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Die politische Geschichte Griechenlands 386-362 v.u.Z.

Zwischen Hegemonie und Polisautonomie

Title: Die politische Geschichte Griechenlands 386-362 v.u.Z.

Seminar Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magister André Keil (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Die Zeit zwischen dem sog. Königsfrieden 386 v. u. Z. (auch Frieden des Antalkidas genannt) und dem Ende der thebanischen Hegemonie nach der Schlacht von Mantineia 362 v. u. Z. stellte Historiker lange vor ein Rätsel. Sie wurde abwechselnd als Periode des Verfalls der klassischen Blüte Hellas` oder alternativ als ultimative Vollendung derselben interpretiert. Abhängig vom geschichtsphilosophischen Standpunkt wurde diese Zeit der Wirren – im Sinne des Historismus - als Endpunkt einer Epoche gesehen beziehungsweise – einer historischen Teleologie verpflichtet – als Ausgangspunkt der Vollendung des Griechentums im Hellenismus. All diesen Deutungen ist gemein, dass sie diese Periode nicht wirklich einzuordnen wussten oder die grundlegenden Prozesse, die sich in dieser Zeit vollzogen keiner eingehenden Beachtung würdigten.
Die neuere Forschung ist dazu übergegangen, die verwirrende Vielfalt der Ereignisse stärker zu abstrahieren und die Veränderungen in den politischen und militärischen Strukturen genauer zu betrachten. Bei einer solchen Herangehensweise zeigt sich schnell, dass diese Zeit vor allem von dem Versuch geprägt war, das politische System Griechenlands den sich ändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Diese Rahmenbedingungen bestanden vor allem in dem allmählichen Aufstieg bundesstaatlicher Strukturen im Norden Griechenlands sowie in einem sich modernisierendes Kriegswesen , dem die einzelnen Poleis in ihrer klassischen Struktur kaum noch etwas entgegenzusetzen hatten. Dementsprechend war die Zeit zwischen dem Ende des Peloponnesischen Krieges und der Gründung des Korinthischen Bundes durch Philipp II. durch den Versuch gekennzeichnet eine dauerhafte und stabile Friedensordnung zu etablieren. Dabei wurden verschiedene Modi von Friedensschlüssen durchexerziert – die jedoch allesamt scheiterten. Erst Philipp II. gelang es, durch eine geschickte Verbindung von hegemonialer Machtpolitik, der Integration der Interessen der einzelnen Polis und mit einem gemeinsamen außenpolitischen Projekt (dem geplanten Perserfeldzug) eine gewisse politische Stabilität in Griechenland zu etablieren.
Entsprechend dieser Ausführungen soll hier vor allem auf die drei zentralen historischen Prozesse jener Zeit eingegangen werden: die Entwicklungen hin zu bundesstaatlichen Strukturen in Griechenland, die Veränderungen im Kriegswesen sowie die Bemühungen um eine Koine Eirene.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Chronologischer Abriss: Politische Geschichte Griechenlands 386 – 362 v. u. Z.

2.1 Die Phase spartanischer Hegemonie (404 – 386 v. u. Z.)

2.2 Die Phase des Zweiten Attischen Seebundes (377 – 372 v. u. Z.)

2.3 Die Phase der thebanischen Hegemonie (371 – 362 v. u. Z.)

3 Einzelne Aspekte

3.1 Modernisierung des Kriegswesens

3.2 Aufstieg bundesstaatlicher Strukturen

3.3 Koine Eirene

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die widersprüchliche Epoche der griechischen Geschichte zwischen dem Königsfrieden von 386 v. u. Z. und dem Ende der thebanischen Hegemonie nach 362 v. u. Z. Das primäre Ziel ist es, den verwirrenden historischen Verlauf durch die Analyse grundlegender politischer und militärischer Strukturveränderungen zu erklären, anstatt ihn lediglich als Epoche des Verfalls zu betrachten.

  • Die politische Dynamik zwischen spartanischer, athenischer und thebanischer Hegemonie.
  • Die Auswirkungen militärischer Innovationen und Söldnerheere auf das klassische Polis-System.
  • Der Wandel von einzelnen Stadtstaaten hin zu bundesstaatlichen Strukturen als Anpassungsreaktion.
  • Die ambivalente Rolle und das Scheitern der Bemühungen um einen allgemeinen Frieden (Koine Eirene).

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Im Folgenden soll eine Epoche griechischer Geschichte abgehandelt werden, die in ihrer Entwicklung sehr widersprüchlich war. Die Zeit zwischen dem sog. Königsfrieden 386 v. u. Z. (auch Frieden des Antalkidas genannt) und dem Ende der thebanischen Hegemonie nach der Schlacht von Mantineia 362 v. u. Z. stellte Historiker lange vor ein Rätsel. Sie wurde abwechselnd als Periode des Verfalls der klassischen Blüte Hellas` oder alternativ als ultimative Vollendung derselben interpretiert. Abhängig vom geschichtsphilosophischen Standpunkt wurde diese Zeit der Wirren – im Sinne des Historismus - als Endpunkt einer Epoche gesehen beziehungsweise – einer historischen Teleologie verpflichtet – als Ausgangspunkt der Vollendung des Griechentums im Hellenismus.

