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Die programmatische Entwicklung der „Grünen“ von den 1980er bis Anfang der 1990er Jahre

Ursachen und Folgen des Wandels von Weltbild und Politikverständnis

Titel: Die programmatische Entwicklung der „Grünen“ von den 1980er bis Anfang der 1990er Jahre

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 36 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julian Ostendorf (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
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In der vorliegenden Hausarbeit wird die programmatische Entwicklung der Partei „Die Grünen“ im Zeitraum von 1981 bis 1994 beleuchtet.
Zunächst wird erläutert, auf welche gesellschaftliche und politische Entwicklung die Gründung der Grünen zurückgeht. Die Grünen lassen in dem gesamten Zeitraum dieser Analyse verschiedene Strömungen erkennen. Dazu wird ein Überblick zu den unterschiedlichen Strömungen gegeben und in den Phasen die jeweilige Dominanz dargestellt. Des Weiteren wird veranschaulicht, welche Wahlergebnisse die Grünen erzielten und welche Affinität die Wählerschaft zu den neuen sozialen Bewegungen (i.F. NSB genannt) aufweiste. Dieser Einleitungsteil soll dazu dienen, die nachfolgende programmatische Entwicklung besser einordnen zu können.
Bei der Analyse der Programmatik wird der Fokus auf die Argumentationsweisen und Forderungen im Bereich Wirtschaft, Ökologie und Demokratie gelegt. Dieser Teil der Hausarbeit beschränkt sich auf die Beschreibung der Programmatik. Es wird dargestellt, wie die die sozialistische Ausrichtung von 1981 bis 1987 das Thema Ökologie unmittelbar mit dem Klassenkampf verband und die Identifikation mit den NSB zum Leitmotiv radikaler Forderungen im Bereich demokratischer Partizipation machte. Die Programmatik von 1987 bis 1990 unterlag einem ersten Wandel der Programmatik durch den machtpolitischen Aufstieg des „Realo-Flügels“. Es wird gezeigt, dass „linke“ Altlasten abgeworfen wurden und eine Entradikalisierung der Forderungen zu erkennen ist. Schließlich wird die Programmatik nach 1990 beschrieben und dargelegt, wie sie die systemkonforme Ausrichtung manifestierte.
Abschließend werden die analysierten Veränderungen kontextualisiert. Es wird erklärt, warum die Radikalität abnahm, der Abwurf einer anhaftenden Apokalyptik erfolgte und daraus eine gesteigerte Systemkonformität resultierte. Es wird die These aufgestellt, dass die programmatische Korrektur nach 1990 auf die Anpassung an gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Dazu zählen das Parteienumfeld und ihre Aufnahme von Umweltthemen, die Werteorientierungen der Bevölkerung, die Wahlpräferenzen von Anhängern der NSB sowie die sinkende Protestmobilisierung. Die programmatische Neuausrichtung ging demnach auf die Korrektur von Fehlannahmen und einer Anpassung an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zurück und hatte damit eine Entradikalisierung und gesteigerte Systemkonformität zur Folge.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Analytische Konzeption

2. Die Grünen: Entstehung, Strömungen und Wahlen (1980-1994)

2.1 Entstehung der Grünen und ihre Startbedingungen

2.2 Strömungen: Eine Phaseneinteilung

2.3 Wahlen: Ergebnisse und Verhältnis zu den NSB

3. Programmatische Entwicklung

3.1 1980-1987: Systemopposition und Apokalyptik

3.2 1987-1990: Entradikalisierung

3.3 1990-1994: Systemkonformität

4. Erklärung programmatischen Wandels: Faktoren und Beispiele

5. Schluss: Zusammenfassung und Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die programmatische Entwicklung der Partei „Die Grünen“ im Zeitraum von 1981 bis 1994, um die Ursachen und Folgen des Wandels ihres Weltbildes und Politikverständnisses aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie sich die Partei von einer systemoppositionellen Kraft zu einer systemkonformen Reformpartei gewandelt hat und welche gesellschaftlichen sowie politischen Rahmenbedingungen diesen Transformationsprozess maßgeblich beeinflusst haben.

  • Phasen der programmatischen Entwicklung zwischen 1981 und 1994
  • Wechselverhältnis zwischen fundamentaler Systemopposition und parlamentarischer Systemkonformität
  • Einfluss der Neuen sozialen Bewegungen (NSB) auf die grüne Identität
  • Anpassung der Programmatik an veränderte gesellschaftliche Wertorientierungen
  • Rolle des parteiinternen Wandels und externer Legitimationsdrücke

Auszug aus dem Buch

1.1 Analytische Konzeption

Die vorliegende Hausarbeit fokussiert mehrere zentrale Begrifflichkeiten. Als Weltbild gilt die Beschreibung der Strukturen und Funktionsweisen der gesellschaftlichen Umwelt in Politik und Wirtschaft. Das darauf aufbauende Politikverständnis beschreibt die Forderungen, die aus dem Weltbild abgeleitet werden, wie z.B. die Demokratisierung der Wirtschaft. Die Analyse des programmatischen Wandels hat drei Begriffe zur Grundlage: Entradikalisierung, Systemkonformität und Apokalyptik. Als radikal werden Forderungen bezeichnet, die eine völlige Veränderung vorhandener Institutionen und Strukturen bedeuten. Entradikalisierung ist demzufolge die Anpassung der Forderungen an etablierte Strukturen. Diese Forderungen können im politischen System oder auch in der Wirtschaftsordnung angesiedelt sein.

Systemkonformität bedeutet daran anschließend die Basierung von Forderungen auf Grundlage von herrschenden Institutionen. Der Begriff der Systemkonformität schließt damit ein, der durch den Begriff der „Inkorporierung“ beschrieben werden kann, als auch die Akzeptanz der Funktionsweisen von Subsystemen wie der Wirtschaftsform. Systemkonformität zielt damit auf den Erhalt der Funktionsweisen von Systemen ab, Systemopposition auf den Umsturz von bestehenden Institutionen.

Als apokalyptische Merkmale lassen sich bestimmte entworfene Szenarien und Zustandsbeschreibungen der Grünen identifizieren, die die Überlebensfähigkeit der Menschheit durch die Entziehung der Lebensgrundlagen gefährdet sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung der Arbeit ein und erläutert die methodische Herangehensweise bei der Untersuchung der programmatischen Transformation der Grünen.

2. Die Grünen: Entstehung, Strömungen und Wahlen (1980-1994): Dieses Kapitel analysiert die Gründungsbedingungen der Partei, die verschiedenen internen Strömungen sowie die Wahlerfolge und die enge Bindung an die Neuen sozialen Bewegungen.

3. Programmatische Entwicklung: Hier wird detailliert die inhaltliche Entwicklung der Grünen in drei Phasen beschrieben, von der systemoppositionellen Anfangszeit bis zur Manifestation einer systemkonformen Ausrichtung.

4. Erklärung programmatischen Wandels: Faktoren und Beispiele: Dieses Kapitel identifiziert zentrale externe und interne Faktoren wie das Parteienumfeld und gesellschaftliche Wertewandel, die den programmatischen Wandel erklären.

5. Schluss: Zusammenfassung und Bewertung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Wandel von einer rein idealistisch-ausgerichteten zu einer pragmatischen, systemkonformen Programmatik.

Schlüsselwörter

Die Grünen, Programmatik, Systemopposition, Systemkonformität, Entradikalisierung, Apokalyptik, Neue soziale Bewegungen, Parteientwicklung, Weltbild, Politikverständnis, Wahlprogramme, Wertewandel, Postmaterialismus, Demokratisierung, Umweltschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die inhaltliche und strategische Entwicklung der Partei „Die Grünen“ im Zeitraum von 1981 bis 1994.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die programmatischen Forderungen der Partei in den Bereichen Ökologie, Wirtschaft und Demokratie sowie deren Wandel im Zeitverlauf.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Ursachen für den Wandel von einer radikalen, systemoppositionellen Programmatik hin zu einer systemkonformen Politik zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse der Parteiprogramme, Wahlaufrufe und strategischer Dokumente der Grünen in Korrelation mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Parteigeschichte, die detaillierte Analyse der drei programmatischen Entwicklungsphasen sowie die Untersuchung der Faktoren, die diesen Wandel bedingten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Entradikalisierung, Systemkonformität, Apokalyptik, Neue soziale Bewegungen und programmatischer Wandel.

Warum wird der Begriff „Apokalyptik“ im Kontext der Grünen verwendet?

Er beschreibt die frühzeitige rhetorische Strategie der Grünen, vor existenziellen ökologischen Katastrophen zu warnen, um politischen Druck aufzubauen und die Notwendigkeit radikaler Änderungen zu begründen.

Welche Rolle spielten die Neuen sozialen Bewegungen (NSB) für die Partei?

Die NSB fungierten als Identifikationsbasis und „Motor“ für die Forderungen der Grünen, wobei die Partei sich anfänglich als deren parlamentarischer verlängerter Arm verstand.

Wie verändert sich die Einstellung der Grünen zum parlamentarischen System?

Anfänglich strebte die Partei eine systemoppositionelle Zerstörung bestehender Strukturen an, entwickelte sich jedoch über die Jahre hinweg zu einem Akteur, der das parlamentarische System akzeptierte und innerhalb dessen nach Kompromissen suchte.

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Details

Titel
Die programmatische Entwicklung der „Grünen“ von den 1980er bis Anfang der 1990er Jahre
Untertitel
Ursachen und Folgen des Wandels von Weltbild und Politikverständnis
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Neue Soziale Bewegungen: Partizipationsformen im späten 20. Jahrhundert
Note
1,3
Autor
Julian Ostendorf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
36
Katalognummer
V163423
ISBN (eBook)
9783640777419
ISBN (Buch)
9783640776955
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Die Grünen Neue Soziale Bewegungen CDU SPD Umweltpolitik Wiedervereinigung Postmaterialismus Öko-Sozialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Ostendorf (Autor:in), 2010, Die programmatische Entwicklung der „Grünen“ von den 1980er bis Anfang der 1990er Jahre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163423
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Leseprobe aus  36  Seiten
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