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Der Gottesbeweis der Bewegung des Thomas von Aquin

Thomas´ erster von fünf Gottesbeweisen

Title: Der Gottesbeweis der Bewegung des Thomas von Aquin

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Matti Ostrowski (Author)

Philosophy - Philosophy of the Middle Ages (approx. 500-1350)
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Gibt es Gott? Und wenn ja, wie können wir uns dessen sicher sein? Kann man die Existenz Gottes beweisen?
Diese Fragen hat sich wohl ein jeder von uns mit Sicherheit schon einmal gestellt. Eine Antwort darauf fällt nicht leicht – ist Gott doch oft nur ein Begriff, über dessen Vorstellung, Deutung und Interpretation die Meinungen schon seit Jahrtausenden auseinander gehen. Bereits in der Antike gab es Versuche (so zum Beispiel durch Aristoteles) die Existenz eines ersten Bewegers nachzuweisen, die sich im Mittelalter zu Versuchen eines ontologischen Gottesbeweises ausweiteten (Anselm von Canterbury). Diesen Beweisen steht die Haltung der Kirche entgegen, die einen Beweis Gottes für nicht nötig hält, da dieser bereits an sich evident sei.
Der mittelalterliche Philosoph und Theologe Thomas von Aquin (1225-1274) hat sich mit den bis dato vorhandenen Versuchen der Beweis Gottes´ Existenz genauso wenig zufrieden gegeben wie mit jener offiziellen Haltung der Kirche. Anhand seiner fünf Wege (quinque viae) hat er versucht die Existenz Gottes zu beweisen, ohne dessen Existenz von vornherein anzunehmen, so wie dies noch im berühmten ontologischen Gottesbeweis des Anselm von Canterbury der Fall war. Dabei spielt sein erster Beweis, nämlich der Beweis Gottes Existenz durch das Vorhandensein von Bewegung (kinesiologischer Gottesbeweis) eine tragende Rolle. Bei all seinen in der Summa contra gentiles folgenden Ausführungen über die Existenz Gottes beruft er sich auf jene Ausführungen und - in seinen Augen - Beweise, die er, inspiriert von Aristoteles, im Zuge dieses ersten Weges erbringt.
Da der Beweis allerdings nicht immer auf den ersten Blick logisch und nachvollziehbar erscheint, wird in dieser Arbeit der Beweisgang des ersten Weges auf seine logische Grundstruktur und Schlüssigkeit hin untersucht und erklärt. Dabei soll sowohl auf die einzelnen Sätze, Annahmen und Ausführungen eingegangen werden, als auch auf mögliche Einwände und Kritik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einwände gegen den ontologischen Gottesbeweis des Anselm von Canterbury

2.1. Notwendigkeit eines Gottesbeweises

2.2. Die induktive Beweisführung

3. Der Gottesbeweis der Bewegung bei Thomas von Aquin

3.1. Die Grundstruktur des Beweises

3.2. Die Beweise der kritischen Sätze

3.2.1. Beweis des Kausalsatzes „Alles Bewegte, ist von einem anderen bewegt“

3.2.2. Beweis des Satzes „In Bewegenden und Bewegten kann man nicht ins Unendliche fortschreiten“

4. Kritik und Erwiderung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die logische Struktur und Schlüssigkeit des kinesiologischen Gottesbeweises von Thomas von Aquin, wie er in seiner „Summa contra gentiles“ dargelegt ist. Ziel ist es, die einzelnen Beweisschritte, insbesondere die Kausalkette und die Unmöglichkeit eines infiniten Regresses, kritisch zu beleuchten und mit zeitgenössischer sowie moderner Kritik abzugleichen.

  • Analyse des kinesiologischen Gottesbeweises (Bewegungsbeweis)
  • Gegenüberstellung von deduktiver und induktiver Beweisführung
  • Untersuchung der Beweisführung für den Kausalsatz und das Verbot des infiniten Regresses
  • Kritische Auseinandersetzung mit Einwänden von Philosophen wie Anthony Kenny und J.L. Mackie

Auszug aus dem Buch

3. Der Gottesbeweis der Bewegung bei Thomas von Aquin

Auch bei seinem kinesiologischen Gottesbeweis wendet Thomas die oben schematisch dargestellte induktive Methode zur Beweisführung an. Er geht hierbei von einer zunächst noch als unbekannt angenommenen Ursache (U) aus. Mit Hilfe der einzelnen empirischen Erfahrungen (E) und Wirkungen versucht er dann die Existenz eines ersten unbewegten Bewegers zu belegen. Diese verknüpft er miteinander, wobei (u) hierbei zunächst als Ursache der erfahrbaren Dinge angenommen wird. Im Fortschreiten seiner Argumentation stellt es sich aber als bloße Wirkung (W) der transzendenten ersten Ursache (U), die wir Gott nennen, heraus.

Im Schema lässt sich also auch die Argumentation Thomas´ auf eine klassische induktive Beweisführung reduzieren, die in Anlehnung an die im Kapitel 2.2. gezeigte Skizze wie folgt darzustellen wäre: I E – u/W Alles was bewegt ist (E), wird von einem anderen bewegt (u/W) - es ist somit bewegt bewegend. II u/W – U Das bewegt bewegende (u/W) wird von einem ersten unbewegten Beweger (U) bewegt. III E – U Alles bewegte (E) wird durch einen ersten unbewegten Beweger (U) bewegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Debatte um Gottesbeweise ein und begründet das Vorhaben, Thomas von Aquins kinesiologischen Beweis auf seine logische Konsistenz zu prüfen.

