Neorealismus und Napoleon

Eine historische Kritik am neorealistischen Ansatz


Hausarbeit, 2009
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Europa 1800-1813

2. Staaten als rationale Akteure mit einheitlichem Interesse

3. Das Sicherheitsdilemma
3.1. Relativer Gewinn von Sicherheit und Macht
3.2. Das Informationsproblem

4. „balancing“ und „bandwaggoning“ im Napoleonischen Zeitalter

Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

Nach wie vor ist der Neorealismus eine der populärsten strukturellen Theorien zur Erklärung von internationaler Politik und Krieg. Seit dem ersten Erscheinen der Theorie in den 1940er Jahren wurde der Realismus kontinuierlich verbessert und ausgefeilt.[1] Heute sehen wir im Neorealismus eine Theorie, die den Anspruch erhebt, aufgrund grundlegender Kernannahmen (Anarchie, Staat als einheitlicher rationaler Akteur, Sicherheitsstreben/-Dilemma, Streben nach Macht/Hegemonie, Informationsmangel, Bildung von Allianzen) und deren Dauerhaftigkeit, Staatsverhalten im Konfliktfall erklären und vorhersagen zu können.[2] Aufgrund der Behauptung, dass diese Kernannahmen ein dauerhafter Zustand und verantwortlich für das Staatsverhalten sind, liegt dem Neorealismus eine gewisse Zeitlosigkeit und „Oberflächigkeit“ zugrunde.[3] Das bedeutet, dass es im Neorealismus nicht darum geht, Kriege aus epochalen und individuellen, eben historischen Gegebenheiten und Details zu erklären, sondern aus strukturellen, de facto „natürlich bedingten“ Gegebenheiten. Demzufolge entstehen Kriege gemäß dem Prinzip, dass Staaten sich in einer bestimmten Situation gar nicht anders verhalten können. Das Internationale System erlaubt schlicht kein anderes Verhalten. Neorealisten begründen und demonstrieren diese Zeitlosigkeit gerne anhand historischer Beispiele. Sie zeigen, dass Großmächte, die sich durch ihr Streben nach Macht und Sicherheit zum Hegemon im System ausbildeten, notwendig am „balancing“ anderer Staaten, d.h. am System und damit immer auf dieselbe Weise scheiterten.[4] Als Historiker muss ich allerdings den Einwand einbringen, dass Geschichte dadurch einen zyklischen Charakter erhält. Geschichte wirkt dadurch so „vereinfacht“, als ob sie sich mit dem Aufstieg und Fall der Großmächte stets wiederholen würde und bloß die Akteure ausgetauscht werden.[5] Geschichte jedoch - und genau das will die Geschichtswissenschaft demonstrieren - ist kein zyklischer Prozess. Obwohl es phänotypische Ähnlichkeiten in der Weltgeschichte bestimmt gibt, so ist es doch unser Ziel, aufzuzeigen, dass jede Aktion, jeder Konflikt und damit jeder Krieg einzigartig in seiner Entstehung ist. Wenn ich im Folgenden also versuchen möchte, den Neorealismus genauer auf seinen Wahrheitsgehalt anhand konkreter Beispiele zu analysieren, so tue ich das nicht nur mit dem typischen Ruf der Historiker nach mehr Detailtreue, sondern gerade weil ich glaube, grundlegende Schwachstellen in einigen Kernannahmen des Neorealismus entdeckt zu haben. Diese Schwachstellen können meines Erachtens nach, nur durch eine genauere individuelle- innerstaatliche-historische Betrachtung von Kriegsentstehung entdeckt werden.

Kurz gesagt: Ich will im Folgenden also die Kernannahmen des Neorealismus einzeln betrachten und anhand einer historischen Epoche ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Ich möchte damit aufzeigen, wo sich die Grenzen neorealistischer Betrachtungen der internationalen Politik befinden und warum eine individuell-historische Betrachtung von Kriegen mindestens ebenso wichtig ist.

Als historische Epoche, anhand der ich den Neorealismus kritisieren will, wähle ich das Napoleonische Zeitalter bis einschließlich 1813. Diese Epoche ist neben der Tatsache, dass sie meinen Forschungsschwerpunkt bildet, insofern geeignet, als dass sie ein typisches Beispiel der Neorealisten ist, um die Dominanz der Struktur vor dem historischen Detail zu demonstrieren.[6] Dem will ich hier, soweit es sinnvoll ist, entgegentreten.

