Zunächst werden verschiedenen Definition von Glück beleuchtet. Danach werden sowohl aus philosophischer als auch aus wissenschaftlicher Perspektive Antworten auf die Titelfrage gegeben: Ist Glück lernbar? Es werden kurz wichtige Aspekte aus der jüngeren Glücksforschung dargestellt. Zuletzt präsentieren ich ebenfalls knapp Hintergründe, Definitionen und Ergebnisse meiner eigenen empirischen Studie zum Thema Glück und Selbstwirksamkeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Definitionen von Glück
1.1 Etymologische und lexikalische Definition
1.2 Alltägliches Glücksverständnis
1.3 Theoretisch-konzeptionelle Definitionen
1.4 Glücksdefinition nach DIENER
1.5 Glücksdefinition nach VEENHOVEN
1.6 Meine Definition
2 Ist Glück lernbar?
2.1 Ein Philosoph geht davon aus
2.2 Experimente, die dafür sprechen
2.3 Experimente, die zunächst dagegen sprechen
2.4 Förderung der Selbstbildungspotentiale
2.5 Ist auch langfristiges Glück lernbar?
3 Meine Studie
3.1 Glück und Selbstwirksamkeit
3.2 Definitionen
3.3 Ergebnisse meiner Studie
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob Glück im Sinne einer „Glücksfähigkeit“ erlernbar ist und welche Rolle dabei die Selbstwirksamkeitsüberzeugung eines Individuums spielt. Dabei wird analysiert, inwieweit das Glückserleben durch bewusstes Handeln und Denken gesteuert werden kann.
- Theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Glücksdefinitionen
- Philosophische und psychologische Perspektiven auf die Lernbarkeit von Glück
- Evaluation empirischer Experimente zur Glückssteigerung
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Glück und Selbstwirksamkeit
- Analyse intentionaler Aktivitäten zur Förderung von positivem Erleben
Auszug aus dem Buch
2.1 Ein Philosoph geht davon aus
Der französische Philosoph ALAIN ging schon vor 85 Jahren davon aus, dass Glück lernbar sei. „Auf allen Schulen müsste es Unterricht geben in der Kunst, glücklich zu sein.“ (ALAIN, 2002, 221). Und damit wird er mit Sicherheit nicht der Erste gewesen sein. Ganz besonders bemerkenswert finde ich, dass er das Glücklichsein eine Kunst nennt! Dieser Ausdruck bezeichnet so viel! Einmal sagt er aus, dass Glück machbar ist – eine extremst wichtige Voraussetzung für die Lernbarkeit von Glück!!! Er malt ein Bild vom Glücklichen als Künstler, als Erschaffer seines Glücks! Außerdem sagt dieser Begriff aus, dass Glück kein Normalzustand ist, sondern ein künstliches im Sinne von kreatives, geschaffenes, erstrebtes, von Schönheit durchströmtes Erleben.
Ich denke, dass der menschliche Körper dazu bestimmt ist, zu funktionieren. Auch das Gehirn ist darauf ausgerichtet, das Überleben zu sichern. Da bleibt zwischen Beobachten, Einschätzen, Bewerten, Ängsten, Sorgen, Vorausschauen, Planen etc. nicht mehr viel Raum für Glück. Doch halt! Das Geniale an unserem Gehirn ist, dass es dennoch mit allen Fähigkeiten und Möglichkeiten ausgestattet ist, die wir für das Glücklichsein brauchen. Das bedeutet, wenn eine Person einen schweren Schicksalsschlag erlebt hat oder um existentielle Dinge kämpfen muss, ist es ganz natürlich, dass sie nicht glücklich sein kann.
Wenn allerdings nichts Schlimmes vorliegt, schaffen es dennoch viele Menschen nicht, glücklich zu sein. Sie beschäftigen sich dann eben mit den Dingen, die nach ihren momentanen Maßstäben die Schlimmsten sind, selbst wenn es sich nur um eine kleine Magenverstimmung oder einen regnerischen Tag handelt. Auch ALAIN meint nicht Unterricht „in der Kunst, glücklich zu sein, wenn einen das Unglück beim Wickel hat [...]; vielmehr in der Kunst, glücklich zu sein, wenn die Umstände erträglich sind und die Bitternis des Lebens sich auf Kleinigkeiten beschränkt.“ (ALAIN, 2002, 221).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Definitionen von Glück: Dieses Kapitel erläutert verschiedene wissenschaftliche und alltagsorientierte Glücksverständnisse, um eine Basis für die eigene Definition als „alle positiven Gefühle“ zu schaffen.
2 Ist Glück lernbar?: Hier werden philosophische Ansätze und empirische Experimente gegenübergestellt, um zu prüfen, ob und wie die Fähigkeit zum Glücksempfinden trainiert werden kann.
3 Meine Studie: Die Autorin präsentiert eine empirische Untersuchung mit 55 Probanden, die zeigt, dass die Glücksselbstwirksamkeitsüberzeugung durch gezielte Methoden steigerbar ist.
4 Fazit: Das Fazit bestätigt die Ausgangsfrage positiv, schränkt jedoch ein, dass das Glücksempfinden individuell begrenzt ist und ständiger Pflege bedarf.
Schlüsselwörter
Glück, Glücksfähigkeit, Selbstwirksamkeit, GSWÜ, Psychologie, positive Emotionen, Emotionsregulation, Lebenszufriedenheit, Glückssteigerung, Wohlbefinden, Glücksstrategien, Selbstbildungspotentiale, State, Trait, Glückserleben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychologischen und philosophischen Frage, ob Glück als eine erlernbare Fähigkeit verstanden werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kerngebieten zählen Glücksdefinitionen, die Bedeutung von Selbstwirksamkeit, psychologische Interventionsmöglichkeiten und die Unterscheidung zwischen kurzfristigem Erleben (State) und stabiler Eigenschaft (Trait).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu belegen, dass die Überzeugung, glücksfähig zu sein, durch gezieltes Training und Wissen über Emotionsregulation gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine empirische Diplomarbeit mit einem Pretest-Treatment-Posttest-Design unter Einbeziehung einer Experimental- und einer Kontrollgruppe bei 55 Probanden durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Glücksdefinitionen, die Analyse der Lernbarkeit durch Studien sowie die Darstellung der eigenen empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Glücksfähigkeit, Selbstwirksamkeit, GSWÜ und Glücksstrategien beschreiben.
Welche Rolle spielt die Selbstwirksamkeit für das Glück?
Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung gilt als Schlüssel zur Lernbarkeit; je mehr eine Person an ihre Fähigkeit glaubt, ihr Glück beeinflussen zu können, desto glücksfähiger ist sie in der Praxis.
Was bedeutet der Begriff GSWÜ genau?
GSWÜ steht für „Glücksselbstwirksamkeitsüberzeugung“ und bezeichnet das Vertrauen eines Menschen in seine Fähigkeit, die eigenen positiven Gefühlszustände bewusst zu regulieren.
Warum spielt die Emotionsregulation eine Rolle?
Die Studie zeigt, dass der Kenntniszuwachs über Prozesse der Emotionsregulation signifikant mit einer Steigerung der Glücksselbstwirksamkeit korreliert.
Ist langfristiges Glück laut der Autorin möglich?
Ja, die Autorin kommt zum Schluss, dass Glück zwar individuell begrenzt ist, aber durch kontinuierliche Pflege, Achtsamkeit und das Erlernen persönlicher Strategien gefördert werden kann.
- Quote paper
- Diplom-Pädagogin Anna Bachem (Author), 2010, Ist Glück lernbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164140