2. Einwände gegen den ontologischen Gottesbeweis des Anselm von Canterbury: Thomas von Aquin kritisiert den ontologischen Gottesbeweis, da er die Existenz Gottes nicht als unmittelbar evident betrachtet und die logische Ableitung aus der Definition des Begriffs für unzureichend hält.

2.1. Notwendigkeit eines Gottesbeweises: Es wird dargelegt, warum Thomas trotz seiner theologischen Position einen philosophischen Gottesbeweis für notwendig hält, um Zweifler mit einer lückenlosen Argumentation zu überzeugen.

2.2. Die induktive Beweisführung: Dieses Kapitel erläutert die methodische Abkehr von deduktiven Ansätzen hin zu einer induktiven Vorgehensweise, bei der von beobachtbaren Wirkungen in der Welt auf eine erste Ursache geschlossen wird.

3. Der Gottesbeweis der Bewegung bei Thomas von Aquin: Thomas wendet seine induktive Methode auf die Bewegung in der Welt an, um die Notwendigkeit eines ersten unbewegten Bewegers aufzuzeigen.

3.1. Die Grundstruktur des Beweises: Die Argumentation wird in eine logische Abfolge von Prämissen übersetzt, die den Weg von der Erfahrung bewegter Dinge zum ersten Beweger abbildet.

3.2. Die Beweise der kritischen Sätze: Hier werden die fundamentalen Annahmen des Beweises, nämlich der Kausalsatz und das Verbot des unendlichen Regresses, detailliert unter die Lupe genommen.

3.2.1. Beweis des Kausalsatzes „Alles Bewegte, ist von einem anderen bewegt“: Basierend auf Aristoteles wird dargelegt, warum die Annahme eines „Sich-selbst-Bewegenden“ widersprüchlich ist und alles Bewegte eine äußere Ursache benötigt.

3.2.2. Beweis des Satzes „In Bewegenden und Bewegten kann man nicht ins Unendliche fortschreiten“: Dieses Kapitel begründet, warum eine unendliche Kette von Bewegungen logisch unmöglich ist und zwingend einen Anfang erfordert.

4. Kritik und Erwiderung: Es werden die Einwände kritischer Denker wie Kenny und Mackie gegen Thomas' Argumentation aufgeführt und durch Erwiderungen, oft unter Rückgriff auf die aristotelische Logik, entkräftet.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass der Beweisgang des Thomas von Aquin trotz mancher begrifflicher Unklarheiten eine in sich schlüssige und beeindruckende methodische Leistung darstellt.

Schlüsselwörter

Thomas von Aquin, Gottesbeweis, Kinesiologischer Gottesbeweis, Summa contra gentiles, Induktion, Kausalsatz, Infinitum Regress, Aristoteles, Bewegung, Erster Beweger, Ontologischer Gottesbeweis, Logische Schlussfolgerung, Kontingente Wesen, Scholastik, Gottesexistenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den kinesiologischen Gottesbeweis (den ersten der fünf Wege) von Thomas von Aquin im Hinblick auf dessen logische Grundstruktur und Schlüssigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die induktive Beweismethodik, die Widerlegung des Sich-selbst-Bewegenden sowie das Verbot eines infiniten Regresses in Ursachenketten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die logische Kohärenz des Beweisgangs nachzuweisen und kritische Einwände sowohl aus historischer als auch aus systematischer Sicht zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, die sich auf die Primärtexte von Thomas von Aquin („Summa contra gentiles“) und Aristoteles stützt, ergänzt um die moderne Rezeptionskritik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Einführung, die detaillierte Darstellung der Beweisstruktur, die Widerlegung der Gegenpositionen und eine ausführliche Auseinandersetzung mit kritischen Gegenargumenten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kinesiologischer Gottesbeweis, Induktion, Kausalsatz, Infinitum Regress und Thomas von Aquin definiert.

Wie unterscheidet sich Thomas' Methode von der Anselms von Canterbury?

Während Anselm ontologisch deduktiv argumentiert (Ableitung aus dem Begriff Gottes), geht Thomas induktiv von empirisch beobachtbaren Wirkungen in der Welt aus, um rückschließend auf eine erste Ursache zu gelangen.

Wie begegnet Thomas dem Einwand, eine unendliche Ursachenkette sei möglich?

Thomas argumentiert, dass eine unendliche Reihe von Abhängigkeiten innerhalb einer hierarchischen Ordnung das Phänomen der Bewegung in der Welt unmöglich machen würde, da keine erste Bewegung initiiert werden könnte.

Wie lautet die zentrale Erwiderung auf das Billardkugel-Beispiel von Anthony Kenny?

Thomas entgegnet, dass die Bewegung durch eine äußere Ursache (Gott) initiiert wird und das Beispiel der Kugeln nicht die eigentliche metaphysische Bewegungsursache erfasst, die im Übergang von Potenz zu Akt liegt.

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Details

Title
Der Gottesbeweis der Bewegung des Thomas von Aquin
Subtitle
Thomas´ erster von fünf Gottesbeweisen
College
University of Tubingen
Grade
1,7
Author
Matti Ostrowski (Author)
Publication Year
2010
Pages
17
Catalog Number
V163203
ISBN (eBook)
9783640774661
ISBN (Book)
9783640774807
Language
German
Tags
Thomas von Aquin kinesiologischer Gottesbeweis quinque viae Aristoteles Metaphysik induktiver Beweis Kritik ontologischer Beweis Anselm von Canterbury Gottesbeweise Beweis Gottes kosmologischer Gottesbeweis Existenz Gottes Gott
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matti Ostrowski (Author), 2010, Der Gottesbeweis der Bewegung des Thomas von Aquin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163203
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