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Jugendliche mit cannabis-bezogenen und komorbiden Störungen

Ein klinischer Beitrag zur Risikodiskussion

Title: Jugendliche mit cannabis-bezogenen und komorbiden Störungen

Textbook , 2011 , 28 Pages

Autor:in: Diplom-Pädagoge Jürgen Schlieckau (Author)

Guidebooks - Health
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Dieser Fachaufsatz basiert auf dem 2008 in der der LWL-Klinik Lengerich gehaltenen unveröffentlichten Festvortrag des Autors anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Station CleanOK, „Junge Patient/innen mit Cannabisabhängigkeit und psychiatrischer Komorbidität in der stationären medizinischen Rehabilitation – Entwicklungschancen – Therapie – klinische Erfahrungswerte“.

Das THC aus der weiblichen Cannabis sativa-Pflanze ist die (europaweit) am häufigsten konsumierte illegale Droge. Die gesellschaftliche Akzeptanz und die Verfügbarkeit dieser Droge haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich erhöht. Der Missbrauch von Cannabis stieg seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts besonders bei Jugendlichen stark an und stagniert zzt. auf hohem Niveau. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene mit „harten“ Konsummustern können rasch eine Cannabisabhängigkeit entwickeln. Daher gab es bei Jugendlichen mit cannabisbezogenen Störungen (jCK), im Vergleich zu den Konsument/innen anderer Suchtsubstanzen, auch die höchsten Steigerungsraten bei der Behandlungsnachfrage. Aber auch die cannabisassoziierten Folgeschäden, wie z. B. Krebserkrankungen müssen durch eine evidenzbasierte Prävention verhindert oder reduziert werden. Besorgniserregend sind bei einer kleinen Hochrisikogruppe von kiffenden Jugendlichen das frühe Einstiegsalter von 13 bis 15 Jahren, die Kombination von THC mit anderen Suchtsubstanzen, vornehmlich mit Nikotin, Alkohol, Amphetaminen, Kokain und Heroin, die harten Konsummuster und die z. T. hohen THC-Gehalte der Cannabisprodukte.
jCK sind zuerst Jugendliche, die auch abhängigkeitskrank und häufig komorbid gestört sind.
Die frühe Prävention des Substanzmissbrauchs muss nachhaltig gefördert werden. Hier kann auch die Kinder- und Jugendhilfe in der Vernetzung u. a. mit der Suchthilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie einen eigenen professionellen Beitrag leisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Abstract

2. Epidemiologische Daten

3. Nachfrage von Cannabisklient/innen nach ambulanter und stationärer Behandlung

4. Maßnahmen der Zugangsverbesserung für jCK zu suchtspezifischen Hilfen

5. Vernetzte Hilfen für junge Cannabiskonsument/innen!

6. Evidenzbasierte Beratungs- und Behandlungsprogramme für jCK

7. Cannabisprodukte und –konsumformen

8. Biologische Aspekte des Cannabiskonsums

9. Psychische Aspekte des Cannabiskonsums

10. Risiken des Cannabiskonsums bei Jugendlichen mit cannabis-bezogenen Störungen (jCK)

11. Akute Hauptwirkungen und Folgen des Cannabismissbrauchs

12. Mögliche Langzeitfolgen des Cannabismissbrauchs

13. Diagnostik bei jungen Klient/innen mit cannabis-bezogenen Störungen (jCK)

14. Therapie von jungen Klient/innen mit cannabis-bezogenen Störungen (jCK)

15. Ergebnisse der Klinikforschung der Dietrich Bonhoeffer Klinik 2004-2010

Fallbeispiel: Der 18-jährige „Dennis“

16. Die rechtliche Situation bei Cannabis

17. Statt einer Schlussbetrachtung: drei allgemeine Präventionsziele

18. Internet-Links

19. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die klinische Problematik von Jugendlichen mit cannabis-bezogenen Störungen (jCK) unter besonderer Berücksichtigung komorbider psychischer Erkrankungen und der Notwendigkeit einer evidenzbasierten, vernetzten Behandlung. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf geeignete Therapieansätze für diese Hochrisikogruppe und die Verbesserung von Versorgungsstrukturen.

