The presented study enquires the myth of one oft the most ambivalent female figures in history, “Malinche”. Mostly because of her role as a translator and her therefore significant function in the conquest of contemporary Mexico by Martín Cortés, Malinche has become an oscillating myth anchored in collective commemoration and represented in artificial altercation over centuries. The aim of this paper is on the one hand to analyse how Malinche is presented and on the other one to embed the results in the context of means and declarations of the post-colonial studies.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die Ergründung eines Mythos
a. Malinche als „historische“ Figur
b. Gründe für ihre ambivalente Bedeutung
III. Einführung in die Postkoloniale Theorien
a. Einleitung: Wesen und Funktion von Literaturtheorie
b. Literaturtheoretische Einbettung der Postcolonial Studies
c. Grundpfeiler der Postkolonialen Theorien
i. Edward Said
ii. Homi K. Bhabha
iii. Gayatri Chakravorty Spivak
IV. Ein Blick auf die künstlerische Adaption des Malinche – Mythos
a. José Clemente Orozco, „Cortés y La Malinche”
b. Malinche in weiteren Adaptionen
V. Fazit
VI. Bibliografie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Mythos der Malinche als historische und künstlerische Figur aus der Perspektive postkolonialer Theorien, um die tief verwurzelte Ambivalenz ihrer Wahrnehmung als "Verräterin" und "Mutter Mexikos" zu analysieren und einzuordnen.
- Historische Einordnung der Malinche und Entstehung ihres Mythos
- Grundlagen der Postcolonial Studies und zentrale Denker
- Analyse des Muralismus und konkrete Untersuchung von Orozcos "Cortés y La Malinche"
- Rezeption der Malinche in zeitgenössischer Kunst, Musik und Literatur
- Dekonstruktion binärer Machtverhältnisse im Kontext der mexikanischen Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
a. José Clemente Orozco, „Cortés y La Malinche“ (1923)
Das Wandgemälde zeigt eine Momentaufnahme dreier Personen, genauer ein Porträt von zwei Männern und einer Frau, von denen aber nur die Frau und einer der Männer dem Betrachter zugewandt sind und so ihre Gesichter erkennen lassen. Während die Identität des „gesichtlosen“ Mannes also nicht festgestellt werden kann, generiert der Titel die Vermutung, dass die anderen beiden Personen Hernán Cortés und Malinche repräsentieren sollen. Das in der Gesamtbetrachtung zweidimensional wirkende Bild kann in seinem Aufbau zweifach wahrgenommen werden: Während die erste Variante darin besteht, die unnatürliche Staffelung der drei Ebenen des Vorder-, Mittel- und Hintergrundes als distinkt voneinander zu trennende, dennoch tiefendimensionale Bereiche anzusehen, besteht darüber hinaus in einer zweiten Variante auch die Möglichkeit, bei der Darstellung handele es sich um eine Überlagerung mehrerer, aufeinander aufbauender Höhenschichten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, stellt die Malinche als zentrale, ambivalente Figur vor und erläutert den methodischen Ansatz, literaturtheoretische Konzepte auf bildende Kunst und Liedertexte anzuwenden.
II. Die Ergründung eines Mythos: Dieses Kapitel untersucht die historische Realität der Malinche und analysiert, warum ihre Person im Laufe der Jahrhunderte eine derart zwiespältige und mythologisierte Bedeutung in der mexikanischen Identität erlangte.
III. Einführung in die Postkoloniale Theorien: Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch die Vorstellung der Postcolonial Studies und ihrer prägenden Denker Edward Said, Homi K. Bhabha und Gayatri Chakravorty Spivak.
IV. Ein Blick auf die künstlerische Adaption des Malinche – Mythos: Das Kapitel analysiert die Darstellung der Malinche in José Clemente Orozcos Wandmalerei sowie in weiteren ausgewählten Werken der bildenden und musikalischen Kunst.
V. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und plädiert für eine neue, konstruktive Sichtweise auf Malinche als Symbol der Vielfalt und Identität.
VI. Bibliografie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen, Literaturangaben und Internetverweise auf.
Schlüsselwörter
Malinche, Postcolonial Studies, Mexikanische Identität, Mythos, Muralismus, José Clemente Orozco, Kolonialismus, Ambivalenz, Literaturtheorie, Hybridität, Subalternität, Diskursanalyse, Hernán Cortés, Kulturkontakt, Dekonstruktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das komplexe Bild der Malinche im mexikanischen Bewusstsein und untersucht, wie dieses durch postkoloniale Theorien dekonstruiert und neu interpretiert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Geschichte der Malinche, die theoretischen Ansätze der Postcolonial Studies sowie die künstlerische Verarbeitung dieser Figur in Mexiko.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die einseitige Wahrnehmung der Malinche als „Verräterin“ kritisch zu hinterfragen und die Ambivalenz ihres Einflusses auf die mexikanische Identitätsfindung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Methoden der Literatur- und Kulturtheorie, insbesondere diskursanalytische und dekonstruktivistische Verfahren, um Texte und Kunstwerke zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Einordnung der Malinche, den theoretischen Grundlagen der Postcolonial Studies und einer detaillierten Analyse künstlerischer Adaptionen, wie dem Muralismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Malinche, Postcolonial Studies, Hybridität, Mexikanische Identität und Dekonstruktion.
Warum spielt das Wandgemälde von Orozco eine so wichtige Rolle für die Analyse?
Das Wandgemälde „Cortés y La Malinche“ dient als zentrales Fallbeispiel, um die komplexe und oft widersprüchliche bildliche Darstellung von Eroberer und Übersetzerin zu dekonstruieren.
Wie unterscheidet sich die Bewertung von Malinche in der Literatur von ihrer Rolle im Lied "La Maldición de Malinche"?
Während in der Literatur oft die historische Ambivalenz im Vordergrund steht, wird Malinche im Lied als konkrete Ursache für einen fortwährenden „Fluch“ und eine moderne Identitätskrise Mexikos dargestellt.
Was bedeutet der Begriff "The Subaltern" im Kontext dieser Arbeit?
Der von Spivak geprägte Begriff wird genutzt, um die strukturelle Stimmlosigkeit und marginalisierte Rolle der indigenen Bevölkerung, personifiziert durch die Malinche oder den Indio bei Orozco, zu untersuchen.
- Citation du texte
- Kristin Hellinger (Auteur), 2010, "Traduttore, Traditore", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165046