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Altwerden von seelenpflegebedürftigen Menschen in einer sozialtherapeutischen Einrichtung

Am Beispiel der Dorfgemeinschaften Hermannsberg und Lehenhof

Titel: Altwerden von seelenpflegebedürftigen Menschen in einer sozialtherapeutischen Einrichtung

Forschungsarbeit , 2010 , 96 Seiten

Autor:in: Julia Klaes (Autor:in), Helge Klaes (Autor:in), Franz Fauser (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Welche Fachkompetenzen sind für die optimierte Betreuung von alten Menschen mit geistiger Behinderung notwendig? Das Forschungsprojekt „Altwerden von seelenpflegebedürftigen Menschen in einer sozialtherapeutischen Einrichtung“, gefördert durch die Ruth- und Christian-Bruhn-Stiftung, vermittelt über das Deutsche Stiftungszentrum Essen, befasst sich mit dem Alter und Altwerden von Menschen mit geistiger Behinderung (in der Terminologie der anthroposophischen Heilpädagogik „seelenpflegebedürftige“ Menschen genannt) in den Camphill-Dorfgemeinschaften Hermannsberg und Lehenhof im Bodenseeraum. In den Camphill-Einrichtungen wird die Idee eines umfassenden, brüderlichen Zusammenlebens von Menschen mit unterschiedlichen Lebensschicksalen, geistigen, seelischen und körperlichen Behinderungen und Mitarbeitern verwirklicht. In wahlfamilienähnlichen Strukturen leben hier partnerschaftlich Mitarbeiter und Menschen mit Behinderung zusammen. Der Alterungsprozess von Menschen mit geistiger Behinderung verläuft prinzipiell nicht anders als in der Allgemeinbevölkerung. Allerdings zeigt dieser Personenkreis eine deutlich erhöhte Anfälligkeit für körperliche und psychische Erkrankungen, insbesondere auch im Alter. Deshalb setzte das Projekt-Team sich mit der Fragestellung auseinander, welches Fachwissen und welche Kompetenzen aus Sicht der Mitarbeiter für eine optimierte Betreuung alter Menschen mit geistiger Behinderung relevant erscheinen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Altwerden und Altsein bei Menschen mit geistiger Behinderung

I.1. Allgemeine Aspekte zur gestiegenen Lebenserwartung bei Menschen mit geistiger Behinderung

I.2 Dimensionen des Alterns

I.2.1 Biologisches Altern

I.2.2 Psychologisches Altern

I.2.3 Soziologisches Altern

II. Vorstellung der Camphill-Dorfgemeinschaften Hermannsberg und Lehenhof

III. Zum Forschungsansatz

III.1 Die Methode und die einzelnen Elemente der Durchführung

III.2 Bedürfnisse der seelenpflegebedürftigen alten Menschen nach Einschätzung der Mitarbeiter

III.3 Erwartungen der Mitarbeiter

III.4 Erwartungen der Angehörigen

IV. Vorstellung der Fortbildungsinhalte

IV.1 Begleitendes Supervisionsangebot

IV.2 Depression im Alter bei seelenpflegebedürftigen Menschen erkennen & behandeln

IV.3 Altersbilder, Psychologische und neurobiologische Ansätze

IV.4 Altwerden bei Menschen mit Down-Syndrom

IV.5 Biografiearbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung

IV.6 Umgang mit Psychosen

IV.7 Altwerden mit Autismus

V. Fazit und Ausblick

VI. Literaturverzeichnis

VII. Anhang

VII.1 Evaluation des Fortbildungscurriculums

VII. 1.1 Erste Evaluation

VII.1.2 Ergebnisse der ersten Evaluation

VII.1.3 Weiterbildung

VII.1.4 Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten

VII.1.5 Einbeziehung anderer Therapien

VII.1.6 Supervision

VII.1.7 Weitere Themen

VII.2.1 Zweite Evaluation

VII. 3 Handouts zu den Fortbildungsveranstaltungen

VII.3.1 Depressionen im Alter Handout

VII.3.2 Fallbeispiele Sonja und Thomas

VII.3.3 Down-Syndrom - Handout

VII.3.4 Umgang mit Psychosen – Handout

VII.4 Fragebogen zur Evaluation der Fortbildungsveranstaltungen

VII.4.1 Graphische Darstellungen der Auswertung des Angehörigen-Fragebogens

VII.4.1.1 Graphische Darstellung Gruppierung Frage 1

VII. 4.1.2 Graphische Darstellung Gruppierungen Frage 2

VII.4.1.3 Graphische Darstellung Gruppierung Frage 3

VII.4.1.4 Graphische Darstellung Frage 4

VII. 5 Altersstatistik der Bewohner der Dorfgemeinschaften Hermannsberg und Lehenhof

VII.5.1 Altersstatistik Hermannsberg

VII.5.2 Altersstatistik Lehenhof

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen des Alterns bei Menschen mit geistiger Behinderung innerhalb der Camphill-Dorfgemeinschaften. Ziel ist es, durch die Analyse der spezifischen Bedürfnisse und der Entwicklung eines bedarfsgerechten Fortbildungscurriculums für das Fachpersonal die Betreuungsqualität nachhaltig zu optimieren und den Betreuten ein selbstbestimmtes Altern in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen.

