Die soziale Rolle des Lehrers unter Berücksichtigung der Familie des Grundschulkindes


Essay, 2006
9 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung

I. Einleitung
Kurze Einführung in die Thematik

II. Hauptteil
1. Die soziale Rolle
1.1 Definition des Rollenbegriffs
1.2 Rollenerwartungen an den Lehrer
1.2.1 Lehren
1.2.2 Erziehen
1.2.3 Beurteilen
1.2.4 Beraten
2. Familie
2.1 Welche Bedeutung hat die Familie für das Grundschulkind?
2.2 Beziehung zwischen dem Lehrer und der Familie
2.3 Klagen der Eltern über Lehrer/innen
2.4 Klagen der Lehrer/innen über Eltern
2.5 Berücksichtigung der sozialen Ungleichheit
2.6 Erziehungspartnerschaft
2.7 Bildungspartnerschaft

III. Schluss

Fazit/ Eigene Meinung

In unserer Gesellschaft gibt es neben der elterlichen Erziehung der Kinder, eine weitere sehr wichtige Institution, die in Hinsicht auf das Heranwachsen und die Orientierung von Kindern einen erheblichen Einfluss besitzt. Ich rede in diesem Fall von der Schule- in meinem Fall der Grundschule. In der Öffentlichkeit herrscht zumeist immer noch die Überzeugung, dass die Schule nur zur reinen Wissensvermittlung bzw. für die Bildung zuständig ist. Dass dem aber nicht so ist, wird ersichtlich, wenn man einmal die Reaktionen der Kinder bezüglich der Schule betrachtet. Schule ist für Kinder und Jugendliche ein großes Stück Lebenswelt. Schule ist ähnlich der Familie ein Ort, an dem Heranwachsende soziale und psychische Fähigkeiten einüben, erweitern oder auch verfestigen. Sicherlich ist es allgemein bekannt und auch anerkannt, dass die primäre Sozialisation, d.h. im allgemeinen das Aufwachsen im Elternhaus, die Basis für die weitere Entwicklung eines Menschen ist. Die Schule stellt aber dennoch einen wichtigen Teil im Leben eines Kindes dar. Denn schließlich ist die Schule der Ort, an dem das Kind zum ersten Mal, abgesehen vom Kindergarten, fern von der familiären Umgebung mit anderen Menschen in Kontakt tritt. Hauptsächlich treten die Kinder untereinander in Kontakt, aber auch die Lehrperson nimmt einen sehr wichtigen Platz ein. Die Schule muss die Aufgabe übernehmen, bei jedem Kind das zu fördern, was diesem bei der weiteren Entwicklung hilfreich sein wird. Und das eben nicht nur bezogen auf den Unterricht als Wissensvermittlung.

Mit der sozialen Rolle des Lehrers in der Grundschule und dem Umgang zwischen Lehrer und Familie möchte ich mich in der folgenden Arbeit näher beschäftigen.

Spricht man von einer Rolle muss dieser Begriff erst einmal genauer definiert werden. Unter Rolle kann ein Bezirkshauptort im Kanton Waadt, eine Bewegung aus dem Geräteturnen, ein Begriff aus der Mechanik, eine von einem Schauspieler, Sänger oder Tänzer darzustellende Gestalt oder die soziale Rolle aus dem Bereich der Soziologie verstanden werden.

Eine soziale Rolle ist das Bündel von Verhaltenserwartungen und Einstellungen, von Pflichten und Privilegien, die von Einzelnen oder einer Bezugsgruppe an Inhaber bestimmter sozialer Positionen herangetragen werden.

Rollen stehen im Wechselverhältnis untereinander und bedingen sich gegenseitig.

Von jeder Rolle hat man unterschiedliche Verhaltenserwartungen, so hat man an einen Vater andere Erwartungen als an einen Lehrer.

Hält in diesem Fall ein Lehrer die Erwartungen, die an ihn gestellt werden nicht ein, so muss dieser mit negativen Konsequenzen rechnen. Entspricht er den Rollenerwartungen wird dies positiv bestärkt, man spricht von negativer und positiver Sanktionierung.

Die Ausbildung zur Lehrperson erfolgt durch Aneignung rollenspezifischer Fähigkeiten und Kenntnissen. Diese werden von den Erwartungen der verschiedenen Bezugspersonen - Eltern, Schüler, Schulleitung - geprägt und können miteinander durchaus in Widerspruch stehen.

Ich denke in der heutigen Zeit werden sehr hohe Erwartungen an den Lehrer allgemein, aber besonders an den Grundschullehrer gestellt.

Solche Erwartungen können zum Beispiel das Lehren, das Erziehen, das Beraten und Beurteilen sein.

