Geographie der Architektur: Regionen baulicher Epochen in Deutschland


Seminararbeit, 2009
31 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Begriffsklärungen
2.1 Geographie
2.2 Architektur
2.3 Gemeinsamkeiten der Geographie und der Architektur
2.4 Bedeutende Baustile
2.4.1 Wichtige Begriffe
2.4.2 Bedeutende Baustile und Epochen der europäischen Geschichte

3. Geographie der Architektur
3.1 Ausbreitung von Baustilen
3.1.1 Akteure
3.1.2 Dynamik
3.1.3 Ausgangspunkte
3.2 Architekturgeschichte der Stadt in Europa
3.3 Regionale Verbreitung von Baustilen unterschiedlicher Epochen in Deutschland
3.3.1 Ausbreitung von Baustilen in Deutschland
3.3.2 Überblick über verbreitete Baustile in Deutschland
3.3.3 Regionale Beispiele architektonischer Hochburgen im deutschsprachigen Raum
3.3.3.1 Speyer
3.3.3.2 Bregenz

4. Zusammenfassung

5. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abb. Deckblatt: Der Speyerer Dom

Abb. 1: Die Chephren-Pyramide in Ägypten

Abb. 2: Der Parthenon in Athen

Abb. 3: St. Denis in Paris

Abb. 4: Der Stift Melk in Niederösterreich als Beispiel für den barocken Baustil

Abb. 5: Der Einsteinturm des Potsdamer Observatorium

Abb. 6: Die Hufeisensiedlung in Berlin

Abb. 7: Der Speyerer Dom

1. Einführung

'Das Thema „Geographie der Architektur - Regionen baulicher Epochen in Deutschland" vereint zwei grofte Wissenschaften, die auf den ersten Blick eigentlich grundverschieden sind. Doch bei genauerer Betrachtung kann man erkennen, dass Architektur und Geographie zusammenhängen und sich ab und an bedingen. Durch das breitbandige Forschungsfeld der Geographie kommen beide Wissenschaften miteinander in Berührung.

Diese Arbeit wird im ersten Teil kurz die Begriffe Geographie und Architektur definieren und beide Wissenschaften miteinander in Verbindung bringen. Anschließend gibt sie einen Überblick über die wichtigsten Baustile. Das Thema des zweiten großen Abschnittes ist schließlich die Geographie der Architektur selbst. Dabei werden Akteure, die Dynamik der Verbreitung und Ausgangspunkte vorgestellt, schließlich die damalige Verbreitung der Baustil und die heutige Verbreitung. Anschließend folgen die Beschreibung zweier architektonisch bedeutender Städte, eine Zusammenfassung und ein Fazit. Die Literatur, die für diese Arbeit verwendet wurde, besteht zum größten Teil aus spezifischen Fachbüchern zu bestimmten Baustilen. Einen guten Einstieg und Überblick zu den jeweiligen Epochen gibt jedoch das Buch von Herbert Pothorn, das „Grofte Buch der Baustile". Bei der Beschreibung der Epochen fallt auf, dass die Arbeit nicht auf jede einzelne Stilepoche eingeht. Dies liegt daran, dass e eine Auswahl getroffen werden musste, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen.

2. Begriffsklärungen

In dem nun folgenden Abschnitt werden die Begriffe Geographie und Architektur erläutert und schließlich miteinander in Beziehung gebracht.

2.1 Geographie

Die Frage, was Geographie denn sei, ist nicht einfach zu beantworten. Man könnte es an dem festmachen, was an Universitäten gelehrt wird, man könnte ebenso betrachten, was die Menschen, die ein Geographiestudium abgeschlossen haben, nun tun. Man könnte sich zurückerinnern an den Erdkundeunterricht, an sämtliche Stoffeinheiten, die manchmal für den oberflächigen Betrachter mehr der Biologie ähnelten als der Geographie. Für den Passanten auf der Straße ist die Geographie meist einfach nur die Landeskunde (Gebhardt, Glaser, Radtke, Reuber 2007). Im Wörterbuch der allgemeinen Geographie beschreibt Hartmut Leser die Geographie als eine Wissenschaft, „...die sich traditionell mit der dreidimensionalen Struktur und Entwicklung der Landeshulle derErde beschaftigt." (Leser 2005, 276).