  • Analyse der biologischen, psychologischen und soziologischen Dimensionen des Alterns bei Menschen mit geistiger Behinderung
  • Evaluation des Fortbildungsbedarfs des betreuenden Personals durch Fragebogenerhebungen
  • Darstellung klinischer Krankheitsbilder im Alter, insbesondere Depressionen, Demenz, Psychosen und Autismus
  • Implementierung von Biographiearbeit und begleitender Supervision als Qualitätsinstrumente in der Betreuung
  • Berücksichtigung der Erwartungen von Angehörigen an die pflegerische und spirituelle Begleitung

Auszug aus dem Buch

IV.2 Depression im Alter bei seelenpflegebedürftigen Menschen erkennen & behandeln

Dieser Baustein des Fortbildungscurriculums wurde am 18.11.2009 von Dr. med. Helge Klaes, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut und Supervisor, in Frickingen im Institut für Camphill Ausbildungen gGmbH durchgeführt.

Die Depression ist die häufigste psychische Erkrankung. Nach der WHO leiden weltweit 121 Millionen Menschen an einer Depression. Prognostischen Einschätzungen zufolge wird 2020 die Depression die zweithäufigste Krankheit nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Nach statistischen Schätzungen werden Frauen zu 26%, Männer zu 12% betroffen sein (vgl. ROEDIGER, E.; 2008, S.14).

Es wird eine hohe Dunkelziffer angenommen. Nur jede zweite Depression wird erkannt. Die nicht behandelte Depression bedeutet für den gesamten menschlichen Organismus (vermutlich vermittelt über das vegetative Nervensystem) einen ganz erheblichen Stress (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Altwerden und Altsein bei Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel erläutert die gestiegene Lebenserwartung und die theoretischen Dimensionen des Alterns aus biologischer, psychologischer und soziologischer Sicht.

II. Vorstellung der Camphill-Dorfgemeinschaften Hermannsberg und Lehenhof: Hier werden die Entstehung, das anthroposophische Konzept sowie die Strukturen der Dorfgemeinschaften als Wohn- und Arbeitsorte für Menschen mit Behinderung beschrieben.

III. Zum Forschungsansatz: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Erhebung der Mitarbeiterbedürfnisse und die Erwartungen der Angehörigen im Forschungsprojekt.

IV. Vorstellung der Fortbildungsinhalte: Die verschiedenen Module des Fortbildungscurriculums, von Supervision über Depression und Demenz bis hin zu Autismus und Biographiearbeit, werden hier detailliert vorgestellt.

V. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Fachwissen durch Fortbildungen in den Arbeitsalltag zu integrieren, um dem demographischen Wandel zu begegnen.

VI. Literaturverzeichnis: Umfassende Zusammenstellung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und weiterführender Literatur.

VII. Anhang: Enthält Evaluationsdokumente, Fragebögen, Handouts und detaillierte Altersstatistiken der Einrichtungen.

Schlüsselwörter

Geistige Behinderung, Altern, Camphill-Dorfgemeinschaften, Fortbildungscurriculum, Depression im Alter, Demenz, Psychosen, Down-Syndrom, Autismus, Biographiearbeit, Supervision, Lebensqualität, Anthropologische Heilpädagogik, Pflegequalität, Demographischer Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Betreuung von seelenpflegebedürftigen alten Menschen in Camphill-Einrichtungen durch gezielte Fortbildung des Fachpersonals verbessern lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das Altern bei Menschen mit geistiger Behinderung, spezifische Krankheitsbilder wie Demenz und Depression sowie moderne Betreuungskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Optimierung der Betreuungsqualität und die Anpassung der Einrichtungen an den demographischen Wandel, um ein Altern in vertrauter Umgebung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz mittels Fragebogenerhebungen bei Mitarbeitern und Angehörigen gewählt, um Bedarf und Fortbildungsinhalte zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der inhaltlichen Ausgestaltung des Fortbildungscurriculums, einschließlich fachspezifischer Seminare zu psychischen Erkrankungen und pflegerischen Ansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind geistige Behinderung, Altern, Supervision, Demenz, Depression und anthroposophische Heilpädagogik.

Welche Rolle spielt die Biographiearbeit?

Sie dient als Schlüssel zur individuellen Lebensgeschichte der Betreuten, um Kommunikationsbarrieren abzubauen und Sicherheit sowie Identität zu stärken.

Warum ist die Diagnose bei geistiger Behinderung oft schwierig?

Aufgrund des "diagnostic overshadowing" werden psychische Symptome häufig fälschlicherweise nur als Ausdruck der geistigen Behinderung interpretiert.

Wie unterscheidet sich "stille" von "lauter" Depression?

Die "stille" Depression äußert sich durch Apathie und Rückzug, während die "laute" Form durch Unruhe, Aggression und Gereiztheit geprägt ist.

Warum sind Rituale für Menschen mit Down-Syndrom wichtig?

Rituale geben Sicherheit und Orientierung im Alltag, da Veränderungen aufgrund zeitlicher Abstraktionsschwierigkeiten oft große Ängste auslösen.

Ende der Leseprobe aus 96 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Altwerden von seelenpflegebedürftigen Menschen in einer sozialtherapeutischen Einrichtung
Untertitel
Am Beispiel der Dorfgemeinschaften Hermannsberg und Lehenhof
Autoren
Julia Klaes (Autor:in), Helge Klaes (Autor:in), Franz Fauser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
96
Katalognummer
V163947
ISBN (eBook)
9783640792740
ISBN (Buch)
9783640792986
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alter geistige Behinderung Camphill seelenpflegebedürftige Menschen Altwerden und Altsein geistig behindert Alterungsprozess Anthroposophie Heilpädagogik anthroposophische Heilpädagogik Sozialtherapie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Klaes (Autor:in), Helge Klaes (Autor:in), Franz Fauser (Autor:in), 2010, Altwerden von seelenpflegebedürftigen Menschen in einer sozialtherapeutischen Einrichtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163947
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Leseprobe aus  96  Seiten
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