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"Ich ende behende mein irdisches Leben" - Tod und Sterben in den geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs

Título: "Ich ende behende mein irdisches Leben" - Tod und Sterben in den geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2009 , 136 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Katja Bury (Autor)

Musicología - Otras
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Resumen Extracto de texto Detalles

Diese Arbeit entwickelt den speziellen Deutungsansatz, es handele sich bei den besprochenen Kantaten und eine ‚musizierte Ars moriendi‘. So wird eine bestimmte inhaltliche und funktionale
Thematik innerhalb des großen Korpus von Bach-Kantaten zusammengefasst und einem übergeordneten Verständnis zugeführt.
Am Beginn steht eine inhaltliche Klärung der Todeskonzeptionen, die für Bach relevant waren. Diese werden aus den Kantatentexten selbst entwickelt und mit theologischen und geistesgeschichtlichen
Ansätzen unterfüttert. Die Texte werden, den Bildgehalt und Sprachgestus einbeziehend, auf ihre Rezeptionsfähigkeit im Rahmen des Glaubenshorizonts des zeitgenössischen Hörers, nicht im Sinne einer abstrakten, zeitenthobenen theologischen Interpretation,
sondern historisch konkret, analysiert. Damit ist eine Basis für eine eingehende Betrachtung der vielfältigen musikalischen Reaktionen auf die inhaltliche Thematik geschaffen.
Im analytischen Teil wird ein ‚Vokabular des Todes‘ entfaltet. Dies geschieht anhand des Apparats der musikalisch-rhetorischen Figuren, wobei eine klare Abgrenzung zwischen normativen, etablierten und als spekulativ einzustufenden Zeichen und individueller Tonsatz-
Betrachtungen geschaffen wird. Die Perspektive weitet sich über die Analyse von Einzelsätzen hinweg aus, indem zwischen der Funktion von solistischen und chorischen Sätzen unterschieden wird und, in dem als Fallstudie beleuchteten Actus tragicus, die bis dahin etablierte
Stufenfolge der musikalischen Textdarstellungsebenen in eine komplexe Untersuchung eines Werkganzen mündet.
So kann die eingangs aufgestellte These, die betreffenden Kantaten als (musikalischen) Teil der Idee und Praxis einer Einübung in die ‚Ars moriendi‘ zu verstehen, als schlüssig betrachtet werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einblick

2. Die Konzeption des Todes im Kantatentext

2.1. „Komm du süße Todesstunde“

2.2. „Ach! Wer doch schon im Himmel wär! Wie dränget mich die böse Welt!“

2.3. „Der Tod ist mein Schlaf worden“

2.4. „Jesu, meines Todes Tod“

2.5. „Das offne Grab sieht greulich aus“

2.6. „Herr, wie du willt, so schicks mit mir im Leben und im Sterben“

2.7. „Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind, bedenke dies, o Menschenkind!“

3. Die Chiffrierung des Todesbegriffes in Sprache und Musik

4. Musikalische Parameter zur Darstellung von Tod und Sterben …

4.1. … auf melodischer Ebene

4.2. … auf kontrapunktischer Ebene

4.3. … auf harmonischer Ebene

4.4. … auf metrisch-rhythmischer Ebene

4.5. … auf der Ebene musikalisch-rhetorischer Figuren

4.6. … auf der Ebene der Instrumentation

4.7. …auf der Ebene der kontrastierenden Verwendung einzelner Parameter

4.8. … auf der Ebene eines bildlichen Ideenkomplexes

5. Exkurs: Die Darstellung des Todes in den Kollektivsätzen

6. Der „Actus tragicus“ (BWV 106) als eine musikalische Darstellung des Todes

7. Fazit

8. Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältige Darstellung von Tod und Sterben in den geistlichen Kantaten von Johann Sebastian Bach. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie der abstrakte Todesbegriff durch theologische Konzepte, barocke Textproduktion und spezifische musikalische Kompositionsparameter in den Kantaten realisiert und für den damaligen Rezipienten chiffriert wird.

  • Theologische Grundlagen und Todeskonzeptionen im barocken Kantatenschaffen
  • Die Funktion und Gestaltung des "Vokabulars des Todes" in Sprache und Musik
  • Musikalische Analyse von Kompositionsparametern (Melodik, Harmonik, Rhetorik, Instrumentation)
  • Die Darstellung des Todes als "musizierte Ars moriendi" und der Umgang mit Anfechtungen
  • Vertiefende Fallstudie des "Actus tragicus" (BWV 106)

Auszug aus dem Buch

2. Die Konzeption des Todes im Kantatentext

Wie anhand der eingangs erwähnten Textausschnitte illustriert, handelt es sich in den Bachschen Kantatentexten um eine äußerst heterogene Darstellung des Todes. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich beim Tod immer um eine individuelle Erfahrung handelt, die von jedem Menschen anders empfunden wird, ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Axmacher spricht hier von den „Erfahrungen des Todes, die in ihrer Widersprüchlichkeit nicht harmonisierbar sind.“

Ein weiterer Aspekt für die Vielfältigkeit der Todesdarstellungen erklärt sich aus der barocken Lebensvorstellung, für die die Polarität zwischen Tod und Leben kennzeichnend ist. Besonders unter den Eindrücken des Dreißigjährigen Krieges rückt die Thematik um die eigene Sterblichkeit und Vergänglichkeit in den Mittelpunkt des Lebensgefühls, so dass sich im säkularen Bereich eine reiche Tradition der Memento mori- und Vanitas-Gedanken entwickelt. Besch vergleicht die Baukunst des Barock mit ihrem elliptischen Grundriss um zwei Brennpunkte herum mit dem „ungeheure[n] dynamische[n] Schwung der barocken Lebenshaltung zwischen heißer Lebensliebe und düsterer Todeswitterung“.

