Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - Modern History

Peter Moors Fahrt nach Südwest

Ein komponierter Feldzugsbericht

Title: Peter Moors Fahrt nach Südwest

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andreas Wünsch (Author)

History of Germany - Modern History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Jahr 1906 - zwei Jahre nach Beginn des Herero-Aufstands im damaligen Deutsch-Südwestafrika - erschien der Kolonialroman "Peter Moors Fahrt nach Südwest". Geschrieben hatte ihn der deutsche Autor Gustav Frenssen, der zwar nicht selbst in Südwestafrika war, aber durch Augenzeugenberichte ein lebhaftes Bild von den Ereignissen während des Aufstands zu schildern vermochte. Die Realitätsnähe des Romans ist größtenteils auch außerordentlich. Allerdings scheint gerade der harte Ralismus dazu geeignet, Frenssens ideologisches Weltbild an seine Leser heranzutragen.

In meiner Arbeit analysiere ich, auf welche Weise Frenssen versucht, seine ideologische Botschaften unter die Leser zu bringen. Er nutzt nicht nur den Erzählstil, sondern weiß auch seine Leser auf verschiedene Art und Weise zu gewinnen, tritt als glaubhafter Erzähler auf, der seinen Held berichten lässt, wie es "wirklich" war und entwirft zeitweise fast unbemerkt aber kontinuierlich ein Feindbild, das er stellenweise mit kräftigen Strichen unmissverständlich mit ideologischem Gedankengut ausmalt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Aufbruch in ein fremdes Land – eine Einleitung

B. Das Werk, seine Botschaft und Wirkungsstrategie

1. Hintergrund – der Stoff und sein Potential

2. Intentionen des Autors

3. Möglichkeiten des Autors

4. Inhalt, Botschaft und literarische Umsetzung

4.1 Gewinnen des Lesers

4.1.1 Identifikation: Ich-Erzähler und Charakter des Protagonisten

4.1.2 Erzählstil

4.1.3 Abenteuerliches und Episoden für den Leser

4.1.4 Zusammenfassung

4.2 Komposition – Form und dramaturgischer Aufbau

4.3 Wirklichkeiten

4.3.1 Frenssen und die Wirklichkeit

4.3.2 Wirklichkeit in ‚Peter Moor’

4.3.3 Wirkung und Zweck der Wirklichkeit in ‚Peter Moor’

4.4 Wichtige Botschaften, Ideologien und ihre Verbreitung

4.4.1 Verklärte Wirklichkeit und Romantisierung

4.4.2 Kritiklos – Frenssens gehorsamer Soldat

4.4.3 Arbeit mit Gegensätzen und der Entwurf eines Feindbildes

4.4.4 Sendungsbewusstsein und der Glaube im Dienst der Nation

C. Abschluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Gustav Frenssens „Feldzugsbericht“ „Peter Moors Fahrt nach Südwest“ (1906) hinsichtlich seiner literarischen Wirkungsmechanismen und ideologischen Tendenzen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Frenssen den Anspruch auf Authentizität und Realismus strategisch als „Trojanisches Pferd“ nutzt, um ein kolonialistisches Weltbild und nationale Ideologien in das Bewusstsein der Leserschaft zu transportieren.

  • Literarische Inszenierung von Authentizität und Identifikation durch den Ich-Erzähler.
  • Einsatz rhetorischer Mittel (docere, delectare, movere) zur Leserbindung.
  • Strukturelle Analyse der Komposition als Mittel zur Popularisierung politischer Botschaften.
  • Konstruktion von Feindbildern durch Animalisierung und Entindividualisierung der Herero.
  • Verklärung des kolonialen Feldzugs zum „Kreuzzug“ im Dienst von Zivilisation und Nation.

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Erzählstil

Der Erzählstil ist einfach, flüssig und vermeidet überflüssigen Schmuck. Oberstes Prinzip sind Klarheit und Deutlichkeit, in der Rhetorik als perspicuitas bezeichnet, und immer dann anzuwenden, wenn der Text von einem großen Publikum gelesen und verstanden werden soll. Frenssen selbst drückt das so aus: „Man muß ganz einfach sein. Um Himmels willen nicht an Geistreichigkeiten denken! Im Einfachen liegt aller Geist, im Kindergemüt, in der Demut, in Hingabe, Sehen und Staunen.“ Frenssen bezieht hier das Einfache auf Form und Inhalt, und ebenso setzt er es in seiner Erzählung um. Er bevorzugt „einen Stil, der soweit wie möglich auf schmückende Attribute verzichtet und sowohl Handlungen als auch Reflexionen der Protagonisten als einfache Folge von Sequenzen darstellt. Tiefere Gefühle und komplizierte Gedankengänge werden weitgehend ausgespart.“