All diesen Deutungen ist gemein, dass sie diese Periode nicht wirklich einzuordnen wussten oder die grundlegenden Prozesse, die sich in dieser Zeit vollzogen keiner eingehenden Beachtung würdigten. Die neuere Forschung ist dazu übergegangen, die verwirrende Vielfalt der Ereignisse stärker zu abstrahieren und die Veränderungen in den politischen und militärischen Strukturen genauer zu betrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Forschungsproblematik dieser widersprüchlichen Epoche und führt in die methodische Herangehensweise der strukturellen Analyse ein.

2 Chronologischer Abriss: Politische Geschichte Griechenlands 386 – 362 v. u. Z.: Dieses Kapitel skizziert die wechselvollen Machtphasen zwischen Sparta, dem Zweiten Attischen Seebund und Theben.

2.1 Die Phase spartanischer Hegemonie (404 – 386 v. u. Z.): Darstellung des Niedergangs spartanischer Vormachtstellung und der Entwicklung hin zum Königsfrieden.

2.2 Die Phase des Zweiten Attischen Seebundes (377 – 372 v. u. Z.): Analyse der athenischen Kraftregeneration durch ein defensives Bündnissystem nach dem Vorbild der Autonomieklausel.

2.3 Die Phase der thebanischen Hegemonie (371 – 362 v. u. Z.): Untersuchung des Aufstiegs Thebens durch militärische Neuerungen und des abrupten Endes der Vormachtstellung bei Mantineia.

3 Einzelne Aspekte: Vertiefende Analyse der strukturellen Bedingungen, die eine dauerhafte Stabilisierung der griechischen Poliswelt verhinderten.

3.1 Modernisierung des Kriegswesens: Erörterung, wie das Aufkommen von Söldnerheeren und technischer Kriegsführung die klassische Bürgerhopliten-Struktur unter Druck setzte.

3.2 Aufstieg bundesstaatlicher Strukturen: Erklärung des Wandels zu größeren politischen Einheiten als Reaktion auf die Unfähigkeit einzelner Polis, die Lasten der Kriege allein zu tragen.

3.3 Koine Eirene: Kritische Beleuchtung der Friedensidee als Instrument und deren Scheitern an der starren Aufrechterhaltung des Prinzips der Polisautonomie.

4 Fazit: Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass die betrachteten Prozesse irreversible strukturelle Veränderungen darstellten, die erst unter Philipp II. integriert werden konnten.

Schlüsselwörter

Griechische Geschichte, Königsfrieden, Hegemonie, Polisautonomie, Theben, Sparta, Athen, Koine Eirene, Bundesstaat, Militärwesen, Söldnerheere, Epameinondas, Philipp II., Strukturwandel, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politisch instabile Epoche der griechischen Geschichte zwischen 386 und 362 v. u. Z., die durch den ständigen Wechsel von hegemonialen Mächten geprägt war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die politische Geschichte, die Veränderungen im Kriegswesen, den Aufstieg von Bundesstaaten und die Friedensbemühungen jener Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den „chaotischen“ Verlauf der Epoche zu erklären, indem der Fokus von rein ereignisgeschichtlichen Abläufen auf den notwendigen Anpassungsprozess der Poliswelt an veränderte Rahmenbedingungen verschoben wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine forschungsorientierte, analytische Methode, welche die historische Epoche durch die Abstraktion der Ereignisse und die Untersuchung struktureller Wandlungsprozesse neu interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen chronologischen Teil, der die Machtphasen von Sparta, Athen und Theben beschreibt, und einen analytischen Teil, der die Modernisierung des Militärs, den Aufstieg von Bundesstaaten und das Konzept der Koine Eirene untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Polisautonomie, Hegemonie, Koine Eirene, Bundesstaaten, Modernisierung des Kriegswesens und die totale Erschöpfung der kriegsführenden Mächte.

Warum wird die Koine Eirene im Buch als ambivalentes Phänomen beschrieben?

Obwohl sie eine ideengeschichtlich zukunftsweisende Vision eines allgemeinen Friedens darstellte, scheiterte sie in der Praxis an dem starren Beharren auf der Polisautonomie, was sie letztlich zu einem Anachronismus machte.

Welche Rolle spielten die Söldnerheere bei der Destabilisierung der griechischen Welt?

Die Notwendigkeit, Söldner für die professionalisierte Kriegsführung anzuwerben, überforderte die ökonomische Basis der meisten Poleis und führte zu einer ständigen Präsenz bewaffneter Verbände, die den allgemeinen Kriegszustand weiter befeuerten.

Wie trug die Schlacht von Leuktra zur Veränderung der griechischen Machtverhältnisse bei?

Sie markierte das Ende der spartanischen Hegemonie durch den Einsatz innovativer Taktiken (schiefe Schlachtordnung) unter Epameinondas und löste eine machtpolitische Neuordnung aus, die Theben zur führenden Macht aufsteigen ließ.

Wie bewertet der Autor den Übergang zu bundesstaatlichen Strukturen?

Der Autor sieht in der Konsolidierung von Bünden eine zwangsläufige Reaktion auf die Überforderung einzelner Poleis und als einen Übergang von Stammesstaaten zu stärker organisierten politischen Einheiten.

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Details

Title
Die politische Geschichte Griechenlands 386-362 v.u.Z.
Subtitle
Zwischen Hegemonie und Polisautonomie
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Philipp II. von Makedonien
Grade
1,7
Author
Magister André Keil (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V163966
ISBN (eBook)
9783640790593
ISBN (Book)
9783640790296
Language
German
Tags
Griechische Geschichte Polis Koine Eirene Attischer Bund Epimeinondas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister André Keil (Author), 2007, Die politische Geschichte Griechenlands 386-362 v.u.Z., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163966
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