This study is an investigation of Tom Tykwers film adaption “Das Parfum” based on the homonymous novel by Patrick Süskind. The aim of the investigation is to explicate how the depiction of the olfactory sense operates although or just because of the specific means of the “non-smelling” medium “movie”.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Intersensualität – eine Begriffseingrenzung
III. Geschichte des Duftkinos
IV. Das Parfum
a. Der Roman
b. Der Spielfilm
V. Untersuchung der Übersetzungsformen
a. Übersetzung als Prozess der Intermedialität: Literaturverfilmung
b. Übersetzung als Prozess der Intersensualität: Sinn-Versinnbildlichung
i. Erste Szene
ii. Zweite Szene
iii. Dritte Szene
iv. Vierte Szene
VI. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Intersensualität, insbesondere die Herausforderung, Geruch als einen nicht direkt filmisch abbildbaren Sinn in eine filmische Codierungssprache zu übersetzen. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Romanvorlage „Das Parfum“ von Patrick Süskind und deren filmische Adaption durch Tom Tykwer.
- Grundlagen der Intersensualität und Medientheorie
- Geschichtlicher Abriss des olfaktorischen Kinos
- Vergleichende Analyse von literarischer Vorlage und filmischer Umsetzung
- Untersuchung filmischer Inszenierungstechniken für sinnliche Wahrnehmungen
- Untersuchung von Literaturverfilmung als Prozess der Intermedialität
Auszug aus dem Buch
i. ERSTE SZENE
Die erste Szene spielt auf dem Pariser Fischmarkt, dem „allerstinkendsten Ort im gesamten Königreich“ und gleichzeitig auch jenem Platz, an dem der Protagonist Jean-Baptiste Grenouille am 17. Juli 1738 geboren wurde. Nachdem seine Mutter die schmerzhafte Geburt unter ihrem Schlachttisch absolviert und den Säugling zu den Fischabfällen geschoben hatte, um ihn am Abend mit den selbigen im Fluss zu entsorgen, wird sie – aufgrund eines lauten Schreies von ihrem Neugeborenen – als Kindsmörderin entlarvt und zum Tode am Galgen verurteilt.
Die wenigen Seiten, die der Roman für die Abhandlung dieses Inhaltes benötigt (S.5-9), sind gespickt mit zahlreichen rhetorischen Figuren, die in diesem Falle allesamt als „intersensuales“ Instrumentarium gedeutet werden können: Sprachlich besonders auffällig ist die olfaktorische Erfassung des Fischmarktes, die durch Adjektivhypertrophien, also einer übermäßigen Häufigkeit von Adjektiven, geprägt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass der Film als Medium die Distanz des Zuschauers aufgehoben hat und welche Bedeutung dies für die Intersensualität im Kino hat.
II. Intersensualität – eine Begriffseingrenzung: In diesem Kapitel wird der Begriff Intersensualität als neologistisches Kunstwort definiert und von anderen medienwissenschaftlichen Termini abgegrenzt.
III. Geschichte des Duftkinos: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über den Versuch, das Kino um olfaktorische Reize zu erweitern, von frühen Experimenten bis hin zu modernen Ansätzen.
IV. Das Parfum: Hier wird der Roman von Patrick Süskind und die filmische Adaption von Tom Tykwer als eigenständige Kunstwerke vorgestellt und in ihrer Rezeption analysiert.
V. Untersuchung der Übersetzungsformen: Dieses zentrale Kapitel analysiert Literaturverfilmung als intermedialen Prozess und untersucht detailliert an vier Szenen, wie Intersensualität filmisch umgesetzt wird.
VI. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert über die Möglichkeiten und Grenzen der sinnlichen Übersetzung in verschiedenen Medien.
Schlüsselwörter
Intersensualität, Das Parfum, Patrick Süskind, Tom Tykwer, Literaturverfilmung, Intermedialität, olfaktorischer Film, Sinn-Versinnbildlichung, Geruchssinn, filmische Adaption, Inszenierung, Synästhesie, Medientheorie, Sinneswahrnehmung, Filmgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Frage, wie ein Sinn (hier der Geruchssinn) von einem literarischen Text in das Medium Film übersetzt werden kann, obwohl dieser Sinn im Film nicht direkt abgebildet werden kann.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Themen sind Intersensualität, das Verhältnis von Literatur und Film (Intermedialität) sowie die filmische Darstellung olfaktorischer Wahrnehmungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Möglichkeiten und Schwierigkeiten des Übersetzungsprozesses von sinnlich wahrnehmbarer Realität aus dem Roman „Das Parfum“ in eine filmische Codierungssprache aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse von Roman und Spielfilm durchgeführt, wobei insbesondere der Fokus auf vier ausgewählten Szenen liegt, um filmische und rhetorische Mittel zur Evokation von Gerüchen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung Intersensualität, Geschichte des Duftkinos), eine Analyse der Werke selbst und einen praktischen Analyseteil zu spezifischen Szenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Intersensualität, Literaturverfilmung, Intermedialität, Sinn-Versinnbildlichung sowie der spezifische Vergleich zwischen der Vorlage von Süskind und der Adaption von Tykwer.
Wie unterscheidet sich die Darstellung des Grenouille im Film von der im Roman?
Im Film wird Grenouille stärker als Opfer der Umstände dargestellt, während er im Roman eher als berechnendes Genie und Verbrecher mit Kalkül gezeichnet ist.
Warum spielt die Musik in der filmischen Umsetzung eine so große Rolle?
Da der Film keinen direkten Zugang zu Gerüchen bietet, fungiert die Musik als ein intermediales Element, das dazu beiträgt, Atmosphäre und Emotionen zu transportieren, die mit den Dufterfahrungen korrespondieren.
- Citation du texte
- Kristin Hellinger (Auteur), 2010, Warum „Das Parfum“ duftet ohne zu riechen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164498