500 nations: Die Geschichte der Indianer


Referat (Ausarbeitung), 2008
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schicksale der Stämme
2.1. Die Haudenosaunee
2.2. Die Shawnee
2.3. Die Cherokee
2.4. Die Apachen
2.5. Die Great Plains
2.5.1. Die Cheyenne
2.5.2. Die Sioux

3. Der General Allotment Act

4. Die amerikanische Indianerpolitik

5. Wie sehen die Indianer die Amerikaner politisch?

6. Schlussreflexion

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Willkommen bei 500 Nations. Hallo ich bin Kevin Kostner." So beginnt jede einzelne der acht Folgen von 500 Nations, in welchen Kevin Kostner sich der Vergangenheit der Indianer annimmt und den Zuschauern hierdurch einen faszinierenden Einblicke in die Kultur, das Leben und die Geschichte der 500 Völker, die einst den amerikanischen Kontinent besiedelten, ermöglicht.

„Das Bild der Indianer ist bei den meisten von uns durch das Kino geprägt, wo Leinwandhelden ganze Armeen von feindlichen Rothäuten bekämpfen. Der wilde Indianer auf dem Kriegspfad, der über die weite Prärie reitet, ist nach wie vor das Symbol für alle amerikanischen Indianervölker." Um dieses Bild, welche von der amerikanischen Filmkunst vermittelt wird, richtig zu stellen, gibt Kevin Kostner den Zuschauern die Möglichkeit einen Blick auf die andere Seite des Geschehens zu werfen: In der Dokumentation „500 Nations" wird das gesamte historische Geschehen aus der Perspektive der Indianer geschildert, welche vor dieser Dokumentation weitgehend unbeachtet blieb.

Den ersten Teil dieser Arbeit widme ich den Schicksalen einzelner Völker, welche sich drastisch verändern mussten, als die ersten Kontakte mit den Amerikanern entstanden. Hierbei beginne ich bei den Haudenosaunee, Shawnee, Cherokee und den Apachen. Bei den Great Plains betrachte ich mir das Schicksal zweier Stämme an: den Cheyenne und den Sioux.

Im zweiten Teil werde ich Bezug nehmen auf den „General Allotment Act", welcher den Höhepunkt der indianischen - amerikanischen Streitigkeiten darstellt und die Existenz der Indianer schwerwiegend bedroht hat.

Ausgehend von diesen Informationen werde ich im zweiten Teil der Arbeit die politischen Absichten der Amerikaner in den einzelnen Regionen miteinander vergleichen und die Grundlagen der amerikanischen Indianerpolitik herausarbeiten.

Hiernach werde ich mir das Handeln Amerikas aus der Sicht der Indianer anschauen. Hierbei gehe ich folgender Fragestellung nach: Wie sehen die Indianer die Vereinigten Staaten politisch?

In der Schlussreflexion beschäftige ich mich mit dem Ausmaß der Dokumentation und runde die Arbeit durch den Einfluss meiner subjektiven Meinung ab.

2. Schicksale der Stämme

Den ersten Kontakt der Indianer mit Weißen fand im Jahre 1492 statt, als Christoph Kolumbus auf der Suche nach dem westlichen Seeweg nach Indien war. Schnell wurde klar, dass Kolumbus nicht in Indian gelandet war, sondern im späteren Amerika. Von dieser Begegnung mit Kolumbus tragen die Ureinwohnerjedoch immer noch eine Erinnerung: Kolumbus nannte sie die „Indianer".

Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Kontinent unzählige verschiedene Stämme angesiedelt. Diese kann man folgender Übersichtskarte entnehmen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Grafik entnommen aus URL]1 )

Die rot unterstrichenen Stämme behandle ich im Nachhinein noch einmal genauer.

2.1. Die Haudenosaunee

Die Haudenosaunee sind als älteste Demokratie Nordamerikas in die Geschichte eingegangen. Sie setzen sich aus fünf indianischen Nationen zusammen und befanden sich dort, wo heute der Staat New York ist. Sie setzen sich zusammen aus den Mohawk, den Oneida, den Onandaga, den Cayuga und den Seneca. Gemeinsam bilden sie die Irokesen, oder wie man sie in ihrer Landessprache nennt: die Haudenosaunee.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Grafik entnommen aus Wikipedia3 )

Diese fünf Nationen lebten unabhängig voneinander, waren jedoch zugleich auch miteinander vereint. Die Idee die dahinter steckt war ein konkreter Plan für die demokratische Organisation, basierend auf den sozialen Strukturen der Völker. Die Stämme selbst lebten in Klans, welche für sie einen Ort der Sicherheit repräsentierten. Die Klanzugehörigkeit wurde von der Mutter an die Kinder weitergegeben.4 Die Kinder verschiedener Klans wurden miteinander verheiratet und somit fand eine Verflechtung zwischen den einzelnen Klans statt. Jeder Klan hatte einen Klanchef, welcher aus Vertrauen von seinem Stamm gewählt wurde. Somit hatten die Haudenosaunee eine repräsentative Demokratie aufgebaut. Benjamin Franklin nahm 1754 an einer Konferenz teil und schlug 22 Jahre später ein ähnliches Model für die Kolonien vor. Es entstanden die Vereinigten Staaten. Das Modell der repräsentativen Demokratie verschaffte den Irokesen Frieden für Jahrhunderte.

Dieser Frieden dauerte bis zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg an. Das Gebiet der Haudenosaunee lag zwischen den zwei Streitmächten der amerikanischen und britischen Front.

Beide Seiten wollten das Gebiet für sich gewinnen. Jedoch blieb der Rat der Haudenosaunee seinen friedlichen Grundsätzen treu und beharrten auf Neutralität. Doch schon wenige Jahre später glückte ein weiterer Versuch von Joseph Brand die fünf Nationen auf die britische Seite zu ziehen. Der Meinungswechsel folgte aufgrund einer Plünderung der Amerikaner in liberalen Gebieten der Haudenosaunee. Das nahmen sie als Auslöser sich mit der Opposition, den Briten, zu verbünden. Jedoch schlossen sich nicht alle den Briten an, da auch ein Teil der Irokesen stark von den amerikanischen Missionen beeinflusst wurden. Dies sorgte dafür dass am Ende eine ganze Nation nahe dem Bürgerkrieg stand.5

1779 reiste General John Sullivan mit 5000 Männern in das Gebiet der Seneca. Dort brannte Sullivan ihre Dörfer nieder. Am Ende waren alle fünf Nationen verwüstet und lediglich zwei Städte der Haudenosaunee unversehrt. Die Stämme hatten keine Möglichkeit die verlorene Ernte zu ersetzen und viele starben aus Hunger, Kälte und Krankheit.

Im Jahre 1783 kapitulierte die britische Regierung im Vertrag von Paris und weite Teile der Haudenosaunee wurden von den Amerikanern beschlagnahmt. Sie nahmen den Haudenosaunee nicht nur ihr Land, sondern auch ihre hochgeschätzte Unabhängigkeit. Lediglich das Herzstück des Landes wurde den Irokesen im Jahr 1790 zugestanden.

Die Front der Invasion zog weiter ins Ohio Tal, in welchem die Shawnee ansässig waren.

2.2. Die Shawnee

Die Shawnee befanden sich in den heutigen US-Bundesstaaten Ohio, West Virginia, Kentucky und im westlichen Pennsylvania. In den nächsten zwanzig Jahren nach der amerikanischen Revolution gewannen die Vereinigten Staaten immer mehr indianisches Land durch Schlachten und dubiose Verträge. Die Missionare untergruben die kulturellen und religiösen Werte der indianischen Gemeinschaft. Sie brachten das Christentum mit und wollten den Indianern ihre Religion regelrecht aufzwingen. Das Land, der Lebensunterhalt, die Kultur und der Glaube wurden stark bedroht. Die enttäuschten Krieger tauschten ihre kärglichen Reserven gegen Alkohol, um ihre Schmerzen zu lindern.

Das Problem mit dem Rum legte den ganzen Stamm lahm. Tenskwatawa, der Bruder des Anführers Tecumseh, war ebenfalls dem Alkohol verfallen. Eines Tages hatte er eine Offenbarung, in welcher er eine göttliche Botschaft erhielt: „Verlasst die Wege des weißen Mannes und kehrt zurück zu den alten Lehren"6. Nach dieser Offenbarung wurde Tenskwatawa Prophet und hielt sein Stamm vom Alkohol und anderen Dingen, wie den Ideen der Weißen, fern. Tecumseh, der Anführer der Shawnee, mahnte darauf hin sein Volk zu den Wurzeln indianischen Lebens zurückzukehren. Tenskwatawa versprach seinem Stamm: Wenn ihr zu den eigenen Wurzeln zurück kehrt, könnt ihr auch die Weißen zurück schlagen und der Wohlstand wird zu uns zurückkehren. Diese Botschaft wurde verbreitet und Tecumseh wurde zum größten und mächtigsten Indianerführer aller Zeiten. Er bereiste 1808 das Umland und verbreitete die Nachricht mit politischer und militärischer Vision. Seiner Meinung nach gab es nur einen Weg das Übel zu beenden: Alle Indianervölker müssen sich zusammenschließen und ein gleiches Recht für alle fordern. Somit sollte die Habsucht und der Ehrgeiz der Weißen beendet werden.7

William Harry Harrison, der Gouverneur des Indiana Territoriums, sah Tecumseh als große Bedrohung. Er nutzte seine Abwesenheit um 1809 Häuptlinge in Indiana und Illinois davon zu überzeugen ihm 12000 m2 Land zu verkaufen. Das gelang ihm und Tecumseh war empört. Er besuchte Gouverneur Harrison, um sein Land zurück zu fordern. Dies gelang ihm nicht und er war sicher, dass man das Unterfangen des Gouverneurs nur mit Gewalt aufhalten konnte. Aus diesem Grund zog Tecumseh weiter nach Süden um seine Allianz zu erweitern. Hier stoß er auf Widerstand, da viele Indianerhäuptlinge die Auseinandersetzung mit den Weißen als Selbstmord ansahen. Tecumseh schaffte es nicht alle Indianerstämme zusammenzuschließen und gemeinsamen Widerstand auszuüben. So kehrte er 1812 in seine Stadt Indiana zurück, welche in der Zeit seiner Abwesenheit völlig zerstört wurde und das gesamte Volk vertrieben wurde. Glücklicherweise hatte sein Bruder Tenskwatawa den Angriff der Amerikaner vorhergesagt und hatte somit die Möglichkeit das gesamte Volk zu evakuieren, bevor Harrison in die Stadt einfiel und alles niederbrannte.8

