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Über wessen Glück sprechen wir hier eigentlich?

Die Radikalität des Mill'schen Glücksbegriffs auf gesamtgesellschaftlicher Ebene

Title: Über wessen Glück sprechen wir hier eigentlich?

Essay , 2010 , 6 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Johannes Stockerl (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Summary Excerpt Details

Mill hat mit seiner Arbeit „Der Utilitarismus“ versucht, uns einen Maßstab an die Hand zu geben, mit dem uns die Unterscheidung zwischen moralisch richtigen und moralisch falschen Handlungen gelingen soll. Mit Hilfe des einfachen und seiner Ansicht nach äußerst effektiven Grundsatzes, den moralischen Wert von Handlungen danach zu bemessen, „[…] als sie die Tendenz haben, Glück zu befördern, […], [bzw.] […] das Gegenteil von Glück zu bewirken.“ Im nächsten Schritt verdeutlicht Mill, was man sich denn unter dem abstrakten Begriff von Glück vorzustellen habe. Nämlich: „Glück ist dabei Lust und das Freisein von Unlust, [wobei] unter Unglück Unlust und das Fehlen von Lust verstanden [wird]“. Spätestens an diesem Punkt jedoch dürfte sich bei dem einen oder anderen Leser des Mill’schen Plädoyers für den Utilitarismus die Frage einstellen, was denn nun, auf den persönlichen Alltag übertragen, unter dem in seiner Argumentation so zentralen Begriff des Glücks zu verstehen sei. Dabei ist es auch keineswegs verwunderlich, wenn sich Assoziationen von einem Leben im biblischen Sodom und Gomorrha einstellen. Die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse als alles bestimmendes Motiv unseres Handelns und somit höchster Quell unseres persönlichen Glücks? Mill war sich dieses Problems durchaus bewusst, zumal seinen utilitaristischen Vorgängern im Geiste vielfach Ähnliches vorgeworfen wurde. Zwar, so argumentiert der Philosoph, hätten etwa die Epikureer bereits auf die doch offensichtlich unterschiedliche Quelle für Lust bei Tier und Mensch hingewiesen, trotzdem seien diesen einige Fehler unterlaufen, was die praktische Begründung des utilitaristischen Prinzips anbelangt. Als besonders unzureichend sieht er die bisherigen Versuche seiner Vorgänger an, eine überzeugende Beweisführung dafür vorzubringen, warum der Mensch nicht nur zu derartigen Freuden fähig ist, sondern, warum diese auch grundsätzlich immer erstrebenswerter sind, als die niederen Freuden. Doch wie ist hier Mills eigene Unterscheidung zwischen „höheren“ und „niederen“ Freuden zu verstehen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gewichtung von Freuden: Herleitung und Entscheidungsprozess

2.1 Fundamentale Neugestaltung der Grundlagen der Moral

2.2 Der Auswahlprozess auf persönlicher Ebene

3. Kritische Betrachtung der Etablierung höherer Freuden auf gesamtgesellschaftlicher Ebene

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Radikalität des Mill'schen Glücksbegriffs und analysiert kritisch, inwieweit die Unterscheidung zwischen höheren und niederen Freuden das Potenzial besitzt, in einer elitären „Glücksdiktatur“ zu münden, anstatt das allgemeine Glück zu fördern.

  • Der Utilitarismus von John Stuart Mill
  • Unterscheidung zwischen höheren und niederen Freuden
  • Die Rolle des Mehrheitsvotums in der Gesellschaft
  • Gefahr einer elitären Bevormundung
  • Kritische Reflexion gesellschaftspolitischer Konsequenzen

Auszug aus dem Buch

Über wessen Glück sprechen wir hier eigentlich? – Die Radikalität des Mill’schen Glücksbegriffs auf gesamtgesellschaftlicher Ebene

Mill hat mit seiner Arbeit „Der Utilitarismus“ versucht, uns einen Maßstab an die Hand zu geben, mit dem uns die Unterscheidung zwischen moralisch richtigen und moralisch falschen Handlungen gelingen soll. Mit Hilfe des einfachen und seiner Ansicht nach äußerst effektiven Grundsatzes, den moralischen Wert von Handlungen danach zu bemessen, „[…] als sie die Tendenz haben, Glück zu befördern, […], [bzw.] […] das Gegenteil von Glück zu bewirken.“ Im nächsten Schritt verdeutlicht Mill, was man sich denn unter dem abstrakten Begriff von Glück vorzustellen habe. Nämlich: „Glück ist dabei Lust und das Freisein von Unlust, [wobei] unter Unglück Unlust und das Fehlen von Lust verstanden [wird]“.

Spätestens an diesem Punkt jedoch dürfte sich bei dem einen oder anderen Leser des Mill’schen Plädoyers für den Utilitarismus die Frage einstellen, was denn nun, auf den persönlichen Alltag übertragen, unter dem in seiner Argumentation so zentralen Begriff des Glücks zu verstehen sei. Dabei ist es auch keineswegs verwunderlich, wenn sich Assoziationen von einem Leben im biblischen Sodom und Gomorrha einstellen. Die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse als alles bestimmendes Motiv unseres Handelns und somit höchster Quell unseres persönlichen Glücks? Mill war sich dieses Problems durchaus bewusst, zumal seinen utilitaristischen Vorgängern im Geiste vielfach Ähnliches vorgeworfen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Mill'schen Utilitarismus und die zentrale Problematik der Definition von Glück sowie der Unterscheidung zwischen höheren und niederen Freuden.

2. Die Gewichtung von Freuden: Herleitung und Entscheidungsprozess: Untersuchung der philosophischen Begründung für die Differenzierung zwischen Freuden und Analyse der persönlichen Voraussetzungen, die für die Wahl höherer Freuden notwendig sind.

3. Kritische Betrachtung der Etablierung höherer Freuden auf gesamtgesellschaftlicher Ebene: Kritische Analyse des Potenzials einer „Glücksdiktatur“, in der eine elitäre Minderheit über das Glück der Allgemeinheit entscheidet.

4. Zusammenfassung und Fazit: Abschließende Synthese der Argumente und Bewertung der Gefahr totalitärer Tendenzen innerhalb des Mill'schen Glückskonzepts.

Schlüsselwörter

Utilitarismus, John Stuart Mill, Glücksbegriff, höhere Freuden, niedere Freuden, Mehrheitsvotum, Glücksdiktatur, Altruismus, Egoismus, Moralphilosophie, gesellschaftliches Wohl, persönliche Freiheit, Charakterstärke, Gemeininteresse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch Mills utilitaristischen Ansatz, insbesondere wie die Differenzierung zwischen „höheren“ und „niederen“ Freuden gesellschaftspolitisch zu interpretieren ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Moraltheorie des Utilitarismus, die Definition von Glück, die elitäre Gewichtung von Freuden und die Gefahr gesellschaftlicher Fremdbestimmung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob Mills System einer Glücksmaximierung durch eine intellektuelle Elite in der Praxis zu einer „Glücksdiktatur“ führen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die den Utilitarismus von John Stuart Mill anhand der Primärquelle kritisch hinterfragt und auf ihre gesellschaftlichen Konsequenzen prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Herleitung der Freuden-Gewichtung, den notwendigen persönlichen Voraussetzungen für eine „korrekte“ Wahl und den Problemen bei der Skalierung auf die gesamte Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Utilitarismus, Glücksdiktatur, höhere/niedere Freuden und gesellschaftliches Mehrheitsvotum charakterisieren.

Inwiefern beeinflusst der soziale Status die Wahl der Freuden laut Mill?

Mill argumentiert, dass die falsche soziale Stellung oder der falsche Beruf den Menschen die Zeit und Gelegenheit rauben, höhere geistige Bedürfnisse zu pflegen, was die Fähigkeit zur moralischen Entscheidung einschränkt.

Warum könnte Mills Modell als „Glücksdiktatur“ bezeichnet werden?

Die Arbeit legt dar, dass durch das Kriterium des „Qualifizierten“ ein Votum einer Minderheit über die Mehrheit entsteht, wodurch diese Mehrheit zur Verfügungsmasse einer Elite wird.

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Details

Title
Über wessen Glück sprechen wir hier eigentlich?
Subtitle
Die Radikalität des Mill'schen Glücksbegriffs auf gesamtgesellschaftlicher Ebene
College
University of Regensburg  (Philosophie)
Course
Klassikerkurs: Mill - Kant - Aristoteles
Grade
1,0
Author
Johannes Stockerl (Author)
Publication Year
2010
Pages
6
Catalog Number
V163607
ISBN (eBook)
9783640782710
ISBN (Book)
9783640782826
Language
German
Tags
Utilitarismus Freuden Glück Mill J.S. Mill höhere niedere Maximierung Moral Philosophie Gesellschaft Charakterstärke Beruf größtmögliche Zahl
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Stockerl (Author), 2010, Über wessen Glück sprechen wir hier eigentlich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163607
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