Die Geschichte der Geographie geht bis auf 550 vor Christus zurück. Von Anaximander von Milet stammt die erste Karte der Erde und der Meere. In der Antike beschränkte sich die Geographie noch auf Kartographie, bevor sie vielfältiger und weitläufiger wurde. Heute stellt sich die Geographie als eine Wissenschaft dar, der zahllose Unterdisziplinen zugrunde liegen. Die grobe Aufteilung in die Humangeographie und die physische Geographie stellt nur den Anfang dessen dar. Neben Wirtschafts-, Stadt-, Verkehrs-, Religions-, Sozial- und Bevölkerungsgeographie gibt es noch viele weitere Disziplinen, die die Wissenschaftler zur Humangeographie zählen. Die physische Geographie beschäftigt sich hauptsächlich mit den Formen der Erde, beispielsweise mit Vegetation, Geomorphologie, Bodenkunde, Klimatologie oder Hydrogeographie. Daneben schließlich die Regionale Geographie, die sich typologisch oder idiographisch mit bestimmten Teilen der Erde beschäftigt. Darunter fällt auch die Länderkunde oder Landschaftskunde (Gebhardt et al 2007). So vielfältig stellt sich die Geographie inzwischen dar und ist alles andere als ausschließlich Landeskunde, wie oftmals angenommen.

2.2 Architektur

Meyers Lexikon zufolge versteht man unter der Architektur den Hochbau (im Unterschied zum Tiefbau), der neben der Erfüllung des Zweckes ebenso künstlerische Gestaltung beinhaltet. Im weiteren Sinne bezeichnet der Begriff die Auseinandersetzung des Menschen mit dem bebauten Raum (Meyers Lexikonverlag 2007). Die Geschichte der Architektur ist so alt wie die der Menschheit. Denn mit den Menschen begann die Architektur. Bereits die ersten Menschen bauten sich Hütten oder nutzten Höhlen. So kann man Architektur als Ort der Behausung sozial agierender Gruppen bezeichnen, daneben jedoch ebenfalls als Gestaltungsinstrument der Gesellschaft (Philipp 2006). Bald differenzierte sich die Architektur.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Chephren-Pyramide in Ägypten (www.aegyptologie.com)

Denn jede Kultur, ja eigentlich jeder Mensch hat eigene ästhetische Vorlieben. So bildete sich eine Vielfalt menschlicher Bauformen heraus, jede prägt eine eigene Kultur und jede ist von ihr geprägt. So beispielsweise die Pyramiden in Ägypten (siehe Abbildung 1), die Siedlung Catal Hüyük, mit ihren vielen kleinen, direkt aneinander gebauten quadratischen Häuser, weiterhin Siedlungen mit Türmen und Mauern, die Macht zum Ausdruck brachten oder eben die Bauten, die Gottheiten gewidmet waren und es noch sind, und den Glauben in irgendeiner Form demonstrieren (Philipp 2006). Die Definition des Begriffes scheint nur über einzelne Aspekte möglich: sie ist über den raumschaffenden Charakter möglich oder über die Abgrenzung zum bloßen Bauen. Doch bereits hier wird es kompliziert. Wo hört bloßes Bauen auf und wo beginnt schließlich die Architektur? Architektur kann die Bauwerke bezeichnen, das Arbeitsfeld der Architekten oder auch schlicht die Baukunst. Es sollte deutlich geworden sein, dass Architektur eine Komplexität aufweist, die in dieser Arbeit leider nicht erschöpfend geklärt werden kann.

