Aus einem textkritischen Ansatz auf der Basis einer Teiledition von
Gottfrieds Liber universalis soll hier eine historische Miniatur entwickelt
werden. Dabei stellen sich folgende Fragen: 1. Wie ist Gottfrieds
Liber universalis entstanden? 2. Was kann man zur Komposition, zum
Aufbau seines Geschichtskonzeptes sagen, und welche Quellen hat er
dazu benutzt? 3. Wie hat er sein Werk überarbeitet, und auf welche
Ursachen könnte man das zurückführen? 4. Wo bestehen Affinitäten in
seiner Darstellung zur Geschichte des 12. Jahrhunderts? 5. Wie verändert
sich Gottfrieds Perspektive während der Arbeit an seinem Werk,
und wie verbindet er die verschiedenen Bausteine seines Werkes zu einem
Gesamtbild der Weltgeschichte?
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Abkürzungsverzeichnis
- Quellen- und Literaturverzeichnis
- Einleitung
- Leben Gottfrieds von Viterbo
- Überblick über die Forschung
- Das Manuscrit latin 4894
- Forschungsgeschichte
- Beschreibung des Ms. latin 4894
- Entstehung
- Bedeutung für das Gesamtwerk
- Status der Handschrift
- Aufbau und Quellen der Introductiones
- Grundlagen
- Vorgeschichte
- Überarbeitungen
- Weiterführungen
- Papstkatalog
- Die Ausweitung des Materials
- Das Bild der Ungarn
- Kulturkreis und Fremde
- Franci und Francigenae
- Otto von Freising
- Rezeption von Ottos Chronica im Fall der Ungarn
- Fränkische Abstammung
- Erste Version vom Untergang der Karolinger
- Veränderte Version vom Untergang der Karolinger
- Weltherrschaft oder auctoritas?
- Darstellungen
- Karl der Große
- Karls Geburt und Herkunft
- Karl besiegt die Langobarden
- Karl wird Kaiser
- Karl in Konstantinopel und Jerusalem
- Die Herausarbeitung des Lebens und Werks Gottfrieds von Viterbo im Kontext der Zeit.
- Die Analyse der "Introductiones" als historiographisches Werk und deren Bedeutung für die mittelalterliche Geschichtsschreibung.
- Die Untersuchung der Quellen, Methoden und Überarbeitungen von Gottfrieds Werk.
- Die Analyse von Gottfrieds Darstellung Karls des Großen und seiner Rolle in der europäischen Geschichte.
- Die Erforschung des Konzepts der "auctoritas" im Kontext der "Introductiones" und dessen Bedeutung für die mittelalterliche Kultur.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Dissertation untersucht das Werk des mittelalterlichen Autors Gottfried von Viterbo und seine Rolle im Kontext der damaligen Geistesgeschichte. Sie analysiert seine "Introductiones", ein umfangreiches historiographisches Werk, das Einblicke in die Denkweise und die Vorstellungswelt des Mittelalters bietet.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Dissertation ein und gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Gottfried von Viterbo. Das erste Kapitel beleuchtet das Leben des Autors und die Umstände seiner Zeit, die sein Werk prägten.
Das zweite Kapitel widmet sich dem Manuscrit latin 4894 der Bibliothèque nationale Paris, das die älteste erhaltene Handschrift der "Introductiones" Gottfrieds von Viterbo darstellt. Es enthält wichtige Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte und Überlieferung des Werks.
Das dritte Kapitel behandelt die Struktur und Quellen der "Introductiones" und untersucht, wie Gottfried verschiedene Quellen integriert und dabei seine eigene Sichtweise einbringt.
Das vierte Kapitel analysiert die Überarbeitungen und Weiterentwicklungen, die die "Introductiones" im Laufe ihrer Entstehung erfuhr. Es beleuchtet die Bedeutung des Papstkatalogs, der einen wesentlichen Bestandteil des Werks darstellt.
Das fünfte Kapitel analysiert Gottfrieds Darstellung des ungarischen Volkes in den "Introductiones". Es zeigt, wie der Autor die Ungarn im Kontext des europäischen Kulturkreises darstellt und wie er ihre Geschichte im Vergleich zu den Franken betrachtet.
Das sechste Kapitel befasst sich mit Gottfrieds Darstellung Karls des Großen, der als herausragende Gestalt in den "Introductiones" dargestellt wird. Es untersucht, wie Gottfried Karls Geburt, seine Siege, seine Kaiserkrönung und seine Bedeutung für die europäische Geschichte darstellt.
Schlüsselwörter
Gottfried von Viterbo, "Introductiones", Historiographie, Mittelalter, Manuscrit latin 4894, Quellen, Überarbeitungen, Papstkatalog, Ungarn, Franci, Karl der Große, "auctoritas".
Häufig gestellte Fragen
Wer war Gottfried von Viterbo?
Gottfried von Viterbo war ein mittelalterlicher Autor und Geschichtsschreiber des 12. Jahrhunderts, bekannt für seine umfangreichen historiographischen Werke wie den „Liber universalis“.
Was ist das Besondere am „Liber universalis“?
Das Werk ist ein Versuch einer Weltchronik. Die Dissertation untersucht dessen Entstehung, die verwendeten Quellen und die Art und Weise, wie Gottfried verschiedene historische Bausteine zu einem Gesamtbild verband.
Welche Bedeutung hat das Manuscrit latin 4894?
Es handelt sich um die älteste erhaltene Handschrift der „Introductiones“ von Gottfried. Sie ist zentral für die Erforschung der Entstehungsgeschichte und der Überarbeitungsprozesse seines Werks.
Wie wird Karl der Große im Werk Gottfrieds dargestellt?
Gottfried widmet Karl dem Großen viel Raum, wobei er dessen Herkunft, die Siege über die Langobarden, seine Kaiserkrönung und seine Reisen nach Konstantinopel und Jerusalem thematisiert.
Wie beschreibt Gottfried das Volk der Ungarn?
Die Arbeit analysiert Gottfrieds Darstellung der Ungarn im Kontext des europäischen Kulturkreises und vergleicht seine Sichtweise mit der von Otto von Freising.
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- Oliver Killgus (Author), 1999, Studien zum "Liber universalis" Gottfrieds von Viterbo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163029