Die Anwendung eines einfachen und schmucklosen Erzählstils ist konsequente Umsetzung der Beschränkung auf eine einzige Erzählperspektive, nämlich die des Protagonisten aus einem durchschnittlichen Handwerkerhaus. Überdies trifft der nüchterne Stil das Genre, dem Gustav Frenssen seine Erzählung zuschreibt, den Feldzugsbericht. Fast durchgängig erzählt Frenssen mit soldatischer Knappheit und Nüchternheit. Auch in Szenen, die Gelegenheit zu pathetischen Ausschweifungen bieten, bleibt er Erzählstil und Charakter treu und schildert mit konsequenter und beeindruckender Nüchternheit: „Gegen Abend, als die Sonne unterging, wurden die Toten in das Grab gelegt. Zwanzig Mann schossen über ihrem offenen Grab; der Alte sprach von Vaterland und Gott, und von Tod und Opferglauben. Ich saß wund und halb von Sinnen bei den Verwundeten, von denen einige, ans Wagenrad gelehnt, leise redeten, andere mühselig seufzten, andere vor Ermattung oder Ohnmacht schliefen, einer oder zwei strebend röchelten. Gehlsen, der auch einen Fleischschuß im Arm hatte, saß neben mir.“

Zusammenfassung der Kapitel

A. Aufbruch in ein fremdes Land – eine Einleitung: Diese Einleitung führt in die Ankunft der Schutztruppe in Swakopmund ein und umreißt Frenssens Anspruch, einen authentischen Feldzugsbericht über den Herero-Aufstand verfasst zu haben.

B. Das Werk, seine Botschaft und Wirkungsstrategie: Dieser umfangreiche Hauptteil untersucht die historischen Hintergründe, die Intentionen des Autors sowie die spezifischen literarischen und rhetorischen Techniken, mit denen Frenssen sein Publikum überzeugt und beeinflusst.

C. Abschluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Frenssen Realismus lediglich als Mittel zum Zweck einsetzt, um seine Weltanschauung und nationalistische Ideologie rhetorisch geschickt zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Peter Moors Fahrt nach Südwest, Gustav Frenssen, Kolonialliteratur, Herero-Aufstand, Authentizität, Feldzugsbericht, Propaganda, Rhetorik, Ideologie, Kameradschaft, Feindbild, Nationalismus, Zivilisation, Kolonialismus, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Gustav Frenssens Roman „Peter Moors Fahrt nach Südwest“ und deckt auf, wie der Autor literarische Mittel nutzt, um kolonialistische Ideologien zu verbreiten.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Schwerpunkte sind die rhetorische Wirkungsstrategie des Romans, die Konstruktion von Authentizität, die Idealiserung der Schutztruppe und die gezielte Abwertung des Gegners.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Untersuchung soll nachweisen, wie Frenssen den Anspruch auf einen wahrheitsgetreuen Bericht instrumentalisierte, um sein Weltbild und ein politisch motiviertes Feindbild im damaligen Lesepublikum zu verankern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Rückgriff auf zeitgenössische Quellen, historische Fakten und rhetorische Wirkungsprinzipien kritisch dekonstruiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Komposition des Werks, die Rolle des Ich-Erzählers Peter Moor, die Wirksamkeit der „erhöhten Wirklichkeit“ und die ideologische Stilisierung des Feldzugs als Kreuzzug.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Kolonialliteratur, Feldzugsbericht, Authentizitätsanspruch, Feindbildkonstruktion, Ideologie und propagandistische Literatur.

Wie geht die Arbeit mit dem Begriff „Authentizität“ bei Frenssen um?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Frenssens „Realismus“ eine gezielte Technik ist, um den Leser zu täuschen und das Erzählte als unwidersprochene Wahrheit akzeptieren zu lassen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der „Kameradschaft“ im Roman?

Die Untersuchung zeigt auf, dass Kameradschaft bei Frenssen nicht nur zwischenmenschlich, sondern politisch als einigendes Element eines angestrebten deutschen Volkskörpers funktionalisiert wird.

Welche Funktion haben die „Abenteuer-Episoden“ in der Erzählung?

Sie dienen als „retardierendes Moment“ und „Erinnerungspunkte“, die den Leser unterhalten und gleichzeitig den eigentlichen Ernst des Vernichtungskrieges verschleiern.

Excerpt out of 36 pages  - scroll top

Details

Title
Peter Moors Fahrt nach Südwest
Subtitle
Ein komponierter Feldzugsbericht
College
University of Tubingen
Grade
1,7
Author
Andreas Wünsch (Author)
Publication Year
2006
Pages
36
Catalog Number
V163516
ISBN (eBook)
9783640780266
Language
German
Tags
Kolonialismus Afrika Namibia Deutsch-Südwest Kolonialliteratur Peter Moor Gustav Frenssen Feldzug Feldzugsbericht Kolonialroman 1904 1906 Herero-Aufstand Kolonialkrieg Ideologie Sendungsbewusstsein Moor Frenssen Victor Franke Franke Swakopmund Windhuk Windhoek Augenzeugenbericht Rhetorik rhetorische Strategien Realismus ethos pathos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Wünsch (Author), 2006, Peter Moors Fahrt nach Südwest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163516
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  36  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint