Literarisches Science Fiction und das Internet

Das Fallbeispiel „Matrix“


Seminararbeit, 2010
24 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Abstrakt
1.2. Problemstellung
1.3. Aufbau der Hausarbeit

2. Hintergrund
2.1. Science Fiction
2.2. Internet und Virtualisierung

3. Die Matrix
3.1. Virtualität und Cyberspace in der Matrix
3.2. Die Matrix als Fiktion
3.3. Darstellungsformen und Stilmittel

4. Kritischer Diskurs

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Innerhalb der literarischen Entwicklung des späten 19ten und beginnenden 20ten Jahrhunderts[1] entstand eine neue Gattung – die Science Fiction. Diese beschrieb, beflügelt durch den dramatischen technischen Wandel, mögliche Szenarien künftiger Entwicklungen, ohne zwangsläufig wissenschaftlich korrekte Grundlagen zu benötigen.

1.1. Abstrakt

Die Studienarbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Internets in der Science Fiction Literatur. Dabei wird zunächst auf die Definition von Science Fiction eingegangen und diese wird gegenüber den populärwissenschaftlichen Zukunftsromanen abgegrenzt. Ebenfalls wird die Differenz zu Utopien, besonders in Bezug auf technische Entwicklung und Handlungsempfehlungen, deutlich aufgezeigt.

Basierend auf einer einheitlichen Definition von Science Fiction, verfolgt die Studienarbeit danach die Leitfrage, wie die Entwicklung des Internets in der aktuellen Science Fiction Literatur thematisiert wird. Das Internet beschreibt dabei als technische Parallelwelt mehrere typische Felder der Science Fiction (z.B. Erweiterung der menschenlichen Aktionsräume in neue, fiktive Bereiche, Symbiosen zwischen Mensch und Technik sowie Maschinen/Automatisierung in der Zukunft).

Die Rolle des Internets in der Science Fiction Gattung wird am Fallbeispiel der Filmreihe „Matrix“ illustriert. Anhand der Darstellung wird eine Beschreibung des Begriffs der Virtualität und des Cyberspaces abgeleitet und interpretiert, ob diese realistische Zukunftsszenarien darstellen könnten. Auch der Titelbegriff einer „Matrix“ wird gegenüber der heutigen Struktur des Internets verglichen, dabei wird auf die technische Entwicklung der letzten Jahre eingegangen, um die theoretische Umsetzbarkeit anhand von realen Entwicklungen zu vergleichen (z.B. Rechnerleistung, Programmkomplexität, Entwicklung von künstlicher Intelligenz, etc.).

Im kritischen Diskurs der Arbeit wird das Fallbeispiel auf seine Prognose (Prognose bezieht sich hierbei auf die Fähigkeit des Films ein Zukunftsszenario zu skizzieren, dass durch die bisherigen technischen Entwicklungen theoretisch erreichbar ist) hin untersucht und verglichen.

1.2. Problemstellung

Durch die Entwicklung des Internets ist die gesamte Literaturentwicklung nachhaltig beeinflusst worden. Verschiedene Sparten (wie z.B. Lexika) müssen grundsätzlich ihre Existenzberechtigung in Frage stellen, in Anbetracht der Tatsache, dass sich Informationen deutlich häufen, kostenlose (und oft überlegene) Substitute[2] innerhalb der virtuellen Welt existieren und folglich die Interaktionsformen in der virtualisierten Gesellschaft von denen der ausschließlich realen Gesellschaft abweichen.

Diese Entwicklung ist aus der Sicht der Literatur ein mindestens so wesentlicher Schritt, wie die Erfindung der Gutenbergschen’ Buchdruckanlage. Langfristig wird sie signifikante Auswirkungen auf die bisherigen Literaturformen besitzen.

Im Spannungsfeld dieser Betrachtung, gilt es für eine literarische Gattung, wie Science Fiction über künftige Aufgaben und Wirkungseinflüsse zu reflektieren. Ein Fallbeispiel der Entwicklung des Internets wird in die „Matrix“-Triologie dargestellt, eine post-apokalyptische, von Maschinen dominierte, virtuelle Umgebung, in der Menschen als Nutzobjekte gehalten werden. Das Ziel der Arbeit ist, exemplarisch aufzuzeigen, welche Wirkung die Entwicklung des Internets auf das Genre der Science Fiction Literatur und deren Inhalte besitzt. Anhand des Fallbeispiels werden Aussagen über neu entstehende virtuelle Räume (wie z.B. die Matrix, den Cyberspace[3], etc.) anhand realer Entwicklungen verglichen.

1.3. Aufbau der Hausarbeit

Die Hausarbeit strukturiert sich wie folgt:

Kapitel 2 beschreibt die notwendigen Hintergrundinformationen für das Thema auf die in der Analyse in den späteren Kapiteln zurückgegriffen wird. Zunächst wird dazu der Begriff der Science Fiction gegenüber anderen Literaturformen abgegrenzt. Im zweiten Teil des Kapitels werden die historische Entwicklung des Internets und die damit verbundene Virtualisierung thematisiert.

Kapitel 3 behandelt die Filmreihe der Matrix - hierbei wird zunächst ein kurzer inhaltlicher Abriss gegeben. Danach wird auf die Begriffe des Cyberspace und der Virtualität innerhalb der Filmdarstellung eingegangen und thematisiert, inwiefern diese sich in der Darstellung von der Realität unterscheiden. Die Matrix als Fiktion thematisiert die Verbindung zwischen der Darstellung der Matrix und dem Kernbegriff der Fiktion. Im letzten Teil des Kapitels wird zusätzlich auf Darstellungsformen und Stilmittel eingegangen.

Kapitel 4 stellt, basierend auf den Darstellungen in Kapitel 3, innerhalb des kritischen Diskurses heraus, wie realistisch die Prognose der Matrix Trilogie erscheint. Dabei wird die Prognosefähigkeit anhand der technischen Realisierbarkeit bewertet.

Kapitel 5 enthält eine Zusammenfassung der Haupterkenntnisse und einen Ausblick auf weitere Betrachtungen.

Kapitel 6 gibt eine Liste der verwendeten Literatur wieder.

2. Hintergrund

Dieses Kapitel beschreibt die Definition und die historische Entwicklung der Science Fiction Literatur und das aktuell rasante Wachstum des Internets bzw. die damit verbundene Virtualisierung. Dabei wird zunächst der Begriff Science Fiction definiert und von anderen Literaturgattungen abgegrenzt. Im zweiten Teil werden Hintergrundinformationen zur Virtualisierung (mit Beispielen) und deren Einfluss auf die moderne Gesellschaft gegeben.

2.1. Science Fiction

Literatur und Realität gingen seit der Entstehung der Schriftform einen engen Bund ein. Zum einen ist die Literatur Reflektion des realen Geschehens, indem sie als Spiegel dient[4], zum anderen kann sich die Realität auch in der Literatur wider spiegeln. Dies kann unter anderem durch die Vorhersage künftiger Entwicklungen entstehen.

Eine besondere Form dieser Vorwegnahme möglicher künftiger Entwicklungen lässt sich dabei in der Science Fiction Gattung finden[5], die sich besonders auf technische Weiterentwicklungen und deren Folgen für die Zukunft spezialisiert. Mit Beginn der rasanten technischen Entwicklung im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich diese Art der Literatur, um mit dem technischen Fortschritt auch im Geschriebenen mitzuhalten.

Der Begriff „Science Fiction“ wurde erstmals 1851 von Willian Willson[6] verwendet. Inwiefern der Begriff damals schon geprägt wurde, bleibt in der historischen Analyse immer noch strittig. Einige Autoren[7] argumentieren diesbezüglich, dass die erste der heutigen Form entsprechende Nutzung des Science Fiction Begriffs erst 1929 durch das US-Magazin „Science Wonder Stories“ geschah.

