Fremdsprachliche Einflüsse in Geschichte und Gegenwart


Referat (Ausarbeitung), 2005

10 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Terminologische Grundlagen

Der fremdsprachliche Einfluß in der Geschichte der deutschen Sprache

Der französische Einfluß im Mittelalter

Der englische Einfluß heute

Fazit

Literaturangaben

Einleitung

Das Thema fremdsprachlicher Einfluß ist sehr komplex. Aus Zeitgründen ist es mir jedoch nicht möglich auf sämtliche Elemente dieses Themas einzugehen. So werde ich beispielsweise den Sprachpurismus nicht näher beleuchten. Außerdem kann ich nicht den fremdsprachlichen Einfluß bis ins kleinste Detail genau aufführen. Über die Beeinflussung des deutschen Satzbaus oder entlehnte Suffixe werde ich in nicht referieren. Der für die Zuhörer interessanteste Bereich der Sprachbeeinflussung ist meiner Meinung nach der Bereich der Lexik. Ich werde versuchen meine Ausführungen immer wieder mit Beispielen von Wortentlehnungen zu veranschaulichen.

Im ersten Teil werde ich terminologische Grundlagen der Lehngutforschung erläutern.

Darauf folgt ein Abschnitt über die Beeinflussung der deutschen Sprache allgemein, um den Kommilitonen und Kommilitoninnen einen Einblick über die verschiedenen Sprachen, die auf das Deutsche eingewirkt haben, zu vermitteln.

Im Anschluß daran gehe ich auf eine fremdsprachliche Einflußphase in der Geschichte der deutschen Sprache ein. Ich habe mich für den französischen Einfluß auf das Deutsche im Mittelalter entschieden, da ich selbst Französisch gelernt habe. Es war daher interessant zu erfahren, welche Elemente des Deutschen auf das Französische zurück gehen. Ich werde referieren, warum das Französische Mitte des 12. Jh. an Bedeutung gewann und wie sich dies auf das Deutsche auswirkte.

Danach werde ich auf eine Einflußphase in der Gegenwart eingehen. Da ich Englisch studiere, lag es selbstverständlich nahe, die Beeinflussung des Deutschen durch das Englische für diesen Teil zu wählen.

Terminologische Grundlagen

In der Lehngutforschung unterscheidet man generell zwischen Lehnwörtern und Lehnprägungen. Lehnwörter sind fremde Wörter, die „als ganzes übernommen“[1] werden. Bei den Lehnprägungen handelt es sich um Wörter, die nur zu einem Teil übernommen wurden.

Es gibt zwei Formen von Lehnwörtern. Wird die Lautgestalt des fremdsprachigen Wortes bewahrt, spricht man von einem Fremdwort. Ein Beispiel hierfür ist das Wort Palais. Es bleibt hinsichtlich der Lautgestalt völlig unverändert. Oft erkennt man sofort die Herkunft des Fremdwortes.

Wird das fremde Wort lautlich der Empfängersprache angepaßt, handelt es sich um ein assimiliertes Lehnwort.[2] Die lautliche Gestalt eines assimilierten Lehnwortes sagt nichts mehr über die Herkunft aus. So stammt beispielsweise das Wort Pfalz von dem lateinischen palatium ab und bedeutete ursprünglich Palast.[3]

Auch die Lehnprägungen werden in zwei Hauptgruppen unterteilt. Man unterscheidet zwischen Lehnbildung und Lehnbedeutung.

