Kurzfassung
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die zukünftige Entwicklung des World Wide Web. Das bestehende Web 2.0 ist durch soziale Interaktion und Software begründet und ist in den letzten Jahren durch User-Generated-Content und die kollektive Intelligenz zu einer dynamischen Destination für Wissensgenerierung und Interaktivität geworden. Doch das Information Retrieval und die applikationsübergreifende Weitergabe von Daten und Information gestalten sich dennoch sehr umständlich. Abhilfe schaffen hier semantische Technologien, wie Ontologien und Regelsysteme, die applikationsübergreifend sicherstellen, dass die Inhalte mit Bedeutung versehen und maschineninterpretierbar werden. Dadurch ergeben sich viele Vorteile für die Benutzung des Webs in der Zukunft, wie schnelleres Auffinden von Information und leichteres Erkennen von Zusammenhängen im dargestellten Wissensgebiet.
Schlagwörter: Web 2.0, Web 3.0, Semantische Technologien, Social Semantic Web, Information Retrieval, Ontologien, Entwicklung des Webs
Abstract
The present work focuses on the future development of the World Wide Web. The existing Web 2.0 is motivated by social interaction and social software and has become a dynamic destination, in the recent years, for knowledge generation and interactivity due to User-Generated-Content and the Collective Intelligence. But information retrieval and cross-sharing of data and information, nevertheless, turns out very awkward. Semantic technologies such as ontologies and control systems promise to improve this situation. They ensure that the contents are machinereadable and provided with the indicated meaning. Many advantages arise from these developments for the use of the web in the future. Information will be found faster and easier and the detection of relationships in the represented knowledge fields will be made possible.
Keywords: Web 2.0, Web 3.0, semantic technologies, Social Semantic Web, infor-mation retrieval, ontologies, development of the Web
Inhaltsverzeichnis
1 Wo steht das World Wide Web?
1.1 Wohin geht es mit dem World Wide Web?
1.2 Aufbau und Ziele der Arbeit
2 Web 2.0 – Wie kam es zu Stande und wie ist es beschaffen?
2.1 Vom Web 1.0 zum Web 2.0
2.2 Anwendungen des Web 2.0
2.2.1 Weblogs
2.2.2 Wikis
2.2.3 Suchmaschinen – die Suche im Internet
2.3 Technologien des Web 2.0
2.3.1 Ajax als Technologiekonzept für Rich Internet Applications
2.3.2 Adobe Flash/Flex
2.3.3 RSS
2.3.4 Folksonomien
2.3.5 Content Syndication und Content Aggregation
2.3.6 Web-Services und Mashups
3 Entwicklungsszenarien des Web 2.0
3.1 Technische Entwicklungen
3.2 Soziale Entwicklungen
4 Konvergenz des Social Web mit dem Semantic Web
4.1 Technische Grundlagen des Semantic Web
4.2 Vom Social Web zum Social Semantic Web
5 Semantic Web Technologien und Anwendungsszenarien
5.1 Anreicherung von Webinhalten mit Semantik durch RDFa und Microformats
5.2 Semantische Suche
5.3 Visualisierung von Informationen aus Weblogs
5.4 Semantisches Wiki
6 Conclusio und Ausblick
Anhang A : Listings
A.1 Aufbau einer RSS Datei (Version RSS 2.0)
A.2 Verlinkung einer RSS-Datei
A.3 Beispiel für (X)HTML + RDFa
A.4 Beispiel für RDF Graph (in N3 Notation)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zukünftige Entwicklung des World Wide Web, insbesondere den Übergang vom Web 2.0 zum Semantic Web (Web 3.0). Ziel ist es, ein Verständnis für die technologischen und gesellschaftlichen Triebkräfte hinter dieser Entwicklung zu schaffen und aufzuzeigen, wie semantische Technologien das Information Retrieval und die Wissensgenerierung im Netz optimieren können.
- Grundlagen und Technologien des Web 2.0 (Ajax, RSS, Folksonomien, Mashups)
- Entwicklungsszenarien und die Rolle des Nutzers (Prosument)
- Konvergenz von Social Web und Semantic Web zum "Social Semantic Web"
- Einsatz semantischer Technologien wie RDFa, Microformats und Ontologien
- Anwendungsszenarien wie semantische Suche und Semantische Wikis
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Ajax als Technologiekonzept für Rich Internet Applications
In der Regel versteht man unter dem Begriff der Rich Internet Applications Internetanwendungen, welche eine reiche (vielfältige) Menge an Interaktionsmöglichkeiten mit ihrer Benutzeroberfläche bieten (Stocker/ Tochtermann, 2009). Insbesondere RIAs, die in Webbrowsern laufen, ähneln eher dynamischen Desktopanwendungen als klassischen (statischen) Webseiten. Rich Internet Applications sind in hohem Maße verantwortlich für den Siegeszug von Web 2.0 und bieten durch ihren Einsatz vielfältige Möglichkeiten für den Nutzer.
RIAs laufen aber nicht immer in einem Browser ab, sondern können auch als Desktopanwendung umgesetzt werden, da die Umgebung in der RIAs laufen für deren Definition nicht von Belang ist. Grundsätzlich sollten aber die Anforderungen der "Reichhaltigkeit" sowie "Verbindung mit dem Internet" erfüllt sein (Stocker/ Tochtermann, 2009).
Als moderne Web-2.0-Applikationen bedienen sich Rich Web Applications bevorzugt Adobe Flash/Flex und Ajax als technischer Grundlage, es werden aber auch andere Technologien wie Microsoft Silverlight oder die Open Source Plattform OpenLaszlo verwendet. In der Folge soll aber nur auf die bekannteste Technologie Ajax und im nächsten Unterkapitel auf Adobe Flash/Flex eingegangen werden.
Ajax steht für Asynchronous JavaScript and XML und umfasst ein Set von Technologien, um die für Web-2.0-Anwendungen typische „Rich User Experience“, was so viel wie bessere Benutzerführung bedeutet, zu ermöglichen. Ajax ermöglicht asynchrone Datenübertragung zwischen dem Browser und dem Webserver und erlaubt, dass innerhalb einer HTML-Seite eine HTTP-Abfrage durchgeführt wird, ohne die jeweilige Seite komplett neu laden zu müssen. Ajax ist jedoch keine einzelne Technologie, sondern beinhaltet ein Konglomerat von bekannten Technologien. Es kombiniert Technologien zur standardisierten Präsentation von Web-Seiten (XHTML, CSS), zur dynamischen Anzeige und Interaktion mittels Document Object Model (DOM), zu Datenaustausch und -manipulation mittels XML, sowie zur asynchronen Datenabfrage mittels XMLHttpRequest und JavaScript.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Wo steht das World Wide Web?: Einleitung in das Thema, die Abgrenzung von Web 2.0 zu Web 3.0 sowie die Definition der Zielsetzung und der Forschungsfragen der Arbeit.
2 Web 2.0 – Wie kam es zu Stande und wie ist es beschaffen?: Darstellung der technologischen Grundlagen des Web 2.0, inklusive Weblogs, Wikis, Suchmaschinen sowie Technologien wie Ajax, Flash, RSS und Folksonomien.
3 Entwicklungsszenarien des Web 2.0: Analyse technischer Konvergenz und sozialer Veränderungen wie der Entwicklung vom Konsumenten zum Prosumenten.
4 Konvergenz des Social Web mit dem Semantic Web: Erläuterung der technischen Voraussetzungen für das Semantic Web und wie soziale Netzwerke mit semantischen Strukturen verschmelzen.
5 Semantic Web Technologien und Anwendungsszenarien: Detaillierte Betrachtung von RDFa, Microformats, semantischer Suche und der Funktionsweise von Semantischen Wikis (SMW) in der Praxis.
6 Conclusio und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und eine kritische Reflexion über die Komplexität und die Zukunftsaussichten des Web 3.0.
Schlüsselwörter
Web 2.0, Web 3.0, Semantic Web, Social Semantic Web, Information Retrieval, Ontologien, User-Generated-Content, Social Software, RDFa, Microformats, Ajax, RSS, Folksonomien, Mashups, Semantische Suche
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die technologische Evolution des World Wide Web vom interaktiven Web 2.0 hin zu einem semantisch strukturierten Web 3.0, bei dem Informationen von Maschinen besser verarbeitet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Social Software, das Semantic Web, Methoden des Information Retrievals sowie die Bedeutung von Metadaten für die automatisierte Datenverarbeitung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Mehrwert semantischer Technologien für den Nutzer zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese das Internet intelligenter und effizienter gestalten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der theoretischen Herleitung von Entwicklungsszenarien, ergänzt durch Fallbeispiele und technische Erläuterungen von Standards.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die technologische Basis des Web 2.0, die Konvergenz zum Social Semantic Web und demonstriert durch konkrete Anwendungsszenarien (Suche, Wikis) den Nutzen semantischer Annotationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Web 2.0, Web 3.0, Semantic Web, Ontologien, RDFa, Microformats, Information Retrieval und Social Semantic Web sind die prägenden Begriffe.
Wie unterscheidet sich das Semantic Web vom bisherigen Web?
Das Semantic Web fügt eine semantische Ebene hinzu, durch die Webseiten ihre Inhalte maschineninterpretierbar mitteilen können, statt nur für Menschen lesbare Textdokumente zu sein.
Welche Rolle spielt der Nutzer im Social Semantic Web?
Der Nutzer wird zum "Prosumenten", der durch Interaktionen und das Tagging von Inhalten aktiv zur Verbesserung der Datenstruktur und Qualität des semantischen Webs beiträgt.
Welche Funktion hat RDFa bei der Anreicherung von Webinhalten?
RDFa ist ein Standard, der es erlaubt, beliebige RDF-Graphen direkt in XHTML-Dokumente einzubetten, um Daten für Maschinen eindeutig identifizierbar und verknüpfbar zu machen.
- Citation du texte
- Waldemar Spomer (Auteur), 2010, Web 2.0 - Was kommt danach....?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164144