Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in das im Koran dargelegte Gottesbild geben. Dabei werden die wichtigsten Attribute Gottes herausgestellt und anhand von Koransuren belegt. Zudem wird erklärt, in wie weit die Eigenschaften Gottes Einfluss auf das Leben der Muslime haben.
Diese Arbeit ist in drei Teile geteilt: Zunächst wird im ersten Teil kurz eine Einführung in den Koran selbst, seinen Aufbau und Inhalt sowie seine Bedeutung für gläubige Muslime gegeben.
Im zweiten Teil wird sowohl auf Bezeichnungen für Gott im Koran und die ihm darin zugeschriebenen Attribute eingegangen als auch ein Einblick in die bildliche Darstellung Gottes im Koran gegeben. Im Anschluss wird anhand von Suren und Versen aufgezeigt, wie Gott im Koran dargestellt wird und welche seiner Eigenschaften für den Islam besonders elementar sind.
Im dritten Teil wird schließlich der umstrittene Aspekt der Prädestination behandelt, also die Frage, in wie weit der gläubige Muslim – nach Koran - tatsächlich von Gott beeinflusst wird oder bis zu welchem Grad er selbstständig handelt und die Verantwortung für sein Handeln somit selbst tragen muss. Auch dazu wurden Verse des Korans untersucht.
Sämtliche verwendete Versübersetzungen sind der Koranübersetzung von Adel Khoury (2007) entnommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Koran
2.1 Der Aufbau des Korans
2.2 Inhalte der Offenbarungen
2.3 Die Bedeutung des Korans für gläubige Muslime
3. Das Gottesbild im Koran
3.1 Gottesnamen
3.2 Bildliche Darstellung Gottes
3.3 Eigenschaften Gottes
3.3.1 Gott als einziger Gott
3.3.2 Gott als Schöpfer
3.3.3 Gott als Richter
4. Die Rolle der Prädestination
4.1 Der Widerspruch der Prädestination des Menschen im Koran
4.2 Die Theodizeefrage
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Einblick in das im Koran dargelegte Gottesbild. Das Ziel der Arbeit ist es, die zentralen Attribute Gottes zu analysieren, anhand von Koranversen zu belegen und zu untersuchen, wie diese Eigenschaften das tägliche Leben und Glaubensverständnis der gläubigen Muslime prägen.
- Darstellung der verschiedenen Gottesnamen und deren Bedeutung.
- Analyse der bildlichen Metaphorik Gottes im Koran.
- Untersuchung der zentralen Charaktereigenschaften: Einzigartigkeit, Schöpferkraft und Rolle als Richter.
- Erörterung des Spannungsfeldes zwischen menschlicher Willensfreiheit und göttlicher Prädestination.
- Auseinandersetzung mit der Theodizeefrage im islamischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Gott als einziger Gott
Eine der bedeutendsten Grundlagen des Islam, wenn nicht sogar die bedeutendste, ist der strikte Monotheismus. Dabei wird die Tatsache, dass es einen Gott gibt, im Koran als selbstverständlich vorausgesetzt.25 Dadurch, dass die Araber schon in vorislamischer Zeit an eine höchste Gottheit unter den vielen Gottheiten glaubten26, war der Beweis eines Gottes und der Grund für dessen Existenz nicht notwendig. Der Prophet begann schließlich, gegen die „Sorglosigkeit und gefährliche Blindheit der Menschen“ (Khoury 2007:70), d.h. den Polytheismus, zu kämpfen und predigte von einem einzigen Gott: Allah.27
Die Wichtigkeit des Monotheismus, also des Glauben an einen einen einzigen Gott, findet sich schon in dem islamischen Glaubensbekenntnis wieder: „es gibt keine Gottheit außer Gott“ (arab. lā ilāha illā llāh) heißt es darin. Zudem existiert innerhalb des Islam die Verpflichtung zu „der uneingeschränkten Hingabe an Gott und der bedingungslosen Unterwerfung unter seinen Willen“ (Khoury 2007:69). Es gibt keine schlimmere Sünde, als die Beigesellung (arab. širk)28, welche die Beigesellung anderer Götter neben Gott meint.29 Die Stellung Gottes als einziger Gott wird u.a. besonders in Sure 112 „Der aufrichtige Glaube“ (arab. al-Iḫlāṣ) deutlich:
„Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. Sprich: Er ist Gott, ein Einziger, Gott, der Undurchdringliche. Er hat nicht gezeugt, und Er ist nicht gezeugt worden, und niemand ist Ihm ebenbürtig.“ (Sure 112)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des im Koran dargelegten Gottesbildes ein und erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit sowie die Verwendung der Koranübersetzung von Adel Khoury.
2. Der Koran: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des Korans, die Bedeutung der Offenbarungen sowie die grundlegende Rolle des Korans als heiliges Buch und absolute Richtschnur im Alltag eines gläubigen Muslims.
3. Das Gottesbild im Koran: Hier werden Gottesnamen, die metaphorische bildliche Darstellung Gottes sowie seine zentralen Eigenschaften als einziger Gott, Schöpfer und Richter detailliert untersucht.
4. Die Rolle der Prädestination: Dieser Abschnitt analysiert den inkoranischen Widerspruch zwischen göttlicher Vorherbestimmung und menschlicher Eigenverantwortung sowie die daraus resultierende Theodizeefrage.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Funktion des Korans als Orientierungshilfe für die Frömmigkeit und die religiöse Praxis der Muslime.
Schlüsselwörter
Koran, Allah, Gottesbild, Monotheismus, Schöpfer, Richter, Prädestination, Willensfreiheit, Theodizee, Islam, Offenbarung, Glaube, Gottesattribute, Sure, Jüngster Tag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem im Koran dargelegten Bild Gottes und untersucht dessen zentrale Attribute und Eigenschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Gottesnamen, die Schöpfungstheologie, das Wirken Gottes als Richter am Jüngsten Tag sowie das Spannungsfeld zwischen Prädestination und menschlicher Verantwortung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine Annäherung an das Gottesbild im Koran, um zu verdeutlichen, wie die Eigenschaften Gottes Einfluss auf das Leben und die Handlungen gläubiger Muslime nehmen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin stützt sich auf eine hermeneutische Analyse von Suren und Versen des Korans, ergänzt durch die Heranziehung etablierter wissenschaftlicher Kommentare und Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Einführung in den Koran, eine detaillierte Analyse der Gottesattribute (Name, Schöpfung, Gericht) und die Untersuchung der theologischen Problematik der Prädestination.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Monotheismus, göttliche Allmacht, Schöpfung, Jüngster Tag, Prädestination und menschliche Eigenverantwortung.
Warum wird das Gottesbild im Koran oft als metaphorisch beschrieben?
Da Gott für den menschlichen Verstand nicht unmittelbar fassbar ist, nutzt der Koran Metaphern wie „Antlitz“ oder „Hand“, um göttliche Präsenz und Allmacht in eine verständliche Sprache zu übersetzen.
Wie löst der Koran das Problem der Theodizee?
Leid und Unglück werden im Koran als „Probe“ Gottes betrachtet, die den Gläubigen dazu veranlasst, sich in Geduld zu üben und auf Gott zu vertrauen, was die göttliche Güte und Allmacht integriert.
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- Maren Rüsch (Author), 2010, Das Gottesbild im Koran, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163380