2.3 Gemeinsamkeiten der Geographie und der Architektur

Die erste Gemeinsamkeit ist die Differenziertheit beider Wissenschaften. Denn beide weisen ein enormes Untersuchungsfeld auf. Neben den vielen Untergliederungen und spezifischen Fachgebieten reichen beide Forschungsfelder in zahlreiche Nachbardisziplinen hinein. So ist ein Teil der Humangeographie einerseits Sozialwissenschaft oder ein anderer Teil gehört zum Studium der Wirtschaft, die physische Geographie hingegen ist teilweise mit der Biologie, Chemie und Physik verknüpft. Einerseits ist die Geographie eine Naturwissenschaft, andrerseits eine Gesellschaftswissenschaft, eine empirische und auch eine theoretische Wissenschaft (Gebhardt et al 2007). Auch die Architektur ist nicht spezifisch definierbar. Denn einerseits ist Architektur die Baukunst an sich, andere sagen, sie sei die Wissenschaft des Bauens, weitere sagen, der Begriff bezeichne das Berufsfeld des Architekten (Franck 2002). Und schließlich kommt noch die Gradwanderung hinzu, wann etwas Architektur sei und wann ein bloßes Bauwerk. Beide Disziplinen sind demnach sehr vielfältig und schwer einzugrenzen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die lange und für die Gegenwart äußerst bedeutsame Geschichte beider Wissenschaften. Die Architektur birgt Zeugnisse der frühen Kulturen, bringt Wissen und Ästhetik zum Vorschein. Denn ohne Bauwerke vergangener Kulturen wären viele Aspekte der Menschheitsgeschichte vor der Gegenwart verborgen geblieben. Dank Forschung und Ausgrabengen ist dem nicht so geworden (Prina, Demartini 2005). Auch die Geographie blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. So können viele Rückschlüsse auf Naturprozesse, Reise- und Handelswege und Entdeckungen gezogen werden (Gebhardt et al 2007).

Den größten Berührungspunkt der beiden Disziplinen stellt jedoch der Raum dar. Für die Geographie, sowohl für die Human- als auch die physische, ist er sehr bedeutend. Das Untersuchungsgebiet stellt einen spezifischen Raum dar, in der physischen, wie auch in der Humangeographie. So werden bei Letzerem spezielle Siedlungs- oder Wirtschaftsräume untersucht, in der Sozialgeographie stellt der Raum das System dar, das die menschlichen Gruppen durch Verhaltensweisen und Grunddaseinsfunktionen prägen und so produzieren. Kurzum, der Raum ist in der Geographie das wichtigste Element (Leser 2005). Auch in der Architektur spielt der Raum eine bedeutende Rolle, auch wenn er anders definiert oder gebildet wird. Die Architektur prägt den Raum, man kann nicht daran vorbeisehen, denn sie ist Teil des bürgerlichen Zusammenlebens und drückt den Menschen in der Landschaft und im Raum aus. Die letzte Eigenschaft geht mit der vorangegangenen Ausführung über den Raum in der Geographie, speziell in der Humangeographie, konform, dass der Mensch den Raum prägt. Der Raum stellt für die Architektur den Protagonisten dar, GHQQ Ä ...sie plant einen Binnenraum, der sich nicht in anderer Form darstellen lässt und der nur durch direkte Erfahrung erfasst und erlebt werden kann" (Prina et al 2005, 8). Die wichtigste Aufgabe der Architektur ist die Gliederung, Gestaltung und ebenso die Schaffung des Raumes. Auch hier gibt es wie in der Geographie unterschiedliche Räume: private, öffentliche, bebaute oder unbebaute, Innen- oder Außenräume (Prina et al 2005). Es ist nun feststellbar, dass sowohl die Architektur als auch die Geographie auf den Raum angewiesen sind, ihn jedoch gleichzeitig gestalten und definieren. Dies ist ein wichtiger Aspekt dieser Arbeit, die die räumliche architektonische Gestaltung Deutschlands behandelt.

2.4 Bedeutende Baustile

Der nun folgende Abschnitt beinhaltet einen kurzen Abriss über die bedeutendsten Baustile der Weltgeschichte und anschließend wird ein Überblick über die Baustile speziell in Deutschland gegeben. Es soll also deutlich werden, inwiefern welche Kulturen oder Ästhetikansprüche den Raum wie und wann definierten.