Die Hauptaufgabe des Lehrerberufes ist nach allgemeinem Verständnis das Lehren als Vermitteln von Kenntnissen und Fertigkeiten. Darüber hinaus muss der Lehrer beim Schüler das Verständnis für das Gelernte wecken und den Zusammenhang der Dinge aufzeigen. Es ist außerdem wichtig, dass der Lehrer bei den Lernenden die Fähigkeit entwickelt, Grundprinzipien des Gelernten auf ähnliche oder neue Aufgaben zu übertragen. Ich denke jedoch solchen Lehraufgaben kann der Lehrer nur dann mit Erfolg gerecht werden, wenn er es versteht, beim Lernenden den Willen zu wecken, aus eigenem Antrieb zu lernen, was sich in vielen Fällen als sehr schwierig erweist.

Immer größer werden meiner Meinung nach die Erwartungen an den Lehrer im Bereich Erziehung.
Die Schule muss für einen Teil der Kinder zunehmend sozialisatorische und erzieherische Arbeit leisten, weil dies im Elternhaus nicht geleistet wird oder geleistet werden kann. Im Rahmen der Sozialisation hat die Lehrperson die Aufgabe den Jugendlichen auf das Erwachsenenleben und die damit verbundene Übernahme von öffentlichen Rollen vorzubereiten. Hierbei muss der Schüler soziale Fertigkeiten erwerben, die den Wertvorstellungen der Gesellschaft entsprechen, z.B. Respekt für andere Personen, Rücksichtsnahme und Selbstdisziplin. Ich denke für Kinder ist die Schule vor allem in sozialer Hinsicht bedeutsam geworden. Sie ist der wichtigste Ort für ein Zusammentreffen mit anderen Kindern geworden. Ich denke, fachliche und pädagogische Kompetenz und eine darin begründete Autorität sind eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Erziehertätigkeit.

Eine besondere Schwierigkeit der Lehr- und Erziehungsaufgaben im Bereich des Beurteilens und Beratens liegt meiner Meinung nach darin, dass sich Erfolg und Misserfolg nur selten objektiv feststellen lassen. Die Erwartung an den Lehrer immer gerechte Noten zu geben ist sehr hoch. Auch bei Beurteilung bzw. Beratung trägt die Grundschullehrerin eine hohe Verantwortung. Am Ende der Grundschulzeit ist schließlich zu entscheiden, ob das Kind von der 5. Klasse an ein Gymnasium, die Real- oder Hauptschule besuchen wird. Wo hingegen in Schweden, Norwegen, Finnland, England oder Kanada alle Kinder bis Ende der 9. Klasse gemeinsam unterrichtet werden, wird bei uns in Deutschland nicht auf die uns so selbstverständlichen, traditionellen so tief verankerten Maßnahmen der Sortierung und Aussonderung verzichtet. Tritt in unseren Schulen eine unerwünschte Leistungsheterogenität in der Lerngruppe auf, so wird in unserem Schulsystem sofort mit Sitzen bleiben oder sogar Sonderschulüberweisung reagiert. Am Ende der Grundschulzeit haben wir es längst nicht mehr mit allen Kindern eines Altersjahrgangs zutun, sondern nur noch mit etwa 80% der ursprünglich gestarteten. Hinsichtlich dieses Beurteilens und Aussortierens bin ich der Meinung, dass unser Schulsystem einer „Erneuerung“ bedarf. Betrachtet man England und Kanada, die so gut wie keine Rückstellung vom ersten Schulbesuch kennen und bei denen auch vielen das Sitzen bleiben unbekannt ist, denke ich, ist es an der Zeit diese strikten Regeln zu überdenken, wenn man berücksichtigt, dass diese Länder bei den PISA- Leistungstests wesentlich besser abgeschnitten hatten als Deutschland.

Die Grundschullehrerin hat damit also die Aufgabe in Deutschland eine Empfehlung abzugeben, welchen Schulzweig das Kind zu besuchen hat. Schätzt sie das Kind falsch/zu schlecht ein, kann es sein, dass es zwar in der Hauptschule immer zu den Besten gehört, jedoch nie die Schulform nach oben wechselt und einen erreichbaren besseren Abschluss verpasst.

Ich denke dies zeigt wieder, wie wichtig die Grundschullehrerin im Leben eines Kindes ist und welch hohe Erwartungen an sie insgesamt gestellt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Die soziale Rolle des Lehrers unter Berücksichtigung der Familie des Grundschulkindes
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
9
Katalognummer
V164801
ISBN (eBook)
9783640800445
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ohne Sekundärliteratur
Schlagworte
Soziale Rolle, Rollenbegriff, Lehrer, Lehren, Erziehen, Beraten, Beurteilen, Bildungspartnerschaft, Erziehungspartnerschaft, soziale Ungleichheit, Familie, Grundschule, Grundschulkind, Bedeutung
Arbeit zitieren
Sabrina Spahr (Autor), 2006, Die soziale Rolle des Lehrers unter Berücksichtigung der Familie des Grundschulkindes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164801

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