Hong Kong als touristische Destination nach dem Heimfall


Diplomarbeit, 2010
80 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Teil I: Einordnung und Präsentation der Region

1 Einleitung
1.1 Vorwort und Aufbau der Arbeit
1.2 Thematische Abgrenzung und Zielsetzung
1.3 Begriffsbestimmungen
1.4 Aktuelle Situation auf dem Reisemarkt weltweit

2 Einführung in die touristische Destination
2.1 Hong Kong im Überblick
2.1.1 Landeskunde und Bevölkerung
2.1.2 Geographie
2.1.3 Klima und Reisezeiten
2.1.4 Geschichte
2.1.5 Politische Situation
2.1.6 Wirtschaftsdaten und -beziehungen
2.1.7 Kultur

Teil II: Marktanalyse

3 Der Tourismus in der SVZ Hong Kong
3.1 Das touristische Angebot
3.1.1 Tourismusorganisation
3.1.2 Ursprüngliches Angebot
3.1.3 Abgeleitetes Angebot
3.1.3.1 Beherbergungsindustrie
3.1.3.2 Verkehrsmittel
3.1.3.3 Reiseveranstalter und Fremdenführer
3.1.3.4 Themenparks und Vergnügungsparks
3.1.3.5 Gastronomie
3.1.4 Kulturelles Angebot
3.1.5 MICE
3.2 Die touristische Nachfrage
3.2.1 Herkunft
3.2.2 Reisearten und -formen
3.2.3 Reisemotive und Reisetypen
3.2.4 Reisedauer und zeitliche Verteilung
3.2.5 Ausgabeverhalten

4 Auswirkungen des Tourismus
4.1 Ökonomische Auswirkungen
4.2 Ökologische Auswirkungen
4.3 Gesellschaftliche Auswirkungen

5 Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Tourismus
5.1 „2006 Discover Hong Kong Year“
5.2 „2009 Hong Kong-Japan Tourism Exchange Year“
5.3 „Hong Kong Food and Wine Year“
5.4 „Festive Hong Kong 2010“
5.5 Einreise Hong Kong
5.6 Neue Entwicklungen
5.7 Internationales Marketing

Teil III: Folgen und zukünftige Entwicklungen

6 Hong Kongs Zukunftsperspektiven
6.1 Zukunftstrends im internationalen Tourismus
6.2 Empfehlungen für Hong Kong

7 Schlusswort und Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung des Welttourismus

Abbildung 2: Bevölkerungsentwicklung

Abbildung 3: Landkarte China mit Hong Kong

Abbildung 4: Durchschnittstemperaturen

Abbildung 5: Entwicklung des Incoming Tourismus

Abbildung 6: Reisemotive des Incoming Tourismus

Abbildung 7: Ausgaben der Incoming Besucher in US$ Milliarden

Abbildung 8: Kräfte, die auf die touristische Nachfrage der Zukunft wirken

Tabelle 1: Entwicklung de BIP

Tabelle 2 Entwicklung der Reiseverkehrsbilanz

Tabelle 3: Touristenankünfte weltweit

Teil I: Einordnung und Präsentation der Region

1 Einleitung

1.1 Vorwort und Aufbau der Arbeit

Allgemein sind politische und wirtschaftliche Aspekte eines Landes ausschlagge- bend für die Entwicklung des Tourismus. Dem asiatischen Raum kommt in der Weltgemeinschaft, durch Veranstaltungen globaler Relevanz, immer mehr Auf- merksamkeit zuteil. 2010 findet in Shanghai die größte Weltausstellung aller Zei- ten, die Expo 2010 statt. Schon in Jahr 2008 veranstaltete China in Peking die Olympischen Spiele. Einzelne Sportarten, wie z.B. die Disziplinen des Reitsports wurden in der SVZ Hong Kong ausgetragen. Um dieses globale Interessenfeld nä- her zu beleuchten möchte ich mich in der folgenden Arbeit exemplarisch der Tou- rismusentwicklung in Hong Kong, in Bezug auf die politische Situation im Zusam- menhang mit der VR China, auseinandersetzten.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei große Kapitel - die Einführung und Prä- sentation der Region, die touristische Marktanalyse und die Folgen und zukünftige Entwicklung.

Der erste Teil der Diplomarbeit soll einen Überblick über die Destination Hong Kong und die dortigen Verhältnisse geben. Der historische Hintergrund sowie die politischen Verhältnisse sollen näher betrachtet werden. Außerdem wird die Bevölkerung und deren Kultur herausgearbeitet, da diese als Einwohner, das touristische Angebot einer Destination beeinflussen.

Im zweiten Teil erfolgt schließlich die eigentliche touristische Marktanalyse, welche sich mit den marktrelevanten Angebots- und Nachfragemöglichkeiten beschäftigt. Aufgrund der Marktanalyse können dann die entsprechenden Marketingstrategien bestimmt werden mit denen die Destination vermarktet und verkauft wird.1 Es wird das Angebot und die Nachfrage des Incoming Tourismus klassifiziert. Anschlie- ßend werden die Auswirkung und die Maßnahmen der Weiterentwicklung des Tou- rismus aufgezeigt.

Der dritte und letzte Teil beschäftigt sich mit den Zukunftperspektiven des Marktes in Hong Kong. Nach Beschreibungen der zu erwartenden Trends auf dem Touris- musmarkt stelle ich ein paar Empfehlungen für Hong Kong zur Diskussion. Zu letzt schließt die Arbeit mit einem Schlusswort und Fazit.