Wie der Name schon sagt, wurde bei der Lehnbedeutung ausschließlich die Bedeutung eines fremden Wortes für ein Wort der eigenen Sprache entlehnt. Gott, Geist, Seele und Gnade sind Beispiele für Lehnbedeutungen.[4]

Lehnbildungen sind fremde Worte, die mit Elementen der eigenen Sprache neu- bzw. nachgebildet wurden. Die Gruppe der Lehnbildung wird ihrerseits auch wieder in zwei Gruppen unterteilt. Zur Lehnbildung zählen die Lehnformungen als auch die Lehnschöpfungen. Lehnschöpfungen sind „vom Vorbild formal unabhängige Neubildungen“[5]. Das bedeutet allein an der äußeren Form des Wortes ist die Verwandtschaft mit einem fremden Wort nicht zu erkennen. Ein Beispiel für Lehnschöpfungen ist das deutsche Wort Freistaat, das auf das aus dem Lateinischen stammende Republik zurückzuführen ist. Lehnformungen sind der Form nach an das Vorbild angelehnt. Man erkennt klar die Verwandtschaft zweier Wörter, wie beispielsweise Halbinsel und paeninsula.[6] Werden Lehnformungen Wortglied für Wortglied übersetzt, sprechen Forscher von der Lehnübersetzung. Ein Beispiel hierfür ist das Wort Jungfernrede, das vom englischen maidenspeech herrührt. Die einzelnen Wortglieder maiden und speech wurden zu Jungfern und Rede übersetzt und zusammengefügt. Eine weitere Variante der Lehnformung ist die Lehnübertragung. Ein fremdes Wort wurde in diesem Fall wesentlich freier in die Empfängersprache übertragen, als das bei der Lehnübersetzung der Fall ist. Das Wort Vaterland ist ein Beispiel für die Lehnübertragung. Ursprünglich stammt es von dem lateinischen Wort patria ab.

Der fremdsprachliche Einfluß in der Geschichte der deutschen Sprache

Das Deutsche wurde von vielen Sprachen beeinflußt. Art und Umfang der Beeinflussung durch eine bestimmte Sprache hing von dem Ansehen des jeweiligen Landes sowie den Kontakten auf wirtschaftlichem, politischem und kulturellem Gebiet ab. Zu jeder Zeit versuchten Sprachpuristen eine in ihren Augen Verunreinigung der deutschen Sprache zu vermeiden. Zu den bekanntesten Sprachreinigern zählen Jacob Grimm, Phillip von Zesen und Joachim Heinrich Campe. Sie unternahmen „zahlreiche mehr oder minder geglückte Versuche der Verdeutschung von Fremdwörtern“[7] und schrieben Abhandlungen über den Erhalt des Deutschen. Dennoch „hat das Deutsche zu allen Zeiten fremdes Wortgut aufgenommen“[8]. Heute wird die Aufnahme von fremdsprachigen Wörtern als natürliche Entwicklungstendenz des deutschen Wortschatzes gesehen[9].

[...]


[1] Betz, Werner: Lehnwörter und Lehnprägungen im Vor- und Frühdeutschen. In: Maurer / Rupp: Deutsche Wortgeschichte Bd. 1. Berlin 1974, Seite 136.

[2] Ebd. Seite 136.

[3] Baumgärtner, Sebastian (Hrsg.): Herkunftswörterbuch. Herkunft, Geschichte und Bedeutung der Wörter. Gütersloh 2003, Seite 312.

[4] Betz, Werner: Lehnwörter und Lehnprägungen im Vor- und Frühdeutschen. In: Maurer / Rupp: Deutsche Wortgeschichte Bd. !. Berlin 1974, Seite 136.

[5] Ebd. Seite 136.

[6] Ebd. Seite 136.

[7] Volland Brigitte: Französische Entlehnungen im Deutschen. Transferenz und Integration auf phonologischer, morphologischer und lexikalisch-semantischer Ebene. Tübingen 1986, Seite 1.

[8] Ebd. Seite 1.

[9] Ebd. Seite 1.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Fremdsprachliche Einflüsse in Geschichte und Gegenwart
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
10
Katalognummer
V164282
ISBN (eBook)
9783640794560
ISBN (Buch)
9783640794430
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fremdsprachliche, Einflüsse, Geschichte, Gegenwart
Arbeit zitieren
Tamara Bauer (Autor), 2005, Fremdsprachliche Einflüsse in Geschichte und Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164282

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