Unterrichtsstunde: Die Auferstehungshoffnung

Vermittelt durch die Ostererzählung Mk 16,1-8


Unterrichtsentwurf, 2010
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsangabe

I. Bedingungsanalyse
1.1 Allgemeine schulische Situation
1.2 Ist-Stand-Feststellung

II. Didaktische Reflexion
2.1 Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans
2.2 Sachanalyse
2.3 Niveaukonkretisierungen

III. Methodische Reflexion
3.1 Einbettung der Stunde in die Lernsequenz
3.2 Methodische Planung mit Alternativen und Begründung
3.3 Strukturskizze

IV. Anhang
4.1 Material
4.2 Literaturverzeichnis

I. Bedingungsanalyse

1.1 Allgemeine schulische Situation

Die XXX-Realschule ist Bestandteil des modern ausgestatteten Schulzentrums XXX, das neben der Realschule auch ein Gymnasium umfasst. Beide Schulen können gemeinsam eine Mensa nutzen, die sich im großen Eingangsbereich befindet. Die Realschule wird derzeit von 1.017 Schülerinnen und Schülern[1] besucht, welche in 34 Klassen unterrichtet werden. Neu seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 ist die personelle Verstärkung der Schulsozialarbeit in Person von Herrn X. Dieser ist mit einer vollen Stelle vor Ort und betreut Schülerinnen und Schüler der Realschule wie auch des Gymnasiums. Zum Schulprofil der XXX-Realschule kommt ferner hinzu, dass man sehr um ein sauberes und angenehmes Lernumfeld bemüht ist, weshalb die Klassenzimmer von einem, in turnusmäßigen Abständen wechselnden Klassendienst, gereinigt werden. In diesem Zusammenhang wurde die Benutzung von Handys und anderer elektronischer Geräte (MP3-Player, usw.) an der Schule untersagt. Den Aspekten „Ich-Stärke und Wir-Gefühl“ sowie „Wohlfühlen und Mitmachen“ des Schulportfolios entspricht es, dass die Schule sich um das „Arizona-Modell“ bemüht und dieses auch verwirklicht hat. Ebenso sind die „Streitschlichter“ oder „Schülermediatoren“ fester Bestandteil des Schulkonzepts um Konflikte zwischen den Schülern zu begegnen. Das Einzugsgebiet der XXX-Realschule umfasst die Gemeinden XXX, XXX sowie XXX. Des Weiteren besuchen auch Schüler die Realschule, die aus den anderen umliegenden Gemeinden stammen, insbesondere auch aus XXX, XXX, XXX und XXX.

1.2 Ist-Stand-Feststellung

Zu Beginn des Schulhalbjahres 2009/10 habe ich im Rahmen meines Vorbereitungsdienstes die Klappklasse 9 im Fach Religion zweistündig übernommen. Infolge der Zweistündigkeit des Faches in dieser Jahrgangsstufe, sowie aufgrund der Tatsache, dass ich die Schüler der Klasse 9 auch in Geschichte unterrichte, kann ich die Schüler bereits etwas besser einschätzen. Wie die Klassenbezeichnung bereits vorweg nimmt, ist auch diese Religionsklasse aus zwei Klassen der 9. Jahrgangsstufe zusammengesetzt. Dabei stammen die meisten Schüler aus der Klasse 9 und nur elf Schüler aus der Klasse 9 . Die Klasse 9 ist mit 25 Schülern (14 aus Klasse, elf aus Klasse) in ihrer Größe sehr angenehm. Dabei setzt sie sich aus 14 Mädchen und 11 Jungen zusammen, welche vorwiegend aus dem regulären Einzugsgebiet der Schule (XXX) kommen. Die Schüler haben nach ihrem regulären Stundenplan donnerstags morgens eigentlich kein Religion, trotzdem sehe ich bei dieser Klappklasse kein Problem, dass die Schüler sich auf diesen außerplanmäßigen Unterricht einstellen können.

Die Schüler zeigten bereits in schriftlicher und mündlicher Mitarbeit, sowie in Gruppenarbeit und der kreativen Umsetzung von Karikaturen oder auch Gebetsversen potentiale zur Weiterarbeit. Dennoch bedürfen diese neuen Arbeitsformen der Übung und Wiederholung.

