Individualisierung und Flexibilisierung der Arbeit


Hausarbeit, 2010

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Möglichkeiten zur Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeit
2.1 Begriffsklärung Flexibilisierung und Individualisierung
2.2 Flexibilisierung durch Produktorganisation
2.3 Flexibilisierung durch variable Fertigungsstrukturen
2.4 Flexibilisierung durch Personalleasing
2.5 Flexibilisierung des Arbeitsortes
2.6 Flexibilisierung der Arbeitszeit

3. Praxisbeispiel Fraport AG

4. Fazit

III Literatur- und Quellenverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Formen der Leiharbeit

Abbildung 2: Anzahl der Leiharbeitnehmer in Deutschland

Abbildung 3: Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Arbeit für Arbeitgeber und -nehmer

Abbildung 4: Frauenanteil bei Teilzeitarbeit

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Unternehmen in Deutschland und auch weltweit müssen wettbewerbsfähig sein, um in der heutigen Zeit der Globalisierung und des sozialen Wandels „zu überleben“. Unternehmen sollen kostengünstiger, flexibler und kunden­orientierter agieren. Ein entscheidender Faktor dabei sind die Mitarbeiter. Doch diese stellen heute andere Anforderungen an die Arbeit als früher. Heutzutage möchte der Arbeitnehmer Selbstverwirklichung, Weiterent­wicklung und persönliche Anerkennung. Grundlegende Rahmenbedingungen der Arbeit verändern sich ebenfalls zunehmend, bedingt durch die sozio­kulturellen Rahmenbedingungen wie Individualisierung, Enttraditionalisierung und Wertewandel.[1] Es erscheint somit ratsam die Mitarbeiter in die Gestal­tung der Arbeitsprozesse einzubeziehen. Um die Balance zwischen Unter­nehmensinteressen und der der Mitarbeiter zu finden, bedarf es des opti­malen Einsatzes der Mitarbeiter. Seitens des Mitarbeiters spielt dabei die Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeit eine sehr bedeutende Rolle.

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

Zielsetzung des Assignments ist es, die Möglichkeiten der Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeit näher zu beleuchten. Die Begriffe Flexibi­lisierung und Individualisierung werden dazu in Kapitel zwei erläutert und abgegrenzt. Beide Begriffe werden in der Literatur in diesem Zusammenhang dennoch synonym verwendet. Folgen werden Ausführungen zu den einzelnen Flexibilisierungsmöglichkeiten der Arbeit. Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten liegt bei diesem Assignment die Konzentration bei der Flexibilisierung der chronometrischen Arbeitszeit. Vervollständigt wird das Thema mit einem aktuellen Praxisbeispiel und beendet mit einem Fazit.

2. Möglichkeiten zur Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeit

2.1 Begriffsklärung Flexibilisierung und Individualisierung

Häufig werden Flexibilisierung und Individualisierung synonym verwendet. Auch in der Literatur werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet. Nur vereinzelt werden diese voneinander differenziert.

Flexibilisierung heißt Anpassungsfähigkeit und verfolgt eine bessere Aus­richtung des Interessensausgleichs zwischen Arbeitnehmer und Arbeit­geber.[2] Dies bedeutet „die variable Anpassung arbeitsorganisatorischer Regelungen an die Vielfalt der Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.“[3] In erster Linie wird versucht die ganze Organisation auf eine Verbesserung der Unternehmensleistung abzustimmen, um somit seine öko­nomische Effizienz zu verbessern.[4]

Bei der Individualisierung der Arbeit hingegen geht Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln davon aus, dass Beschäftigung und Arbeit flexibler werden und weniger standardisiert.[5] Auch Schröer verwendet beide Begriffe in Abhängigkeit voneinander. Voraus­setzung für die Flexibilisierung der Arbeit sei die Individualisierung.[6]

Jung verbindet diese ebenfalls und versteht darunter „die Anpassung des Arbeitssystems an die unternehmenspolitischen Interessen … und an die individuell unterschiedlichen Mitarbeiterbedürfnisse.“[7] Dazu gehören bei­spielsweise Selbstverwirklichung und Entscheidungsfreiheit.[8] Diese Aus­führungen zeigen, dass Flexibilisierung und Individualisierung schwer von-einander zu unterscheiden sind und beide in die gleiche Richtung weisen.