Dies wirft eine Diskussion auf, da die Beiträge des Magazins deutlich in die Trivialliteratur, in Form von Belletristik, gehen. Folgt man dieser Argumentation, so erhält die Science Fiction Gattung einen Unterhaltungsanspruch, verliert aber gleichsam an Glaubwürdigkeit und Vorhersagekraft.

Eine andere Interpretation von Science Fiction entsteht, wenn man bereits die Romane am Ende des 19. Jahrhunderts mit einbezieht, deren nachhaltige Vorhersagekraft die Werke zu Klassikern erhoben haben[8]. Folgt man dieser Argumentation, so distanzieren sich die Texte zunehmend vom Trivialitätscharakter und gewinnen an Reflektionskraft, bis hin zur kritischen Auseinandersetzung über künftige Entwicklungen.

Zu dieser grundlegenden Meinungsverschiedenheit kommt eine weitere Problematik, nämlich der Umstand, dass die meisten Definitionen für Science Fiction eher normativer Natur sind und den analytischen Charakter nicht treffen[9]. Exemplarisch werden diesbezüglich gängige Definitionen gegeneinander abgewogen:

Nach Sürbaum[10] ist Science Fiction: „ Eine realistische Spekulation bezüglich zukünftiger Geschehnisse, die fest auf hinreichendem Wissen über die reale Welt der Gegenwart und Vergangenheit, und einem Verständnis der Natur und Bedeutung der wissenschaftlichen Methode aufbaut. “ (Sürbaum et al., 1981, S.9).

Sürbaums Definition zielt dabei auf zwei zentrale Punkte ab. Zum einen unterstreicht er die feste Interdependenz zwischen realer Welt der Gegenwart (und Vergangenheit) und den Vorhersagen innerhalb der Science Fiction, was ein wesentliches Differenzierungsmerkmal gegenüber reiner Fantasy Literatur darstellt. Zum anderen geht er auf ein Grundverständnis gegenüber Natur und Bedeutung von wissenschaftlichen Methoden ein. Dieser Teil der Definition spiegelt wider, dass Science Fiction durchaus als Innovator oder kritische Reflektion bezogen auf moderne Wissenschaft dienen kann.

Anhand dieser Definition beschreibt die vorliegende Arbeit dass Fallbeispiel der Matrix Trilogie, deren hochtechnologische, virtuelle Welt eine Folge wissenschaftlicher Entwicklungen ist.

[...]


[1] Vergleiche hierzu Suvin (1979)

[2] Siehe hierzu zum Beispiel Wikipedia oder online Zeitungen wie Spiegel Online

[3] Vergleiche Kollmann und Häsel (2007)

[4] Siehe auch Schmitz-Emans (1994)

[5] Vergleiche Brenner (1996) für einen Überblick an Strömungen

[6] Vergleiche hierzu „A little earnest book upon a great old subject”

[7] Siehe Schröder (1998)

[8] Vergleiche hierzu Reinbeck (1981)

[9] Siehe auch Schröder (1994, S. 6 ff.)

[10] Eine ausführliche Diskussion über Puristen und Universalisten findet man in Sürbaum et al. (1981)

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Literarisches Science Fiction und das Internet
Untertitel
Das Fallbeispiel „Matrix“
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V163757
ISBN (eBook)
9783640782956
ISBN (Buch)
9783640783199
Dateigröße
604 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Viele weitere Texte, alle mit 1,0-2,0er Noten auf www.tobiasfritsch.net vorhanden.
Schlagworte
Internet, Matrix, Science Fiction, Technologieentwicklung, Moores Law, Aussagekraft, Die Matrix, Interpretation
Arbeit zitieren
Dr. Tobias Fritsch (Autor), 2010, Literarisches Science Fiction und das Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163757

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