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Frauen im Kampf gegen die italienische Mafia

Título: Frauen im Kampf gegen die italienische Mafia

Ensayo , 2010 , 11 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Oliver Labza (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Zu Beginn der 1980er Jahre stieg in Süditalien die Opferzahl der durch Mafiaorganisationen ausgeübten Morde sprunghaft an. Parallel nahm auch die Brutalität in ihrer Vorgehensweise stark zu, womit sich das Machtverhältnis der einzelnen Mafiaclans und die Kontrolle über weite Teile süditalienischer Territorien ausweiteten. Wer der Mafia im Weg stand wurde meist sofort beseitigt. Die in kriminelle Strukturen, in ihrer Funktion meist passiv involvierten Frauen und die Frauen, deren Männer gegen die Mafia vorgingen, haben unter dem Verlust eines Familienangehörigen besonders stark zu leiden. Die in der Mitte der 1980er Jahre von der italienischen Justiz gegen das organisierte Verbrechen unternommenen Ermittlungen erzielten nur mäßige Erfolge, da deren vertrauenswürdigsten Vertreter meist durch Attentate ermordet wurden und große Teile der italienischen Regierung sich durch die Mafia korrumpieren ließen.
Diese erschreckenden Entwicklungen führten in den 1980er Jahren dazu, dass einerseits zunehmend Frauen, der Mafia zugehörig, vor Gericht gegen ihre Familien und Männer aussagten, und auf der anderen Seite Frauen aus der Zivilbevölkerung Initiativen gegen die Mafia gründeten. Aus dieser Haltung heraus und durch den Zusammenschluss im Kollektiv, hat sich unter diesen Frauen, die jahrelang oder sogar bis zu jenem Zeitpunkt ihr gesamtes Leben direkt oder indirekt unter diesem System zu leiden hatten, eine ganze Anti-Mafia-Bewegung gebildet, die sich aktiv gegen eine Welt, bestehend aus Angst, Gewalt, Abhängigkeit und Verschwiegenheit, stellt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Ein kurzer Überblick über die Rolle der Frau innerhalb der Mafia und mögliche Gründe für ihre Abwendung

Entstehung einer Anti-Mafia-Bewegung

Widerstand seitens der Frauen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Frauen innerhalb der italienischen Mafia und ihre entscheidende Beteiligung an der Entstehung sowie Entwicklung der Anti-Mafia-Bewegung. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Frauen – sowohl als Angehörige des Systems als auch als Betroffene der Zivilgesellschaft – den Bruch mit mafiosen Strukturen vollzogen und aktiv zum gesellschaftlichen Widerstand beitrugen.

  • Die traditionelle Rolle der Frau als passive Unterstützerin im mafiosen System.
  • Soziokulturelle Motive für den Ausstieg von Frauen aus der Mafia-Welt.
  • Die historische Zunahme der Gewalt und die Reaktion der italienischen Zivilgesellschaft.
  • Formen des zivilen Protests und politisches Engagement gegen die organisierte Kriminalität.
  • Die Rolle der Fotografie und Dokumentation als Mittel des Widerstands.

Auszug aus dem Buch

Widerstand seitens der Frauen

In Palermo wurde 1977 das „Centro siciliano di documentazione“ gegründet, (später in „Centro Impastato“ umbenannt, nach dem Politiker und Mafia-Gegner Guiseppe Impastato) einem sizilianischen Dokumentations- und Aufklärungszentrum. Es besitzt eine Fachbibliothek bestehend aus Büchern, Informationszeitschriften und Publikationen aus den Bereichen Politik, Ökonomie, Soziologie oder Geschichte. Innerhalb des Zentrums werden zur aktuellen Informationserweiterung und Forschung Studien durchgeführt, Diskussionsveranstaltungen und Seminare abgehalten und Ausstellungen organisiert. Die Aufklärungsarbeit bildet das Fundament dieser solidarisch geprägten Einrichtung, deren Mitarbeiter im In- und Ausland aktiv sind. Hierzu zählen Zusammenarbeiten mit Schulen aber auch mit Zentrum-externen Institutionen wie den Gerichten, Universitäten und einzelnen sozialen Verbänden. 1984 verwirklichte das Dokumentationszentrum unter der engen Kooperation der Vereinigung „Frauen gegen die Mafia“ das Forschungsprojekt „Mafia und Gesellschaft“. Dabei wurden die Lebensgeschichten und Interviews von Frauen gesammelt die Opfer der Mafia wurden, Unterstützungen (auch finanziell) beim Aufbau einer neuen Existenz oder Beihilfe als Nebenklägerinnen in Gerichtsprozessen unternommen. (vgl. Siebert, 1997, S.349).