2.2 Flexibilisierung durch Produktorganisation

Auftrags- und Produktionsniveauschwankungen erfordern eine Anpassung des Personaleinsatzes an die Arbeitsmenge. Dies kann durch die Steuerung der Auftragsdurchlaufzeiten und -reihenfolgen sowie der Prozesszeiten und -folgen flexibilisiert werden. Dafür gibt es verschiedene Anpassungsmaß­nahmen aus Sicht des Unternehmens, wie beispielsweise die Werkbankfer­tigung, die Werkstattfertigung, das Flussprinzip und die Fertigungsinsel.

Die Werkbankfertigung wird durch die Werkstattfertigung erweitert. Es handelt sich bei beiden um unverkettete Arbeitssysteme ohne gekenn­zeichneten Materialfluss. Bei der Werkbankfertigung sind die Betriebsmittel ortgebunden, Arbeitnehmer und Arbeitsgegenstände sind die beweglich.

Bei der Werkstattfertigung jedoch sind Betriebsmittel und Arbeitnehmer orts­gebunden, nur die Arbeitsgegenstände sind beweglich, man spricht hier vom Verrichtungsprinzip.

Beim Flussprinzip ist das Arbeitssystem in der Reihenfolge der Arbeitsvor­gänge ausgerichtet. Dabei wird zwischen Fließfertigung und Reihenfertigung differenziert. Beide Maßnahmen unterscheiden sich nur durch die Zeit. Die Fließfertigung ist zeitlich gebunden, die Reihenfertigung nicht.

Bei der Fertigungsinsel sind alle benötigten Betriebsmittel in einer Ferti­gungsinsel räumlich und organisatorisch zusammengefasst. Daher ist es möglich, ein Produkt vollständig in einer Fertigungsinsel herzustellen.[9]

2.3 Flexibilisierung durch variable Fertigungsstrukturen

Variable Fertigungsstrukturen sind heute notwendig, da die individuellen Wünsche der Kunden zunehmen und eine möglichst große Vielfalt der Produkte wünschen. Um diesem Problem gerecht zu werden, ist eine An­passung der Fertigung auf verschiedene Typen notwendig.[10] Auch diese Flexibilisierungsmaßnahme lässt erkennen, dass die Unternehmen hier selbst der Antriebsmotor sind.

[...]


[1] Vgl. Institut Arbeit und Wirtschaft (Hrsg.) R. Dombois, IAW Forschungsbericht 13, Gesellschaftliche Modernisierung und Regulierung von Arbeit, 2007, S. 6 ff

[2] Vgl. A. Oppolzer, H. Wegener, U. Zachert (Hrsg.) Flexibilisierung - Deregulierung. Arbeitspolitik in der Wende, Hamburg, 1986, S. 48

[3] P. Conrad/T. Hucker, Subjektivierung von Arbeit. Discussion Paper No. 1, Hamburg, 2006, S.7

[4] Vgl. W. Schmeisser, Personalmanagement. Praxis der Lohn- und Gehaltsabrechnung - Personalcontrolling - Arbeitsrecht, Herne/Berlin, 1999, S. 66 ff

[5] Vgl. interne Unterlagen der Abteilung Vertrieb bei der Fraport AG

[6] Vgl. L. Böhnisch, W. Schröer, Pädagogik & Arbeitsgesellschaft. Historische Grundlagen und theoretische Ansätze, Weinheim/München, 2001, S. 101

[7] H. Jung, Personalwirtschaft, 8., aktualisierte und überarbeitete Auflage, München, 2008, S. 223

[8] Vgl. W. Schmeisser, Herne/Berlin, 1999, S. 66

[9] Vgl. H. Jung, 2008, S. 224 ff

[10] Vgl. H. Jung, 2008, S.226

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Individualisierung und Flexibilisierung der Arbeit
Hochschule
AKAD-Fachhochschule Leipzig
Veranstaltung
PER02
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V163597
ISBN (eBook)
9783640782376
ISBN (Buch)
9783640782468
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Profs: kaum formale Schwächen, sehr gute und differenzierte Ausarbeitung, gutes Praxisbeispiel
Schlagworte
Flexibilisierung der Arbeit, Produktorganisation;, Personalleasing;, Flexibilisierung Arbeitsort;, Flexibilisierung Arbeitszeit;, Individualisierung, Individualisierung und Flexibilisierung der Arbeit
Arbeit zitieren
Sandra Stevanovic (Autor), 2010, Individualisierung und Flexibilisierung der Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163597

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