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Maria Magdalena - Sünderin oder Heilige?

Legenden und Mythen um eine Frau, die Jesus Christus begleitete

Title: Maria Magdalena - Sünderin oder Heilige?

Term Paper , 2009 , 38 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sue Lorenz (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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In der Geschichte gab es wohl viele Frauen, die eine besondere Rolle gespielt haben.Es dürften jedoch nur ganz wenige Frauen existiert haben,die über Jahrhunderte eine wichtige Rolle für die Menschen spielten,in der Kunst oft dargestellt wurden und über die noch heute diskutiert wird.Maria Magdalena ist eine davon. Es gibt keine Frauengestalt,die eine so schillernde Wirkungsgeschichte, neben der Mutter Jesu,erlebte und zu einer der wichtigsten Figuren der frühchristlichen Erinnerungskultur wurde.Über Maria Magdalena ist jedoch wenig bekannt, es gibt nur spärliche biografische Daten über sie. Bruchstückhafte Notizen und fragmentarische Nachrichten in der urchristlichen Überlieferung trugen dazu bei, dass ihre historische Figur hinter einem Schleier von Legenden nahezu verschwand und sie uns damit bis heute vor große Rätsel stellt.Sie war eine Frau, die im Laufe der Geschichte verschiedene Rollen annahm.Neben der großen Sünderin verkörperte sie auch das Sinnbild der Schönheit, der Büßerin, der Heiligen oder auch der neuen Eva. Auch in der Kunst vermittelt Maria Magdalena einen Eindruck davon, was für eine wichtige Gestalt sie über Jahrhunderte darstellte. In der christlichen Hagiographie und Ikonographie wurde Maria aus Magdala zu einer der bedeutendsten Heiligen. Doch noch populärer wurde sie als Gestalt der Prostituierten, Verführerin und Liebhaberin Jesu Christi.
Maria Magdalena wurde damit zu einer Legendengestalt, die in mehreren wissenschaftlichen Abhandlungen Thema war. Autoren wie Claudia Büllesbach, Margareta Arminger oder auch Susanne Ruschmann befassten sich intensiv mit dieser biblischen Frauengestalt und schrieben zahlreiche Bücher über Maria Magdalena. Auch Religionswissenschaftler wie John van Schaik beschäftigten sich mit den Legenden rund um Maria Magdalena, ganz besonders nachdem der Bestseller Roman von Dan Brown veröffentlicht wurde, in dem Maria nicht nur Begleiterin Jesu war, sondern seine Frau.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben der Maria Magdalena

3. Maria Magdalena in den vier Evangelien des neuen Testaments

4. Maria Magdalena in Erzählungen und Legenden

4.1. Maria von der Sünderin zur Heiligen

4.2 Maria Magdalena in der elsässischen Legenda Aurea

4.3 Maria Magdalena in dem Bestseller von Dan Brown und in der Kunstdarstellung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die schillernde Wirkungsgeschichte von Maria Magdalena, einer der bedeutendsten Frauenfiguren der christlichen Tradition. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie aus den spärlichen biblischen Daten durch Jahrhunderte hindurch ein komplexes Bild zwischen der reuigen Sünderin, der treuen Jüngerin und der in modernen Mythen postulierten Ehefrau Jesu geformt wurde, und welche Rolle die kirchliche Instrumentalisierung sowie moderne Rezeptionen dabei spielten.

  • Historische Einordnung und biblische Fundierung der Person Maria Magdalena
  • Die Entwicklung und Transformation des Magdalena-Bildes in der christlichen Tradition
  • Analyse der Darstellung in der "Legenda Aurea" und ihre Wirkung auf die Volksfrömmigkeit
  • Kritische Betrachtung der modernen Rezeption (z. B. Dan Brown) im Kontext der aktuellen Forschung
  • Die Rolle der Kirche bei der Konstruktion und Verehrung der Figur der "Büßerin"

Auszug aus dem Buch

4.1. Maria von der Sünderin zur Heiligen

Es steht außer Frage, dass man heute Maria Magdalena nicht nur als Heilige bezeichnet, sondern sie auch in den Zusammenhang einer Sünderin setzt. Wie formte sich allerdings das Bild der Frau aus Magdala, die uns oftmals als reuige Sünderin präsentiert wird und somit nicht nur Jüngerin blieb, sondern zur Legende wurde? Um Antwort auf diese Frage geben zu können, muss man sich erneut mit den Traditionslinien in der Urkirche und dessen Verlauf beschäftigen.

Auf der einen Seite formten die westlichen Kirchenväter ein neues Bild der Maria Magdalena, indem sie die biblische Gestalt mit anderen neutestamentlichen Frauengestalten verschmelzen ließen. Zum einen gibt es die Geschichte der namenlosen Sünderin, die Jesus die Füße gesalbt hatte, jedoch nirgendwo genau namentlich erwähnt wurde. Die Frau von der Jesus sagte: ,,Wo immer in der ganzen Welt das Evangelium gepredigt wird, da wird auch das, was sie getan hat, zu ihrem Gedächtnis erzählt werden'', wird später mit der Frau aus Magdala gleichgesetzt.

Obwohl dieses Ereignis auch hier wieder in den Evangelien verschiedene Differenzen aufweist, kann man, aufgrund der zahlreichen Querverbindungen davon ausgehen, dass es sich um ein und dieselbe historische Begebenheit handelt. Maria Magdalena wurde nun in Verbindung mit der Frau gebracht, die Jesus die Füße salbte und die man im Laufe der Geschichte oftmals in Beziehung mit einer Prostituierten brachte. Ein Grund für die Verbindung könnte die Darstellung der Dämonenaustreibung in den Evangelien bei Maria Magdalena gewesen sein. Die Anzahl 'sieben' der Teufel bzw. Dämonen lassen Rückschlüsse ziehen, dass es sich hierbei um die Austreibung der sieben Sünden handeln könnte, zu dessen bekanntlich auch die Lust gehört. Somit könnten nun Parallelen zu Maria Magdalena gezogen werden. Diese Theorie ist jedoch wiederum reine Spekulation und es lassen sich diesbezüglich keine Anhaltspunkte in den einzelnen Quellen finden; Theorien, Gedankenansätze und Spekulationen ohne fundierte Nachweise sind jedoch Grundlage der Mystiken, Legenden und Geschichten rund um Maria Magdalena.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Maria Magdalena als schillernde Figur der frühchristlichen Erinnerungskultur heraus und definiert das Ziel der Arbeit, die verschiedenen Facetten und die legendäre Überformung der Figur zu untersuchen.

2. Das Leben der Maria Magdalena: Dieses Kapitel setzt sich mit der Herkunft und den spärlichen biografischen Daten der Frau aus Magdala auseinander und hinterfragt die sozialen sowie historischen Hintergründe ihres Lebens.

3. Maria Magdalena in den vier Evangelien des neuen Testaments: Hier wird analysiert, wie Maria Magdalena in den Evangelien als Zeugin der Auferstehung und treue Jüngerin erscheint und welche Unterschiede in den jeweiligen Berichten auftreten.

4. Maria Magdalena in Erzählungen und Legenden: Dieses umfangreiche Kapitel untersucht die Transformation von der Jüngerin zur "großen Sünderin" und deren Darstellung in mittelalterlichen Werken sowie modernen Bestsellern.

4.1. Maria von der Sünderin zur Heiligen: Dieses Unterkapitel beleuchtet, wie die westlichen Kirchenväter durch die Verschmelzung biblischer Frauengestalten das Bild der reumütigen Sünderin schufen.

4.2 Maria Magdalena in der elsässischen Legenda Aurea: Hier wird die Rolle der Maria Magdalena in der Legenda Aurea als Vorbild der Buße analysiert und aufgezeigt, wie diese Darstellung die kirchliche Lehre stützte.

4.3 Maria Magdalena in dem Bestseller von Dan Brown und in der Kunstdarstellung: Dieses Kapitel diskutiert die moderne Faszination für die Figur, insbesondere im Kontext von Dan Browns Roman und ihrer Interpretation in der bildenden Kunst.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Maria Magdalena ungeachtet ihrer historischen Ungewissheit zu einer zentralen, bis heute wirkmächtigen Kultfigur wurde.

Schlüsselwörter

Maria Magdalena, Jesus Christus, Evangelien, Legenda Aurea, Sünderin, Heilige, Apostelin, Dämonenaustreibung, Biblische Frauengestalten, Legendenbildung, Dan Brown, Kunstdarstellung, Kirchengeschichte, Frauenbild, Buße.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen und legendären Figur der Maria Magdalena und untersucht, wie sich ihr Bild über Jahrhunderte hinweg wandelte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die biblische Überlieferung, die mittelalterliche Hagiographie (insbesondere die Legenda Aurea) sowie die moderne mediale Rezeption in Literatur und Kunst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie und warum Maria Magdalena von der biblischen Jüngerin zur legendären "großen Sünderin" und in modernen Interpretationen sogar zur Ehefrau Jesu stilisiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse, indem sie verschiedene Quellen (Evangelien, Legenden, neuere Forschungsliteratur) vergleicht und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung biblischer Texte, die Konstruktion des Sünderinnen-Bildes durch die Kirche, die Analyse mittelalterlicher Legenden und die moderne mediale Auseinandersetzung mit der Figur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind: Maria Magdalena, Sünderin, Heilige, Evangelien, Legenda Aurea, Legendenbildung, Christentum und moderne Rezeption.

Wie erklärt die Autorin das plötzliche Verschwinden von Maria Magdalena nach dem Ostermorgen in den kanonischen Texten?

Die Autorin deutet dies als Grund für die Entstehung von Mythen und Legenden, da das Schweigen der Texte Lücken ließ, die über Jahrhunderte mit Spekulationen gefüllt wurden.

Welche Rolle spielt die Legenda Aurea für das Bild der Maria Magdalena?

Sie dient als exemplarisches Beispiel für die kirchliche Instrumentalisierung der Figur, um ein klares, dreistufiges Modell von Sünde, Buße und Erlösung zu veranschaulichen.

Wie bewertet die Autorin die moderne Theorie über eine Ehe zwischen Jesus und Maria Magdalena?

Sie betrachtet diese Theorien, etwa im Kontext von Dan Brown, primär als moderne Provokation, die jedoch aufzeigt, wie stark das Bedürfnis besteht, das Bild der Frau in der christlichen Tradition neu zu verhandeln.

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Details

Title
Maria Magdalena - Sünderin oder Heilige?
Subtitle
Legenden und Mythen um eine Frau, die Jesus Christus begleitete
College
University of Stuttgart  (Mediävistik)
Grade
2,0
Author
Sue Lorenz (Author)
Publication Year
2009
Pages
38
Catalog Number
V164276
ISBN (eBook)
9783640791972
ISBN (Book)
9783640791545
Language
German
Tags
Maria Magdalena Sünderin Heilige Legenden Mythen Frau Jesus Christus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sue Lorenz (Author), 2009, Maria Magdalena - Sünderin oder Heilige?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164276
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