiärprävention bezeichnet die Nachsorge, bzw. Maßnahmen, die einen möglichen Rückfall in den Drogenkonsum vermeiden sollen.

Besonders im Bereich der Primärprävention zeigt sich der Wandel in er Sucht- und Drogenhilfe. Sie basierte auf der traditionellen Annahme, dass abschreckende Informationen über die verheerenden Auswirkungen des Konsums von Tabak, Alkohol oder illegalen Drogen zu einer Vermeidung der Substanzen führen müssen. Dieser Ansatz der Prävention orientiert sich an Erwachsenen und führte bei jungen Menschen eher zu Neugier als zur Abscheu. (vgl. Loviscach, P 2004:393)

Daraufhin konzentrierte man sich nun mehr auf die Frage unter welchen Bedingungen aus einem Probierkonsum ein problematischer Konsum wurde. Mitte der 80er Jahre wurden konsequenterweise Präventionskonzepte entwickelt, die nicht mehr auf die Vermeidung des Kontakts zu Drogen zielten, sondern junge Menschen in ihren sozialen und persönlichen Ressourcen stärken will, damit sie den Kontakt zu Drogen unbeschadet überstehen. (vgl. Loviscach, P. 2004:394)

Ambulante Hilfen

Als ambulante Hilfen in der Sucht- und Drogenhilfe sind die ca. 1400 Beratungs- und Behandlungstellen anzusehen, die unter verschiedenen Namen, wie Suchtberatungsstelle, Drogenberatungsstelle, Jugend- und Drogenberatungsstelle, Psychosoziale Beratungsstelle oder Krisenhilfe existieren.

Auch in diesem Aufgabenfeld macht sich der Wandel seit Mitte der 80er Jahre zum klientzentrierten Modell bemerkbar. Es wird nicht mehr nur auf die Abstinenz der Betroffenen hin gearbeitet, sondern es kommen Hilfen hinzu, die - auch dann wenn die Betroffenen ihren Drogenkonsum nicht aufgeben wollen oder können – dazu beitragen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und die Schäden der drogengebundenen Lebensweise zu begrenzen oder zu mindern. Dazu gehören Kontaktläden oder Drogencafès mit offenen Sprechstunden, Anleitung zum risikobewussten Drogengebrauch, anwaltliche und ärztliche erste Hilfe, Vergabe von Spritzen mit Zubehör und Kondomen , Möglichkeiten zum Wäschewaschen und zum Duschen, preiswerte und gesunde Mahlzeiten, Notschlafstellen, Kleiderkammern und Postfächer. Das sind alles Angebote, die nach dem alten Konzept als leidensdruckmindern und somit kontraproduktiv galten. (vgl. Loviscach, P. 2004:394-395)

Stationäre Hilfen

Die stationären Hilfen in der Sucht- und Drogenhilfe werden oft unter dem Begriff „Therapie“ zusammengefasst. Dabei wird zwischen Entgiftung/Entzug, Entwöhnung und Adaption unterschieden. Diese drei Phasen können als einzelne Angebote aber auch als Phasen eines Prozesses angesehen werden. Eine Entgiftung dauert ein bis zwei Wochen und findet für gewöhnlich in Entzugsstationen von Krankenhäusern, speziellen Drogenkliniken und Nervenkliniken statt. Die Entwöhnung ist die wichtigste Aufgabe der stationären Hilfen. Sie bietet die Möglichkeit einer Psychotherapie und will die Klienten darin unterstützen ein drogenfreies Leben zu führen und wieder arbeitsfähig zu werden. Stationäre Adaption dient der Anpassung der Betroffenen an die Anforderungen des täglichen Lebens und dauert etwa drei bis vier Monate. (vgl. Loviscach, P. 2004:395)

Substitution

Substitution meint die Behandlung mit einer Ersatzdroge, wie Methadon, und ist nur bei Opiatabhängigen anwendbar. Sie wird erst dann eingesetzt wenn abstinenz-orientierte Behandlungen nicht erfolgreich waren. Die Substitution kann mit einer psychosozialen Begleitung oder einer psychotherapeutischen Behandlung verbunden werden.

(vgl. Loviscach, P. 2004:396)

3. Präsenz der Sucht- und Drogenhilfe im Internet

3.1 Suchtprävention am Beispiel von www.drugcom.de

Suchtprävention findet heute auch auf massenmedialer Ebene und somit auch im Internet statt. Ein Grund dafür ist der Grundsatz der absoluten Orientierung an der Lebenswirklichkeit der Klienten, der in der Sucht- und Drogenhilfe vorherrscht.

Dort besteht die Prävention überwiegend aus der Vermittlung von Wissen und Aufklärung über Risiken.

„Ziel von „drugcom.de“ ist es, junge Nutzerinnen und Nutzer über psychoaktive Substanzen, deren Wirkungen und Risiken zu informieren, eine (selbst-)kritische Einstellung zum Substanzkonsum zu fördern und ggf. eine Veränderung von Konsumverhalten zu unterstützen.“ (Tossmann, H.-P. 2007:12)

Um das genannte Ziel zu ereichen bietet die Website eine Fülle von Informationen über legale und illegale Drogen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Sucht- und Drogenhilfe im World Wide Web
Untertitel
Beratung und Prävention online
Hochschule
Katholische Fachhochschule Mainz
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V162859
ISBN (eBook)
9783668022973
ISBN (Buch)
9783668022980
Dateigröße
1317 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
sucht-, drogenhilfe, world, wide, beratung, prävention
Arbeit zitieren
Kathrin Finkler (Autor), 2009, Sucht- und Drogenhilfe im World Wide Web, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162859

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Sucht- und Drogenhilfe im World Wide Web


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden