Sprechen Jugendliche in einer anderen Sprache? Kann man diese Sprache erlernen? Und spricht jeder Teenager in der gleichen Jugendsprache? Diese und andere Fragen soll die vorliegende Arbeit erklären. Sie soll einen Überblick über die verschiedenen Erklärungsansätze der Jugendsprache verschaffen sowie wichtige Aspekte und charakteristische Züge jener Sprachvarietät beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Begriff
2. Einteilung
2.1 nach Susanne Augenstein
2.2 nach Helmut Henne
2.3 Unterscheidung der Jugendsprache
2.4 Einfluss der Bildung
3. Funktion
4. Charakteristika
5. Zusammenfassung
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Jugendsprache, um dem verbreiteten Vorurteil des Sprachverfalls eine differenzierte sprachwissenschaftliche Betrachtung entgegenzusetzen. Ziel ist es, verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze aufzuzeigen und die wesentlichen Charakteristika sowie Funktionen dieser Sprachvarietät zu beleuchten.
- Definitionsproblematik und Abgrenzung der Jugendsprache
- Strukturelle Einteilung nach Susanne Augenstein und Helmut Henne
- Soziolinguistische Funktionen wie Identitätsbildung und Abgrenzung
- Charakteristische Merkmale, einschließlich Anglizismen und Sprachspielen
- Einflussfaktoren durch Bildung, Medien und soziale Hintergründe
Auszug aus dem Buch
4. Charakteristika
Wie bereits angedeutet ist die Begriffserklärung der Jugendsprache problematisch. Diese Problematik zieht sich ebenso durch die Charakterisierung jener Sprachform. Aufgrund der starken Variation unter den Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren scheint es schwierig, Kennzeichen zu nennen, da diese nicht für alle Jugendlichen in diesem Alter zutreffen.
So erscheint es auch Heinrich Löffler: "Von der Sprache der Jugend zu sprechen und dabei noch charakteristische Beispiele zu nennen, scheint daher wenig sinnvoll"13. Ich möchte dennoch versuchen, die am häufigsten gebrauchten charakteristischen Eigenschaften zu nennen, da einige von ihnen durchaus weit verbreitet sind.
Die allgemeinen Funktionen der Jugendsprache sind, wie nicht anders zu erwarten wäre, denen der allgemeinen Sprachfunktionen ähnlich. Die identifikatorische Funktion erwähnte ich bereits neben der Ausdrucksfunktion.
Wesentlich ist jedoch hierbei, dass die Jugendlichen in einem Wettbewerb, in bestimmten Konkurrenzbeziehungen untereinander agieren. Sie provozieren sich zum Teil absichtlich und reagieren cool oder lässig auf derartige Bemerkungen.
In der Kommunikation finden sich oftmals kurze, knappe Sätze. Auch das Fehlen von Partikeln und Präpositionen scheint charakteristisch zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriff: Erläutert die Schwierigkeiten bei der Definition von Jugendsprache aufgrund ihrer komplexen, situationsabhängigen Verwendung und betont, dass sie keine einheitliche Sprache ist.
2. Einteilung: Stellt verschiedene wissenschaftliche Kategorisierungsansätze vor, insbesondere die Dimensionen nach Susanne Augenstein und Helmut Henne, und betrachtet Einflüsse wie Herkunft und Bildung.
3. Funktion: Analysiert die sprachlichen Zwecke der Jugendsprache, wobei Identifikation, Abgrenzung und soziale Integration innerhalb der Peer-Group im Fokus stehen.
4. Charakteristika: Beschreibt typische sprachliche Merkmale wie Anglizismen, Sprachspiele, Frotzelmuster und die Verwendung von Wertadjektiven als Mittel zur Abgrenzung und Selbstdarstellung.
5. Zusammenfassung: Fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine wissenschaftliche Sichtweise auf Jugendsprache als legitimen Prozess des Sprachwandels statt als reinen Verfall.
6. Bibliographie: Listet die für die Untersuchung herangezogene Fachliteratur und Quellen auf.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Sprachwandel, Soziolinguistik, Identitätsbildung, Jugendsprachforschung, Sprachregister, Peer-Group, Anglizismen, Sprachkritik, Bricolagen, Abgrenzungsfunktion, Wertadjektive, Medien, Kommunikation, Sprachvarietät.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Jugendsprache, um ein tieferes Verständnis für dieses Phänomen zu schaffen und es von populärwissenschaftlichen Verfallstheorien abzugrenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Definition und Einteilung der Jugendsprache, ihre soziale und funktionale Bedeutung sowie ihre spezifischen strukturellen Charakteristika.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über theoretische Erklärungsansätze zu geben und die wesentlichen Aspekte der Jugendsprache als Ausdruck eines Variationsspektrums darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener sprachwissenschaftlicher Positionen, etwa von Augenstein, Henne, Androutsopoulos und Neuland.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition, die Kategorisierung nach verschiedenen Dimensionen, die Untersuchung der Funktionen und die Analyse typischer Sprachmerkmale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Jugendsprache, Sprachwandel, Identitätsbildung, Soziolinguistik und Gruppenkommunikation.
Welche Bedeutung hat das "Wir-Gefühl" in der Jugendsprache?
Es dient der Identifikation innerhalb der Gruppe und ermöglicht eine klare Abgrenzung gegenüber Erwachsenen und anderen Generationen.
Warum wird Jugendsprache oft kritisch gesehen?
Kritiker assoziieren sie oft fälschlicherweise mit einem generellen Sprachverfall, bedingt durch Medienberichte und die wahrgenommene Abweichung von der Standardsprache.
- Citation du texte
- Christopher Kilian (Auteur), 2010, Erklärungsansätze und Funktion der Jugendsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164008