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Pädagogische Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen

Titre: Pädagogische Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen

Dossier / Travail , 2010 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Kathrin Finkler (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Verfassungsschutzbericht von 2009 wurden im Bereich politisch motivierte Kriminalität – Rechts „19.468 (2008: 20.422) Straftaten, hiervon 13.295 (2008: 14.283) Propagandadelikte nach §§ 86, 86a StGB und 959 (2008: 1.113) Gewalttaten“ gezählt. Damit ist die Anzahl der rechten Taten im Vergleich zu vorherigen Jahren zwar rückläufig, aber meiner Meinung nach nicht zu verachten. Während meines Praxissemesters fiel mir auf, dass viele Jugendliche versuchen sich mit rechten Sprüchen zu profilieren oder gar Teile von rechtsorientiertem Gedankengut verinnerlicht haben. Ich habe mit einer Jugendlichen gearbeitet, deren Herkunftsfamilie rechtsextrem ist. Sie ist mit dieser Ideologie also aufgewachsen und hinterfragt ihre Einstellung auch nicht mehr. Ich kann mich an eine Situation erinnern, in der ich von ihren Aussagen regelrecht geschockt war. Ich habe mich oft gefragt, wie man als Sozialarbeiter sinnvoll darauf reagiert oder welche Maßnahmen man ergreifen kann, um einer Festigung dieser Einstellung vorzubeugen.
Klar ist für mich, dass man zunächst die Lebenswelt dieses Klientels kennen (nicht verstehen!) muss. Deshalb werde ich zu Beginn meiner Ausarbeitung die Begriffe Extremismus und Rechtsextremismus bestimmen, eine Definition von Rechtsextremismus aus politisch-verfassungsrechtlicher Sicht liefern und Merkmale dieser Ideologie beschreiben. Meine Arbeit bezieht sich auf Jugendliche. Daher werde ich kurz auf gesetzliche und entwicklungspsychologische Aspekte dieser Lebensphase eingehen. Im Anschluss daran stelle ich Eklärungsansätze für Rechtsextremismus dar und beschreibe die Strategien der Pädagogik gegen die Festigung rechtsextremen Gedankenguts bei Individuen. Punkt 5 meiner Ausarbeitung ist der genaueren Bestimmung der Zielgruppen der pädagogischen Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen gewidmet. Danach stelle ich den konkreten Praxisbezug her, indem ich pädagogische Konzepte der Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen beschreibe.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

2.1 Extremismus und Rechtsextremismus

2.2 Definition von Rechtsextremismus aus politisch verfassungsrechtlicher Sicht

2.3 Merkmale des Rechtsextremismus

3. Jugendphase

4. Geschichtliche Verknüpfung von Sozialer Arbeit & Rechtsextremismus

5. Eklärungsansätze für und pädagogische Strategien gegen Rechtsextremismus

5.1 Individualisierungsansatz

6. Zielgruppen der pädagogischen Arbeit gegen Rechts

7. Pädagogische Konzepte gegen Rechtsextremismus

7.1 Präventions- und Interventionsansätze gegen Rechts

7.2 Akzeptierende Jugendarbeit

7.3 Handlungsleitende Prinzipien der Jugendarbeit

8. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht pädagogische Handlungsoptionen und Konzepte im Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen, wobei sie den Fokus auf die Verknüpfung von theoretischen Erklärungsansätzen und der praktischen, akzeptierenden Jugendarbeit legt.

  • Grundlagen der Begriffe Extremismus und Rechtsextremismus
  • Entwicklungspsychologische Aspekte der Jugendphase
  • Soziologische und psychologische Erklärungsansätze für Rechtsextremismus
  • Pädagogische Interventionskonzepte und Handlungsprinzipien
  • Zielgruppendifferenzierung in der pädagogischen Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.2 Definition von Rechtsextremismus aus politisch-verfassungsrechtlicher Sicht

„Rechtsextremisten treten in aller Regel für ein autoritäres politisches System ein, in dem der Staat und das – nach ihrer Vorstellung ethnisch homogene – Volk als angeblich natürliche Ordnung in einer Einheit verschmelzen. Gemäß dieser Ideologie der „Volksgemeinschaft“ sollen die staatlichen Führer intuitiv nach dem vermeintlich einheitlichen Willen des Volkes handeln. In einem rechtsextremistisch geprägten Staat würden somit wesentliche Kontrollelemente der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, wie das Recht des Volkes, die Staatsgewalt in Wahlen auszuüben, oder das Recht auf Bildung und Ausübung einer Opposition, wegfallen.“ (Bundesamt für Verfassungsschutz 2008:52)

Hier wird deutlich, dass sich Rechtsextremismus gegen die freiheitliche, demokratische Grundordnung richtet.

„So lässt sich die freiheitliche, demokratische Grundordnung als eine Ordnung bestimmen, die unter Ausschluss jeglicher Gewalt- und Willkürherrschaft eine rechtsstaatliche Herrschaftsordnung auf der Grundlage der Selbstbestimmung des Volkes nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit und der Freiheit und Gleichheit darstellt. Zu den grundlegenden Prinzipien dieser Ordnung sind mindestens zu rechnen: die Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung, die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung, die Verantwortlichkeit der Regierung, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Mehrparteienprinzip und die Chancengleichheit für alle politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßige Bildung und Ausübung einer Opposition.“ (Neugebauer, G. 2001:15)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch Beobachtungen im Praxissemester und skizziert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung zu den Begriffen Extremismus und Rechtsextremismus sowie deren zentralen Merkmalen.

3. Jugendphase: Es werden gesetzliche und entwicklungspsychologische Faktoren der Pubertät beleuchtet, die für das Verständnis rechtsextremer Orientierungen relevant sind.

4. Geschichtliche Verknüpfung von Sozialer Arbeit & Rechtsextremismus: Das Kapitel reflektiert den historischen Umgang der Pädagogik mit der NS-Vergangenheit und die daraus resultierenden Erkenntnisse für die Jugendarbeit.

5. Eklärungsansätze für und pädagogische Strategien gegen Rechtsextremismus: Hier werden verschiedene theoretische Modelle zur Entstehung von Rechtsextremismus vorgestellt und analysiert.

6. Zielgruppen der pädagogischen Arbeit gegen Rechts: Es erfolgt eine Differenzierung von vier Zielgruppen der pädagogischen Arbeit, von unauffälligen Jugendlichen bis hin zu fest in die Szene eingebundenen Personen.

7. Pädagogische Konzepte gegen Rechtsextremismus: Das Kapitel stellt konkrete Interventions- und Präventionskonzepte wie die akzeptierende Jugendarbeit und deren Prinzipien dar.

8. Schlussbemerkung: Die Autorin reflektiert die Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen pädagogischen Arbeit, die auf Akzeptanz statt auf Ausgrenzung setzt.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Jugendarbeit, Prävention, Akzeptierende Jugendarbeit, Individualisierung, Identitätsbildung, Politische Bildung, Demokratie, Nationalismus, Rassismus, Autoritarismus, Anti-Aggressivitäts-Training, Zielgruppen, Sozialraum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Auseinandersetzung und den Handlungsstrategien im Umgang mit rechtsextremen oder gefährdeten Jugendlichen in der Sozialen Arbeit.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Neben begrifflichen Klärungen stehen die entwicklungspsychologischen Hintergründe der Jugendphase, die historischen Zusammenhänge der deutschen Pädagogik sowie moderne Präventionskonzepte im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, pädagogische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Jugendliche aus der rechtsextremen Szene erreicht und durch gezielte Angebote in ihrer Identitätsbildung unterstützt werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener theoretischer Ansätze (psychologisch, soziologisch, politologisch) und der praktischen Anwendung pädagogischer Konzepte.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsbedingungen von Rechtsextremismus und kontrastiert diese mit praxisnahen Ansätzen der Jugendarbeit, wie etwa dem Individualisierungsansatz.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Rechtsextremismus, Sozialpädagogik, Prävention, Jugendarbeit und Integration.

Was bedeutet der Individualisierungsansatz in diesem Kontext?

Er beschreibt die Herauslösung Jugendlicher aus traditionellen Milieus, was zu einer "Leerstelle" führen kann, die oft durch rechtsextremes Gedankengut gefüllt wird.

Was ist das zentrale Prinzip der "akzeptierenden Jugendarbeit"?

Es geht darum, die Klienten dort abzuholen, wo sie stehen, und ihre jugendliche Selbstinszenierung zunächst als subjektiven Lebenssteigerungsversuch zu akzeptieren, um Vertrauen für eine kooperative Arbeit aufzubauen.

Warum wird zwischen verschiedenen Zielgruppen unterschieden?

Weil die pädagogischen Maßnahmen je nach Grad der Radikalisierung variieren müssen – von der Primärprävention bei Normaljugendlichen bis hin zur Aussteigerberatung bei fest organisierten Mitgliedern.

Wie unterscheidet sich die Soziale Arbeit von Polizei und Justiz?

Während Polizei und Justiz das Gesetz vertreten und sanktionieren, steht die Soziale Arbeit für Integration und begegnet den Jugendlichen mit Akzeptanz, was jedoch explizit nicht als Gutheißen ihrer rechten Einstellung zu verstehen ist.

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Résumé des informations

Titre
Pädagogische Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen
Université
University of Applied Sciences Mainz
Note
1,7
Auteur
Kathrin Finkler (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
18
N° de catalogue
V162861
ISBN (ebook)
9783640777235
ISBN (Livre)
9783640776900
Langue
allemand
mots-clé
Pädagogische Arbeit Jugendlichen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kathrin Finkler (Auteur), 2010, Pädagogische Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162861
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Extrait de  18  pages
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