2.4.1 Wichtige Begriffe

Durch die Zeit hindurch gab es mehrere bedeutende Baustile. Dem Wortsinn zufolge bedeutet „Stil", dem Lateinischen dem „stilus" (Griffel) abgeleitet, eigentlich Handschrift. Letztendlich ist damit jedoch die Eigenart des Schreibenden, also des Kunstlers, gemeint. Stil ist also gleichzusetzen mit der Personlichkeit, die wiederum der Summe von Eigenarten entspricht. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung des Begriffs und so beschreibt „Stil" nun alles, das sinnfallig ist fur ein Zeitalter oder eine Epoche. So ist ein Baustil ein regional oder international bedeutender Stil in der Architektur. Die wichtigste Einteilung der Baustile folgt nach den Epochen und ist eng verwandt mit der Kunst (Pothorn 1979). Der Begriff „Epoche" wiederum stammt aus dem Griechischen und meint „das Anhalten". Meyers Lexikon zufolge ist eine Epoche „ein groRerer Zeitabschnitt, dessen Beginn und Ende mit einem deutlichen, einschneidenden Wandel der Verhaltnisse verbunden sind (...); auch verstanden als Zeitpunkt, mit dem eine neue bedeutsame Entwicklung beginnt." (Meyers Lexikonverlag 2007). Innerhalb einer Epoche gibt es ebenfalls Unterschiede nach Regionen oder Landern. In der Regel haben die einzelnen Epochen Fruh-, Hoch-, und Spatphasen.

2.4.2 Bedeutende Baustile und Epochen der europäischen Geschichte

Die Anfänge der Architektur in Europa finden sich bei den Griechen und den Römern. So ist der griechische Tempel Pevsner zufolge der Gipfelpunkt aller Architektur in plastischer-körperhafter Schönheit. Die plastische Gestalt bildete das Wesen der griechischen Architektur, nicht der Raum. Ein bedeutendes Beispiel ist der Parthenon, der auf Abbildung 2 zu erkennen ist (Pevsner 1994). Neben der Hochkultur der Griechen entstand die Hochkultur der Römer als die letzte und fortgeschrittenste Etappe in der bautechnischen und baukünstlerischen Entwicklung der Sklavenhaltergesellschaften (Grube, Kutschmar 2004). In der Regel nutzten die Römer bearbeitete Steine, Mörtel und Betonkonstruktionen. Es konnte so bereitsdamals eine erhöhte Tragfähigkeit erreicht werden. Es war also möglich, breitere Bögen zu bauen. Um die Attraktivität dieser zu erhöhen, wurden sie meist noch mit Marmor oder Mosaik verkleidet. Die römische Kunst verband so die pragmatische Konzeption mit repräsentativer Gestaltung. Die römische Architektur füllt die Zeit von 500 v. Chr. bis 400 n.Chr. Nach dem Untergang Roms im 6. Jahrhundert nach Christus setzte im zehnten Jahrhundert schließlich der romanische Stil ein. Er ist angelegt bis etwa zum zwölften Jahrhundert, jedoch reichten seine Stilprinzipien in manchen Regionen bis Mitte des dreizehnten Jahrhunderts (Pevsner 1994). Typisch für die Romanik sind die Rundbögen, oft in Verbindung mit enormen Steinmassen, große Bauten mit kleinen Fenstern, besonders ersichtlich an den Kirchen. Ein bekanntes Beispiel stellt der Speyerer Dom dar, die größte noch erhaltene romanische Kirche der Welt (Schütz/Müller 1989). Der Romanik folgte schließlich der gotische Stil. Er stellt die letzte und höchste Vollendung der mittelalterlichen Baukunst dar. Entstanden ist die Gotik in Frankreich und währte etwa von Mitte des zwölften bis Mitte des dreizehnten Jahrhunderts.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Der Parthenon in Athen (static.howstuffworks.com)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: St. Denis in Paris (de.wikipedia.org)