Nachdem Tecumseh zu seinem Stamm zurück gekehrt war, baute er mit seinem Bruder die Bewegung erneut auf. 1812 gab es einen Krieg zwischen den Briten und den Vereinigten Staaten und somit eine neue Chance für die Indianer durch ein Bündnis mit den Briten die Vereinigten Staaten zurückzudrängen. So drangen die britischen und indianischen Streitmächte das Fort in Detroit zur Aufgabe. Jedoch schon ein Jahr später wendete sich das Kriegsglück und die britischen und indianischen Gruppen unterlagen den Amerikanern. Tecumseh starb im Krieg durch einen Schuss der Amerikaner. Das war der letzte Versuch des Shawnee - Stammes den weißen Mann aufzuhalten.9

2.3. Die Cherokee

Das Gebiet der Cherokee umfasste ursprünglich das Gebiet vom Ohio River bis hinein in die heutigen Bundesstaaten Georgia und Alabama. Sie zählten 1820 zu den fünf zivilisierten Stämmen, zusammen mit den Chickasaw, Choctaw, Muskogee und Seminolen. Für die Amerikaner waren die Cherokee der zivilisierteste Stamm von Allen.

Die Indianer, die dort lebten sahen ihre einzige Möglichkeit zu überleben darin sich dem Volk der Amerikaner anzupassen. Hierdurch wurden die ursprüngliche Tradition der Cherokee mehr und mehr vergessen und sie knüpften an die amerikanische Tradition an: Die Klans wurden zu einem republikanischen Staat nach amerikanischen Vorbild. Trotz der Anstrengung der Indianer wurde die Beziehung zu den Amerikanern durch Rassismus und Habgier gezeichnet. Der Bedarf an Land der Amerikaner wurde immer größer und die Indianer kontrollierten immer noch riesige Ländereien. Als in Georgia Gold entdeckt wurde, zogen weiße Truppen in das Dorf der Cherokee. Trotz der Verschmelzung mit der amerikanischen Gesellschaft hatten die Indianer keine Chance ihr Land zu behalten. Um die Ländereien der Cherokee zu erhalten, planten die Amerikaner die Ureinwohner umzusiedeln. 1830 verabschiedete Präsident Andrew Jackson den Indian Removal Act, welcher besagte, dass die Indianer westlich des Mississippi in das Indianergebiet Oklahoma umgesiedelt werden sollen. Die Cherokee Anführer fühlten sich betrogen und der Rat der Cherokee protestierte gegen die Umsiedlung.

Auch nach der Umsiedlung kämpfte das Oberhaupt der Cherokee noch gegen den Indian Removal Act. John Ross besuchte Washington und brachte Petitionen und Klagen an den Kongress. Diesen Prozess gewann er und das Gesetz wurde 1932 für nichtig erklärt. Präsident Jackson missachtete den Beschluss jedoch und ordnete die Vertreibung von rund 18 000 Cherokee an. 1838 traten die Indianer den Weg in das Reservationslager an. Der Umzug in das Indian Territory wird „Trail of Tears" genannt. Auf diesem starben mehr als 4000 Cherokee, was bereits % der Gesamtbevölkerung der Cherokee darstellt.10

[...]


1 http://www.xmission.com/~amauta/imaees/indianmap.jpe

2 500 Nations, Folge 5, Die Haudenosaunee: Amerikas erste Demokratie.

3 http://de.wikipedia.ore/wiki/Irokesen

4 500 Nations, Folge 5, Die Haudenosaunee: Amerikas erste Demokratie.

5 500 Nations, Folge 5, Im Hexenkessel von Revolution und Bürgerkrieg, Die Haudenosaunee: Amerikas erste Demokratie.

6 500 Nations, Folge 6, Der Traum vom eigenen Land der Indianer: Häuptling Tecumseh, Im Tal Ohio.

7 500 Nations, Folge 6, Der Traum vom eigenen Land der Indianer: Häuptling Tecumseh, Tecumseh.

8 Ebd.

9 500 Nations, Folge 6, Der Traum vom eigenen Land der Indianer: Häuptling Tecumseh, Tecumseh.

10 500 Nations, Folge 6, Der Traum vom eigenen Land der Indianer: Häuptling Tecumseh, Die Cherokee.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
500 nations: Die Geschichte der Indianer
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Außenpolitik der USA
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V163822
ISBN (eBook)
9783640784400
ISBN (Buch)
9783640784301
Dateigröße
773 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Indianer
Arbeit zitieren
Sandra Friederich (Autor), 2008, 500 nations: Die Geschichte der Indianer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163822

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