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"Wilde Ursprünge": Opfer, Jagd, Gewalt

Titel: "Wilde Ursprünge": Opfer, Jagd, Gewalt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 11 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Christopher Selbach (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Hauptgeschehen im blutigen Opfer, das Töten eines Lebewesens, ruft (zumindest beim modernen Betrachter) vor allem zwei Assoziationsbereiche auf. Zum Einen ist dies die Jagd, deren Ziel die Tötung ist; zum Anderen birgt der Aspekt der gewaltsamen Lebensberaubung den Gedanken an Gewalt und Gewaltbereitschaft als solche in sich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sind Jagd und Gewalt in verschiedenen Theorien als zentrale Elemente des Opfers behandelt worden. Die Hauptthesen der Theorien von Meuli, Burkert und Girard sollen hier vorgestellt werden. Interessanterweise waren alle drei Theoretiker nicht Religionswissenschaftler, sondern Philologen, und die griechische Kultur und Religion der Antike war der Ausgangspunkt für ihre jeweiligen theoretischen Überlegungen. Gleichzeitig versuchen aber alle drei in ihren Theorien die Ursprünge des Opfers in der Vor- und Frühgeschichte zu fassen, was interessante Einblicke ermöglicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Karl Meuli

Walter Burkert

René Girard

Schlussbetrachtung

Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte und die Funktion des blutigen Opfers aus anthropologischer und psychologischer Sicht. Das primäre Ziel ist es, die Theorien von Karl Meuli, Walter Burkert und René Girard kritisch zu vergleichen und deren wissenschaftliche Validität hinsichtlich ihrer Thesen zu Jagd, Gewalt und Ritualen zu hinterfragen.

  • Ursprung des Opfers in der paläolithischen Jägerkultur
  • Die "Hunting Hypothesis" und die Rolle der Aggression
  • Theorien zur rituellen Gewalt und Entschärfung
  • Kritische Auseinandersetzung mit anthropologischen Daten
  • Psychologische Deutungsansätze des menschlichen Tötens

Auszug aus dem Buch

Opfertheorie in "Griechische Opferbräuche"

Meulis Ausgangspunkt für seine Überlegungen ist der bekannte "Betrug" der Götter im Olympischen Opfer. Wie aus Schilderungen des Opferbrauches, seiner Verhöhnung durch verschiedene Schriftsteller und nicht zuletzt dem Prometheus-Mythos hervor geht, werden im Olympischen Opfer lediglich die bloßen Schenkelknochen (in Fett gepackt) als Gabe an die Götter verbrannt, während die Opfergemeinde das gesamte Fleisch selbst verzehrt. Meuli versteht diesen "Betrug" als späte theologische Deutung eines inzwischen sinnentleerten Rituals der paläolithischen Jägerkultur, dessen ursprüngliche Bedeutung er in Rückgriff auf ethnographisches Material zu erschließen versucht.

In rezenten Jägerkulturen (vor allem Sibiriens und Nordamerikas) findet Meuli eine rituelle Behandlung von Knochen, Fell und Eingeweiden der Jagdbeute vor. So werden in manchen Fällen die Knochen des Beutetieres der tierischen Anatomie entsprechend erdbestattet oder aufgebahrt; in anderen Fällen werden die fleischlosen Überreste an einem bestimmten Ort aufgehäuft oder auch in Bäume gehängt. Ähnliches geschieht auch mit Fell und Eingeweiden. Von den Ausführenden selbst wird bezeugt, dass auf diese Weise dem Wild das zu seiner Regeneration Notwendige zurückgegeben werden soll. Die Rückerstattung von Knochen, Fell und Eingeweiden sichert somit den Fortbestand des Wildes als Jagdgut der Gemeinschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkung: Einführung in die Thematik der Opferrituale und Vorstellung der drei zentralen Theoretiker Meuli, Burkert und Girard.

Karl Meuli: Darstellung der Theorie des Opfers als Rückgabe an die Natur, verwurzelt in der paläolithischen Jägerkultur.

Walter Burkert: Analyse der Opfertheorie, die Aggression und Jagd als konstitutive Elemente der menschlichen Evolution und Gesellschaftsbildung begreift.

René Girard: Untersuchung des Konzepts der "reinigenden Gewalt" und der Kanalisierung gesellschaftlicher Spannungen durch das rituelle Opfer.

Schlussbetrachtung: Kritische Würdigung der verschiedenen Theorien und deren Abhängigkeit vom jeweiligen zeitgenössischen Wissenschaftsverständnis.

Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführender Literatur.

Schlüsselwörter

Opfertheorie, Griechische Religion, Anthropologie, Jagdkultur, Homo Necans, Gewalt, Aggression, Ritual, Karl Meuli, Walter Burkert, René Girard, Opferritual, Psychologie, Ethnologie, Kulturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Theorien von Meuli, Burkert und Girard, die das blutige Opfer als menschliches Phänomen aus den Ursprüngen der Jagd und psychologischer Notwendigkeiten erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die religionswissenschaftliche Deutung antiker Opferbräuche, die Anthropologie der Gewalt sowie die psychologischen Mechanismen von Ritualen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist der kritische Vergleich der Hauptthesen der genannten Autoren und deren Bewertung auf Basis ethnographischer und archäologischer Erkenntnisse.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte Analyse, die die Konzepte der drei Autoren zusammenführt und durch den Vergleich mit aktuellem ethnologischem Wissen bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung und Bewertung der jeweiligen Opfertheorien von Meuli, Burkert und Girard sowie deren Bezug zur antiken Kultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Opfertheorie, rituelle Gewalt, Jagd, Aggressionsabbau, griechische Antike und Menschwerdung.

Warum spielt der Begriff "Unschuldskomödie" bei Meuli eine wichtige Rolle?

Meuli nutzt diesen Begriff, um zu erklären, wie Jäger durch Rituale versuchen, das bei der Tötung empfundene Reuegefühl zu bewältigen und die moralische Verantwortung von sich zu weisen.

Inwiefern unterscheidet sich Girards Ansatz von dem Burkerts?

Während Burkert primär die "Hunting Hypothesis" und biologisch verankerte Aggression betont, legt Girard den Fokus stärker auf die psychologische Imitation und die Kanalisierung gesellschaftlicher Gewalt in Krisensituationen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Wilde Ursprünge": Opfer, Jagd, Gewalt
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Vergleichende Religionswissenschaft)
Note
1.0
Autor
Christopher Selbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V16464
ISBN (eBook)
9783638213189
ISBN (Buch)
9783638771450
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursprünge Opfer Jagd Gewalt Religionswissenschaft Religion Opfertheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christopher Selbach (Autor:in), 2002, "Wilde Ursprünge": Opfer, Jagd, Gewalt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16464
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Leseprobe aus  11  Seiten
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