Das große Interesse am ADHS-Syndrom und den damit einhergehenden Auffälligkeiten in unserer Gesellschaft führt zu einem ständigen Diskussionsstoff gerade im Bezug auf die Therapierbarkeit dieser Erkrankung. Tiergestützte Interventionen, an denen das Interesse fortwährend zunimmt und deren Angebote in Deutschland immer zahlreicher werden, bieten eine alternative Möglichkeit, ADHS-Kinder zu therapieren.
Die vorliegende Examensarbeit stellt hinsichtlich dieser Tatsache einen theoretischen Querschnitt der beiden Themenkomplexe ADHS und tiergestützte Intervention dar und widmet sich der Wirksamkeit hundgestützter Pädagogik als Form der tiergestützten Intervention in einer exemplarischen Fallstudie. In dieser Fallstudie werden vier Sitzungen einer hundgestützten Therapie begleitet, um deren Kurzzeiteffekte zu evaluieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen Tier- und Hundgestützter Interventionen
2.1 Die Mensch-Tier-Beziehung(K.S.)
2.1.1 Die Biophilie Hypothese
2.1.2 Bindungstheorie
2.2 Verhaltensaspekte der Mensch-Tier Beziehung (K.S.)
2.2.1 Anthropomorphisierung
2.2.2 Kommunikation
2.2.3 Interaktion
2.3 Theoretische Basis Tiergestützter Intervention (K.S)
2.3.1 Ursprung und Geschichte Tiergestützter Intervention
2.3.2 Formen der deutschen Tiergestützten Interventionen
2.3.2.1 Tiergestützte Aktivität (TG A)
2.3.2.2 Tiergestützte Pädagogik (TG P)
2.3.2.3 Tiergestützte Therapie (TG T)
2.3.3 Pilotstudie 2009
2.4 Pädagogische Aspekte im Bezug zur Tiergestützter Therapie (K.S.)
2.4.1 Lernen
2.4.2 Ganzheitlichkeit
2.4.3 Motivation
2.5 Tiefenpsychologische Grundlagen (K.S)
2.5.1 Tiefenpsychologische Grundkonzepte
2.5.1.1 Freuds Psychoanalyse
2.5.1.2 Adlers Individualpsychologie
2.5.2.3 Jungs analytische/ komplexe Psychologie
2.6 Der Hund als Tier der Tiergestützten Intervention (K.S)
2.7 Voraussetzungen Hundgestützter Intervention (K.S)
2.7.1 Voraussetzungen beim Hund
2.7.2 Ausbildung des Hundes
2.7.3 Wohlergehen des Hundes
2.7.4 Voraussetzung beim Anbieter
2.7.5 Voraussetzung beim Empfänger
2.7.6 Voraussetzung bei Kollegen
2.7.7 Hygiene
2.8 Konzepte und Formen Tiergestützter Interventionen (K.S)
2.8.1 Differenzierung der Interaktionsformen
2.8.1.1 Die freie Interaktion
2.8.1.2 Die gelenkte Interaktion
2.8.1.3 Die ritualisierte Interaktion
2.8.2 Funktionen Tiergestützter Intervention
2.8.3 Kinder und Hunde
2.8.4 Hunde im Klassenzimmer
2.9 Bio-psycho-soziale Wirkung von Tieren auf Menschen (K.S)
2.9.1 Physische Ebene
2.9.2 Psychologische Ebene
2.9.3 Soziale Ebene
2.10 Effekte Hundgestützter Interventionen (S.B.)
2.10.1 Motorik und Körpergefühl
2.10.2 Kognition und Lernen
2.10.3 Wahrnehmung
2.10.4 Soziabilität
2.10.5 Emotionalität
2.10.6 Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen
2.10.7 Sprache und Kommunikation
2.10.8 Förderung der nonverbalen und analogen Kommunikation
2.10.9 Förderung des ganzheitlichen Lernens
2.10.10 Förderung der Selbststeuerung
2.11 Wissenschaftliche Forschung (K.S)
3. Theoretische Grundlagen der ADHS-Symptomatik (S.B.)
3.1 Darstellung des Syndroms ADHS
3.2 Häufigkeit und Geschichte
3.3 Symptome und Diagnose-Kriterien
3.4 Ursachen
3.4.1 Biologische Ursachen
3.4.2 Genetische Ursachen
3.4.3 Psychologische Ursachen
3.4.4 Psychosoziale Ursachen
3.5 Entwicklung von ADHS
3.5.1 Säuglings- und Kleinkindalter
3.5.2 Jugendalter
3.5.3 Erwachsenenalter
3.6 Diagnose
3.6.1 Differentialdiagnose
3.6.2 Entwicklungsangepasste Diagnose
3.6.2.1 Diagnose bei Kindern und Jugendlichen
3.6.2.2 Diagnose im Jugendalter
3.6.2.3 Diagnose im Erwachsenenalter
3.6.3 Therapiezuweisende Diagnose
3.7 Therapeutische Interventionsversuche
3.7.1 Medizinische Therapie
3.7.2 Verhaltenstherapeutische Intervention
3.7.2.1 Elterntrainings und familienzentrierte Intervention
3.7.2.2 Kindergarten- und schulzentrierte Interventionen
3.7.2.3 Patientenzentrierte kognitive Verhaltenstherapie
3.7.2.3.1 Spieltraining und Spieltherapie
3.7.2.3.2 Selbstinstruktionstraining
3.7.2.3.3 Selbstmanagement
3.8 Andere Therapieformen
3.8.1 Bewegungszentrierte Therapieansätze
3.8.1.1 Heilpädagogische Maßnahmen
3.8.1.2 Ergotherapie
3.8.1.3 Psychomotorik
3.8.1.4 Entspannungsmethoden
3.8.2 Diät-Behandlung
3.8.3 Tiergestützte Therapien
3.9 Wirkung Hundgestützter Pädagogik bei Kindern mit ADHS
3.9.1 Therapiehunde bei hyperaktiven und aggressiven Kindern
3.9.2 Wirkungseffekte
4. Fallstudie einer Hundgestützten Intervention (K.S. & S.B.)
4.1 Begründung der Methodik
4.2 Hypothesen
4.3 Umfeld Analyse
4.4 Der Schüler
4.5 Beschreibung des Schülers anhand von Beobachtungsbereichen vor Beginn der Hundgestützten Pädagogik
4.5.1 Bereich der Kommunikation
4.5.2 Aktivitätsniveau
4.5.3 Bereich Emotionalität
4.5.4 Selbstbewusstsein
4.5.5 Beziehungen
4.5.6 Konzentration
4.6 Darstellung der Förderstunden mit Schulhund Nemo
4.6.1 Darstellung der ersten Förderstunde mit Schulhund Nemo
4.6.2 Darstellung der zweiten Förderstunde mit Schulhund Nemo
4.6.3 Darstellung der dritten Förderstunde mit Schulhund Nemo
4.6.4 Darstellung der vierten Förderstunde mit Schulhund Nemo
4.7 Beschreibung des Schülers anhand von Beobachtungsbereichen während der Hundgestützten Pädagogik
4.7.1 Bereich der Kommunikation
4.7.2 Aktivitätsniveau
4.7.3 Bereich der Emotionalität
4.7.4 Selbstbewusstsein
4.7.5 Beziehungen
4.7.6 Konzentration
4.8 Auswirkungen der Förderstunden auf den Folgeunterricht
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit hundgestützter Pädagogik als eine Form der Tiergestützten Intervention bei Kindern mit dem ADHS-Syndrom. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Grundlagen sowie einer exemplarischen Fallstudie aufzuzeigen, wie diese Therapieform die Situation betroffener Kinder verbessern kann und ob sie als ernstzunehmende pädagogische und therapeutische Intervention in Betracht gezogen werden sollte.
- Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung und tiergestützter Interventionen
- Tiefenpsychologische Ansätze in der Tiergestützten Therapie
- Symptomatik und Interventionsmöglichkeiten bei ADHS
- Wirksamkeit hundgestützter Pädagogik auf Motorik, Kognition und Sozialverhalten
- Empirische Fallstudie eines Schülers mit ADHS im Kontext hundgestützter Pädagogik
Auszug aus dem Buch
4.5.6 Konzentration
Die Konzentrationsspanne, die Jonas erreichen kann, ist in hohem Maße tagesformabhängig. An manchen Tagen ist er in der Lage einfache Aufgaben und Arbeiten stringent zu Ende zu führen. An anderen Tagen lässt er sich von kleinsten Reizen ablenken, verliert die Motivation und wendet sich letztlich anderen Aktivitäten zu. Es ist ihm dann nicht möglich seine Aufmerksamkeit längere Zeit zu fokussieren. Dies führt letztlich zu einem Abbruch der Aufgabe. Bei der Bearbeitung von Aufgaben macht Jonas immer wieder Pausen. In der Lernwerkstatt am Computer klickt er sich oft durch unzählige Aufgaben, bis er beginnt eine davon zu bearbeiten. Werden die Anforderungen in der Aufgabe zu viel, kapituliert er.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Interesse am ADHS-Syndrom ein und stellt die hundgestützte Pädagogik als alternative Therapiemöglichkeit vor, welche in der vorliegenden Arbeit durch eine Fallstudie evaluiert wird.
2. Grundlagen Tier- und Hundgestützter Interventionen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente der Mensch-Tier-Beziehung, inklusive psychologischer Erklärungsmodelle, pädagogischer Ziele und der spezifischen Voraussetzungen für Mensch und Tier in der tiergestützten Arbeit.
3. Theoretische Grundlagen der ADHS-Symptomatik (S.B.): Hier werden die medizinischen und psychologischen Hintergründe des ADHS-Syndroms, dessen Diagnosekriterien sowie gängige therapeutische Interventionsversuche – von medizinischen bis hin zu verhaltenstherapeutischen Ansätzen – detailliert dargestellt.
4. Fallstudie einer Hundgestützten Intervention (K.S. & S.B.): In diesem Kapitel wird der empirische Teil der Arbeit präsentiert, der die Wirkung von hundgestützter Pädagogik anhand eines ausgewählten Schülers untersucht, inklusive der Methodik, der Umfeldanalyse und der Beobachtungen während der Förderstunden.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit reflektiert die Beobachtungen der Fallstudie und bestätigt, dass die hundgestützte Pädagogik eine positive, ganzheitliche Wirkung auf das untersuchte Kind mit ADHS hat, wobei betont wird, dass weitere Langzeitforschungen sinnvoll wären.
Schlüsselwörter
ADHS, Tiergestützte Intervention, Hundgestützte Pädagogik, Therapiebegleithund, Fallstudie, Mensch-Tier-Beziehung, Selbstregulation, Konzentration, Soziale Kompetenz, Emotionalität, Verhaltensstörung, Pädagogik, Therapie, Motivation, Selbstbewusstsein.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der hundgestützten Pädagogik als Interventionsform für Kinder mit ADHS-Syndrom, wobei sowohl theoretische Grundlagen als auch eine praktische Einzelfallstudie betrachtet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verbindet Wissen aus der Tiergestützten Intervention mit Erkenntnissen zur ADHS-Symptomatik und untersucht deren Schnittstelle im schulischen und therapeutischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob die Arbeit mit einem Therapiebegleithund eine wirksame pädagogische und therapeutische Möglichkeit zur Unterstützung von Kindern mit ADHS darstellt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Theoriebildung sowie auf eine explorative, nicht-teilnehmende Einzelfallbeobachtung als empirische Methode.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen tiergestützter Methoden, die Analyse der ADHS-Symptomatik und die detaillierte Darstellung und Auswertung einer beobachteten Fallstudie mit einem Schüler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind ADHS, Tiergestützte Intervention, hundgestützte Pädagogik, Fallstudie, Therapiebegleithund und Selbstregulation.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von anderen zu diesem Thema?
Durch die enge Verzahnung von tiefenpsychologischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung und der unmittelbaren, protokollbasierten Beobachtung eines spezifischen Schülers bietet die Arbeit einen sehr praxisnahen Einblick.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für die Schulpraxis?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von Hunden in der Schule, bei professioneller Durchführung, eine wertvolle, ganzheitliche Unterstützung für Kinder mit ADHS bieten kann, jedoch keine „Wunderlösung“ darstellt und immer in ein pädagogisches Gesamtkonzept eingebettet sein muss.
- Citation du texte
- Simon Bransch (Auteur), Katja Schwartz (Auteur), 2010, Therapiehund im Klassenzimmer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164863