Die Klasse kann ich im Allgemeinen als freundlich bezeichnen, vereinzelt gibt es jedoch Schüler, welche immer wieder stören und mit ihrem Banknachbarn sprechen. Trotzdem herrscht eine positive und harmonische Grundstimmung vor, was bisher zu fruchtbaren Arbeitsergebnissen ohne Konflikte führte. Daher nahmen die Schüler neue Methoden wie Standbilder, Rollenspiele, Kurzpräsentationen, kreative bildliche Ausgestaltungen sowie auch kreative Schreibaufträge positiv auf. Die spirituellen Impulse – mit welchen ich jede Stunde beginne – waren für die Schüler zunächst ungewohnt und neu, werden aber mit jeder weiteren Religionsstunde mit zunehmender Behutsamkeit ausgeführt. Dessen ungeachtet bin ich in jeder weiteren Stunde darauf bedacht, wiederholt auf die Sorgfalt beim Einstieg hinzuweisen und die Schüler hierdurch zu einer konstruktiven Arbeitsatmosphäre anzuhalten.

Wie bereits weiter oben angesprochen kenne ich lediglich die Schüler der Klasse 9 noch etwas intensiver, trotzdem möchte ich an dieser Stelle einige Bemerkungen zur gesamten Klappklasse machen. Nach anfänglich etwas zurückhaltender Mitarbeit waren es insbesondere die Mädchen der Klasse, welche durch wiederholte konstruktive Wortbeiträge auffielen. Neben X. sind dies auch X., X., X. und X sowie X, bei den Jungen sind dies X, X. und X. Wegen der ungleichzeitigen Beteiligung innerhalb der Lerngemeinschaft bin ich darauf bedacht Fragen neu zu formulieren und damit anders zu stellen. Des Weiteren gebe ich den Schülern mehr Nachdenkzeit, damit diese zu konstruktiveren Wortbeiträgen kommen können. Dennoch ist das Leistungsniveau der einzelnen Schüler in der Klasse sehr unterschiedlich. Einige Schüler (X, X, X und X) halten sich mit ihrer mündlichen Beteiligung zurück, weshalb ich auch diese Schüler immer wieder aufrufe, um sie anhaltend positiv zu ermutigen, zu loben und zu ermuntern, damit sie in ihrer mündlichen Mitarbeit bestärkt werden. Insbesondere zwei Schüler fallen gelegentlich durch störendes Verhalten während des Unterrichts auf, dies sind X. und zuweilen X. Grundsätzlich bin ich darauf bedacht bei den notwendigen Erarbeitungsphasen oder den spirituellen Impulsen für die erforderliche Ruhe und Konzentration zu sorgen, damit eine fruchtbare Weiterarbeit möglich wird. Im Gegensatz hierzu möchte ich den Schülern natürlich auch wieder (Gesprächs-)Freiräume schaffen. Infolge einer sinnvollen Schülerorientierung und –aktivität werden dabei auch zahlreiche Orte von ‚Kommunikation untereinander’ im Unterricht möglich, wobei eine Partnerarbeits- oder Gruppenarbeitslautstärke entstehen kann und darf.

II. Didaktische Reflexion

2.1 Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans

Die vorliegende Mini-Sequenz zu „Ostern“ (Teil 1) mit dem Thema „Wir erfahren die Auferstehungshoffnung über die Ostererzählung MK 16,1-8“ ist durch den Bildungsplan 2004 Baden-Württemberg für Realschulen legitimiert. Dabei orientiere ich mich an den Leitgedanken zu Aufgaben und Zielen des katholischen Religionsunterrichts. Auch diese Sequenz möchte den Schülern „die religiöse Dimension des Menschseins“ erschließen und sie „mit ihrer eigenen Religion“ vertraut machen. Diese Mini-Sequenz soll den Schülern ein Angebot machen, ihre eigene Lebenssituation aufzugreifen (Schülerbezug) und aus „der [zentralen] Botschaft des christlichen Glaubens“[2] (Osterglauben / Auferstehung) zu deuten.

