US-amerikanische Wahlkampagnen und Medien


Seminararbeit, 2010

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Dependenzthese
2.2 Instrumentalisierungsthese
2.3 Interdependenzthese
2.4 Medienrechtliche Grundlagen der USA
2.5 Wahlkampf und Medien
2.6 Vollmediatisierte Kommunikation
2.7 Teilmediatisierte Kommunikation
2.8 Nicht-mediatisierte Kommunikation

3 Schluss

1 Einleitung

Ziel dieser Arbeit soll es sein mit einem Überblick über die amerikanischen Wahlkampagnen und die Rolle der Medien eine Zuordnung zu den Abhängigkeitsthesen, Dependenz-, Intrumentalisierungs- und Interdependenzthese herzustellen. Als Grundlage dienen hierbei verschiedene Ausführungen zu den genannten Thesen von Schulz, Plasser, Strohmeier und Reiser seit den 80ern, anhand dieser eine im Schluss erfolgende Zuordnung möglich sein soll. Zur Darstellung der mediatisierten Kommunikation im US Wahlkampf dienen die Ausführungen von Platzek und Vinson (1994), die den Wahlkampfprozess in voll-, teil- und nicht mediatisierte Kommunikation einteilen. Der Forschungsstand hierzu ist noch relativ jung und keineswegs abgeschlossen. Nach Donsbach (1993) werde die Veränderung der Politik durch die Medien und die Veränderung der Politikdarstellung in den Medien von Niemandem aus der politischen Praxis und politischen Wissenschaft in den USA bestritten. Strittig dagegen seien nur die Gründe die dazu geführt hätten (S. 221). Donsbach (1993) sagt: „Das Verhältnis zwischen Politik und Massenmedien ist sozialwissenschaftlich und politisch vor allem deshalb von Interesse, weil man davon ausgehen muß, dass es die Politikwahrnehmung der Bürger und damit die Qualitiät des politischen Meinungs- und Willensbildungsprozesses erheblich beeinflusst“ (S. 269).

2 Hauptteil

„Ereignisse sind in der Regel nicht ‚einfach nur da’, sondern werden meist von politischen Akteuren gezielt mit Blick auf die Medienberichterstattung lanciert: Pseudoereignisse werden inszeniert, mediatisierte Ereignisse werden umfunktioniert und genuine Ereignisse werden instrumentalisiert“ (Strohmeier, 2004, S. 144).

Nach Strohmeier (2004) könne sich die Beziehung zwischen Politik und Massenmedien innerhalb von Demokratien höchst unterschiedlich gestalten. Diese Beziehung sei auf drei verschiedenen Ebenen zu betrachten: Der Makro-, der Meso- und der Mikroebene (S. 144). Für diese Arbeit ist die Betrachtung der Makroebene allerdings ausreichend. Nach Schulz (1997) bestehe ein Zweck-Mittel-Verhältnis zwischen Politik und Medien und damit auch ein Verhältnis der Über- und Unterordnung (S. 46). Strohmeier (2004) sagt: „Grundsätzlich existieren zwei Extrempositionen sowie eine Vermittelnde Position zum Verhältnis von Politik und Massenmedien auf der Makroebene:

- die Dependenzthese (Dependenz der Politik von den Massenmedien)
- die Instrumentalisierungsthese (Instrumentalisierung der Massenmedien durch die Politik)
- die Interdependenzthese (Inderdependenz zwischen Politik und Massenmedien; vgl. Abbildung 31)

Abbildung 31: Dependenz-, Instrumentalisierungs- und Interdependenzthese“ (S. 145-146).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1 Dependenzthese

Nach Schulz (1997) sei die Politik durch Medialisierung in die Abhängigkeit der Massenmedien geraten. Strohmeier (2004) führt dazu aus: „Die Übermacht der Massenmedien wird in diesem Konzept häufig mit ihrer hohen Deutungs- und Weisungskompetenz bei Fragen von zentraler politischer Bedeutung belegt“ (S. 146). Die Anhänger dieser These fänden sich nach Schulz (1997) unter den Politikern und Politikwissenschaftlern, die der Autonomie und der Funktionssicherung politischer Institutionen einen hohen Rang zu weisen und dementsprechend von den Massenmedien eine dienende Rolle gegenüber Parlament, Regierung und staatlicher Verwaltung erwarten würden. Politische Kommunikation diene in dieser Auffassung vorrangig der Konversion von Ansprüchen und Unterstützung einerseits sowie der Politikdarstellung und politischen Steuerung andererseits, weshalb Massenmedien vor allem als Institutionen der Politikvermittlung gesehen werden würden (S. 46).

Diese Abhängigkeit wurde auch beispielhaft von dem deutschen Politikwissenschaftler Sarcinelli (1987) ausgeführt:

„Denn Herrschaftsgruppen, Parteien, Verbände und andere politische und ökonomische Körperschaften, die sich zwecks Zustimmungserwerb oder Absatzförderung der Gesamtheit oder einem Großteil der Bürger eines Landes mitteilen, müssen sich der Agenturen und Werkzeuge der Massenkommunikation bedienen und unterliegen dabei zwangsläufig den regeln, in denen vielfach das Durchschnittliche als Gardemaß für das einem Massenpublikum Vermittelbare gilt“ (S. 21).

Nach Schulz (1997) bestehe aber mittlerweile eine Abhängigkeit der politischen Institutionen von den Massenmedien. Dies sei aus historischer Perspektive verdeutlicht. Im Absolutismus sei das auf Geheimhaltung aufgebaute politische System gegenüber der Presse weitgehend autark gewesen, weshalb das Prinzip Öffentlichkeit im Laufe des 19. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen hätte. Regierung, Parlament und auch die Parteien hätten die Presse jedoch nur als reines Übermittlungsorgan gebraucht. In den parlamentarischen Demokratien des 20. Jahrhunderts dagegen seien die politischen Institutionen nicht nur abhängig geworden von den Vermittlungsleistungen der Massenmedien, es hätten darüber hinaus auch zunehmende Grenzverschiebungen und Machtverlagerungen zugunsten der Massenmedien und zuungunsten des Systems politischer Herrschaft stattgefunden (S. 46-47).

2.2 Instrumentalisierungsthese

Strohmeier (2004) führt hierzu aus: „Im Konzept der Instrumentalisierung der Massenmedien durch die Politik wird von einer weitgehenden Abhängigkeit der Massenmedien von der Politik ausgegangen“ (S. 147). Nach Schulz (1997) würden die Vertreter der Gegenthese der Autonomie der Massenmedien einen besonders hohen Rang zuweisen. Nach Schulz (1997): „Sie erwarten von den Medien, dass sie aktiv die Interessen der Bevölkerung artikulieren, dass sie Machtpositionen kritisieren und kontrollieren, dass sie die Bürger umfassend informieren und damit die Voraussetzungen für eine rationale politische Meinungs- und Willensbildung schaffen“ (S. 47). Im Zuge dieses Autonomieverlusts der Massenmedien habe laut Schulz (1997) die von Barbara Baerns (1985) entwickelte, jedoch nicht von ihr so benannte Determinationsthese das Prinzip der Abhängigkeit stark gestützt. Politische Öffentlichkeitsarbeit habe demnach die Themen und das Timing der Medienberichterstattung unter Kontrolle. Die These stütze sich vor allem auf Beobachtungen, die noch zu Zeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunkmonopols gemacht worden wären (S. 48).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
US-amerikanische Wahlkampagnen und Medien
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V164714
ISBN (eBook)
9783640798483
ISBN (Buch)
9783640798346
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
USA, Medien, Mediensystem
Arbeit zitieren
Anton Wintersteller (Autor), 2010, US-amerikanische Wahlkampagnen und Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164714

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: US-amerikanische Wahlkampagnen und Medien



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden