Wertewandel führt zu vielen Veränderungen in der Gesellschaft. Dies ist auch verständlich, wenn man bedenkt, dass jede Entscheidung auf einem Wertesystem beruht – ein Mensch wertet zu jeder Zeit. Ob es eine einfache oder komplexe Entscheidung ist , jede Entscheidung wird von der individuellen Wertehaltung beeinflusst. Auch in der Mitarbeiterführung stellt man einen Wandel fest. Daher beschäftigt sich diese Arbeit mit der Frage, ob Wertewandel Führung beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Führung
2.1 Definition
2.2 Das Führungsstilkontinuum
3. Wertewandel am Beispiel Deutschland
3.1 Deutschlands Weg zum Dienstleistungsstaat
3.2 Erklärungsansätze
3.3 Fazit
4. Entwicklung des Führungsstils
5. Schlussbetrachtung
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den wechselseitigen Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlichen Wertewandel in Deutschland und der Veränderung von Führungsstilen. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwiefern der Übergang von materialistischen zu postmaterialistischen Werten die Art und Weise der Mitarbeiterführung maßgeblich beeinflusst hat.
- Analyse des Führungsstilkontinuums nach Tannenbaum/Schmidt
- Historische Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes zum Dienstleistungsstaat
- Theoretische Fundierung des Wertewandels mittels Ingleharts Hypothesen
- Verknüpfung der Bedürfnishierarchie nach Maslow mit ökonomischem Verhalten
- Ableitung moderner Anforderungen an die Unternehmensführung
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Führungsstilkontinuum
Im Führungsstilkontinuum (Continuum of leadership behaviours) nach Tannenbaum/Schmidt lassen sich autoritärer und kooperativer Führungsstil als Extrempunkte auf einem Kontinuum darstellen. Je nach Grad der Partizipation am Entscheidungsprozess entfernt man sich von einem Extrempunkt. In diesem Führungsstilkontinuum unterscheiden Tannenbaum/Schmidt zwischen sieben verschiedenen Klassifikationen (vgl. Abb.1; GERHOLD 2009: 4).
Es handelt sich um einen autoritären Führungsstil, wenn der Vorgesetzte ohne Konsultation der Mitarbeiter entscheidet. Ganz im Gegensatz zum kooperativen Führungsstil, wo die Gruppe entscheidet und der Vorgesetzte als Koordinator agiert. Vom autoritären zum kooperativen Führungsstil nimmt der Entscheidungsspielraum der Vorgesetzten ab und der Mitarbeiter zu (vgl. GERHOLD 2010: 5; TANNENBAUM/SCHMIDT 1973: 162-66).
Wenn der Wertewandel den Führungsstil beeinflusst, so müsste sich eine Veränderung entlang des Führungsstilkontinuums bemerkbar machen. Demnach muss ein dominierender Führungsstil durch einen anderen Stil verdrängt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die Hypothese auf, dass Führungsprozesse maßgeblich durch den gesellschaftlichen Wertewandel geprägt werden.
2. Führung: Dieses Kapitel definiert den Führungsbegriff und stellt das Führungsstilkontinuum als methodisches Instrument zur Differenzierung verschiedener Führungsansätze vor.
3. Wertewandel am Beispiel Deutschland: Hier wird der historische Wandel Deutschlands zum Dienstleistungsstaat erläutert und anhand von Ingleharts sowie Maslows Modellen der Übergang von materialistischen zu postmaterialistischen Werten analysiert.
4. Entwicklung des Führungsstils: Das Kapitel verknüpft die zuvor erarbeiteten theoretischen Grundlagen und zeigt auf, wie der Wertewandel zu neuen Anforderungen an die Unternehmensführung und einer Tendenz zum kooperativen Führungsstil führt.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass sich Führung in westlichen Industrienationen synchron zum gesellschaftlichen Wertewandel in Richtung partizipativer Stile entwickelt hat.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Ausarbeitung verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Werke.
Schlüsselwörter
Wertewandel, Führung, Führungsstilkontinuum, Mitarbeiterführung, Deutschland, Dienstleistungsstaat, Inglehart, Maslow, Materialismus, Postmaterialismus, Partizipation, Unternehmensführung, Sozialisationshypothese, Mangelhypothese, Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss des gesellschaftlichen Wertewandels auf die Ausgestaltung von Führungsstilen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Führung, die historische Entwicklung der Erwerbsstruktur sowie die soziologische Theorie des Wertewandels.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu belegen, dass die Verschiebung gesellschaftlicher Prioritäten von materieller Sicherheit hin zu Selbstverwirklichung direkt zu einem kooperativeren Führungsverhalten in Unternehmen führt.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Zur methodischen Untersuchung werden das Führungsstilkontinuum nach Tannenbaum/Schmidt, die Bedürfnishierarchie nach Maslow und die Thesen von Inglehart zum Wertewandel herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von Führung, eine detaillierte Analyse der historischen Entwicklung Deutschlands vom Agrar- zum Dienstleistungsstaat und die Herleitung notwendiger Konsequenzen für die moderne Führung.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Wertewandel, Postmaterialismus, Partizipation und Führungsstilkontinuum charakterisiert.
Warum spielt die deutsche Geschichte eine Rolle für diese Analyse?
Die historische Entwicklung dient als Fallbeispiel, um zu zeigen, wie sich ökonomische Rahmenbedingungen auf die Wertehaltung ganzer Generationen und somit auf die Akzeptanz von Führung auswirken.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Materialisten und Postmaterialisten?
Der Autor ordnet die Kriegs- und Nachkriegsgeneration den Materialisten zu, die durch Pflichtbewusstsein und Existenzsicherung geprägt sind, während die Wohlstandgeneration als Postmaterialisten mehr Wert auf Selbstentfaltung und Flexibilität legt.
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- B.A. Michael Gerhold (Autor), 2010, Wertewandel und seine Auswirkungen auf die Führung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163281