Diese Hausarbeit zeigt die bedeutende Entwicklung des Zivilrechts in Europa ab Beginn des römischen Rechts. Hauptaugenmerk liegt aber im deutschen Raum vom Beginn des römischen Rechts bis hin zur Kodifizierung des Zivilrechts in Gestalt des BGB.
Anschließend wird die Kodifizierung ausländischer Zivilgesetzbücher mit Bezug zum BGB betrachtet.
Suchbegriffe:
Rechtskreise, Civil Law, germanischer Rechtskreis, deutscher Rechtskreis, römisches Recht, römisch-byzantinisches Recht, Zwölftafelgesetz, Justinian, Corpus Iuris Civiles, europäisches Mittelalter, Glossen, Glossatoren, Azo, Accursius, Glossa ordinaria, Eike von Repgow, Sachsenspiegel, Konsiliatoren, Baldus de Ubaldis, Bartolus de Sassoferrato, Ewiger Landfrieden, Johann Freiherr von Schwarzenberg , Constitutio Criminalis Carolina, Ulrich Zasius, europäische Neuzeit, Usus modernus pandectarum, Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis, Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten, Code civil, Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch, Friedrich Justus Thibaut, Friedrich Carl von Savigny, 18.05.1848, Nationalversammlung, Deutscher Bund, Norddeutscher Bund, BGB, Bürgerliches Gesetzbuch, Pandektenwissenschaft, Bernhard Windscheid, Otto von Gierke, Nationalsozialismus, NSDAP, Volksgesetzbuch, ZGB, Zivilgesetzbuch, DDR, Deutsche Demokratische Republik, Österreich, Griechenland, Japan, JBGB, Japanisches Bürgerliches Gesetzbuch, 1853, Admiral Perry, ungleiche Verträge, Hermann Techow, Otto Rudorff, Hermann Roesler, Boissonade
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entstehung der römisch-germanischen Rechtsfamilie
3. Das europäische Mittelalter
4. Die europäische Neuzeit
5. Die Entstehung des BGB
6. Das BGB zur Zeit des Nationalsozialismus
7. Die Ablösung des BGB durch das ZGB in der Deutschen Demokratischen Republik
8. Das BGB als Modell für Zivilrechtskodifikationen im Ausland
8.1 Im europäischen Ausland
8.2 In Brasilien
8.3 In Japan
9. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung des deutschen Zivilrechts von den Ursprüngen im römischen Recht bis zur Kodifizierung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Dabei wird analysiert, wie das BGB als Modell für ausländische Zivilrechtskodifikationen – insbesondere in Europa und Japan – diente und welche Rolle es in verschiedenen historischen Epochen sowie im politischen Kontext der DDR einnahm.
- Historische Genese der römisch-germanischen Rechtsfamilie
- Die Entwicklung des BGB und seine wissenschaftliche Grundlage
- Einfluss des BGB auf ausländische Rechtsordnungen
- Vergleich zwischen BGB und Zivilgesetzbuch der DDR
- Rolle des Zivilrechts in der modernen Rechtsgeschichte
Auszug aus dem Buch
8.3. In Japan
Die japanische Geschichte wurde von Historikern in Zeitalter eingeteilt, da Japan erst 1872 den gregorianischen Kalender einführte. Die erste japanische Dynastie wird in chinesischen Geschichtswerken 660 v. Chr. erwähnt. Die japanische Periodisierung beginnt dagegen erst im 6. Jahrhundert n. Chr. Eine übliche Zeiteinteilung war nach der Regierungszeit von Kaisern oder den Sitz der Hauptstadt.
Chinesische Quellen aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. berichten von einem in 100 Reiche geteilten Land, welche Tribut an den chinesischen Hof leisteten und teilweise deren Recht rezeptierten. Das japanische Recht dieser Zeit war religiös, die Menschen lebten in Clans und glaubten an Ahnengottheiten unterschiedlicher Ränge, welchen jeweils eine Sippe angehörte. Es bildete sich ein Wertesystem der Konsensbildung, Gruppenorientierung und Konfliktvermeidung heraus, welches das Rechtsdenken der Japaner noch heute beeinflusst. Durch die Ausbreitung des Buddhismus im 6. Jahrhundert wich dieses Clansystem durch das Erstarken des Soga-Clans einem Zentralverwaltungssystem nach chinesischem Vorbild. 604 entstand die sog. 17 Artikel-Verfassung, in der ein absolutistisches Herrschaftssystem begründet wurde und Recht als etwas definiert war, „das man befolgen musste“. Eigene Ansprüche ließen sich darauf jedoch nicht ableiten. Diese Idee wirkte noch über 1.000 Jahre fort. Mit Niedergang der Soga- und Beginn der Taika-Periode im 7. Jahrhundert kam es zu Rechtsreformen und zu Kodifizierung selbiger.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Grundlagen der Rechtskreistheorie und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie den Fokus auf die deutsche Rechtsgeschichte dar.