Meine Untersuchung werde ich in fünf Schritte aufteilen. Zum Beginn eines jeden Schrittes werde ich in Kurzform die genaue Annahme des Neorealismus vorstellen, um anschließend anhand historischer Situationen des Napoleonischen Zeitalters ihren Wahrheitsgehalt nachzuweisen. Um allerdings auch dem nicht-historischen Leser meine historischen Argumente nahebringen zu können, wird es mein erster Schritt sein, einen groben Überblick und kurze Einleitung über und in den Zeitraum von 1800 bis 1813 zu geben. Im zweiten Schritt beschäftige ich mich dann mit der ersten Kernannahme des Neorealismus: Staaten haben ein einheitliches nationales Interesse und sind rationale Akteure. Dieser Schritt wird auch meinen Hauptkritikpunkt beinhalten, auf dem ich dann aufbauen werde. Im dritten Schritt folgt meine Analyse des berühmten Sicherheitsdilemmas. Zunächst werde ich auf das relative Streben nach Macht und Sicherheit eingehen und darauf, ob gemäß der Systemstruktur wirklich alle Staaten gleich aggressiv sind. Anschließend behandle ich in einem vierten Schritt den Informationsmangel und die Überschätzung der eigenen Kapazitäten als Ursache für Krieg. Mein fünfter und letzter Schritt beschäftigt sich mit der neorealistischen Annahme, dass das System automatisch dazu tendiert, ausbalanciert zu sein. Dieser Schritt wird sich nicht mit der Frage danach, ob entweder das bipolare oder multipolare System friedlicher ist, beschäftigen, sondern damit, warum „balancing“ wirklich auftritt. Einzig die Internationale Anarchie werde ich als fünfte Kemannahme unangetastet lassen, weil sie in meinen Augen unumstößlich ist.

Ich hoffe mit dieser Untersuchung einen Beitrag zur weiterhin lebendigen Debatte um Möglichkeiten und Grenzen struktureller Annahmen, d.h. hier dem Neorealismus, zu leisten. Ich möchte trotz aller gerechtfertigten „Vereinfachung“ der neorealistischen Theorie den Bedarf einer größeren historischen Tiefe rechtfertigen, die ich nur in der Betrachtung der individuellen-innerstaatlichen Unterschiede sehe.

1. Europa 1800-1813

Das Europa, dessen internationales System und dessen Staaten ich genauer betrachten will, war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein labiles multipolares System. Es existierten im Wesentlichen fünf souveräne Großmächte: Frankreich, Großbritannien, Preußen, Österreich und Russland. Obwohl es andere riesige Staatsgebilde gab, wie das Osmanische Reich, das Heilige Römische Reich deutscher Nation, sowie Spanien und Portugal, vereinten doch die fünf o.g. Großmächte die wesentliche militärische und ökonomische Macht in Europa. Der Absolutismus bzw. der aufgeklärte Absolutismus war das vorherrschende Herrschaftssystem im 19. Jahrhundert. Dennoch sah nicht jedes Herrschaftssystem bzw. jede Herrschaftsstruktur gleich aus. Um eine genauere Betrachtung Internationaler Politik, d.h. des Internationalen Systems zu ermöglichen und die Kernelemente des Neorealismus in dieser Epoche zu überprüfen, werde ich im Folgenden kurz auf die Herrschaftsformen jeder der fünf Großmächte eingehen und deren wesentliche innerstaatlichen und internationalen Akteure vorstellen. Diese Betrachtung verdeutlicht also vorab, wie unterschiedlich Interessen aggregiert werden können und dient somit als „Vorlage“ für meine Argumentation im zweiten Kapitel.

Frankreich: Nahezu zeitgleich mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts war in Frankreich ein Mann an die Macht gekommen, dessen Taten- und Geltungsdrang ganz Europa für die nächsten Jahrzehnte prägen sollte: Napoleon Bonaparte. Durch einen Militärputsch an die Macht gelangt und anschließend durch Plebiszite bestätigt, hatte er zwischen 1800 und 1804 ein frühtotalitäres System in Frankreich ausgebildet. Obwohl es neben dem Interesse des Kaisers natürlich andere Interessensgruppen gab, wie die Armeelieferanten, der neuen Adel, sowie der großen Volksmasse, so zählte doch bis 1813 ausschließlich der Wille Napoleons, um Entscheidungen umzusetzen.[7] Ich will das Herrschaftssystem in Frankreich daher nicht gleichsetzen mit dem der anderen absoluten Monarchien. Napoleon herrschte in Frankreich totaler, schneller und effektiver als alle anderen Monarchen seiner Zeit (selbst Ludwig XIV. hatte nicht so weitreichende Kompetenzen wie der Erste Konsul Bonaparte und späterer Kaiser Napoleon I.). Grundlage seiner Macht war die Verfassung, die Volkssouveränität, seine selbstgegründeten Institutionen (z.B. légion d’honneur), sowie sein riesiger Militär- und Polizeiapparat.[8] Es ist äußerst wichtig festzuhalten, dass Napoleon im Gegensatz zu allen anderen Monarchen ein „self-made man“ war. Aus der Armee erfolgreich hervorgegangen, war und blieb er Zeit seines Lebens ein Soldat, der in jeder Hinsicht militärisch dachte und nach immer neuen Siegen trachtete, weil er ihnen persönlich bedurfte.[9] Die französische Armee selbst war zwischen 1800 und 1813 die ausgezeichnetste und umfangreichste Armee weltweit. Bis 1808/09 blieb sie zu Lande ungeschlagen und bildete das Herzstück des Grand Empire.[10] Napoleon selbst sah in ihr das eigentliche französische Volk.[11] Die breite Masse verabscheute er als „Canaille“, manipulierte diese aber durch das beste Propagandasystem seit der römischen Antike und zwang dieser auch das umfangreichste Einberufungssystem der Zeit auf.[12]

Großbritannien: Die frühkapitalistische und -industrielle Inselmonarchie stand unter der Herrschaft Georges III. Dieser war jedoch im Gegensatz zu seinen kontinentalen Kollegen auf eine starke Zusammenarbeit mit dem britischen Parlament angewiesen. Die britische Politik war v.a. geprägt durch einen rigorosen Handelsdrang mit Europa und der Kolonialwelt, sowie durch die anhaltende Rivalität mit Frankreich auf den Weltmeeren. Dementsprechend lag das militärische Hauptgewicht (und seit Trafalgar auch das Unangefochtene) auf dem Meer. Großbritannien war ein maritimer Hegemon, der jedoch im Gegensatz zu Frankreich keine territoriale Expansion anstrebte. Das britische Verhältnis mit Frankreich war jedoch ein überaus Wechselhaftes. Wiederholt gab es Versuche der beiden Staaten, miteinander auszukommen und Frieden zu schließen (1802/03; 1807/08), der aber immer wieder aufgrund der Sturheit beider Seiten scheitern sollte.

Preußen: Der stark militarisierte Neuling unter den Großmächten war von dem extrem pazifistischen und zögerlichen Friedrich Wilhelm III. regiert. Dieser wurde aber stark von seiner kriegslustigen und willensstarken Gemahlin Luise sowie der militärischen Hofkamarilla beeinflusst. Das politische Leben in Preußen war seit der Zeit Friedrichs des Großen stark durch das Militär geprägt. So glanzvoll das Bild Friedrich des Großen auf die Welt noch wirkte, die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Strukturen Preußens hatten sich seither nicht weiterentwickelt. Politische Kultur und Partizipation wurde in dieser absolutistischen Monarchie nahezu gleichgesetzt mit soldatischer Pflichterfüllung und Gehorsam bzw. um den Berliner Stadtkommandanten mit seinen berühmten Worten zu zitieren mit: „Ruhe als erste Bürgerpflicht.“. Preußen sollte nach seinen weitgehenden Reformen zwischen 1807-1813 jedoch eine Keimzelle der liberalen Massenbewegung werden, die in den Befreiungskriegen ihren Ausdruck fand.

Österreich'. Das Kaiserreich Österreich war unter Franz I. eine absolutistische Monarchie, die zwar zentral von der Hofburg in Wien dirigiert wurde (durch Politiker wie Metternich, Stadion, Erzherzog Karl), deren Politik jedoch alles andere als zentralistisch war. Österreichische Innen- und Außenpolitik war das Ergebnis einer langen Tradition zäher Verhandlungen und Kompromissen mit den einzelnen Teilstaaten des Vielvölkerstaates, insbesondere mit den böhmischen und ungarischen Ständen.[13] Jeder verlorene Krieg, jede verlorene Armee war ein Risiko für die Dynastie der Habsburger. Dennoch besaß Österreich große Ambitionen in Italien und auf dem Balkan, während es in Deutschland eifersüchtig auf jegliche Konkurrenz der ohnehin geschwächten deutschen Kaiserkrone wachte.

