Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Histoire de l'Europe - Temps modernes, Absolutisme, Industrialisation

Die Denkfigur des Naturzustandes bei Jean-Jaques Rousseau

Titre: Die Denkfigur des Naturzustandes bei Jean-Jaques Rousseau

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 23 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Alexander Otto (Auteur)

Histoire de l'Europe - Temps modernes, Absolutisme, Industrialisation
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Jean-Jaques Rousseau veröffentlichte 1755 den „Discours sur l'origine et les fondements de l'inégalité parmi les hommes“ als seine Antwort auf die Preisfrage der Académie de Dijon. Es galt für den „Prix de morale“ die Frage „Quelle est la source de l'inégalité parmi les hommes, et si elle est autorisée par la loi naturelle“ zu beantworten. Der Beitrag Rousseaus beschäftigte sich vornehmlich mit der Darstellung eines ursprünglichen Zustandes der menschlichen Art und wie dieser im Laufe sukzessiver Entwicklungen bis zu den neuzeitlichen Gesellschaften überwunden wurde.
Methodisch soll die hier vorliegende Arbeit die bei Rousseau dargestellte Denkfigur des Naturzustandes thematisieren. Dafür sollen ausführlichere Vorüberlegungen getroffen werden, welchen Nutzen und welche Zweckmäßigkeiten diese Denkfigur für Rousseau ergaben. Darüber hinaus soll dargestellt werden, ob es sich bei der Denkfigur um eine bloße Darstellung der frühesten Menschheitsgeschichte handelt, oder die eigentliche Verwendung im Verständnis von Rousseau hinaus ging. Außerdem soll der Naturzustand nach Rousseau durch Bezug zu den originalen Quellen kritisch dargestellt werden. Dabei soll im Sinne des Originaltextes bei bestimmten Aspekten auf die Werke und Ansichten anderer zeitgenössischer und späterer Philosophen verwiesen sein, die entweder von Rousseau selbst angeführt werden, oder die sich auf Rousseau beziehen. Abschließend soll dann die Überwindung des Naturzustandes von Rousseau kritisch erläutert werden. Der gesamten Arbeit liegt dabei eine eigenständige Interpretation Rousseaus als Arbeitsmethodik zu Grunde.
Die Quellenlage war außerordentlich vorteilhaft für die Bearbeitung des gewählten Themas. Rousseau liegt heute mit seinen zentralen Schriften in mehreren Übersetzungen und Gesamtbänden vor. Ebenso reichhaltig stellt sich die Sekundärliteratur dar , wobei mit der im Vordergrund stehenden Textausgabe von Martin Fontius eine unkommentierte Version der Texte vorlag. Schwerpunkt der Arbeit soll der o.a. Diskurs sein. Der Rückgriff auf Rousseaus „Gesellschaftsvertrag“ soll bei ausgewählten Schwerpunkten ebenso erfolgen. Die Sekundärliteratur wurde nur im geringen Maße herangezogen, da die eigene Interpretation der von Rousseau gemachten Ausführungen nicht verfälscht werden sollte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorüberlegungen zu der Notwendigkeit der Betrachtung des Naturzustandes

3. Die Beschreibung des Naturzustandes

3.1 Der „Wilde“ und seine physische und psychische Konstitution

3.2 Die moralische Ausprägung des „Wilden“

4. Die Überwindung des Naturzustandes

4.1 Die Entstehung von Eigentum

4.2 Die Entstehung von Obrigkeiten und Tyrannei

5. Abschließende Anmerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die von Jean-Jacques Rousseau entwickelte Denkfigur des Naturzustandes kritisch, um deren methodischen Nutzen für das Verständnis der Entstehung menschlicher Gesellschaften und Institutionen zu beleuchten.

  • Die Funktion des Naturzustandes als wissenschaftliches Modell bei Rousseau
  • Die physische, psychische und moralische Konstitution des "Wilden"
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Hobbes' Bild des Naturzustandes
  • Die Rolle des Eigentums und der Zivilisation bei der Überwindung des Naturzustandes
  • Der Übergang zur gesellschaftlichen Ungleichheit und staatlicher Tyrannei

Auszug aus dem Buch

3.1 Der „Wilde“ und seine physische und psychische Konstitution

Rousseau geht bei der Beschreibung des Wilden von einem Zustand der Äquivalenz des körperlichen Erscheinungsbildes zum modernen Menschen aus. Dies ist vor allem durch die bereits erwähnte weitestgehende Unerschlossenheit der Anthropologie des Menschen zurückzuführen. Er stellt sich dabei ein Abbild des Menschen vor, das einem Lebewesen entspricht, dass „weniger stark, weniger beweglich, aber insgesamt am vorteilhaftesten von allen organisiert“ war. Im Gegensatz zu der heutigen Präsenz des Menschen habe der Mensch im Naturzustand ein deutlich robusteres Erscheinungsbild. Primär die andauernde Suche nach Nahrung und der Kampf um das eigene Überleben stehen hier im Kontrast zum Müßiggang und der Gier der Befriedigung der modernen Leidenschaften, die den damaligen Organismus Mensch ausmachten.

So habe der Mensch im Naturzustand kein anderes Hilfsmittel als seine eigenen körperlichen Fähigkeiten gekannt und unterscheide sich demnach grundsätzlich von den Nationen der Aufklärung. Rousseau kritisiert hier die Verweichlichung des menschlichen Körpers durch die Nebenprodukte der Entstehung der Technokratie. Erst die Entwicklung von Werkzeugen und Hilfsmitteln habe so den Menschen verändert. Rousseau gesteht dem technischen Fortschritt durchaus seine Vorzüge zu, indem er betont, dass der zivilisierte Mensch mit seinen Hilfsmitteln „den Wilden leicht übertreffen“ könne, aber der deutlich ungleichere Wettkampf entstünde, wenn sich „beide nackt und ohne Waffen“ gegenüberstünden.

Rousseau distanziert sich hier jedoch bei der Hervorhebung der kämpferischen Qualitäten strikt von Hobbes. Während der Naturzustand von Hobbes durch den Krieg alle gegen alle ("bellum omnium contra omnes") gekennzeichnet ist und demnach die Grundhaltung des Menschen als äußerst aggressiv gewertet wird, geht Rousseau von einer Eintracht des Menschen mit seiner Umwelt aus. Er kenne z. B. zu Beginn die Furcht als starke Emotion, die ihn als ein ständig „angstzitterndes Wesen“ erscheinen lässt. Von dieser Angst löse sich der Mensch dann durch seine erstaunliche Konstitution, aber nicht durch den dauerhaften Kampf, sondern durch gelegentliches Messen mit Tieren und die dadurch entstehenden Vergleiche. Hierbei stellt er nun fest, „daß er sie an Geschicklichkeit eher übertrifft als sie ihn an Kraft“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Preisfrage der Académie de Dijon ein und skizziert die methodische Absicht der Arbeit, Rousseaus Naturzustand als Denkfigur und wissenschaftliches Modell zu analysieren.

2. Vorüberlegungen zu der Notwendigkeit der Betrachtung des Naturzustandes: Das Kapitel reflektiert Rousseaus Kritik an zeitgenössischen Philosophen, die den Naturzustand fälschlicherweise mit modernen zivilisatorischen Eigenschaften belegten, und betont die Notwendigkeit einer "Rückkehr zu den Quellen".

3. Die Beschreibung des Naturzustandes: Hier wird der Mensch im Naturzustand als instinktgesteuertes Wesen beschrieben, das physisch robust und psychisch durch Eintracht mit der Umwelt, statt durch den Hobbes'schen Kriegszustand, geprägt ist.

4. Die Überwindung des Naturzustandes: Dieses Kapitel behandelt den transformativen Prozess der Menschheit durch die Einführung des Eigentums, die Entstehung familiärer Strukturen und die schließliche Etablierung von Obrigkeiten, die in einer Despotie münden können.

5. Abschließende Anmerkungen: Der Autor resümiert die Arbeit und äußert Kritik an Rousseaus lückenhafter zoologischer Analogie, der maskulinen Perspektive sowie am problematischen Fortschrittsbegriff der Aufklärung.

Schlüsselwörter

Rousseau, Naturzustand, Ungleichheit, Eigentum, Zivilisation, Mensch, Gesellschaftsvertrag, Hobbes, Mitleid, Anthropologie, Moral, Fortschritt, Eigentumsbegriff, Gesellschaft, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die von Jean-Jacques Rousseau verwendete Denkfigur des Naturzustandes, wie sie vor allem in seiner Antwort auf die Preisfrage der Académie de Dijon dargelegt wurde.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentral sind die anthropologische Bestimmung des "Wilden", die moralische Dimension des Naturzustandes sowie die Prozesse, die zur Überwindung dieses ursprünglichen Zustands durch gesellschaftliche Strukturen führten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob der Naturzustand bei Rousseau lediglich eine historische Beschreibung darstellt oder ein bewusst eingesetztes wissenschaftliches Modell zur Ergründung des menschlichen Wesens ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer eigenständigen Interpretation von Rousseaus zentralen Schriften durch den direkten Bezug zu den Originalquellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die physische und psychische Konstitution des Menschen, seine moralische Verfassung, die Entstehung von Eigentum als Ursprung gesellschaftlicher Ungleichheit sowie die Entwicklung von Herrschaftsformen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Naturzustand, gesellschaftliche Ungleichheit, Eigentum, Selbstliebe, Mitleid, Vernunft und der Übergang zur Zivilisation.

Wie unterscheidet sich Rousseaus Naturzustand von dem von Hobbes?

Während Rousseau von einer natürlichen Eintracht des Menschen mit seiner Umwelt und einem angeborenen Mitleid ausgeht, charakterisiert Hobbes den Naturzustand als einen fortwährenden Kriegszustand aller gegen alle.

Welche Kritik übt der Autor an Rousseaus Theorie?

Der Autor kritisiert unter anderem die fehlende zoologische Fundierung, die einseitig maskuline Darstellung sowie die Unklarheit, wie ein tendenziell "guter" Mensch überhaupt in eine "schlechte" Gesellschaft übergehen konnte.

Welche Rolle spielt das Eigentum in der Arbeit?

Das Eigentum wird als der entscheidende Katalysator für die Überwindung des Naturzustandes und die Entstehung von gesellschaftlicher Ungleichheit und Knechtschaft identifiziert.

Wie bewertet der Autor den Begriff des Fortschritts bei Rousseau?

Der Autor steht Rousseaus Fortschrittskritik kritisch gegenüber, da er Kultur und Künste als wesentliche Elemente der menschlichen Differenzierung zum Tierreich begreift, die Rousseau hingegen als sittlichen Verfall wertet.

Fin de l'extrait de 23 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Denkfigur des Naturzustandes bei Jean-Jaques Rousseau
Université
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Cours
Schlüsseltexte der Aufklärung
Note
1,7
Auteur
Alexander Otto (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
23
N° de catalogue
V164229
ISBN (ebook)
9783640790661
ISBN (Livre)
9783640790432
Langue
allemand
mots-clé
Rousseau Naturzustand Thema Rousseau
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Otto (Auteur), 2009, Die Denkfigur des Naturzustandes bei Jean-Jaques Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164229
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint