Ekel in der Pflege und die daraus folgenden Auswirkungen auf die Pflegenden und die Beziehung zu den Gepflegten


Seminararbeit, 2010
11 Seiten
Anonym

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Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ekel
2.1 Begriffsbestimmung „Ekel“
2.2 Auswirkungen durch das Ekelerlebnis auf das Pflegepersonal
2.3 Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Patient und Pflegenden

3 Umgang mit Ekel im Pflegealltag
3.1 Fragebogenauswertung
3.2 Kompensationsmöglichkeiten

4 Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Mögliche Reaktion durch dauerhafte Konfrontation mit Ekel

1 Einleitung

Während meiner Tätigkeit als Schülerin in der Gesundheits- und Krankenpflege, stellte ich immer wieder fest, dass das Pflegepersonal täglich mit ekelerregenden Situationen konfrontiert wird. Die betroffene Pflegekraft muss sich öfter als gewollt mit diesen belastenden Situationen auseinandersetzen.

Im Pflegealltag muss sich das Personal durch das sehen, riechen, anfassen oder hören möglichem Ekel stellen. Häufig erlebte ich, wie Gesundheits- und Krankenpflegerinnen in bestimmten Situationen mimische und gestische Muster der Abneigung zeigten. Sie runzelten die Stirn, hielten sich die Hand vor dem Mund oder versuchten den Kopf zurück zu neigen, um zügig und routiniert ihre Arbeit zu verrichten. Auf Nachfrage, ob sie Ekel empfanden, gab es meist die Aussage, dass man kein Ekel mehr fühle, da man täglich mit diesen Situationen konfrontiert wird. Eine komplette Ignoranz des eigenen Ekelempfindens ist jedoch nicht möglich, auch wenn der ein oder andere Pflegende davon überzeugt ist. Der Körper und Geist hat lediglich im Laufe der Berufsjahre eigene Abwehrmechanismen entwickelt, um diesen temporären Zustand zu überbrücken.

Aufgrund der vielen verschiedenen Bereiche, die ich während meiner Ausbildungszeit durchlaufen durfte, konnte ich viele ekelerregende Situationen wahrnehmen. Im weiteren Verlauf möchte ich Ihnen zwei Auswirkungen des Ekelempfindens darstellen und einige Kompensationsmöglichkeiten auflisten.

2 Ekel

2.1 Begriffsbestimmung „Ekel“

Ekel lässt sich umschreiben als ein Gefühl der Abneigung und wird durch psychischen Widerstand und Abscheu hervorrufen. Aus Psychologischer Sicht ist Ekel eine eigenständige Empfindung. Es ist ein begleitender Widerwillen, verbunden mit körperlicher Übelkeit und einem schlechtem Geschmack im Mund. Im weiteren Sinne wird Ekel aber durch Personen und Werteverletzung hervorgerufen. Ekel wird zu den Affekten gezählt was bedeutet dass es eine kurzfristige starke Emotion ist.[1]

2.2 Auswirkungen durch das Ekelerlebnis auf das Pflegepersonal

Der natürliche Ekel eines jeden Menschen ist genetisch angelegt und bereits in der Kindheit ausgeprägt, um den Körper vor unbekanntem zu schützen. Die Abgewöhnung wäre nicht ratsam, da somit die eigentliche Schutzfunktion nicht mehr gegeben ist. Der falsche Umgang mit Ekelgefühlen kann dazu führen, dass auf Dauer das primäre Ziel der Schutzfunktion nicht erfüllt wird, da der Umgang für den Betroffenen mit einer hohen Stresssituation verbunden ist, die eine psychische Belastung darstellen kann. Ebenso kann das tiefe Bedürfnis, diese Ekelgefühle zu unterdrücken oder abzuwehren zur Verzweiflung und Hilfslosigkeit führen. Jeder Mensch reagiert anders auf Ekel und sollte für sich Möglichkeiten finden den richtigen Umgang mit ekel zu vollziehen. Es können ungewollte Schamgefühle, Abneigung oder Wut gegenüber dem Ekelerregenden oder Verursachendem entstehen.[2]

Da in den meisten Pflegeberufen das Thema Ekel bis heute noch ein Tabuthema ist, versuchen immer mehr Pflegende, sich an das ekelhafte und ekelerregende zu gewöhnen. Ein Gespräch mit außenstehenden Personen, die nicht der gleichen Berufsgruppe angehören, ist scheinbar unmöglich, da der Gedanke des nichtverstehens überwiegt. Viele Pflegende die bereits über Jahre in diesem Beruf arbeiten, sind regelrecht in ihren Tätigkeiten abgehärtet, was in der Beziehung zu einer Überschreitung der Distanzierung zum Patienten führt. Sie sehen diese Situationen als alltäglich an und bereiten sich keine Gedanken über die Überschreitung der Schamgrenze des zu betreuenden Patienten.

[...]


[1] Vgl. Izard (1981), Die Emotionen des Menschen: Eine Einführung in die Grundlagen der Emotionspsychologie, S.376.

[2] Vgl. Krey (2003). Ekel ist Okay: Ein Lern- und Lehrbuch zum Umgang mit Emotionen in Pflegeausbildung und Pflegealltag. S.31 ff.

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Details

Titel
Ekel in der Pflege und die daraus folgenden Auswirkungen auf die Pflegenden und die Beziehung zu den Gepflegten
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V164540
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ekel, pflege, auswirkungen, pflegenden, beziehung, gepflegten
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, Ekel in der Pflege und die daraus folgenden Auswirkungen auf die Pflegenden und die Beziehung zu den Gepflegten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164540

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