1.2 Thematische Abgrenzung und Zielsetzung

Während das allgemeine Interesse am Mainland China als Destination in den letzten Jahren mehr an Bedeutung gewonnen hat, zog die SVZ nur relativ wenig Aufmerksamkeit auf sich. Mit China werden sofort die Chinesische Mauer oder die Verbotene Stadt in Beijing assoziiert, mit Hong Kong lediglich die Wirtschaft. Dies soll sich aber in der laufenden Zeit sukzessive ändern.

Daher ist es das generelle Ziel dieser Arbeit, die momentane Situation des Touris- musmarktes in Hong Kong von allen Seiten zu betrachten, um anschließend even- tuelle Planungslücken zu schließen oder Verbesserungsvorschläge aufzuzeigen.

Diese Diplomarbeit analysiert den Incoming Tourismus, um anschließend eine detaillierte Marktübersicht darzustellen. Dafür wird der landeskundliche Teil der Destination ausführlich behandelt, aktuelle Entwicklungstrends werden beschrieben und Zukunftsprognosen werden gewagt

1.3 Begriffsbestimmungen

Die in der Tourismusbranche verwendete Terminologie ist vielfältig, dennoch wird oft eine eindeutige Definition eines Sachverhaltes vermisst. Es werden teilweise Begriffe in der Fachliteratur synonym verwendet, weil sie nicht standardisiert sind.

Im Folgenden sollen grundlegende Begriffe kurz definiert werden. „Der Tourismus oder Fremdenverkehr umfasst den nationalen und internationalen Reiseverkehr, d.h. Verkehr von Reisenden (oder Touristen) zwischen Heimatort und Reiseziel.“2 Eine Destination ist nach Bieger ein „geographischer Raum (Ort, Region, Weiler), den der jeweilige Gast (oder ein Gästesegment) als Reiseziel auswählt. Sie enthält sämtliche für einen Aufenthalt notwendigen Einrichtungen, wie Beherbergung, Ver- pflegung, Unterhaltung/Beschäftigung. Sie ist damit die Wettbewerbseinheit im In- coming Tourismus.3 Incoming Tourismus beinhaltet den „ ... Empfang und Aufent- halt von Touristen, Reisenden, Gäste in einer Destination, d.h. an einem Bestim- mungsort oder in einer Zielregion.“4 Dabei kann es sich um Reisende aus dem Inland als auch aus dem Ausland handeln.

Die statistische Abgrenzung des Tourismus soll einen Überblick über die Grund- formen und -kategorien des Tourismus geben. Die WTO versuchte eine internatio- nal gültige Tourismussystematik zu erstellen, welches den „Besucher“ in den Mit- telpunkte stellte. Besucher werden dabei in Touristen und in Tagesbesucher unter- teilt.5

- Touristen (Overnight Besucher) verbringen mindestens eine Nacht in einem Beherbergungsbetrieb am besuchten Ort; - Tagesbesucher (Same-day Besucher) übernachten nicht am besuchten Ort, sondern reisen am selben Tag weiter.

Laut Althof sind Touristen „Personen, die sich mindestens 24 Stunden außerhalb ihres Wohnortes zu beruflichen, vergnüglichen oder anderen Zwecken aufhalten.“ Dazu gehören vor allem Erholung, Urlaub, medizinische Behandlungen, religiöse Anlässe Familienangelegenheiten, Konferenzen, Studien, Bildung, geschäftliche Anlässe, etc. Nicht dazu gehören Arbeitverhältnisse, ein Studium oder Dauerauf- enthalte.6

Zudem definiert die WTO, drei Grundformen der Reiseverkehrsströme im Touris- mus.7

- Domestic = Reisen von Inländern im Inland (Binnenreiseverkehr);
- Inbound = Reisen von Ausländern ins gegebene Land (Einreiseverkehr);
- Outbound = Reisen von Inländern in ein anderes Land (Ausreiseverkehr).

Der Tourismus lässt sich aufgrund der Reisemotivation grob zwischen Freizeitreisen und Geschäftsreisen unterschieden. Wobei der Geschäftstourismus heutzutage auch MICE Tourismus bezeichnet wird, da er aus den Segmenten Meetings (geschäftliche Zusammentreffen), Incentives (Incentive-Reisen), Conventions (Kongresse) und Exhibitions (Messe und Ausstellungen) besteht.8

Eine Trennung zwischen beiden Begriffen ist folglich nicht möglich, da Freizeittourismus von Geschäftstourismus in Statistiken nicht zu unterscheiden ist.