Russland: Das Kaiserreich Russland war eine absolutistische Monarchie in Reinform geblieben. Russische Innenpolitik glich im Wesentlichen dem mittelalterlichen Feudal- und Vasallensystem. Das Zarenreich wurde zentralistisch durch den Hof in St. Petersburg unter dem noch jungen und unerfahrenen Zaren Alexander I. dirigiert. Das machte die russische Politik besonders anfällig für die Intrigen der Hofkamarilla, die besonders stark mit Militärs besetzt war.[14]

Nachdem ich nun ausführlich die Herrschaftsverhältnisse in den fünf Großmächten geklärt habe, möchte ich noch einen kurzen chronologischen Abriss der Ereignisse zwischen 1800 und 1813 geben.

Bei der Machtübernahme Napoleons im November/Dezember 1799 befand sich Frankreich noch im Zweiten Koalitionskrieg gegen England und Österreich. In den vorangegangenen Revolutionskriegen hatte das neue Frankreich sich bereits als den europäischen Großmächten ebenbürtig erwiesen. Mit den entscheidenden Siegen bei Marengo und Hohenlinden und dem Frieden von Lunéville (1800) beendete Frankreich die Zweite Koalition. England blieb die einzige Nation, die sich mit Frankreich im Krieg befand. Der Frieden (von Amiens) mit England kam erst 1802 zustande, hielt allerdings auch nur bis zum Frühjahr 1803. England und Frankreich sahen sich nun mit dem Problem konfrontiert, dass kein Staat den jeweils anderen ernsthaft gefährden konnte. Bis zum Sommer 1805 plante Napoleon dennoch die Invasion Großbritanniens an der Kanalküste, während England auf dem Kontinent nach Verbündeten suchte. Die Dritte Koalition formierte sich schließlich im Spätsommer 1805, als Österreich dem Bündnis zwischen Großbritannien und Russland beitrat. Im Krieg der Dritten Koalition konnte Napoleon bei Ulm und Austerlitz den alliierten Mächten eine vernichtende Niederlage beibringen. Allerdings ging dieser absolute Sieg zu Land einher mit einer absoluten Niederlage zur See. Denn im Oktober 1805 wurde die vereinte französisch­spanische Flotte durch die Briten unter dem Kommando des berühmten Admiral Nelson bei Trafalgar vollständig zerstört. Frankreich war Ende 1805 zum Hegemon West- und Mitteleuropas aufgestiegen, während Großbritannien Hegemon der Weltmeere wurde. Bis 1814/15 sollte Großbritannien sich im dauerhaften Kriegszustand mit Frankreich befinden. Im Verlauf des Jahres 1806 ordnete Napoleon die politischen Verhältnisse in Mitteleuropa neu. In Neapel, Berg, Baden, Württemberg, Bayern, Nord- und Mittelitalien, sowie in den Niederlanden wurden Angehörige der Dynastien Bonaparte und Beauharnais installiert und damit viel stärker als zuvor in den französischen Satellitengürtel eingebunden. Das Heilige Römische Reich löste sich im August 1806 auf. An seine Stelle trat der von Napoleon beherrschte Rheinbund, der bis 1807 aus allen deutschen Staaten außer Preußen und Österreich gebildet wurde. Die Kriegserklärung Preußens und dessen spätes Bündnis mit Russland im September 1806 ließ den Krieg der Vierten Koalition entbrennen, der siegreich für Frankreich in den Schlachten von Jena, Auerstädt, Eylau und Friedland beendet wurde. Der Friede von Tilsit 1807 machte Frankreich zum Hegemon über nahezu ganz Europa.[15] Von den Pyrenäen bis zur Memel befand sich ganz Europa in direkter Abhängigkeit Frankreichs. Die Iberische Halbinsel und Russland standen unter indirekter Kontrolle Frankreichs. Die Intervention Napoleons in den spanischen Thronstreitigkeiten wurde zum ersten „sinnlosen Krieg“ Napoleons, der hier die Chance sah, sich der Iberischen Halbinsel direkt zu bemächtigen. Der Guerillakrieg in Spanien konnte bis 1813 jedoch nicht vollends gewonnen werden und kostete die Franzosen über 300.000 erfahrene Soldaten. Während der spanischen Intervention Napoleons 1808 sah Österreich die Gelegenheit, sich gegen die französische Übermacht zu erheben. Nach der ersten Niederlage Napoleons 1809 bei Aspern-Esslingen, konnte dieser Österreich aber bei Wagram erneut besiegen. Die Jahre 1809-1812 gelten als der territoriale Höhepunkt des Empire. Napoleon ging dazu über, die Satellitenstaaten abzuschaffen und deren Territorien direkt zu annektieren. Die Iberische Halbinsel stand nahezu vollkommen unter direkter französischer Kontrolle. Einzig Russland begann sich aus der französischen Kontrolle zu lösen und entsagte der Kontinentalsperre Napoleons. Napoleon marschierte daraufhin mit der größten Armee der Geschichte in Russland ein, um seine Forderungen zu erzwingen und Russland unter direkte Kontrolle zu bringen. Der Brand Moskaus und der einbrechende Winter verhinderten jedoch einen französischen Sieg und verwandelten den zunächst militärisch erfolgreich verlaufenden Feldzug (Schlachten von Smolensk und Borodino) in eine gigantische Katastrophe. Im Frühjahr 1813 erklärte schließlich Friedrich Wilhelm III. von Preußen widerwillig Frankreich den Krieg und verbündete sich mit Russland. Nach gescheiterten Verhandlungen im Sommer 1813 trat schließlich auch Österreich der Sechsten Koalition bei, die bei Leipzig Napoleons Hegemonie vollständig brechen konnte.[16]