  • Epidemiologie des Cannabiskonsums bei Jugendlichen
  • Risikofaktoren und neurobiologische Auswirkungen des frühen Konsums
  • Differenzierte Diagnostik und therapeutische Milieugestaltung
  • Vernetzte Hilfesysteme und Ansätze der Suchtprävention

Auszug aus dem Buch

10. Risiken des Cannabiskonsums bei Jugendlichen mit cannabis-bezogenen Störungen (jCK)

Eine pragmatische Risikodebatte über den Cannabismissbrauch wird heute z. T. vermieden, stattdessen wird zwischen Legalisierungs- oder Entkriminalisierungsbefürworter/innen und Befürworter/innen einer eher medizinisch oder repressiv orientierten Richtung mitunter immer noch ein unproduktiver ideologischer Streit geführt, der den Betroffenen z. T. wenig nützt. Cannabis wird einerseits vielfach verharmlost und als „weiche Droge“ bezeichnet, was Konsument/innen mitunter in die Irre führt, andererseits wird THC-Konsum mitunter dramatisierend „verteufelt“, was ebenfalls wenig glaubwürdig erscheint. „Weiche“ Konsumerfahrungen der älteren Generation aus den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden häufig ungeprüft auf die veränderte heutige Situation und Lebenswelt konsumierender Jugendlicher übertragen. Es gibt jedoch keine „harten“ und „weichen“ Drogen, sondern man sollte besser, wie die vormalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, einmal treffend formuliert hatte, von „harten“ und „weichen“ Konsummustern sprechen. Riskante Konsummuster sind heute Gewohnheitskonsum, der (fast) tägliche Konsum, eine hohe Konsummenge, die Konsumformen Pur-Pfeife, „Bong“ oder „Eimer“ und der Mischkonsum mit anderen psychotropen Substanzen.

Schädlicher Gebrauch von Cannabis liegt vor, wenn trotz Gesundheitsschäden infolge des Konsums weiter gekifft wird. Starke Stressoren leisten ein Übriges. Jugendliche scheitern ggf. an ihren Entwicklungsaufgaben und erwerben dann nur noch unzureichend soziale Kompetenzen, Bewältigungsmechanismen und Entscheidungsstrategien.

Gerade diese Hinweise werden in der öffentlichen Diskussion jedoch kaum differenziert wahrgenommen. Es wird häufig auf ein „Recht auf Rausch“ sowie auf eine Entkriminalisierung der Beschaffungs- und Konsumaktivitäten der Konsument/innen fokussiert, ohne über die Risiken für Hochkonsument/innen zu diskutieren. Der Typus des „Gelegenheitskonsumenten“, der heute nahezu 80% der Cannabiskonsument/innen repräsentiert, nicht auf andere Drogen umsteigt und relativ geringe gesundheitliche Risiken eingeht, ist aus klinischer Sicht weniger von Bedeutung. Kiffen führt nicht nur zu akuten Einschränkungen der Fahrtauglichkeit, sondern führt bei jenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die „harte“ Konsummuster praktizieren und zu den restlichen ca. 20% Cannabiskonsument/innen zählen, immer häufiger zu Entwicklungsstörungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abstract: Bietet einen Überblick über die Ursprünge des Fachaufsatzes und fasst die Problematik junger cannabisabhängiger Patienten mit Komorbidität zusammen.

2. Epidemiologische Daten: Analysiert aktuelle Studien zum Cannabiskonsum und zeigt Trends hinsichtlich Prävalenz und Zielgruppen auf.

3. Nachfrage von Cannabisklient/innen nach ambulanter und stationärer Behandlung: Erläutert die Entwicklung der Fallzahlen und die Motivation der Betroffenen zur Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe.

4. Maßnahmen der Zugangsverbesserung für jCK zu suchtspezifischen Hilfen: Diskutiert Barrieren und Lösungsansätze, um behandlungsbedürftige Jugendliche besser zu erreichen.

5. Vernetzte Hilfen für junge Cannabiskonsument/innen!: Plädiert für eine enge Zusammenarbeit verschiedener Institutionen zur Unterstützung der Jugendlichen.

6. Evidenzbasierte Beratungs- und Behandlungsprogramme für jCK: Stellt aktuelle Programme und Leitlinien für die Behandlung von Cannabisabhängigkeit vor.

7. Cannabisprodukte und –konsumformen: Definiert botanische Grundlagen sowie verschiedene Konsummuster und deren Gefahrenpotenzial.

8. Biologische Aspekte des Cannabiskonsums: Erörtert die Wirkung von THC auf das menschliche Gehirn, insbesondere während der pubertären Entwicklungsphase.

9. Psychische Aspekte des Cannabiskonsums: Beleuchtet die psychosozialen Hintergründe und Motive, die zum Einstieg und zur Chronifizierung des Konsums führen.

10. Risiken des Cannabiskonsums bei Jugendlichen mit cannabis-bezogenen Störungen (jCK): Unterscheidet zwischen verschiedenen Konsummustern und warnt vor der Verharmlosung „weicher“ Drogen.

11. Akute Hauptwirkungen und Folgen des Cannabismissbrauchs: Beschreibt kurzfristige Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten und die Gefahren im Straßenverkehr.

12. Mögliche Langzeitfolgen des Cannabismissbrauchs: Fasst körperliche und psychische Langzeitschäden zusammen, inklusive sozialer Auswirkungen.

13. Diagnostik bei jungen Klient/innen mit cannabis-bezogenen Störungen (jCK): Beschreibt diagnostische Standards und die Bedeutung der Sozialanamnese bei Jugendlichen.

14. Therapie von jungen Klient/innen mit cannabis-bezogenen Störungen (jCK): Skizziert therapeutische Ebenen und die Bedeutung pädagogisch-therapeutischer Milieugestaltung.

15. Ergebnisse der Klinikforschung der Dietrich Bonhoeffer Klinik 2004-2010: Präsentiert empirische Daten aus jahrelangen Klientenbefragungen und ein Fallbeispiel zur Veranschaulichung.

16. Die rechtliche Situation bei Cannabis: Gibt einen Überblick über die historische und aktuelle Gesetzgebung in Deutschland und international.

17. Statt einer Schlussbetrachtung: drei allgemeine Präventionsziele: Formuliert konkrete Ziele zur Stärkung der Abstinenz und zur Verbesserung der Präventionsarbeit.

18. Internet-Links: Bietet eine Zusammenstellung weiterführender Online-Quellen.

19. Literatur: Listet das verwendete wissenschaftliche Quellenmaterial auf.

Schlüsselwörter

Cannabismissbrauch, Jugendpsychiatrie, Komorbidität, Suchtprävention, stationäre Rehabilitation, THC, Cannabisabhängigkeit, Adoleszenz, Psychosoziale Entwicklung, Versorgungsstruktur, Diagnose, Therapie, Suchthilfe, Risikokonsum, Behandlungsmotivation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Der Text behandelt die klinische Versorgung von Jugendlichen, die cannabisbezogene Störungen aufweisen, insbesondere in Verbindung mit anderen psychischen Erkrankungen (Komorbidität).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Epidemiologie, biologische und psychische Wirkmechanismen, diagnostische Verfahren sowie pädagogisch-therapeutische Ansätze in der stationären und ambulanten Suchthilfe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Risikodiskussion zu versachlichen und aufzuzeigen, wie durch evidenzbasierte, vernetzte Hilfeformen und eine spezifische Milieugestaltung die Prognose für junge Cannabiskonsumenten nachhaltig verbessert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine klinische Übersichtsarbeit, die auf Literaturrecherche, evidenzbasierten Leitlinien sowie eigenen empirischen Klinikdaten (Langzeitbefragungen 2004-2010) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Risikoanalyse, eine Darstellung notwendiger Diagnostik und eine detaillierte Beschreibung therapeutischer Strategien, ergänzt durch spezifische Studienergebnisse und rechtliche Rahmenbedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Cannabismissbrauch, Jugendpsychiatrie, Komorbidität, stationäre Rehabilitation und Suchtprävention beschreiben.

Warum betont der Autor die Unterscheidung zwischen „harten“ und „weichen“ Konsummustern?

Der Autor möchte verdeutlichen, dass nicht die Droge an sich, sondern das Konsumverhalten (z.B. Häufigkeit, Menge, Kombination mit anderen Substanzen) über das Gefahrenpotenzial und die Schwere der Abhängigkeit entscheidet.

Welche Rolle spielt die „pädagogisch-therapeutische Milieugestaltung“ in der Therapie?

Sie dient als geschützter Raum, der durch klare Tagesstrukturen, tragfähige Übertragungsbeziehungen und pädagogische Konsequenz Jugendlichen hilft, ihre psychosozialen Defizite aufzuarbeiten und ihre Abstinenzmotivation zu festigen.

Wie werden die Ergebnisse der eigenen Klinikforschung interpretiert?

Die Forschungsergebnisse bestätigen, dass junge Cannabispatienten oft eine „Extremgruppe“ darstellen, die häufig an multiplen Störungen leidet und für die eine langfristige, strukturierte stationäre Behandlung oft effektiver ist als wiederholte, meist frustrierende ambulante Versuche.

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Details

Title
Jugendliche mit cannabis-bezogenen und komorbiden Störungen
Subtitle
Ein klinischer Beitrag zur Risikodiskussion
Author
Diplom-Pädagoge Jürgen Schlieckau (Author)
Publication Year
2011
Pages
28
Catalog Number
V164770
ISBN (eBook)
9783640799749
ISBN (Book)
9783640800322
Language
German
Tags
Cannabis Spice Jugendliche Komorbidität Abhängigkeit Cannabisabhängigkeit Evidenzbasierung Psychose Prävention Erziehung Entwöhnung Epidemiologie jCK kiffen Marihuana Haschisch ADHS THC Salutogenese Cannabismissbrauch Entwicklung Pädagogik Beziehung Risikodiskussion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Pädagoge Jürgen Schlieckau (Author), 2011, Jugendliche mit cannabis-bezogenen und komorbiden Störungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164770
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