1.4 Aktuelle Situation auf dem Reisemarkt weltweit

Die internationalen Touristenankünfte weltweit sind stetig gewachsen von 25 Mil- lionen (1950) auf 922 Millionen (2008). So lässt sich der Anfang des internationalen Tourismus auf die 60er Jahren datieren. Im Jahre 2008 stiegen die internationalen Touristenankünfte um ungefähr 2% (18 Millionen). Jedoch war in der zweiten Hälfte des Jahres ein abrupter Rückgang durch die Weltwirtschaftskrise erkennbar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung des Welttourismus

Quelle: Vgl. http://www.unwto.org/facts/eng/pdf/highlights/UNWTO_Highlights09_en_HR.pdf; http://www.unwto.org/facts/eng/pdf/historical/ITA_1950_2005.pdf

Der Mittlere Osten verzeichnete ein besonders hohes Wachstum von 18,1%. Asien und die Pazifik Region hingegen verzeichnete lediglich einen Wachstum von 1,2%. Die Region Nordost-Asien, zu der laut WTO Hong Kong zählt, erlitt durch die wirt- schaftlichen Unruhen einen Rückgang von 0,1%. Langfristig (2000 bis 2008) be- trachtet, steigen die internationalen Touristenankünfte im Mittlerer Osten (10,5%) am stärksten an, gefolgt von Afrika (6,7%) und Asien und der Pazifik Region (6,6%). Während die Wachstumsraten in Europa (2,8%) und Amerika (1,7%) relativ gering ausfallen. Die Ankünfte weltweit haben sich in der Asien und der Pazifik Re- gion seit 1990 bis 2008 auf 184,1 Millionen fast verdreifacht. Durch diese starken Wachstumsraten ist eine deutliche Veränderung in der Aufteilung des Marktanteils zu erkennen. So besaß Asien und die Pazifik Region im Jahre 1950 erst einen relativen Marktanteil von 0,8% und 2008 schon 20% (Vgl. Abbildung 1).

Da die Globalisierung und die Internationalisierung in der heutigen Zeit eine immer größere Bedeutung erlangt, zählt der Tourismus für viele Länder zu den wichtig- sten Sektoren der Volkswirtschaft, und ist somit eine maßgebliche Devisenquelle für viele Länder. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Einnahmen aus dem internationalen Tourismus von 1950 bis 2008 ein stetiges Wachstum verzeichnen konnten. So betrugen die Einnahmen 1950 noch US$ 2.1 Milliarden und 2008 schon US$ 944 Milliarden. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind mit 110.1 Milliarden an Platz 1, gefolgt von Spanien (61.6), Frankreich (55.6) und Italien (45.7). Hong Kong ist mit 15.3 Milliarden an 13. Stelle.9 10 11 12

Als Reisemotive der Reisenden weltweit wurden Freizeit, Erholung und Urlaub mit 51%, Besuch der Verwandtschaft und Freunden, religiöse oder gesundheitliche Gründe mit 27% und Geschäftsreisen mit 15% verzeichnet. Die meisten Touristen reisten per Flugzeug (52%) oder per Straßen (39%), und nur 6% per Schiff und 3% per Bahn.

Gründe für die Entwicklung des weltweiten Reisemarkts können das verfügbare Einkommen und der damit höherliegende Wohlstand sein. Zudem führten Arbeitszeitverkürzung und verschlechterte Arbeitsbedingungen zu einem Wertewandel, in dem der Freizeitwert größere Relevanz genießt. Auch die Ausweiterung der Mobilität und des Verkehrsnetzes (im privaten und öffentlichen Bereich), die Entwicklung des Kommunikationswesens, Ressourcen und Ökologie, Bevölkerungsentwicklung, Veränderte Wohnbedingungen sowie die Entstehung und der Ausbau der globalen Tourismusindustrie selbst haben diese Entwicklung befördert.13

2 Einführung in die touristische Destination

2.1 Hong Kong im Überblick

Im Rahmen dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der SVZ Hong Kong, welche in den meisten Statistiken als eigenes Land betrachtet wird, jedoch rechtlich zur Volksrepublik China gehört.

China nennen die Chinesen selbst als Zhōngguó“ übersetzt „das Reich der Mitte“ und charakterisieren sich somit als Zentrum der Welt. Der Name China ist lediglich eine europäische Wortschöpfung und bezieht sich wahrscheinlich auf die Qin- Dynastie (221v. Ch.-206 v. Ch.). Im folgenden wird für die Volksrepublik China auch „Mainland China“ übersetzt „Festlandchina“ genannt, da dieser Begriff ver- deutlich, dass die an der südlichen Küste liegenden Sonderverwaltungszonen Ma- cau „Àomén“ portugiesische Kolonie und die Metropole Hong Kong „Xiānggǎng“ (übersetzt „duftender Hafen“) britische Kronkolonie als eigenständig zu betrachten sind.

2.1.1 Landeskunde und Bevölkerung

Die heutige Autonomieflagge Hong Kongs (Vgl. Abbildung 2) zeigt im Zentrum eine weiße fünfblättrige Bauhinia-Blüte, eine Orchideenart auf rotem Grund. Schon seit der britischen Kolonialzeit ist die einzigartige Blüte die Stadtblume Hong Kongs. Die rote Hintergrundfarbe und die eingegliederten Sterne in der Blüte visualisieren die Zugehörigkeit zur kommunistischen Volksrepublik China. Diese Flagge wurde am 1. Juli 1997 bei der Übergabe Hong Kongs an die Volksrepublik China gehisst und symbolisiert somit eine wichtige Zäsur in der Geschichte der Sonderverwal- tungszone Hong Kongs.14

Bei der Volkszählung 1841 wurden 7.500 Einwohner gezählt. Bei der Volkszählung 1931 wurden 849.800 Einwohner und schon bei der nächsten Volkszählung 1941 wurde zum ersten mal die „Millionengrenze“ (1.600.000) überschritten. Nach einem Rückfall der Bevölkerung Anfang 1945 auf 500.000 erreichte die Einwohnerzahl 1950 ein zweites Hoch (2.200.000). Zwischen 1950 und 1980, hat sich die Bevöl- kerungszahl Hong Kongs mehr als verdoppelt. Ab 1980 steigt die Einwohnerzahl stetig an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bevölkerungsentwicklung

Quelle: Vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Hong_Kong

Laut Census and Statistics Department beläuft sich die Bevölkerungszahl Hong Kongs Mitte 2009 auf 7.003.700 Einwohner, bis Ende 2009 wird sie auf 7.026.400 geschätzt. Die Bevölkerung wächst jährlichen um 0.5% und liegt auf 100. Stelle der gesamten Weltbevölkerungsstatistik. Statistisch gesehen wird Asien 2010 mit 60.31% den größten Teil der globalen Population ausmachen.15

Die Bevölkerungsdichte der SVZ liegt bei 6.480 Personen pro km2. Diese absolute Zahl sagt allerdings nicht viel über die Bevölkerungsdichte in den einzelnen Regio- nen aus, die sehr unterschiedlich ausfallen. Kowloon weist eine Bevölkerungsdich- te von 43.970 Personen pro km2, Hong Kong Island eine Dichte von 16.220 und die New Territories und die Inseln lediglich eine Dichte von 3.820. Hong Kong gehört mit Macau (18.534 Personen pro km2 ), Monaco (16.923) und Singapur (7.022) zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt. Trotzdem zählt es zu den grün- sten Metropolregionen Asiens.16 17 Aufgrund der starken Bevölkerungsdichte führt Hong Kong eine sehr strikte Einwanderungspolitik, dennoch wandern jedes Jahr laut Schätzung (2009) der Central Intelligence Agency (CIA) 4,38 Menschen pro 1.000 Einwohner ein.18

Die Bevölkerungsstruktur Mitte 2009 setzt sich wie folgt zusammen: 12,5% der Ge- samtbevölkerung sind unter 15 Jahre alt. 28,1% sind zwischen 15 und 34 Jahre alt, 46,6%, der größte Anteil, sind zwischen 35 und 64 Jahre alt. 65 Jahre und älter sind 12,8% der Bevölkerung. Insgesamt sind 3.296.200 männlich und 3.707.500 weiblich.19 Die Bevölkerung setzt sich vorwiegend aus 95% ethnische Chinesen,

1.6% Filipinos, 1.3% Indonesier und 2.1% andere zusammen. Ähnlich wie in Main- land China sind der Buddhismus und der Taoismus die beiden meist verbreiteten Religionen. Kantonesisch, ein chinesischer Dialekt mit traditionellen Schriftzeichen, und Englisch bilden die beiden Amtssprachen in Hong Kong. Wobei Englisch nur ca. 16% der Bevölkerung sprechen können, und dies meinst im Bank,- Finanz- und Tourismusbereich. Mandarin (Hochchinesisch) erhält jedoch durch die zunehmen- de Einwanderung aus China und durch verstärkte Beziehungen mit dem Festland eine immer größere Bedeutung.20

2.1.2 Geographie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Landkarte China mit Hong Kong

Quelle: Vgl. http://www.internationalstudies.ohio.edu/activities-outreach/files/SEA/southeast%20asia/southeast-asia.jpg

Die SVZ Hong Kong befindet sich im Osten des asiatischen Kontinents an der süd- chinesischen Küste am Delta des Perlflusses und erstreckt sich zwischen 22° 18’ nördlicher Breite sowie 114° 9,5’ östlicher Länger. Die einzige Landgrenze verbin- det Hong Kong mit der chinesischen Provinz GuangDong (Kanton). Die Volksrepu- blik China dehnt sich über eine Fläche vom 9.627.343 km2 aus und ist somit das 4. größte Land der Welt. Ausschließlich Russland, Kanada und die USA übertreffen China hinsichtlich der räumlichen Ausdehnung. Hong Kong hingegen ist im Ver- gleich verschwindend klein mit einer gesamten Fläche von ca. 1.104 km2. Bis heute sind jedoch nur etwa 25 % urbanisiert, während circa 40 % der verbleibenden Landmasse aus Nationalparks und Naturreservaten bestehen. Dies liegt unter an- derem an dem sehr bergigen Relief mit vielen steilen Hängen.21

Hong Kong liegt an der Mündung des Perlflusses im südchinesischem Meer und besteht aus einer großen Halbinsel und 262 Inseln. Die größten, wichtigsten sind Hong Kong Island und Lantau. Den Kernbereich bilden die vier großen Gebiete „Hong Kong Island", „Kowloon" und „New Territories" und „die Outlying Islands“ (Vgl. Abbildung 3). Hong Kong Island umfasst ungefähr 8% des gesamten Landes. Die nördliche Küste der Insel bildet das wichtigste Finanz-, Geschäfts- und Kultur- zentrum, genannt Central. Zusätzlich befindet sich hier die namhafte Erhebung Victoria Peak (552m über NN). Kowloon ist die große Halbinsel nördlich von Hong Kong Island und umfasst ungefähr 4% der Gesamtfläche. Die Halbinsel erschließt sich vom Tiefseehafen „Victoria Harbour“ bis hin zur „Boundary Street“, dem ei- gentlichen Kowloon. Die New Territories umfassen den größten Teil des Gebiets mit 68% und erschließen sich von Kowloon bis hin zur Grenze des Mainlands. Ei- nige Gebiete hier bilden einen ländlich anmutenden Kontrast zur hektischen Stadt Hong Kong und wirken somit oft in manchen Teilen sehr geruhsam und erholsam. Die Outlying Islands hingegen umfassen ungefähr 20% des gesamten Landes und liegen rund um die Halbinsel Kowloon und Hong Kong Island verstreut.22 Die ein- heitlich verwaltete SVZ lässt sich in 18 Bezirke gliedern (Vgl. Abbildung 4).

