„Deutschland steuert auf einen massiven Personalmangel zu!“ Mit diesem Satz beginnt eine Studie, die von der Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft e.V. im Jahr 2009 infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise in Auftrag gegeben wurde. Die Studie berechnet bis zum Jahr 2030 eine Arbeitskräftelücke von 5,2 Millionen Personen, falls dieser Entwicklung durch entsprechende Maßnahmen nicht entgegengesteuert wird. Trotz einer hohen Anzahl von Arbeitslosen können vor allem die Stellen für gut qualifizierte Fachkräfte nur sehr schwer besetzt werden. Gerade aber diese Fachkräfte benötigen die Unternehmen, um sich auch weiter auf den Märkten behaupten und weiterentwickeln zu können. Daher stellt sich den Unternehmen zusehends die Frage, wie sie den Personalbedarf in Zukunft qualitativ hochwertig decken können. Nur so ist es möglich, eine geplante Unternehmensstrategie durchzuführen. Daher ist es verständlich, dass die Unternehmen Wege gehen und finden müssen, qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Diese Arbeit erläutert den Begriff und die Notwendigkeit des strategischen Personalmanagements näher. Es werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, nach welchen Grundsätzen ein strategisches Personalmanagement aufgebaut sein kann und anhand von praktischen Beispielen erklärt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Definition Strategie
2.2 Definition Personalmanagement
2.3 Definition Strategisches Personalmanagement
3. Grundidee und Ziele des Strategischen Personalmanagements
3.1 Ebenen des Personalmanagements
3.1.1 operative Ebene
3.1.2 taktische Ebene
3.1.3 strategische Ebene
4. Fachkräftemangel
5. Umsetzungsmöglichkeiten des strategisches Personalmanagements
5.1 Geplante Expansion eines Unternehmens in das Ausland
5.2 Brose Fahrzeugteile GmbH & Co.
5.3 Aktivitäten in der Brose Arbeitswelt
6. Top Arbeitgeber
6.1 „Great Place to work“ Institut
6.2 Beispiel Techniker Krankenkasse
7. Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die zunehmende Notwendigkeit und Umsetzung des strategischen Personalmanagements in Unternehmen vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels in Deutschland. Sie analysiert, wie eine gezielte Verknüpfung von Unternehmensstrategie und Personalarbeit dazu beitragen kann, qualifizierte Mitarbeiter langfristig zu gewinnen und zu binden.
- Grundlagen und Definitionen des strategischen Personalmanagements
- Analyse des demografischen und qualifikatorischen Fachkräftemangels
- Ebenen des Personalmanagements: Operativ, taktisch und strategisch
- Praxisbeispiele für strategische Personalarbeit (Brose, Techniker Krankenkasse)
- Methoden der Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung
Auszug aus dem Buch
3. Grundidee und Ziele des Strategischen Personalmanagements
In vielen Betrieben überwiegt das operative Personalmanagement mit den Aufgaben der Beschaffung, Einsatz, Entlohnung, Entwicklung und Entlassung der Mitarbeiter. Die Entwicklung auf den Märkten stellt aber inzwischen andere und neue Anforderungen an das Personalmanagement. Scholz (1995) definiert die Grundidee des strategischen Personalmanagements folgendermaßen:
„…die Beschäftigung mit den gegenwärtigen und zukünftigen Mitarbeitern des Unternehmens, Verknüpfung der Personalarbeit mit der Unternehmensstrategie…letztlich also eine Schaffung eines strategischen Wettbewerbsvorsprungs durch eine ausreichende Anzahl qualitativ geeigneter Mitarbeiter…“.
Der Mitarbeiter hat in den letzen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Der Arbeitnehmer wird zusehends als Unternehmensressource begriffen. Brinkmann (1996) kommentiert diese Entwicklung im Personalbereich: “Aus der früher üblichen Sicht einer in der Kostenrechnung geführten Hilfskostenstelle wurde zögerlich die Auffassung entwickelt, dass es sich bei der Personalarbeit um eine bedeutsame originäre Tätigkeit mit hoher Bedeutung für das gesamte Unternehmen handelt.“
Das strategische Personalmanagement soll helfen, die Unternehmensstrategie, welche den Weg vorgibt, den das Unternehmen gehen will, umzusetzen. Das strategische Personalmanagement soll dafür sorgen, dass dafür auch die Mitarbeiter quantitativ aber vor allem auch qualitativ vorhanden sind und zwar nicht in kurzfristiger Weise, sondern wie bei der Definition von Strategie bereits erwähnt: in einer grundsätzlichen, langfristigen Verhaltensweise zur Verwirklichung langfristiger Ziele!
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den drohenden Fachkräftemangel in Deutschland und die damit einhergehende Notwendigkeit für Unternehmen, ihr Personalmanagement strategisch neu auszurichten.
2. Definitionen: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen durch Definitionen von Strategie, klassischem Personalmanagement und dem strategischen Personalmanagement.
3. Grundidee und Ziele des Strategischen Personalmanagements: Es wird die Abgrenzung zum operativen Management erläutert und aufgezeigt, wie Personal als strategischer Wettbewerbsvorteil genutzt werden kann.
4. Fachkräftemangel: Basierend auf statistischen Daten wird das Ausmaß der unbesetzten Stellen in MINT-Berufen verdeutlicht und deren wirtschaftliche Relevanz dargelegt.
5. Umsetzungsmöglichkeiten des strategisches Personalmanagements: Anhand von Fallbeispielen wie der Firma Brose werden konkrete Strategien zur Mitarbeiterbindung und Personalplanung bei Auslandsexpansionen analysiert.
6. Top Arbeitgeber: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Arbeitgeberrankings wie „Great Place to Work“ und zeigt am Beispiel der Techniker Krankenkasse auf, welche Vorteile diese für die Mitarbeiterbindung bieten.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die strategische Ausrichtung des Personalmanagements in Zukunft unerlässlich ist, um im Wettbewerb um Talente bestehen zu können.
Schlüsselwörter
Strategisches Personalmanagement, Fachkräftemangel, Personalplanung, Unternehmensstrategie, Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeiterbindung, Wettbewerbsvorteil, Personalbeschaffung, MINT-Berufe, Unternehmenskultur, Personalentwicklung, Personalmarketing, Human Resource Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Transformation des klassischen Personalmanagements zu einem strategischen Instrument, um dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Definitionen, der Analyse von Arbeitsmarktdaten sowie der praktischen Anwendung von Personalstrategien in Unternehmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen durch eine strategische Personalarbeit ihre Zukunftsfähigkeit sichern und den Bedarf an qualifizierten Kräften decken können.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche, der Auswertung von Studien zum Fachkräftemangel und der Untersuchung von Fallbeispielen renommierter Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine datengestützte Analyse des Fachkräftemangels sowie die Darstellung von Best-Practice-Beispielen in der Wirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind strategisches Personalmanagement, Fachkräftemangel, Mitarbeiterbindung, Unternehmensstrategie und Arbeitgeberattraktivität.
Wie definiert die Autorin bzw. der Autor das strategische Personalmanagement?
Es wird als eine gezielte Verknüpfung der Personalarbeit mit der allgemeinen Unternehmensstrategie verstanden, um langfristig Wettbewerbsvorteile durch qualifiziertes Personal zu sichern.
Warum ist das Beispiel der Firma Brose für die Arbeit relevant?
Brose dient als praktisches Beispiel dafür, wie moderne Arbeitszeitmodelle und Arbeitsumgebungen die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen stärken.
Welche Rolle spielt die Techniker Krankenkasse in der Untersuchung?
Sie fungiert als Fallbeispiel für einen Top-Arbeitgeber, der durch gezielte Leistungen in den Bereichen Gesundheit und Familie seine Attraktivität am Arbeitsmarkt steigert.
Welche Schlussfolgerung zieht der Text zum Thema Fachkräftemangel?
Die Untersuchung schlussfolgert, dass Unternehmen den Mitarbeiter zunehmend als kritische Unternehmensressource begreifen und aktiv in ihre Bindung investieren müssen.
- Citation du texte
- Alexander Gohm (Auteur), 2010, Strategisches Personalmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163167