2. Die Entstehung der römisch-germanischen Rechtsfamilie: Beschreibt die historische Entwicklung vom römischen Recht, über das Zwölftafelgesetz bis hin zum Corpus Iuris Civiles.
3. Das europäische Mittelalter: Analysiert die Rechtszersplitterung im Mittelalter, die Rolle der Glossatoren und die Entstehung des Sachsenspiegels.
4. Die europäische Neuzeit: Behandelt die Kodifikationsbestrebungen in Bayern, Preußen und Frankreich sowie die Debatte zwischen Thibaut und Savigny.
5. Die Entstehung des BGB: Detailliert den Prozess der Gesetzgebung, der zur Inkrafttretung des BGB am 01.01.1900 führte.
6. Das BGB zur Zeit des Nationalsozialismus: Untersucht die nationalsozialistische Kritik am BGB und die Pläne für ein nationalsozialistisches Volksgesetzbuch.
7. Die Ablösung des BGB durch das ZGB in der Deutschen Demokratischen Republik: Beschreibt die rechtliche Transformation in der DDR und die Einführung des Zivilgesetzbuches (ZGB) 1975.
8. Das BGB als Modell für Zivilrechtskodifikationen im Ausland: Untersucht den Einfluss des BGB auf die Gesetzgebung in Europa, Brasilien und Japan.
9. Fazit: Fasst die Bedeutung des BGB als weltweit beachtetes Zivilrechtsmodell und dessen Beständigkeit zusammen.
Schlüsselwörter
Bürgerliches Gesetzbuch, BGB, Römisch-germanische Rechtsfamilie, Zivilrecht, Kodifikation, Rechtsvergleichung, Rechtsgeschichte, Pandektenrecht, Sachsenspiegel, Zivilgesetzbuch, Rechtseinheit, Rechtswissenschaft, Japanisches Bürgerliches Gesetzbuch, Code civil, Privatrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung des deutschen Zivilrechts, der Entwicklung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) und dessen Rolle als Vorbild für Kodifikationen in anderen Ländern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Geschichte des römischen Rechts, die europäische Rechtsgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, der Entstehungsprozess des BGB, dessen Wandel in der DDR sowie die Rezeption des BGB in Japan und anderen Ländern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Rechtstradition des BGB nachzuvollziehen und aufzuzeigen, warum und wie es trotz seiner langen Geschichte als Modell für ausländische Zivilgesetzbücher dienen konnte.
Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?
Die Arbeit verfolgt einen rechtsgeschichtlichen und rechtsvergleichenden Ansatz, der sich auf historische Primärquellen und fachwissenschaftliche Literatur stützt.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der römischen Zeit bis in das 20. Jahrhundert und beleuchtet neben der Entstehung des BGB auch dessen Verdrängung und Wiedereinführung im Kontext der deutschen Teilung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Rechtsfamilie, Kodifikation, Pandektenrecht, BGB, ZGB und Rechtsvergleichung.
Warum wird Japan in der Arbeit gesondert betrachtet?
Japan wird als Fallbeispiel angeführt, um zu verdeutlichen, wie ein außereuropäisches Land im Zuge der Modernisierung gezielt deutsche Rechtstechnik zur Erarbeitung seines eigenen Zivilgesetzbuches nutzte.
Wie unterscheidet sich das DDR-Zivilgesetzbuch vom BGB?
Das ZGB war wesentlich kürzer als das BGB, verzichtete auf den Allgemeinen Teil und war stärker nach Lebensbereichen gegliedert, wobei es die Vertragsfreiheit zugunsten einer staatlichen Planwirtschaft einschränkte.
Welche Rolle spielte Friedrich Carl von Savigny für das BGB?
Savigny prägte durch seine historische Rechtsschule das deutsche Rechtsdenken, was maßgeblichen Einfluss auf die spätere Strukturierung des BGB hatte, insbesondere auf die Konzeption des Allgemeinen Teils.
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- Maik Gerstner (Author), 2010, Die Entstehung des deutschen Zivilrechts und das Bürgerliche Gesetzbuch als Modell für andere Kodifikationen in Europa und Japan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163545