In Hong Kong sind viele außergewöhnliche weiße und goldene Sandstrände zu finden. Einer davon ist Stanley Beach im Süden von Hong Kong Island. Die Repul- se Bay, die ebenfalls an der Südseite von Hong Kong Island liegt, ist aufgrund ihrer Lage der beliebteste Strand sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Touri- sten. Die kleine Deep Water Bay, welche von hohen Bergen umkreist ist, bietet den schönsten Sandstrand im Süden Hong Kong Islands und ist zugleich ein bevorzugtes Refugium für die Einheimischen.23

Durch eine reiche Flora und üppig Vegetation weist Hong Kong eine faszinierende Pflanzenvielfalt auf, welche eine lebenswerte, ästhetische Umgebung für die Men- schen darstellt. Die üppige Vegetation trägt zur Verbesserung der Luft- und Was- serqualität sowie zur Verhinderung von Erosion und Überschwemmungen bei. Dar- über hinaus bietet sie Nahrung und Lebensraum für die lokale Tierwelt.24

2.1.3 Klima und Reisezeiten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Durchschnittstemperaturen

Quelle: http://www.ineedhotel.com/chengdu/tour/climates.html; http://www.hko.gov.hk/wxinfo/pastwx/ywx2009.htm

Hong Kong mit seinem maritimen Klima wird aufgrund seiner Lage zu der tropi- schen bis subtropischen Zone gezählt. Der Wendekreis des Krebses, auch nördli- cher Wendekreis genannt, ist die Klimagrenze zwischen den Tropen und den Sub- tropen und verläuft durch Südchina, Guangzhou. Dies führt im südlichen Hong Kong zu etwas höheren Durchschnittstemperaturen (15 bis 30°C) als in den nörd- lich gelegenen Gebieten im Mainland (z.B. Chengdu) mit Durchschnittstemperatu- ren von 5°C bis 26°C. Im Frühling von März bis Mai liegt die Luftfeuchtigkeit bei 82 %. Im Sommer von Ende Mai bis Mitte September, steigt sie aufgrund der warmen, feuchten tropischen Luft aus dem Süden, auf 90% und höher. Seltene kühle Nord- winde führen im Herbst von Oktober bis Anfang Dezember zu einer angenehmen Temperatur mit einer relativ geringen Luftfeuchtigkeit von 72 %. Im Winter von Mitte Dezember bis Ende Februar häufen sich die kalten Nordwinde. Ein kühles trockenes Klima ist die Folge hingegen.25

Für den Niederschlag sind der Südostmonsun (Mai bis September) und der Nord- westmonsun (November bis Februar) entscheidend. Der warm, feuchte Sommer- monsun, der aus dem tropischen Süden heraufzieht bringt große Regenmengen mit sich und ist für Wolkenbrüche mit anschließendem Sonnenschein verantwort- lich. Der Wintermonsun entsteht durch Luftströmungen über dem zentralasiati- schen Festland und ist trocken und kühl weshalb er weniger Niederschlägen mit sich bringt (Vgl. Abbildung 5). Mit der Strömung des Südostmonsuns kann aber noch eine weitere Wettererscheinung entstehen, der Taifun. Während der Taifun- zeit (Juli bis September) kann es zu unberechenbaren, orkanartigen Wirbelstürmen mit großen Regenmassen kommen, die zum Stillstand des Geschäftslebens und auch zum Erliegen des öffentlichen Lebens führen können.26

Hong Kong ist prinzipiell ganzjährig eine Reise wert. Die Reisezeit wird vor allem durch das Klima bestimmt. Die beste Zeit, mit angenehmen Temperaturen und geringen Niederschlägen, ist von März bis April und von Oktober bis Anfang Dezember. Denn in den Sommermonaten wird die Region von starken Monsunregen, Durchschnittstemperaturen von 32° und Taifunen heimgesucht. Da neben laden die traditionellen chinesische Feiertage, wie das Chinesische Neujahrsfest, welches je nach dem Mondkalender zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar stattfindet, aber auch zu weiteren Reisen ein.

2.1.4 Geschichte

Das erstmals im 2. Jahrhundert n. Chr. besiedelte Hong Kong weist erst Mitte des 19. Jahrhunderts nennenswerten Populationswachstum auf. Insgesamt lässt sich die Landesgeschichte in sieben größere Abschnitte unterteilen, die im folgenden zusammengefasst werden.

Chinesisches Kaiserreich

Älteste Siedlungsspuren stammen aus dem 2. Jahrhundert der sogenannten Han- Dynastie (206 v. Chr.-220 n. Chr.), welche durch eine antike Grabstätte bei Lei Cheung Uk bewiesen wurden. Trotz der geringen Siedlungsfläche hatte die Region während der Tang-Dynastie (618-906) wegen des Tiefseehafens und der optimalen Lage am Perlfluss eine große strategische Bedeutung.27 In der Song-Dynastie (960-1279) kam es zu ersten großen Migrationen aus dem nördlichen China, wel- che sich in der Yuan-Dynastie (1279-1368) weiter verstärkt haben. Die Siedler setzten sich zu dieser Zeit aus drei verschiedenen Gruppen zusammen. Die erste Gruppe bildeten die Einwanderer aus dem nördlichen China, die zweite waren Hak- kas aus Taiwan und Ende der Ming-Dynastie (1368-1644) die letzte Gruppe die Hoklos. Jedoch blieb die Region bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine kaum be- wohnte Insel im südchinesischen Meer, in der sich die Bewohner größtenteils von der Fischerei ernährten.28

Durch die Produktion von verschiedenartigsten Waren, die Nutzung des fruchtba- ren Ackerbodens und zugleich eine Bereitstellung eines Freihafens (Erleichterung des Überseehandels mit keinerlei Handelszöllen) stellte die Region eine große At- traktion für britische Kaufleute aber auch für die Chinesen selbst dar, diese nutzten die Möglichkeit Arbeitsplätze für Festland Chinesen. Dadurch gewann der China- Handel für die Briten immer mehr an Bedeutung. Sie errichteten in Kanton Lager- häuser und Handelsniederlassung, in der Kolonialzeit sogenannte Faktoreien.29

Der Handel gestaltet sich jedoch einseitig, da die Briten nur wenige Güter an die Chinesen verkaufen konnten. So etablierten sie eine illegale Opium-Einfuhr nach China. Dies ließ das Konfliktpotenzial, welches schon von Beginn an zwischen bei- den Parteien bestand, eskalieren. Der Kantoner Gouverneur Lu K’u äußerte sich wie folgt: „Die Barbaren sind von Natur aus von unersättlicher Gier, und je mehr Geduld und Nachsicht man ihnen gegenüber zeigt, desto stolzer und anmaßender treten sie auf.“30 Durch die wirtschaftlichen Folgenprobleme des Opiumhandels ergab sich zum ersten Mal in der Geschichte Chinas, dass der Import über dem Export lag, was somit zu einem chinesischen Handelsbilanzdefizit führte. Diese Faktoren waren schließlich ausschlaggebend für die Regierung, den Opiumhandel zu unterbinden. Die Feindseligkeiten spitzten sich immer mehr zu und führten schließlich zu einem Krieg zwischen dem Kaiserreich China und dem Vereinigten Königreich.31

Erster Opiumkrieg

In diesem ersten Opiumkrieg (1839-1842), wollten die Briten China dazu zwingen sich dem für sie sehr lukrativen Opiumhandel zu öffnen. Nach der Niederlage der Chinesen kam es zu Verhandlungen, welche den Opiumkrieg am 20. Januar 1841 beendeten und zur Abtretung der Insel Hong Kong an Großbritannien führten. Sechs Tage später (am 26. Januar 1841) hissten britische Soldaten auf dem Horn der Insel Hong Kong die britische Flagge. Seitdem heißt diese Stelle bis heute „Possession Point“ (Eroberungshorn). Dies führte zu weiteren Feindseligkeiten und schließlich erneut zu einem offiziellen Krieg. Am 29. August 1842 stimmte die Re- gierung der Qing-Dyanstie (1644-1911) zu einem Abschluss eines Vertrages (Nan- jing Vertrag) bei, welcher die Niederlage Chinas und die Abtretung der Insel Hong Kong an Großbritannien, unter der Bedingung des Verzichts auf den Opiumhandel, besiegelte. Großbritannien hielt sich nicht an die Abmachungen des Vertrages, bezüglich des Handelsabkommens, wodurch Hong Kong zum neuen Opiumhan- delszentrum wurde.32

Zweiter Opiumkrieg

Großbritannien eröffnete den zweiten Opiumkrieg am 8. Oktober 1856 wegen un- gerechter Ausübung chinesischer Jurisdiktion und nahm dies zum Anlass, ihr Terri- torium zu erweitern. Das chinesische Königreich erlitt eine weitere Niederlage an- gesichts der britischen Waffenüberlegenheit. Durch den Vertrag von Beijing (24. Oktober 1860) musste China die der Insel Hong Kong gegenüber liegende Halbin- sel Kowloon an Großbritannien abtreten.33 Dies führte zu einer weiteren wirtschaft- lichen Entwicklung des Gebiets und somit auch zu einem Bevölkerungszuwachs. Der Opiumhandel blieb weiterhin ein wichtiger Wirtschaftzweig mit großem Anteil an den Staatseinnahmen Hong Kongs.34

Im dritten Vertrag 9. Juni 1898 wurde vereinbart, dass das nördlich an Kowloon angrenzende Gebiet bis zum Shenzhen-Fluss die sogenannten „New Territories“ und zahlreiche Inseln an Großbritannien abgetreten werden. Jedoch handelte es sich bei diesem Vertrag, der nicht durch militärische Unterwerfung erreicht wurde, um einen Pachtvertrag für 99 Jahre und nicht wie bei den anderen um unbefristete Verträge. Dies führte zu einer verbesserten Versorgung der Kronkolonie mit Wasser und Lebensmitteln sowie militärischen Absicherung des Gebiets.35

Ende des Kaiserreiches

Am 12. Februar 1912 kam es zum Ende der Qing-Dynastie und somit zum Ende des chinesischen Kaiserreiches, als der damalige letzte fünfjährige chinesische Kaiser, Pu Yi, abdankte. Durch die Revolution und die somit politischen Unruhen wurde die Kronkolonie Hong Kong für viele Flüchtlinge und Industrie ein wichtiger Zufluchtsort. Dies führte dazu, dass Hong Kong als wirtschaftlich aufblühende Re- gion galt, und die Bevölkerungszahl von 1916 bis 1941 von 530.000 auf 1.6 Millio- nen anstieg. Jedoch wollte der Führer der Nationalrevolution, Sun Yat-sen, die „Ungleichen Verträge“ des Vereinigten Königreichs nicht akzeptieren und sie ab- schaffen.36 37

Zweiter Weltkrieg

Am 8. Dezember 1941 griffen japanische Truppen Hong Kong ohne Vorwarnung an. Dadurch, dass die britische Kolonialgruppe der Japanischen zahlenmäßig un- terlegen war, musste sie am 24. Dezember kapitulieren. Um eine bessere Kontrolle zu bekommen, wurden bei der Internierung der britischen Kriegsgefangenen, viele Chinesen aus Hong Kong vertrieben. Somit schrumpfte die Bevölkerung von 1.6 Millionen auf 500.000 Bewohner. Nach der Kapitulation Japans am 15. August 1945 ging die Macht über Hong Kong wieder an die Briten zurück, welche die Re- gierungsgeschäfte wieder aufnahmen, als hätte keine Unterbrechung stattgefun- den. Durch wiederkehrende politische Unruhen, aus der neu entstanden Volksre- publik China (Gründung am 1. Oktober 1949), wurde Hong Kong wieder ein wichti- ger Zufluchtsort für Flüchtlinge, was die Bevölkerung auf 2 Millionen Menschen anstiegen lies. Durch die geflüchteten Geschäftsleute entstehen nicht nur neue Betriebe und Fabrikanlagen, sondern es wurde auch neues wertvolles Wissen nach Hong Kong gebracht, dies führte zu einer wirtschaftlichen Vormachtstellung Hong Kong gegenüber Shanghai.38

Nachkriegsjahre

Im Jahre 1951 während des Koreakrieges (1950-1952), wurde von den Vereinten Nationen ein Handelsembargo gegen China verhängt, das weitere Geschäfte Hong Kongs mit der Volksrepublik China nahezu ausschloss. Dies wirkte sich zunächst negativ auf die Entwicklung Hong Kongs aus, denn Hong Kong, welches das Han- delszentrum für China darstellte, musste mit der Industrialisierung eine neue Rich- tung einschlagen, um die Wirtschaftstagnation auszugleichen. Nach der Aufhebung des Embargos erlebte Hong Kong dank der neuen stabilen Wirtschaftspolitik einen atemberaubenden wirtschaftlichen Aufschwung. Mitte der sechziger Jahre, wäh- rend der Kulturrevolution in China, erreichte die Kronkolonie ernorme Zuwanderer- ströme, sodass Mitte der Siebziger die Einwohnerzahl auf ca. 4 Millionen anstieg.39 Durch die billigen und leistungsbereiten Arbeitskräfte und die gebildeten Unternehmer wurde Hong Kong zu einem der wichtigsten Wirtschaftszentren der Welt.

Übernahme Hong Kongs

Nach mehreren Verhandlungsrunden über die Zukunft Hong Kongs wurde am 19. Dezember 1984 in Bejing die Chinesisch-Britische Erklärung unterzeichnet. Nach dieser Erklärung erhält die Volksrepublik China am 1. Juli 1997 die gesamte Souveränität über die vormals britische Kronkolonie Hong Kong zurück. Von nun an hat Hong Kong den Status einer Sonderverwaltungszone Chinas. Das bedeutet: „ dass Hong Kong kein eigener Staat sein soll und die Bewohner keiner eigenen, sondern der chinesischen Nation angehören. Die SVZ Hong Kong untersteht nach der Deklaration direkt der zentralen Volksregierung und genieß einen hohen Grad an Autonomie.“ 40 Allerdings behält die SVZ, bis auf die Außen- und Verteidigungspolitik, welche von der Volksrepublik China übernommen wird, britisches Recht für die nächsten 50 Jahre, unter Berücksichtigung von sechs Sonderechten: 41

1. Die Beinhaltung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems Hong Kongs;
2. Die Beinhaltung aller bestehenden Eigentumsverhältnisse in Hong Kong;
3. Die volle Selbstverwaltung in allen Politikbereichen mit Aufnahme der Außenpolitik und der Verteidigung;
4. Die Beibehaltung der eigenen Währung, des Hong Kong-Dollars;
5. Die Beibehaltung des besehenden Rechtssystems und der bestehenden Gerichte;
6. Uneingeschränkte Presse- und Informations- wie auch Religionsfreiheit.

2.1.5 Politische Situation

Nach mehr als 150 Jahren britischer Kolonialherrschaft wurde Hong Kong am 1. Juli 1997 wieder an das kommunistische China zurückgegeben und trägt seitdem die Bezeichnung Sonderverwaltungszone. Um das kapitalistische System der Kronkolonie für die nächsten 50 Jahre weiter zu gewähren, waren die „Basic Laws“ verantwortlich. Diese Grundgesetzte räumten der SVZ weitgehende exekutive, le- gislative und judikative Unabhängigkeit ein. So spricht man von einem eigenständi- gen Regierungs- und Rechtsystem, ein Land, zwei Systeme. Dieses System er- möglicht Hong Kong eine freie wirtschaftliche Entwicklung, welche vom Kapitalis- mus geprägt ist jedoch im kommunistischen System Chinas zu tragen kommt. Das Ziel der Entwicklung eines geeigneten demokratischen Systems in Hong Kong, bei dem der Administrator sowie die Mitglieder des Legislativrates durch allgemeine Wahlen gewählt werden, wird nach und nach erreicht.42

Der erste Regierungschef „Chief Executive" nach der Übernahme war Tung Chee- hwa, welcher wirtschaftlich und politisch eng mit der Volksrepublik China verbun- den war. Er stellte die zentrale Figur im politischen System dar und hatte zugleich umfangreiche exekutive Machtbefugnisse. Er versuchte, sukzessive die politische Situation Hong Kongs an China anzunähern.43 So wollte er Sicherheitsgesetze einführen, welche die Presse- und Versammlungsfreiheit einschränken sollte. Je- doch kam es daraufhin am 1.Juli 2003 zu einer Demonstration von 500.000 Bür- gern gegen die Sicherheitsgesetze und für mehr Demokratie in Hong Kong. Durch die Großdemonstration begann die Volksrepublik China sich mehr für die politi- schen Interessen der Bürger Hong Kongs zu interessieren und suchte vermehrt den Kontakt zu den modernen Demokraten. Die Volksrepublik China veranlasste, dass Tung Chee-hwa zurücktrat und Donald Tsang sein Amt als Regierungschef am 21. Juni 2005 antrat.44

[...]


1 Vgl. Freyer, W., 2009b, S. 163

2 Freyer, W., 2009a, S. 1

3 Bieger, T., 2008, S. 56

4 Althof, W., 2000, S. 7

5 Vgl. Freyer, W., 2009a, S. 5

6 Althof, W., 2000, S. 37

7 Vgl. Freyer, W., 2009a, S. 6

8 Vgl. Freyer, W., 2009, A, S. 96

9 Vgl. http://unwto.org/facts/menu.html

10 Vgl. http://unwto.org/facts/eng/pdf/historical/ITA_1950_2005.pdf

11 Vgl. http://unwto.org/facts/eng/pdf/historical/ITR_1950_2005.pdf

12 Vgl. http://unwto.org/facts/eng/pdf/barometer/UNWTO_Barom09_3_en.pdf

13 Vgl. Freyer, W., 2009, A, S. 32-35

14 Vgl. http://laender-lexikon.com/fhongk.htm

15 Vgl.

http://www.censtatd.gov.hk/hong_kong_statistics/statistics_by_subject/index.jsp?subjectID=1&charsetID=1&displayMod e=T

16 Vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_and_dependencies_by_population_density

17 Vgl. http://www.censtatd.gov.hk/FileManager/EN/Content_803/population.pdf

18 Vgl. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/hk.html

19 Vgl. http://www.censtatd.gov.hk/FileManager/EN/Content_803/population.pdf

20 Vgl. http://www.metropolasia.com/Hong_Kong_Quick_facts

21 Vgl. Nadler, A., 2006, S. 27-29

22 Vgl. Lips, W., 2009, S. 105

23 http://www.discoverhongkong.com/eng/attractions/green-beaches.html

24 Vgl. http://www.hkflora.com/v2/flora/flora_intro.php

25 Vgl. http://www.iten-online.ch/klima/asien/china/hongkong.htm

26 Vgl. Lips, W., 2009, S. 106/107

27 Vgl. Breitung, W., 2001, S. 33

28 Vgl. Gilbert, H., 1998, S. 27

29 Vgl. Gilbert, H., 1998, S. 27/28

30 Vgl. Kürschner-Pelkmann, F., 1996, S. 9

31 Vgl. Gilbert, H., 1998, S. 29-32

32 Vgl. Gilbert, H., 1998, S. 32-35

33 Vgl. Futterlieb, K., 2003, S. 5

34 Vgl. Kürschner-Pelkmann, F., 1996, S. 14

35 Vgl. Gilbert ,H., 1998, S. 37

36 Vgl. Gilbert, H., 1998, S. 39-40

37 Vgl. Futterlieb, K., 2003, S. 5

38 Vgl. Kürschner-Pelkmann, F., 1996, S. 16

39 Vgl. Martin, H., 1997, S. 52-56

40 Vgl. Gilbert, H., 1998, S. 89

41 Vgl. Güssgen, A., 2002, S. 21

42 Vgl. Heberer, T., 2008, S. 179

43 Vgl. Futterlieb, K., 2003, S. 8 ff

44 Vgl. http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E91A31BA308AC410A92C99630FC010699 ~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Ende der Leseprobe aus 80 Seiten

Details

Titel
Hong Kong als touristische Destination nach dem Heimfall
Hochschule
Munich Business School
Autor
Jahr
2010
Seiten
80
Katalognummer
V164627
ISBN (eBook)
9783640797912
ISBN (Buch)
9783640797967
Dateigröße
4691 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hong, Kong, Destination, Heimfall
Arbeit zitieren
Yvonne Gotschke (Autor), 2010, Hong Kong als touristische Destination nach dem Heimfall, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164627

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