Obwohl die Kriege gegen Napoleon noch bis 1815 andauerten, möchte ich hier die Darstellung und Betrachtung des Napoleonischen Zeitalters beenden. Gründe dafür sind, dass die Völkerschlacht von Leipzig den Endpunkt der französischen Hegemonie darstellte und der Krieg nahezu ohne Pause bis 1815 anhielt. Daher möchte ich nun auf die erste Kernannahme des Neorealismus kommen.

[...]


[1] Bueno de Mesquita, Bruce, Principles of International Politics. People’s power, Preferences and Perceptions, Washington D.C. 2006, S. 126f.

[2] Ebd., S. 126f. ; Buzan, Berry, The Logic of Anarchy. Neorealism to structural realism, New York 1993, S. 102­114 ; Mearsheimer, John, The Tragedy of Great Power Politics, New York/London 2003, S.30f. ; Waltz, Kenneth N., Realism and International Politics, New York 2008, S. 58.

[3] Schroeder, Paul W., Why Realism does not work well for International History, in: John A. Vasquez/Colin Elman (Hg.), Realism and the Balancing of Power. A New Debate, New Jersey 2003, S. 118.

[4] Ebd., S. 115; Waltz, Realism and International Politics, S. 63.

[5] Buzan, The Logic of Anarchy, S. 105; Schroeder, Why Realism does not work well for International History, S. 124f

[6] Levy, Jack S., Balances and Balancing. Concepts, Propositions and Research Design, in: John A. Vasquez/Colin Elman (Hg.), Realism and the Balancing of Power. A New Debate, New Jersey 2003, S. 142f.

[7] Esdaille, Charles J., Napoleon’s Wars. An international history. 1803-1815, London 2007, S. 113.

[8] Ebd., S. 123.

[9] Bell, David A., The first total war. Napoleon’s Europe and the birth of modern warfare, London 2007, S. 233; Esdaille, Napoleon’s Wars, S. 127-130, 207.

[10] Mearsheimer, The Tragedy of Great Power Politics, S. 273; Rothenburg, Gunther, Die Napoleonischen Kriege, Berlin 2000, S. 67-77.

[11] Esdaille, Napoleon’s Wars, S. 219.

[12] Ebd., S. 123-125.

[13] Esdaille, Napoleon’s Wars, S. 179-181, 411.

[14] Ebd., S. 411.

[15] Bell, The first total war, S. 241; Esdaille, Napoleon’s Wars, S. 299f.

[16] Die Geschichte der napoleonischen Kriege und die Staatsstrukturen im Überblick: Connelly, Owen, Blundering to glory. Napoleon’s military campaigns, London 1999, S. 63-201; Esdaille, Napoleon’s Wars, S. 71­460; Rothenburg, Die Napoleonischen Kriege, S. 50-182 ; Die neorealistische Lesart der napoleonischen Kriege findet sich: Mearsheimer, The Tragedy of Great Power Politics, S. 277-288.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Neorealismus und Napoleon
Untertitel
Eine historische Kritik am neorealistischen Ansatz
Hochschule
Universität Mannheim  (Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II)
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
26
Katalognummer
V163795
ISBN (eBook)
9783640783045
ISBN (Buch)
9783640783205
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Napoleon, Napoleon Bonaparte, Internationale Beziehungen, Realismus, Neorealismus, Balance of Power, Pentarchie, Macht, Sicherheit, Staatensystem, Staaten, Rüstungswettlauf, Balancing, Bandwaggoning, relative Macht, Hegemonie
Arbeit zitieren
Tim Altpeter (Autor), 2009, Neorealismus und Napoleon, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163795

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