Sowohl auf säkularer wie auch auf geistlicher Ebene erlangt dieses Gedankengut große Bedeutung, was sich in unzähligen Andachts- und Stundenbüchlein für „fromme Laien“ niederschlägt, die dazu dienen sollen, „den Tod im Leben einzuüben“. Eine Kunst des Sterbens, die Ars moriendi, entwickelt sich, um das Bedürfnis nach Sterbehilfe und Anleitung in der seelsorgerischen Notsituation des 14. und 15. Jahrhunderts durch besagte Literaturgattung aufzufangen. Der Kampf um Leben und Tod entscheidet sich nicht auf dem Sterbebett, sondern schon im Leben. Die Bereitschaft jederzeit zu sterben muss zu Lebzeiten eingeübt werden. So dass allgemeine Todesbetrachtungen und Mahnungen (Exhortationes), die unter der Überschrift der Memento mori zusammengefasst werden können, dem Menschen stets seine Sünde und Vergänglichkeit vor Augen halten. In ebendiese Tradition lassen sich einige der Kirchenkantaten Bachs stellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einblick: Einführung in die thematische Vielfalt der Todesdarstellung in Bachs Kantaten und Skizzierung der methodischen Vorgehensweise.

2. Die Konzeption des Todes im Kantatentext: Analyse der theologischen und literarischen Grundlagen sowie der verschiedenen barocken Todeskonzeptionen.

3. Die Chiffrierung des Todesbegriffes in Sprache und Musik: Untersuchung der Mechanismen der Textproduktion und der musikalischen Verweisstruktur.

4. Musikalische Parameter zur Darstellung von Tod und Sterben …: Detaillierte Analyse musikalischer Mittel wie Melodik, Harmonik, Rhythmik und Instrumentation zur Abbildung des Todes.

5. Exkurs: Die Darstellung des Todes in den Kollektivsätzen: Erörterung der Darstellung des Todes in Chören und Chorsätzen im Gegensatz zur solistischen Reflexion.

6. Der „Actus tragicus“ (BWV 106) als eine musikalische Darstellung des Todes: Betrachtung der Trauerkantate als zentrales Fallbeispiel für die musikalische Todesdarstellung.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der musikalischen Realisierung des Todes als "musizierte Ars moriendi".

8. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Musikalien und Literatur.

Schlüsselwörter

Johann Sebastian Bach, Kirchenkantaten, Tod, Sterben, Ars moriendi, Memento mori, Vanitas, Barock, Theologie, Musiksprache, musikalische Rhetorik, Actus tragicus, Glaubensgewissheit, Sterbebereitung, Jenseitssehnsucht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Johann Sebastian Bach das komplexe Thema Tod und Sterben in seinen geistlichen Kirchenkantaten sowohl textlich als auch musikalisch verarbeitet und interpretiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die barocke Lebensphilosophie (Memento mori, Vanitas), die theologische Einordnung des Sterbens (Ars moriendi) und die Verbindung zwischen textlicher Aussage und musikalischer Ausgestaltung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Bach durch spezifische musikalische "Chiffren" und Rhetorik den abstrakten Todesbegriff für den Hörer konkretisiert und dabei eine christlich geprägte Deutung zwischen Todesfurcht und Auferstehungshoffnung vermittelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine musikwissenschaftliche Analyse, die theologische Kontexte einbezieht und durch die Untersuchung zahlreicher Kantatenbeispiele und Partiturausschnitte eine Kategorisierung der musikalischen Darstellungsmittel vornimmt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die textliche Konzeption des Todes, die allgemeine Chiffrierung in Sprache und Musik, die detaillierte Analyse musikalischer Parameter (Melodik, Harmonik, Rhythmik etc.) sowie einen Exkurs zu Chorsätzen und eine Fallstudie zum "Actus tragicus".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Bachs Kantaten, Tod und Sterben, Ars moriendi, Barock, musikalische Rhetorik und die theologische Ausdeutung von Tod und Ewigkeit.

Wie unterscheidet Bach zwischen Todesangst und Todessehnsucht musikalisch?

Bach nutzt hierfür kontrastierende Mittel: Während Todesangst oft durch dissonante Intervallfolgen, Chromatik und "sperrige" Rhythmik dargestellt wird, manifestiert sich die Todessehnsucht meist in innigeren, teils liedhaften Melodien, die das Ziel der Gemeinschaft mit Christus (Unio mystica) betonen.

Welche Rolle spielt der "Actus tragicus" in der Untersuchung?

Der "Actus tragicus" (BWV 106) dient als zentrales, großformatiges Fallbeispiel, da in diesem frühen Werk die musikalische Einheit von Text und Musik besonders stark ausgeprägt ist und sich hier viele der in anderen Kantaten nur fragmentarisch auftretenden Todeschiffren gebündelt finden.

Final del extracto de 136 páginas  - subir

Detalles

Título
"Ich ende behende mein irdisches Leben" - Tod und Sterben in den geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs
Universidad
State University of Music Trossingen
Calificación
1,0
Autor
Katja Bury (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
136
No. de catálogo
V165162
ISBN (Ebook)
9783640810741
ISBN (Libro)
9783640811243
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bach Tod Sterben Kantate Barock Rhetorik Topos Metapher Allegorie Figur Figurenlehre Ars moriendi musikalisch-rhetorische Figur
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katja Bury (Autor), 2009, "Ich ende behende mein irdisches Leben" - Tod und Sterben in den geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165162
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