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die Thematik der Mafia als von Männern dominierte Struktur und die zunehmende Bedeutung der Frauen innerhalb dieser Systeme.

Ein kurzer Überblick über die Rolle der Frau innerhalb der Mafia und mögliche Gründe für ihre Abwendung: Erläuterung der mafiosen Familienideologie, der geschlechtsspezifischen Aufgabenverteilung und der Beweggründe für Frauen, dieses System zu hinterfragen.

Entstehung einer Anti-Mafia-Bewegung: Analyse der gesellschaftlichen Reaktion auf die steigende Gewalteskalation der 1980er Jahre und die Rolle staatlicher sowie ziviler Akteure.

Widerstand seitens der Frauen: Darstellung konkreter zivilgesellschaftlicher Initiativen, wie dem „Centro Impastato“ und dem Protest durch kollektive Aktionen oder individuelle Arbeit, um den Widerstand gegen die Mafia nachhaltig zu etablieren.

Schlüsselwörter

Italienische Mafia, Frauen, Anti-Mafia-Bewegung, Organisierte Kriminalität, Omertà, Widerstand, Emanzipation, Palermo, Zivilgesellschaft, Sozialstrukturen, Familienideologie, Gewaltprävention, Mafiaaussteigerinnen, Soziales Engagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Frau innerhalb und außerhalb der italienischen Mafia-Strukturen und analysiert ihren wesentlichen Beitrag zur Entstehung der Anti-Mafia-Bewegung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den traditionellen Rollenbildern in der Mafia, den soziologischen Hintergründen für den Ausstieg aus diesem System sowie den zivilen Protestbewegungen in Italien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Frauen durch ihre Abkehr von mafiosen Werten oder ihr öffentliches Engagement aktiv zur Destabilisierung dieser kriminellen Organisationen beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Essay basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen sowie historischen Ereignissen aus den 1970er bis 1990er Jahren in Süditalien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?

Der Hauptteil analysiert die interne Funktionsweise der „Familie“, die Indoktrination weiblicher Mitglieder und die Entwicklung des aktiven Widerstands durch kollektive Initiativen wie die „Bettlaken-Aktion“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Omertà, Mafia-Strukturen, ziviler Widerstand, Frauenemanzipation, organisierte Kriminalität und soziale Transformation.

Warum spielt die „Omertà“ eine so wichtige Rolle für das Verständnis des Themas?

Die Omertà, das Gesetz des Schweigens, fungiert als essenzieller Schutzmechanismus für die Mafia; ihr Bruch durch Frauen ist ein entscheidender Wendepunkt für gerichtliche Ermittlungen und öffentliche Aufklärung.

Inwiefern hat die Fotografie als Mittel des Widerstands gewirkt?

Durch die Arbeit von Fotografinnen wie Letizia Battaglia wurde das Leid der Bevölkerung und die Macht der Mafia dokumentiert, was zur Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft maßgeblich beitrug.

Final del extracto de 11 páginas  - subir

Detalles

Título
Frauen im Kampf gegen die italienische Mafia
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,3
Autor
Oliver Labza (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
11
No. de catálogo
V163691
ISBN (Ebook)
9783640784080
ISBN (Libro)
9783640784158
Idioma
Alemán
Etiqueta
Frauen Kampf Mafia
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Oliver Labza (Autor), 2010, Frauen im Kampf gegen die italienische Mafia, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163691
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