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Waldbaukonzeptionen von NABU und BUND im Vergleich zur naturnahen Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz

Título: Waldbaukonzeptionen von NABU und BUND im Vergleich zur naturnahen Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz

Trabajo de Seminario , 2009 , 21 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Simon Weller (Autor)

Planificación urbana y regional
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Übernutzung und Vernichtung des Waldes durch den Menschen werden heute oft als Probleme der Entwicklungsländer wahrgenommen. Während der vergangenen Jahrhunderte, insbesondere während der Industrialisierung, litt jedoch auch der Wald auf dem Gebiet der heutigen BRD unter intensiver Nutzung und Raubbau. Große Gebiete wurden entwaldet, verbliebene Wälder waren oft stark degradiert. Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen wurde in der deutschen Forstwirtschaft schon früh das Prinzip der Nachhaltigkeit eingeführt, demzufolge dem Wald nur soviel Holz entnommen werden darf, wie nachwachsen kann. Durch Aufforstung stieg der Anteil des Waldes an der Gesamtfläche wieder an. Nachhaltigkeit wurde jedoch lange nur als rein wirtschaftliche Nachhaltigkeit verstanden. Aufgeforstet wurde meist mit Baumarten, die schnellen Profit versprachen. Nadelholzarten verdrängten zunehmend Buchen- und Laubmischwälder. Standortuntypische Baumarten in Monokultur, unökologische Ernteverfahren und unangepasste Jagd prägten vielerorts einen Wald, der als Ökosystem sehr instabil war und ständiger menschlicher Eingriffe bedurfte. Mit dem Erstarken der Umweltbewegung in den 1970er Jahren wurden diese Zustände zunehmend kritisiert. Natur- und Umweltschutzorganisationen wie BUND und NABU forderten eine radikale Umorientierung des Waldbaus nach den Prinzipien einer naturgemäßen, ökologischen Waldwirtschaft. Aus den schweren Folgen von Stürmen und Käferplagen in den 1990er Jahren erwuchs die Einsicht auch aus ökonomischen Gründen erstrebenswert sind. Die Ministerien und Landesforstverwaltungen der meisten Bundesländer reagierten und verankerten mehr Ökologie im Waldbau. In Rheinland-Pfalz war der Erlass der waldbaulichen Richtlinie "Ziele und Grundsätze einer ökologischen Waldentwicklung" 1993 ein entscheidender Schritt zur Etablierung des Konzepts der "naturnahen" Waldbewirtschaftung. Das Konzept enthält dabei viele der Grundsätze der von den Naturschutzorganisationen geforderten "naturgemäßen" Waldwirtschaft. Auf den ersten Blick scheint hier also der Naturschutz seine Ziele weitgehend erreicht zu haben, die Probleme der Vergangenheit scheinen gelöst. Im Folgenden soll durch einen differenzierten Vergleich der waldbaulichen Konzepte des Landes Rheinland-Pfalz einerseits und der Naturschutzorganisationen BUND und NABU andererseits geklärt werden, ob dieser Eindruck den Tatsachen entspricht und etwaige Unterschiede und Schwierigkeiten herausgestellt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wald in Rheinland-Pfalz

3. Waldbaukonzeptionen von BUND und NABU und des Landes RLP

3.1 Naturnahe Waldwirtschaft in Rheinland-Pfalz

3.2 Naturgemäße Waldwirtschaft nach BUND und NABU

4. Waldbaukonzeptionen von BUND und NABU und des Landes RLP im Vergleich

4.1 Konfliktpunkt Verkehrs- und Arbeitssicherheit

4.2 Konfliktpunkt Jagd

4.3 Konfliktpunkt Natura 2000 Gebiete

5. Résumé

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die waldbaulichen Konzepte des Landes Rheinland-Pfalz mit den Forderungen der Naturschutzorganisationen BUND und NABU. Ziel ist es zu klären, ob die offiziellen forstwirtschaftlichen Richtlinien den ökologischen Ansprüchen der Verbände gerecht werden und welche zentralen Konfliktpunkte in der praktischen Umsetzung weiterhin bestehen.

  • Vergleich der waldbaulichen Leitbilder von Staat und Naturschutzverbänden
  • Die Rolle der ökologischen Waldentwicklung in Rheinland-Pfalz
  • Herausforderungen der Verkehrs- und Arbeitssicherheit im Kontext von Totholz
  • Die Problematik überhöhter Wildbestände und des Jagdrechts
  • Umsetzung und Defizite beim Schutz von Natura 2000 Gebieten

Auszug aus dem Buch

4.1 Konfliktpunkt Verkehrs- und Arbeitssicherheit

Seit Langem setzen sich BUND und NABU mit Blick auf die Zerschneidung von Lebensräumen und die Störungen der Tierwelt für eine Reduzierung und sogar den stellenweisen Rückbau des Wegenetzes im Wald ein (NABU 2008a, S. 32). Gewiss führen dichte Netze öffentlicher Wege im Wald zu Beeinträchtigungen des Ökosystems durch die große Anzahl an Besuchern mit entsprechendem Störpotenzial für bestimmte Tierarten und die Verinselung ihrer Lebensräume. Als noch größeres und schwerer zu lösendes Problem erwiesen sich jedoch die gesetzlichen Vorgaben zur Verkehrssicherheit. Das Betreten des Waldes erfolgt zwar grundsätzlich „auf eigene Gefahr“ (BWaldG § 14), dennoch ist der Waldeigentümer auch zur „Unterhaltung von Waldwegen“ verpflichtet bzw. hat diese zu dulden (BWaldG § 13). Da die Rechtsprechung im Falle von Unfällen oder Ähnlichem auf Waldwegen nicht völlig eindeutig ist, bleibt ein Restrisiko beim Waldbesitzer. Verletzt sich ein Waldbesucher beispielsweise durch das Herabstürzen morscher Äste, drohen ihm unter Umständen Schadensersatzforderungen, wenn er die Verkehrssicherheit auf dem Weg nicht in ausreichendem Maße sichergestellt hatte. Es handelt sich um eine rechtliche Grauzone.

Um den unberechenbaren Folgen solcher Unfälle vorzubeugen, ist es über alle Waldbesitzarten hinweg gängige Praxis, potenzielle Gefahrenquellen prophylaktisch zu beseitigen. Dies gilt auch für Wege in geschützten Waldgebieten. Diese Praxis hat zur Folge, dass beispielsweise in einem geschützten Waldstück, das gleichzeitig beliebtes Erholungsziel ist und entsprechend hohe Besucherzahlen und ein dichtes Wegenetz aufweist, gerade die für den Naturschutz wertvollen alten oder bereits toten Bäume in großem Umfang entlang der Wege gefällt werden. Für die Naturschutzorganisationen ist dies ein nicht akzeptabler Zustand. Auch die Waldbesitzer und Forstämter würden sich mehr rechtliche Klarheit wünschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung der Waldnutzung in Deutschland, den Übergang von rein wirtschaftlicher Nachhaltigkeit zu ökologischen Ansätzen und die wachsende Kritik der Umweltbewegung am forstwirtschaftlichen Status quo.

2. Wald in Rheinland-Pfalz: Analysiert die Besitzverhältnisse, die Flächenbilanz sowie die Baumartenverteilung im Bundesland und stellt fest, dass trotz hoher Laubwaldanteile noch immer Defizite bei naturnahen Beständen bestehen.

3. Waldbaukonzeptionen von BUND und NABU und des Landes RLP: Stellt die gesetzlichen Grundlagen und Richtlinien des Landes den Positionspapieren der Naturschutzorganisationen gegenüber, wobei Gemeinsamkeiten und unterschiedliche Zielsetzungen beleuchtet werden.

4. Waldbaukonzeptionen von BUND und NABU und des Landes RLP im Vergleich: Detaillierte Auseinandersetzung mit den drei Hauptkonfliktfeldern: Verkehrssicherungspflicht bei Totholz, notwendige Reformen im Jagdrecht sowie die mangelhafte Ausgestaltung von Natura 2000 Gebieten.

5. Résumé: Zieht das Fazit, dass die naturnahen Reformen der 90er Jahre zwar Fortschritte brachten, aber grundlegende ökologische Probleme weiterhin fortbestehen und ein pragmatischer Interessenausgleich zwischen Ökonomie und Naturschutz in vielen Punkten noch nicht erreicht ist.

Schlüsselwörter

Waldwirtschaft, Naturschutz, Rheinland-Pfalz, BUND, NABU, Nachhaltigkeit, Waldbau, Totholz, Verkehrssicherheit, Jagdrecht, Schalenwild, Natura 2000, Biodiversität, Waldbaurichtlinien, Zertifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die waldbaulichen Konzepte des Landes Rheinland-Pfalz im Vergleich zu den ökologischen Forderungen der Naturschutzverbände BUND und NABU.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der ökologischen Waldentwicklung, der Handhabung von Totholz, der Jagdproblematik und dem Schutzstatus von Natura 2000 Gebieten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen staatlichen Waldbewirtschaftungs-Richtlinien und den weitergehenden Naturschutzzielen aufzuzeigen sowie bestehende Konfliktpotenziale zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse der theoretischen Konzeptionen und Positionspapiere der Akteure sowie eine Auswertung existierender waldbaulicher Richtlinien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Waldsituation, eine Gegenüberstellung der Konzepte und eine vertiefende Analyse konkreter Konfliktpunkte wie Arbeitssicherheit und Jagdpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Nachhaltigkeit, Waldwirtschaft, Naturschutz, ökologische Waldentwicklung, Natura 2000, Totholzmanagement und Jagdrecht.

Warum stellt Totholz ein Sicherheitsrisiko dar?

Totholz bietet zwar wertvollen Lebensraum, gefährdet jedoch durch herabfallende Äste die Verkehrssicherheit auf Wegen und die körperliche Unversehrtheit von Waldarbeitern.

Was bemängelt der NABU an den Natura 2000 Gebieten?

Der NABU kritisiert, dass die Kriterien für den Erhaltungszustand zu weich gefasst sind, wodurch trotz Schutzstatus eine wirtschaftliche forstliche Nutzung oft unverändert fortgesetzt werden kann.

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Detalles

Título
Waldbaukonzeptionen von NABU und BUND im Vergleich zur naturnahen Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Geographisches Institut )
Calificación
1,7
Autor
Simon Weller (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
21
No. de catálogo
V163147
ISBN (Ebook)
9783640772308
ISBN (Libro)
9783640772735
Idioma
Alemán
Etiqueta
Waldbaukonzeptionen NABU BUND Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Simon Weller (Autor), 2009, Waldbaukonzeptionen von NABU und BUND im Vergleich zur naturnahen Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163147
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