Die Annäherung an die Ostergeschichte erfolgt in diesem Fall über Mk 16,1-8, was wiederum durch die „Inhalte“ des Bildungsplanes in zweierlei Aspekten ausgewiesen ist: Zum Einen im Bereich „Sterben – Tod – Auferstehung“ selbst, dort wird konkret die „Auferweckung Jesu Christi – Auferstehungshoffnung“ am Beispiel Mk 16,1-8 angesprochen. Zum Anderen im Bereich „Jesus der Christus“, wo „Christusgeschichten und Christusbekenntnisse“ behandelt werden sollen. Daher ist es für mich von grundlegender Bedeutung nicht bei einer profanen Wissensvermittlung stehen zu bleiben. Insbesondere bei solchen ‚Befreiungswunderlegenden’ wird die Frage nach Gott und dem Himmelreich fundamental gestellt, wodurch eine Erfahrung auf vielen Ebenen notwendig ist. Allein über den Bibeltext lässt sich dies nicht umfassend erfahren. In diesem Zusammenhang bietet gerade der katholische Religionsunterricht Freiräume, dies auf vielfältige Möglichkeiten zu vermitteln: Ob zum Beispiel auf visuelle, haptische, emotionale oder auch auf auditive Weise, das Osterereignis nachvollziehbarer zu machen. Über erste Sinnerfahrungen einiger christlicher Symbole hinaus setzten sich die Schüler mit der zentralen Bedeutung des gekreuzigten und auferstandenen Christus auseinander. Die in dieser Mini-Sequenz angesprochene Ostererzählung soll von den Schülern erarbeitet und mit den auftretenden Symbolen und Bildern in Verbindung gesetzt werden. Letztlich gilt es das (fast?) „Nicht-Vorstellbare“ der frohen Botschaft von der Auferstehung Jesu auf anderen oder neuen kreativen Wegen darzustellen.

Durch die vorliegende Unterrichtssequenz sollen folgende Kompetenzen angebahnt werden:[3]

- Kompetenz
- Indikator

Religiöse Kompetenz (RK 4):

- Die Schüler üben durch das gemeinsame Gebet eine religiöse Ausdrucksform ein.
- Durch die Geste des Kreuzzeichens sowie durch lesen/hören des Gebets vollziehen sie eine Ausdrucksform im christlichen Glauben.
- Die Schüler sind in der Lage Stille auszuhalten

Fachkompetenz (FK 2):

- Die Schüler kennen den Aufbau der Bibel und wichtige, unsere Kultur prägende Texte (hier Auferweckung Jesu Christi nach Mk 16,1-8).
- Neben der Rezeption erfahren die Schüler den Text auch über das Hinzufügen der Puzzlestücke („Symbolwörter im Text“) zu den passenden Versen der Perikope.
- Die Schüler gestalten anhand der gewonnenen Erkenntnisse eine Szene (Engel und Frauen am Grab Jesu) aus dem Egbert Codex weiter aus (hinzufügen und ergänzen von Symbolen, erweitern des Bildes durch Sprechblasen bzw. weitere Szenen).

Methodenkompetenz (MK 2):

- Infolge der Bearbeitung der Perikope Mk 16,1-8 erschließen sich die Schüler biblische Texte und Bekenntnisformeln der christlichen Tradition, religiöse Bilder, religiöse Zeugnisse der Vergangenheit mit den erlernten Methoden.
- Die Schüler analysieren die biblische Erzählung und setzen ihr Verständnis schließlich kreativ um: Ein Bild welches als Vorlage zur Verfügung steht ergänzen beziehungsweise weiter ausführen.
- Bei der Partnerarbeit bewältigen sie die Aufgabenstellung kooperativ und selbstständig.

5. Dimension „Jesus der Christus“:
- (9.5.3) Die Schüler wissen, dass der gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus eine zentrale Bedeutung für das Leben der Christen hat.
- Die Schüler benennen zu Beginn zentrale Elemente und Symbole der frohen Botschaft.
- Sie finden infolge der kreativen Ausgestaltung einen bildlichen Ausdruck für die Auferstehungshoffnung.
- (9.5.5) Die Schüler gestalten ihre Vorstellung von Jesus Christus kreativ und sprechen darüber.
- Sie finden mittels Symbole, Farben, Sprechblasen und Formen Wege der Darstellung.
- Die Schüler stellen ihre Produkte vor der Klasse vor.

2.2 Sachanalyse

Bereits auf den ersten Zeilen des Bildungsplans wird für den Katholischen Religionsunterricht deutlich gemacht, dass es vor allem gilt die Frage nach Gott zu stellen und sie aus der Erfahrung der kirchlichen Glaubenstradition zu erschließen.[4] Dabei gilt der Glaube an die Auferstehung Jesu als das Urdatum der Geschichte des Christusglaubens schlechthin.[5] Im Neuen Testament erfahren wir zugleich von einer Vielzahl von Überlieferungen von diesem Ereignis, schließlich ist sogar das gesamte Neue Testament von der ‚frohen Botschaft’ geprägt, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und daher von Gott auferweckt wurde. Dieses Zeugnis begegnet uns in zwei Überlieferungsformen: Zum Einen in den „Osterbekenntnissen“ und zum Anderen in den „Ostererzählungen“. Wenden wir uns gleich den Ostererzählungen zu, welche auch hier mit Mk 16,1-8 vorliegt. Die eigentliche Erzählung reicht bis Mk 16,1-20, dabei unterscheiden sich die Überlieferungen der Evangelien nur unwesentlich voneinander. Die Schilderungen, welche auch im markinischen Text zum Ausdruck kommen stellen eine erzählerische Veranschaulichung der Ostererfahrung aus der Sicht der urchristlichen Gemeinde dar. Dabei helfen die Texte nicht einen historischen Beweis für die Auferweckung zu liefern, denn hier liegen keine ‚Berichte’ über die Geschehnisse vor. Hier wird stattdessen der späte Versuch der Veranschaulichung, theologischen Vertiefung und christologischen Entfaltung der Ostererfahrung („Er erschien…“) unternommen. Man versuchte mit diesen Texten somit den frühen christlichen Gemeinden konkretere Ausführungen zu den bisher unkonkreten Zeugnissen an die Hand zu geben.[6] Nörtersheuser weist auf der Basis der einschlägigen Literatur darauf hin, dass es bei dieser „Befreiungswunderlegende“ um „das Bekenntnis des Glaubens an die Auferweckung Jesu durch Gott in Form einer Erzählung von der Befreiung Jesu aus […] einem Grab mit Hilfe transzendenter Wesen“ handle. Der Vorgang des ‚Auferstehens’ werde dabei im „Nicht-Vorstellbaren“ belassen; An dieser Stelle spricht ein Engel zu den Frauen, die zugleich auch einen Auftrag bekommen. Überraschender Höhepunkt sei jedoch, dass die Frauen vom Grab flohen und nichts von dieser Transzendenzerfahrung sagten. Nörtersheuser stellt ferner fest, dass der Text keine Informationen, sondern eben ein Bekenntnis zum Auferstandenen in narrativer Form enthalte.[7] Dies deckt sich auch mit den Ausführungen Scholls, wonach er sich nicht der Meinung mancher Exegeten anschließt, wonach die Erscheinungen des Auferstandenen Halluzinationen seien. Er stellt hingegen dar, dass „die Möglichkeit einer […] [Halluzination] nur den erschrecken oder verunsichern [könne], der sich nicht zu der biblischen Grundüberzeugung bekennt, dass Gott in der menschlichen Geschichte wirkt und (allein) durch sie erfahrbar wird.“[8] Somit mache der markinische Text deutlich, dass der Auferstehungsglaube nicht durch Berichte von Transzendenzerfahrungen anderer zustande komme. Die Jüngerinnen und Jünger Jesu, welche selber Christusbegegnungen hatten, konnten sich in ihrem Osterglauben bestärken. Den späteren Christen war eine solche persönliche Begegnung natürlich nicht mehr möglich, doch wurden diese schließlich sakramental (Taufe, Firmung und Eucharistie) und liturgisch (Osternachtfeier) vermittelt.[9]

[...]


[1] Zukünftig wird, der besseren Lesbarkeit wegen, die männliche Form auf Angehörige beiderlei Geschlechts verwendet.

[2] Bildungsplan, 2004: 32

[3] Vgl. Bildungsplan, 2004: 38ff

[4] Vgl. Bildungsplan, 2004: 32

[5] Vgl. Hilger; Reil, 2009: 82

[6] Vgl. Scholl, 2002: 130f.

[7] Vgl. Nörtersheuser, 2002: 9

[8] Scholl, 2002: 134

[9] Vgl. Nörtersheuser, 2002: 9

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Die Auferstehungshoffnung
Untertitel
Vermittelt durch die Ostererzählung Mk 16,1-8
Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Realschulen) Karlsruhe
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V163649
ISBN (eBook)
9783640801572
ISBN (Buch)
9783640801404
Dateigröße
2221 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Religion, Unterrichtsentwurf;
Arbeit zitieren
Holger Schröder (Autor), 2010, Unterrichtsstunde: Die Auferstehungshoffnung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163649

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Unterrichtsstunde: Die Auferstehungshoffnung


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden