Ausgangspunkt dieser Hausarbeit ist die Darstellung von Funktionen und Aufgaben der öffentlichen Verwaltung (Kapitel 2). Anschließend soll das Bürokratiemodell, nach dem die traditionelle Verwaltung organisiert und konzipiert ist, näher erläutert werden (Kapitel 3), bevor auf dessen Grenzen in der heutigen Zeit und den sich dar- aus ergebenden Modernisierungsbedarf eingegangen wird (Kapitel 4). Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit den Grundlagen des New Public Management, die vier wesentlichen strategischen Ziele dieser Bewegung sollen im darauffolgenden Kapitel verdeutlicht werden (Kapitel 6). Auf den Modernisierungsrückstand in Deutschland wird in Kapitel 7 eingegangen, zusammenfassende Thesen schließen diese Arbeit ab (Kapitel 8).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Funktionen und Aufgaben der öffentlichen Verwaltung
3. Organisation der traditionellen Verwaltung - das Bürokratiemodell
4. Grenzen der Weberschen Bürokratie – Warum eine Verwaltungsreform?
5. Grundlagen und Definition des New Public Management
6. Ziele des New Public Management
6.1. Kundenorientierung
6.2. Leistungs-/Wirkungsorientierung
6.3. Qualitätsorientierung
6.4. Wettbewerbsorientierung
6.4.1. New Public Management und Privatisierung
7. Zum Modernisierungsrückstand in Deutschland
8. Zusammenfassende Thesen
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den theoretischen und praktischen Wandel in der öffentlichen Verwaltung von einem starren, bürokratischen Organisationsmodell hin zu einem marktorientierten "New Public Management" (NPM), um die Leistungsfähigkeit staatlichen Handelns zu steigern.
- Analyse der Funktionen und Aufgaben der traditionellen öffentlichen Verwaltung.
- Kritische Würdigung des Weberschen Bürokratiemodells und dessen Grenzen.
- Darstellung der Kernelemente und Ziele des New Public Management.
- Untersuchung des Modernisierungsrückstands der deutschen Verwaltung im internationalen Vergleich.
- Erörterung von Marktmechanismen wie Wettbewerb und Privatisierung im öffentlichen Sektor.
Auszug aus dem Buch
3. Organisation der traditionellen Verwaltung - das Bürokratiemodell
„Die reinste Form legaler Herrschaft ist die Bürokratie“.2
Unter Bürokratien werden insbesondere staatliche Organisationen und Organisationsformen verstanden, deren Strukturen sich nicht am Markt orientieren, sondern den von Max Weber identifizierten Charakteristiken folgen (s.u.).
Die öffentlichen Verwaltungen der europäischen Staaten sind als Bürokratien organisiert und konzipiert. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Bürokratie nicht wertfrei als Form der Verwaltungsstruktur verstanden, sondern als abwertende und sogar anklagende Beschreibung der negativen Merkmale der Verwaltung verwendet. Unzulänglichkeiten und Entartungen, die sich in den bürokratisch organisierten Verwaltungen festgesetzt und verbreitet haben, sind Ursache für diese negative Bewertung.
Max Weber, der anfangs des 20. Jahrhunderts eine umfangreiche Untersuchung der bürokratischen Verwaltungen durchführte, beschrieb ihre Funktionsweise im wesentlichen durch folgende Merkmale:3 4
Es besteht eine strenge Kompetenzordnung, welche durch generelle Normen festgelegt wird (Spezialisierung). Jedes Amt ist fest in eine Hierarchie eingebunden, wobei die Rechte und Pflichten der einzelnen Ämter und Amtsinhaber genau umschrieben sind. Die Amtsführung beruht auf dem Grundsatz der Schriftlichkeit, der weitgehenden Trennung von Amtstätigkeit und Privatsphäre des Amtsinhabers und der Unterscheidung zwischen Privateigentum und Verwaltungsmittel. Jedes Amt setzt Fachqualifikation voraus und erfordert daher eine generell geregelte Ausbildung und Beurteilung des Amtsinhabers (Professionalisierung). Ein Amt wird hauptamtlich ausgeführt. Karrierelaufbahnen verlaufen schematisch aufgrund des Dienstalters. Der Beamte bzw. die Beamtin muss sich bei der Aufgabenerledigung an ein vorgegebenes System von Regeln halten, welche ein geregeltes Verfahren sicherstellen (Formalisierung).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Aufbau der Hausarbeit und gibt einen Überblick über die behandelten Stationen von der traditionellen Verwaltung bis hin zum Modernisierungsbedarf durch das NPM.
2. Funktionen und Aufgaben der öffentlichen Verwaltung: Hier werden das Wesen der öffentlichen Verwaltung sowie deren Wandel von reinen Ordnungsaufgaben hin zu leistenden und entwicklungsfördernden Tätigkeiten beschrieben.
3. Organisation der traditionellen Verwaltung - das Bürokratiemodell: Das Kapitel erläutert die von Max Weber identifizierten Strukturmerkmale des Bürokratiemodells und dessen theoretische Basis der rationalen Effizienz.
4. Grenzen der Weberschen Bürokratie – Warum eine Verwaltungsreform?: Es werden die Schwächen des traditionellen Modells, wie Inflexibilität und Entfremdung von der dynamischen Umwelt, aufgezeigt, die den Modernisierungsdruck begründen.
5. Grundlagen und Definition des New Public Management: Dieses Kapitel führt in den Begriff des NPM als umfassendes Reformmodell ein, das betriebswirtschaftliche Steuerungstechniken in den Fokus rückt.
6. Ziele des New Public Management: Die vier Säulen – Kunden-, Leistungs-/Wirkungs-, Qualitäts- und Wettbewerbsorientierung – werden detailliert als Kernstrategien des Wandels analysiert.
7. Zum Modernisierungsrückstand in Deutschland: Hier wird der internationale Vergleich gezogen, der Deutschland eine vergleichsweise langsame Entwicklung bei der Einführung neuer Managementmethoden bescheinigt.
8. Zusammenfassende Thesen: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Notwendigkeit des Wandels und den Status der Reformen prägnant zusammen.
Schlüsselwörter
New Public Management, Bürokratiemodell, Verwaltungsmodernisierung, Effizienz, Wirkungsorientierung, Kundenorientierung, Qualitätsmanagement, Privatisierung, Wettbewerb, öffentlicher Sektor, Strukturwandel, Deutschland, Reformstrategie, Staatsverwaltung, Betriebswirtschaftliche Steuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Übergang von einer klassischen, bürokratischen Verwaltungsorganisation zu einem modernen, marktorientierten Steuerungsmodell namens New Public Management (NPM).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die theoretischen Grundlagen der Bürokratie, der Modernisierungsbedarf im öffentlichen Sektor, betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente sowie Strategien zur Qualitäts- und Wettbewerbssteigerung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch marktähnliche Strukturen und Managementansätze die Effektivität und Effizienz der öffentlichen Verwaltung in einem dynamischen Umfeld verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine literaturgestützte Analyse und greift dabei auf soziologische Idealtypen (Weber) sowie internationale Leistungsvergleiche der Verwaltungsforschung zurück.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das traditionelle Bürokratiemodell, die Prinzipien des NPM und dessen spezifische Ziele wie Kunden-, Leistungs- und Wettbewerbsorientierung eingehend untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie New Public Management, Verwaltungsreform, Effizienzsteigerung und Wettbewerbsorientierung charakterisiert.
Warum wird Deutschland als "Nachzügler" bezeichnet?
Die Arbeit begründet dies mit der späten und zögerlichen Implementierung moderner Managementmethoden im Vergleich zu Vorreiterländern wie Schweden, Großbritannien oder Australien.
Was unterscheidet das NPM-Verständnis der Privatisierung von einer radikalen Privatisierung?
Das NPM sieht Privatisierung als Instrument zur Steigerung der Effizienz, wobei der Staat weiterhin die Gewährleistungsverantwortung behält, anstatt die Aufgabe komplett aufzugeben.
- Quote paper
- Matthias König (Author), 2002, Marktliche statt bürokratische Steuerung der Verwaltung? - New Public Management als Alternative zum Bürokratiemodell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16374