Der Grundstein für den Chor der Abteikirche von St-Denis bei Paris, ersichtlich an Abbildung 3, ist gleichzusetzen mit dem Grundstein der Gotik, deren charakteristische Motive der Spitzbogen, der Strebepfeiler und das Rippengewölbe/Skelettgewölbe sind. Letzteres meint, dass die Wände ihrer stützenden Funktion enthoben waren und ausschließlich als dünne Hülle den Kirchenraum umkleideten. So konnten farbige Glaswände das dunkle Mauerwerk öfters ersetzen (Gradmann 1992). Mit diesen Charakteristika fasste die Gotik Innovationen der Römer und der Romanik zusammen und stellte eine völlig neue ästhetische Idee heraus. Die Spätgotik begann etwa 1250, endete um 1500 und brachte mehrere kleine Veränderungen im Stil mit. Man bezeichnet die Gotik auch als den Königstil (Pevsner 1994). Die anschließende Renaissance entstand in bewusster Ablehnung des gotischen Baustils. Der Kernzeitraum liegt etwa zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert. Die Renaissance der Architektur hatte drei Tendenzen. Eine bestand darin, die antikische Kunst mit einfachen Formen, wie Kreisen oder Quadraten, wieder zu nutzen.

Die zweite Tendenz ähnelte dem Baustil der Romanik, die dritte der Gotik (Gradmann 1992). Im 17. Und 18. Jahrhundert dominierte die Baukunst des Barock und des Rokoko. Barock, vom Portugiesischen abgeleitet, bedeutet seltsam, unregelmäßig und schiefrund. Alleine die Übersetzung machte bereits deutlich, dass ihn im Vergleich zu den vorherigen Baustilen eine ungewohnte Unregelmäßigkeit charakteri]siert. Die barocke Kunst, ein schönes Beispiel zeigt Abbildung 4, ging aus der italienischen Renaissance hervor und nutzt deren Formenschatz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Der Stift Melk in Niederösterreich als Beispiel für den barocken Baustil (de.wikipedia.org)

Jedoch wurden Wände, Säulen und auch Giebel körperhafter, runde Formen verschmolzen mit Dreiecksgiebeln, alles wurde verdoppelt und verdreifacht und vor allem bewegt. Der Rokoko indes brachte keine bedeutenden Neuerungen mit sich, denn in ihm fand der Barock seinen Ausklang (Gradmann 1992). Im 18. Jahrhundert setzte der Klassizismus ein. Dieser Baustil nahm abermals die Klarheit und Würde der antiken Bauformen zum Vorbild, er versuchte vor allem die griechische Klassik mit ihren geradlinigen Stilformen zu erneuern. Sie wirkte so dem ,verschwendungssuchtigen' Barock entgegen. Auch die Baukunst der Agypter wurde oftmals aufgegriffen. Allerdings bestand dabei die Gefahr der schlichten Nachahmung oder Kopie klassischer Bauten und Baustile (Gradmann 1992). Dennoch stellt der Klassizismus den Auftakt zu einer weiteren Entwicklung der Baukunst im 19. Jahrhundert dar. Es folgten einige Umbrüche in Europa, sowohl in politischen als auch in wirtschaftlichen, sozialen und demographischen Bereichen. Durch das rasante Wachstum der Bevölkerung wurde es nötig, vor allem die Zahl der funktionellen, öffentlichen Gebäude zu erhöhen. Für Kirchen und Ratshäuser wurde vor allem der romanische und gotische Stil als Vorbild genommen, Bahnhöfe ähnelten römischen Thermen und Universitäten und Museen erinnerten an Gebäude aus der Zeit der Renaissance (Gradmann 1992). Um die Jahrhundertwende zwischen 19. und 20. Jahrhundert setzte der Jugendstil ein.

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Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Geographie der Architektur: Regionen baulicher Epochen in Deutschland
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Veranstaltung
Examensseminar: Spezielle Geografien
Note
1,5
Autor
Jahr
2009
Seiten
31
Katalognummer
V163314
ISBN (eBook)
9783640805563
ISBN (Buch)
9783640805501
Dateigröße
754 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Architektur, Geografie, Geographie, Epochen
Arbeit zitieren
Ann-Katrin Metzger (Autor), 2009, Geographie der Architektur: Regionen baulicher Epochen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163314

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